Die zehn Besten der Welt?


Die FIFA hat gestern die zehn Spielerinnen bekanntgegeben, aus deren Kreis im Januar 2015 die beste Spielerin der Welt des noch laufenden Jahres gekürt werden wird.

Nominiert sind: Aya Myama, Naomi Kawasumi, Abby Wambach, Louisa Necib, Nadine Angerer, Nadine Keßler, Lotta Schelin, Nilla Fischer, Marta und Vero Boquete.

Und wie immer bietet die Liste allerhand Gesprächsstoff. Denn warum Myama, Wambach, Angerer und Marta hier nominiert sind, erschließt sich mir als jemand, der den Frauenfußball doch regelmäßig verfolgt und begleitet, nur sehr schwer. Die Frage ist natürlich grundsätzlich, was man prämiert, wenn man nominiert.

Geht es um das erkennbare spielerische Vermögen, dann sind sicher alle Namen gerechtfertigt. Dann müsste aber auch (ich weiß, in Deutschland werden viele heftig den Kopf schütteln) Marta jedes Jahr den Pokal abholen, denn sie ist und bleibt die Spielerin mit dem größten Register. Aber darum kann es doch nicht gehen? Nadine Angerer ist neben der durch Skandale abseits des Fußballplatzes arg gebeutelten Hope Solo die beste Torhüterin der Welt, aber hat sie es dieses Jahr auch wiederholt gezeigt? Hat sie die Portland Thorns zum Titel in der NWSL geführt? Mitnichten.

Und auch Martas Jahr war leider wieder alles andere als glorreich. Mit Tyresö erreichte sie das Finale der Champions League, zeigte immer wieder ansatzweise durch Assists oder Tore, dass sie wirklich absolute Weltklasse sein kann, aber in FRosengård hat sie meiner Meinung nach nicht zurückgefunden zu ihrer Normalform. Natürlich legt man an sie besonders hohe Maßstäbe an . Rosengård hätte auch ohne Marta die Meisterschaft souverän gewonnen und auch ohne Marta die beiden Spiele gegen Ryazan in der Champions League gewonnen.

Und Abby Wambach hat nirgends überragt oder sonderlich von sich reden gemacht. Das Auffälligste war das interessante Interview, das sie in der vergangenen Woche im Fall Hope Solo gegeben hat.

Besonders aufgefallen in diesem Kalenderjahr ist mit Sicherheit Nadine Keßler, die ihren Verein zu zwei wichtigen Titeln führte, der Assist für Martina Müller im Finale der CL in Lissabon gegen Tyresö brachte das entscheidende Tor und darüber hinaus war es grandios gespielt. Von der nominierten Japanerin Kawasumi habe ich im Internet mehrere Glanzstücke für ihren Verein Seattle Reign in der amerikanischen Liga NWSL gesehen.

Aber wo, liebe FIFA, ist die Schottin Kim Little? Die mit Abstand überragende Spielerin der abgelaufenen NWSL-Saison ist nicht unter den besteh zehn. Das ist nicht nur skandalös, sondern geradezu lächerlich, wie inkompetent sich der Weltverband gibt. Aber hat der nicht auch die Männer-WM 2022 nach Qatar vergeben?

Wo ist Anja Mittag? Mit 21 Toren und 11 Assists in der schwedischen Liga und mit bislang acht Länderspieltoren aus zehn Einsätzen ist sie nahezu konkurrenzlos und klar die beste Spielerin der schwedischen Liga. Die in Malmö lebende Chemnitzerin zu übersehen, ist ein Fauxpas.

Und der afrikanische Kontinent ist wieder der vergessene Kontinent. Die 20-Jährige Nigerianerin Asisat Oshoala hat nicht nur ihr Team ins Finale der U20-WM in Kanada geschossen, Asisat hat auch Nigeria ins Finale der Afrikameisterschaft und damit auch zur WM geballert mit ihren beiden Toren im Halbfinale.

 

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2 Gedanken zu „Die zehn Besten der Welt?

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