Nigerias neuer Star: Asisat Oshoala


Asisat Oshoala im U20-WM-Finale (Foto: Nora Kruse)

Asisat Oshoala im U20-WM-Finale (Foto: Nora Kruse)

In ihrer Heimat Nigeria wird sie bereits mit Perpetua Nkwocha verglichen, der 38-Jährigen legendären Mittelfeldspielerin, die schon seit Jahren beim schwedischen Zweitligisten Sunnanå SK spielt und vorher in der Damallvenskan war.

Vor zwei Wochen ist Asisat Oshoala zwanzig Jahre alt geworden und Clubs in Europa reißen sich um die athletische und technisch starke Afrikanerin. Sie schoss die U20-Auswahl ihres Landes ins WM-Finale gegen Deutschland vor einigen Wochen, in dem die Deutschen aufgrund ihrer besseren Organisation und auch mit einem ordentlichen Quentchen Glück mit 1:0 gewannen.

Mit dem Golden Boot für die beste Torschützin des Turniers und dem Preis für die beste Spielerin fuhr sie heim und gewann gestern mit der A-Nationalmannschaft Nigerias in Namibia auch die afrikanische Meisterschaft. Für Nigeria der siebte Triumpf im neunten Turnier. Asisat hatte am Donnerstag mit ihren beiden Treffern gegen Südafrika wieder einmal die Tür weit aufgestoßen und gestern schoss sie im Finale den zweiten Treffer, den ersten markierte die Torschützenkönigin der Afrika-Meisterschaft Desire Oparanozie. Der Preis der wertvollsten Spielerin aber ging an Asisat Oshoala.

Kurz nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der U20-WM in Kanada hatte ich Gelegenheit, mich mit Asisat zu unterhalten.

Wie würdest du die WM in Kanada für Nigeria und für dich persönlich zusammenfassen?

„Es war natürlich ein tolles Ergebnis für uns und auch für mich als Individuum war das eine erfolgreiche WM.“

Was bedeutet die Silbermedaille für den Frauenfußball in Nigeria?

„Das Finale dieses Turniers zu erreichen war eine große Sache für den nigerianischen Frauenfußball. Obwohl die nigerianischen Frauen auch früher schon nah an den Medaillen waren und die Silbermedaille für Nigeria keine neue Sache ist. Aber es dient doch als Beispiel für die Verbesserungen, die der Frauenfußball in unserer Nation erfahren hat. Denn die letzte Auflage der U20-Mannschaft aus Nigeria wurde Vierter.“

Wie gefiel dir Kanada als Gastgeber, möchtest du nächstes Jahr wiederkommen?

„Kanada ist wirklich schön und ich hatte gute Erlebnisse während meines Aufenthalts. Es ist ein sehr gut organisiertes Land und natürlich würde ich gerne nächstes Jahr wiederkommen.“

Bei allen Preisen, die du schon gewonnen hast, gibt es immer noch viele, die dich nicht kennen. Wie würdest du dich als Spielerin beschreiben?

„Vielen Dank, aber der ganze Ruhm gebührt genauso meinen Mannschaftskameradinnen, die mir doch erst ermöglichen, dass ich auf dem Platz eine gute Leistung zeigen kann. Als Spielerin glaube ich an Teamplay. Ich weiß, dass ich schnell bin, aber ich muss wohl noch an meinem Abschluss arbeiten.“

Wie sieht denn so ein normaler Tag in deinem Leben aus?

„Ich mag es, schon früh am Morgen zu trainieren. Mein Tag fängt meist so um sechs Uhr an, dann wache ich auf und spreche meine morgendlichen Gebete und eine halbe Stunde später geht’s dann zum Training. Ich habe das Gymnasium abgeschlossen und im Augenblick will ich mich ganz auf meine Karriere konzentrieren, ein bisschen Geld zu verdienen, das ich dann für die Universätausbildung brauchen werde. In meiner Freizeit höre ich gern Musik und schau mir Spielfilme oder Fußballspiele an.“

Wie oft habt ihr Lehrgänge mit der Nationalmannschaft?

„Wir treffen uns eigentlich nur vor Wettkämpfen oder Turnieren und das ist meist ziemlich kurz.“

Ich habe über dich gelesen, dass du dafür bekannt bist, im Prinzip immer gute Laune zu haben. Wie schaffst du das, so glücklich zu sein?

„Naja, es ist wohl die Art, wie ich das Leben sehe. Wenn du traurig bist, kann das meistens nur noch schlimmer werden und es wird nicht die Lösung sein, egal für welches Problem.“

Wie sehen deine Zukunftspläne aus, es müsste doch Interesse geben, dich in Europa zu verpflichten?

„Ich möchte gerne in eine der großen europäischen Ligen spielen, wer weiß, vielleicht Schweden, Frankreich oder Deutschland.“

Seitdem sich Asisat Oshoala nun auch Afrikameisterin nennen darf, dürfte das Interesse an ihr weiter gewachsen sein.

 

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