Die UEFA muss agieren


Ich habe keines der drei gestrigen Viertelfinals in der Champions League gesehen. Normalerweise wäre ich am Tyresövallen gewesen und wäre dort Zeuge gewesen, wie das wirtschaftlich angeschlagene und vermutlich nur durch einen noch nicht näher definierten arikanischen Staat und seine Enwicklungshilfe für das arme Schweden zu rettende Tyresö FF den österreichischen Meister SV Neulengbach mit 8:1 düpierte, aber ich befand mich schon auf dem Weg nach Wien und weiter nach Bologna, wo ich dieses Post schreibe.

Auf Twitter konnte ich aber den Stand in den beiden Begegnungen verfolgen. Turbine Potsdam begann nämlich nur eine Viertelstunde später beim italienischen Vertreter ASD Torres und gewann mit 8:0 – auswärts!!

Dass sich der VfL Wolfsburg dann mit einem fast mageren 3:0 gegen den FC Barcelona begnügte, könnte schon fast so gedeutet werden, dass die Wolfsburgerinnen mit angezogener Handbremse spielten, um den europäischen Frauenfussball nicht vollends der Lächerlichkeit preiszugeben.

Bitte nicht falsch verstehen. Tyresö FF, Turbine Potsdam und der VfL Wolfsburg gehören zur europäischen Elite und sind in der Lage, brillanten Fussball zu spielen – aber, es darf doch nicht angehen, dass die europäische Breite im Spitzenfussball aus 5-6 Mannschaften besteht und der Rest lediglich Kanonenfutter ist. Wer sich die Tore anschaut, die Tyresö gestern gegen Neulengbach gemacht hat, fragt sich, ob Neulengbach in der Damallsvenskan bestehen könnte. So schlecht, langsam und steif agieren nicht einmal die Abstiegskandidaten in Schweden. Ähnliches dürfte für Deutschland und Frankreich gelten.

Es müssen dringend Änderungen her: Deutschland, Frankreich und Schweden sollten mindestens jeweils drei Plätze bekommen und die dahinter stehenden Ligen wie England, Russland, Italien, Norwegen jeweils zwei. Dann muss zur nächsten Saison ein Systen her, nachdem die Teams realistisch bis zum Viertelfinale gesetzt werden. Begegnungen wie Olympique Lyonnais – Turbine Potsdam und LdB FC Malmö – VfL Wolfsburg haben in einem Achtelfinale (noch) nichts zu suchen, wenn dann bestenfalls zweitklassige Teams wie Neulengbach und Torres in ein Viertelfinale durchrutschen, in dem sie nicht den winzigsten Hauch einer Chance haben.

Dass Tyresö gestern ein Fest feierte, hinterlässt jedoch einen sehr faden Nachgeschmack, das hat ein Geschmäckle, wie meine süddeutschen Freunde sagen würden.

Eine Mannschaft, die für eine Firma spielt, die derzeit Gehälter nur vom schwedischen Steuerzahler bekommt, die durch den Grössenwahn eines im Hintergrund verschwundenen Zampanos hochgerüstet wurde, obwohl keine wirtschaftliche Grundlage dafür gegeben war, darf nicht die Champions League gewinnen. Hans Löfgren hat das Wunder Tyresö gemacht und sich durch Gründung und Administration des Stockholm Business Networks bis heute eine (weitere) goldene Nase verdient. Das ist sein Verdienst. Aber er hat es zuletzt auch gemacht wider jedwede unternehmerische Vernunft und Verantwortung. Aus welchen Gründen auch immer hat das Finanzamt der Idee mit dem afrikanischen Staat, der Tyresö fördern wird, Glauben geschenkt. Hierzulande (in Schweden) glauben viele, dass nach dem Sieg in der Champions League am 22.05. in Lissabon Schluss ist. Auch hier sollte die UEFA darauf achten, dass solche Modelle nicht Schule machen und gar belohnt werden. Der schwedische Fussballverband hält sich wie erwartet raus und wartet ab,

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5 Gedanken zu „Die UEFA muss agieren

  1. Es wird schon Zeit, dass die Frauen Champions League bis Halbfinale in 2 Gruppen (jeweils 4 Mannschaften) gespielt wird, und die zwei beste Mannschaften weiter kommen. Die staerksten Ligen sollen von mindestens 3 Top Mannschaften vertreten werden. Neuelngbach spielte gestern mit 5 Slowakinen, die schon grosse Problem in der 2. BL in DE haetten. Kein wunder, dass diese Mannschaft eine sehr leichte Beuete fuer Marta und Ch. Press war. Es darf auch kein Spiel wie Tyreso – PSG oder Turbine – Lyon bereits im 1/8 stattfinden. Vielleicht will da jemand schon bei UEFA endlich begreifen, Vielleicht!

  2. Meiner Meinung nach dürfte aber auch keine Mannschaft wie Tyresö überhaupt nach im Wettbewerb stehen. Mit ihrern Spielerinnen sind sie den meisten Teams überlegen, nur zu welchem Preis.

    Was man so hört und liest ist ja da nix solide finanziert und nur auf Pump. Man stelle sich vor solche eine Mannschaft für die UWCL gewinnen. Ich glaube nicht das, dass im Sinne des Wettbewerbes ist.

  3. Ja, genau, wenn die die Champions League gewinnen kassieren Sie doch das meiste Preisgeld. Können sie das dann behalten oder müssen Sie damit Ihre Schulden bezahlen oder werden die Schulden erlassen?

  4. falls tyreso die champions league gewinnt, sind das einnahmen fuer den „kommerziellen“ teil des verein-firma-konstrukts und daraus sind folglich die schulden zu bedienen.
    im uebrigen wuerde auch die maenner-champions league arg duenner aussehen, wenn ueberschuldete teams nicht teilnehmen duerften. real madrid steht nicht gut da, die premier league sowieso nicht. und auch dortmund ist der pleite nur knapp vorerst entgangen…

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