Stabæk hält an Øyvind Eide fest


Diese Woche wollte sich der norwegische Meister Stabæk Zeit nehmen, um eine Entscheidung über die Zukunft seines Trainers Øyvind Eide zu treffen, der von der ehemaligen Spielerin des Vereins, Leni Larsen Kaurin, angeklagt wird, sie sexuell belästigt zu haben.

Gestern Abend kam dann schon die (erwartete) Entscheidung: Die Vereinsführung erteilt Eide eine Abmahnung wegen ungebührlichen Verhaltens, hält aber an ihm fest.

„Das war die stärkste, mögliche Reaktion, abgesehen von der Kündigung,“ sagte der Vereinsvorssitzende Espen Moe. Man sei die Angelegenheit nun intensiv durchgegangen und zu dem Schluss gekommen, dass man vollstes Vertrauen in den Trainer habe. „Es wird sicher seine Zeit brauchen, bis das in der Spielertruppe kein Thema mehr ist, aber hier handelt es sich um einen Fehler, den er gemacht hat und da geht es darum, zu verzeihen. Darüber sind sich alle einig,“ so Moe weiter. „Es ist weit mehr als ein Ausrutscher und Øyvind räumt ein, dass das nie hätte passieren dürfen und verspricht, dass es nie wieder geschieht.“

Der Verein wird jetzt Mechanismen gegen solche Dinge im Club errichten, hieß es. Danach könnten sich jetzt alle, die unangenehme Situationen erleben, anonym bei der Vereinsführung melden. Wer wird sich wohl dieser Vereinsführung anvertrauen? Bei Beschwerden sollen künftig externe Ratgeber eingeschaltet werden.

Leni Larsen Kaurin ist nicht unerwartet sehr enttäuscht und wütend über den Ausgang. Ihr Kommentar ist scharf: „Muss denn erst eine Vergewaltigung passieren? Dass er seinen Job behalten darf, war keine Überraschung, aber das ist sehr dramatisch für den weiteren Weg Stabæks, die sitzen da mit einer ungesicherten Waffe,“ sagt sie und meint Øyvind Eide. „Dies zeugt von Verantwortunglosigkeit und Unwissen bei Stabæk. Die haben selber behauptet, dass für alle Art von Belästigungen null Toleranz gilt. Ist es denn wirklich so, dass man eine Vergewaltigung beweisen können mussm, um Ernst genommen zu werden?“

„Schlimm ist auch, was das für Signale an andere Mädchen und Frauen sendet,“ so Kaurin weiter im Gespräch mit der Zeitung Budstikka. „Der Weg, nein zu sagen, ist weiter geworden.“

Vorsitzender Moe sagt dazu: „Wir wollen uns nicht in eine Polemik mit Kaurin begeben und sagen nichts dazu.“

Unterdessen ist übrigens der ominöse Geschenkgutschein für eine „erotische Massage mit Happy End“, den Eide Leni Larsen Kaurin bei einem gemeinsamen Abendessen gegeben hatte, VERSCHWUNDEN. Kaurin hatte ihn dem Sportchef Stabæks Richard Jansen übergeben, als sie ihm im Dezember von der Sache berichtete. Jansen behauptet, er habe nach einem Büroumzug überall nach dem Papier gesucht, könne es aber nicht mehr finden.

Der Verein bestreitet nicht die (ehemalige?) Existenz des „Gutscheins“ und meint daher, dass sein Verschwinden eine Bagatelle sei und keinesfalls absichtlich. Dabei hätte eine Veröffentlichung von Eides plumper Anmache sicher noch einmal seine Wirkung gezeigt. Nun hat wohl eine kleine Schlamperei von Jansen dafür gesorgt, dass es diese Peinlichkeit nicht mehr geben kann. Dafür verdient er sicher einen Vereinsorden. Im Übrigen ist das der endgültige Beweis dafür, wie sehr es in diesem Verein, Verzeihung, stinkt.

Der norwegische Sportverband hat angekündigt, die Sache zu untersuchen, aber auch hier sollte man sich keine all zu großen Hoffnungen machen.

 

 

 

 

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