Sara Thunebro stinksauer wegen des Boykotts


natioIch kenne Sara Thunebro als Spielerin seit neun Jahren. Mehrfach hatte ich auch Gelegenheit, die heute 34-Jährige Nationalspielerin von Eskilstuna United zu interviewen. Da spielte sie noch für Djurgården, dann für den 1.FFC Frankfurt und schließlich für Tyresö. Immer habe habe ich Sara eher als eine zurückhaltende, ruhige Spielerin erlebt, die alles andere als im Rampenlicht stehen möchte.

In einem Interview in der heutigen Internetausgabe von Göteborgs Posten erleben wir Sara einmal aufgebracht und wütend: „Ich bin sehr enttäuscht. Es ist traurig, dass erwachsene Menschen sich aus Prestigegründen so aufführen müssen,“ sagt Thunebro im Gespräch mit der westschwedischen Zeitung und meint den Beschluss von zehn der zwölf Vereine der Damallsvenskan, das für den 12.-16.01. angesetzte Trainingslager der Nationalmannschaft zu boykottieren und damit zur Absage und ad absurdum zu führen.

„Es sind die Spielerinnen, die darunter leiden müssen. Vor allem die Jungen, die eine Möglichkeit gehabt hätten, sich zu beweisen und zu zeigen. Ich verstehe, dass die Vereine ihren Betrieb prioritieren, aber man muss das gesamte Bild sehen. Die Nationalmannschaft hat mich erst zu der Spielerin gemacht, die ich heute bin und es ist immer eine große Ehre, dabeisein zu dürfen. Als Spielerin sollte man nicht gezwungen werden, zu zeigen, wem gegenüber man loyal ist,“ so Sara Thunebro weiter in dem Gespräch.

„Man hat versucht, den Clubs entgegen zu kommen und trotzdem werfen sie Sand ins Getriebe. Ich werde stinksauer, wenn ich daran denke. Ich hoffe sehr, dass es zu Regeln kommt, die besagen, dass Nationalmannschaft erlaubte Abwesenheit ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand nein zur Nationalmannschaft sagt, das ist doch Sandkastenniveau. Ich habe mit einigen anderen Spielerinnen darüber gesprochen, aber sie müssen für sich selber sprechen. Aber ich weiß, dass mehrere enttäuscht sind,“ so Thunebro im Interview mit Göteborgs Posten.

Am Nachmittag veröffentlichte www.damfotboll.com ein Interview mit dem Vorsitzenden von Elitföreningen Damfotboll, dem ehemaligen Djurgården-Präsidenten Per Darnell. Darnell sagte, dass man gehofft habe, einen Dialog mit dem Verband und der Leitung der Nationalmannschaft zu bekommen und dass man frühzeitig Signale ausgesendet hätte, dass man die Spielerinnen nicht unentwegt auf Lehrgänge schicken wolle, aber es sei keine Antwort gekommen. Es gehe auch nicht nur um die A-Nationalmannschaft, sondern auch um zahlreiche Lehrgänge und Turniere der U23, U19 und U17, die die Vereine in ihrer Vorbereitung auf eine Saison, aber auch im Spielbetrieb enorm belasten würden. Es gehe auch nicht darum, dass die Vereine finanziell entschädigt werden wollen, etwa, dass der Verband dann das Gehalt einer Spielerin übernehmen solle. „Das müsste man dann auch bei den Männern machen und bei dem, was jemand wie zB Zlatan normalerweise verdient, wäre der Verband bald pleite.“

Am 17. Januar treffen sich die Parteien zu einem runden Tisch in Solna. Man darf gespannt sein.

 

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