Linköpings FC gewinnt den schwedischen Pokal


Vor 1.200 Zuschauern in der heimischen Linköping Arena gewann der LFC am Donnerstagabend das Finale um den schwedischen Pokal mit 2:1 gegen Kristianstads DFF.

Ein hochverdienter Sieg, an dem es nichts zu deuteln gibt. Allerdings ist auch der Kader Linköpings wesentlich besser als der des wirtschaftlich arg gebeutelten Gastes. Mit der Dänin Janni Arnth Jensen und der Portugiesin Claudia Neto von Beginn an bot Trainer Martin Sjögren gleich zwei der vier Neuverpflichtungen aus der Sommerpause auf. Beide boten eine gute Partie und besonders Neto wusste durch brillante Technik und gute Spielübersicht zu gefallen.

Dennoch begann das Spiel denkbar schlecht. Charlotte Rohlin gab ihr Comeback in der Innenverteidigung und nach drei Minuten war klar, warum Pia Sundhage sie (noch?) nicht in den Nationalmannschaftskader berufen hat. Rohlin vertändelte den Ballin der Mitte der eigenen Hälfte gegen Susanne Moberg, die mit einem Ball in die Tiefe Marija Banusic bediente. Die 18-Jährige, die gerade wieder mal in den Nationalmannschaftskader berufen wurde, lief ein paar Schritte und spielte dann der herauseilenden amerikanischen Torhüterin Katie Fraine den Ball überlegt und eiskalt durch die Beine ins Tor.

Das hätte ein sehr schweres Spiel für den Gastgeber werden können, wenn es Kristianstad gelungen wäre, die eigenen Reihen zu schließen. Aber keine drei Minuten später leistete sich Nationaltorhüterin Hedvig Lindahl einen kapitalen Fehler. Pernille Harder hatte die 20-Jährige Fridolina Rolfö in Szene gesetzt und im Nachsetzen gelang Rolfö der Ausgleich als Lindahl sträflich ihr kurzes Eck vernachlässigte.

Überhaupt war Rolfö eine der stärksten Akteure in der ersten Halbzeit und verschwand dann zunehmend in der Wärme des Abends. Mir selber hatte sie vor eineinhalb Wochen noch genau das gesagt, dass sie physisch arbeiten müsse, um ein anfangs sehr hohes Tempo auch über 90 Minuten durchhalten zu können. Junge Talente müssen kontinuierlich an die Nationalmannschaft beim nächsten Mal wieder nicht berücksichtigt werden, sagte TV-Expertin und Ex-Nationalspielerin Frida Östberg (früher Umeå IK und Linköpings FC) in der Pause und übte damit für schwedische Verhältnisse recht offene Kritik an der Nominierungspraxis von Pia Sundhage; ganz in dem Sinn, in dem ich mich hier auch schon vor wenigen Tagen geäußert habe.

Rolfö war gegen England dabei, bekam keine Minute Spielzeit. Jetzt ist Banusic gegen Polen dabei und vermutlich wird es ihr ebenso ergehen wie Rolfö zuletzt. Schön, dass beide Youngster am Donnerstagabend das Spiel mit ihren Toren eröffneten.

Mit zunehmender Spieldauer erarbeitete sich der Gastgeber viele Chancen, die Lindahl teils mit großartigen Reflexen auf der Linie verhinderte. Da machte sie ihren Fehler aus der sechsten Minute mehrfach wieder gut.

In der zweiten Hälfte, als Linköping dann noch einen Gang höher schaltete, dann wieder ein Lindahl-Fehler und die Entscheidung. Pernille Harder, die allmählich wieder zu ihrer Großform zurückfindet (Vertrag läuft Ende 2014 aus für alle, die an einer der wohl besten Spielerinnen ihres Alters in Europa interessiert sind...), spielte sich auf der linken Seite durch und schoss aus spitzem Winkel aufs Tor und Hedvig Lindahl boxte den Ball fast genau vor die Füße der schräg vor ihr auftauchenden zweiten von drei Däninnen in der Startelf Linköpings, Marianne Gajhede Knudsen, die das Spiel dann entschied.

Kristianstad wechselte nur einmal aus, Trainerin Elisabet Gunnarsdottir wusste sicher auch, dass sie auf der Bank niemanden mehr hatte, der dem Spiel eine entscheidende Wendung hätte geben können. Linköping hatte alles im Griff und gewann hochverdient den Pokal zum vierten Mal. Abermals lieferte Innenverteidigerin Mia Carlsson eine tolle Partie ab.

In einem Spiel der Damallsvenskan am Donnerstagabend schlug Kopparberg/Göteborgs FC Piteå mit 1:0. Den einzigen Treffer erzielte Lisa Ek in ihrem Comeback für Göteborg bereits nach drei Minuten. Piteås Torfrau Hilda Carlén soll die beste Spielerin auf dem Platz gewesen sein und weitere Treffer Göteborgs, in der auch Maren Mjelde ihren Pflichtspieleinstand im defensiven Mittelfeld gab, verhindert haben.

Die Tabelle:

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