Vor dem Finale 4: Tyresös schuldengepflasterter Weg nach Lissabon


tyresöDer schwedische Rundfunk bringt heute eine 24 Minuten lange Sendung mit dem Titel „Tyresö FF:s skuldkantade väg till Lissabon“ (Übersetzung in der Überschrift). Ein sehr lesenswerter Artikel und eine hörenswerte Sendung.

Leider kann ich das hier nicht en detail beschreiben, man darf nicht eine ganze Sendung übersetzen und es wäre auch sehr zeitaufwändig. Über einiges habe ich hier schon im Blog berichtet in früheren Posts. Aber mir hat es dennoch den Atem verschlagen bei einigen Details, die ich noch nicht wusste.

Die Journalistin Linn Ninzén hat alle Fakten zusammengetragen. Und schildert den Aufstieg, den der Verein durch Hans Löfgren gemacht hat. Und auch den gigantischen Abstieg.

Es heisst immer wieder, dass der Verein Tyresö FF durch de Gründung der Firma Tyresö Fotbolls AB, in der Hans Lindberg der Vorsitzende ist, in beiden also, keinen Verlust gemacht habe. Die Frauenmannschaft sei komplett der neuen Aktiengesellschaft zugeordnet. Damit der Breitensportverein geschützt sei, falls vielleicht einmal etwas passieren würde.

Der Artikel von Nenzén weist nach, dass der Verein eine Million Kronen (ca. 110 000 €) verloren hat, die der Frauentopmannschaft zugeflossen sind. Als Folge hat man den Mitgliederbeitrag im Verein Tyresö FF von 100 auf 200 Kronen verdoppelt.

Löfgren baute auf und zog sich zurück, hatte angeblich dann keine Rolle mehr beim Verein, obwohl er immer auf der Brücke stand, die man kennt, wenn man mal am Tyresövallen war. Er überreichte Blumensträusse an Schiedsrichterinnen, Preise an de besten Spielerinnen von Gast- und Heimmannschaft, verhandelte nach Auskunft von Agenten über neue Spielerinnen, er und niemand anders, hatte aber keine Rolle im Verein.

Seit Januar ist Löfgren bei der Tyresö Fotbolls AB angestellt mit einem Monatseinkommen von 50.000 Kronen (ca. 5.600 €). So viel verdient niemand anders in einem schwedischen Frauenfussballverein, der hinter den Kulissen arbeitet.

Was macht er dafür? „Ich habe eine Sache auf meinen Schultern, mit der ich gearbeitet habe. Da geht es um ein bisschen Verkaufen und Marketing,“ sagte er dem Radio.

Für das „bisschen“ bekam er ein grosszügiges Gehalt. Und seit Tyresö in der Rekonstruktion ist, zahlt man ihm das Gehalt nicht mehr. Nein, da begann ich, zusammen mit vielen anderen Steuerzahlern Schwedens, das Gehalt Löfgrens zu zahlen. Das ist dann schon ein sehr starkes Stück. Denn glaubt man Menschen in Tyresö, dann waren es Lindberg und vor allem Löfgren, die die Tyresö Fotboll AB ins Verderben gestürzt haben. Und dass lässt sich Löfgren jetzt sogar aus Steuergeldern bezahlen.

Was Hans Löfgren denn für sein Geld tue, fragte das Radio den Vorsitzenden Lindberg?

„Er hat im Verkauf des Stockholm Business Network gearbeitet“

Macht er das immer noch?

„Im Moment arbeitet Hans nicht damit. Die Firma ist in einer Verwaltungsphase.“

Aber auf der Homepage des Stockholm Business Network steht er als Hauptverantwortlicher?

„Ja, jo, er hat da eine Verbindung, aber die ist heute rudimentär.“

Was bedeutet das?

„Ein sehr geringer Umfang.“

Arbeitet er gar nicht für Tyresö?

„Jo, er steht auf der Liste der Mitarbeiter“

Ganztags?

„Ja, mehr oder weniger.“

Wie viel verdient Tyresö an diesem Netzwerk?

„Eine Anzahl Kohle. Wir veröffentlichen keine Einzelheiten.“

So der vielsagende Dialog zwischen der Journalistin und dem Vorsitzenden der Tyresö Fotboll AB, Hans Lindberg, über die Beschäftigung des Hans Löfgren.

 

 

 

 

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