Tyresö: Es ist Nigeria


Seit Ende März rätseln wir in Schweden, wer denn nun der afrikanische Staat ist, der den arg gebeutelten schwedischen Champions-League-Finalisten Tyresö FF vor dem Ruin retten soll. Besser die Tyresö Fotboll AB, die Betreiber der A-Mannschaft ist. Man muss das fast immer erwähnen, wenn man sich nicht den Zorn der Mitglieder des „normalen“ Vereins zuziehen will, die es fürchterlich finden, dass der Name ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung in den Schmutz gezogen wird. Einfach ist das nicht.

Nachdem Expressen im März noch an Äquatorial-Guinea glaubte, wissen wir seit gestern, dass es Nigeria ist. Ausgerechnet.

Im Frauenfußball gibt es die eine oder andere Beziehung zwischen Spielerinnen, das ist ein offenes Geheimnis und das ist vermutlich auch in Tyresö so. Wenn es den Sport nicht tangiert, dann interessiert mich das nicht die Bohne. Wenn sich aber nun Tyresö offenbar von einem Staat jährlich mit vier Millionen Kronen fördern lassen will, der Homosexualität unter Strafe stellt, dann ist das gelinde sagt, merkwürdig. In den zwölf nördlichen Provinzen Nigerias, die muslimisch sind in der Mehrheit, gelten die Gesetze der Sharia und dort droht Schwulen wie Lesben im Falle der Verurteilung die Todesstrafe durch Steinigung. Wesentlich „liberaler“ ist man in den südlichen Provinzen und an der Küste, wo die ehemalige Hauptstadt Lagos liegt: Dort kommt man mit maximal 14 Jahren Gefängnis davon.

Es war offenbar Trainer Tony Gustavsson, der den Kontakt nach Nigeria etabliert hat. Er hat dort eine Niederlassung seiner Fußballschule TikiTaka-Academy gegründet, was auch nicht von ungefähr kommt, da Gustavssons Vater Börje eine nigerianische Frau hat und seit vielen Jahren Beziehungen zu dem westafrikanischen Land unterhält.

Den möglicherweise zu unterschreibenden Vertrag mit Nigeria, das also angeblich Trainer wie Spielerinnen in Tyresö ausbilden lassen will, sollte man sich gut überlegen und genauestens durchlesen.

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