Schwere Lose für Tyresö und Malmö


Tyresö-Jubel gegen Jitex - wie oft wird man gegen PSG jubeln können?

Tyresö-Jubel gegen Jitex – wie oft wird man gegen PSG jubeln können?

Die Runde der letzten 32 in der Champions League hat den beiden schwedischen Vertretern schwere Gegner für die erste und zweite K.O.-Runde beschert. Der ungesetzte Meister Tyresö FF muss gleich im Oktober gegen die mit Stars wie Linda Bresonik, Annike Krahn, Tobin Heath, Kosovare Asllani, Laura Georges und Marie-Laure Delie gespickte Truppe von Paris Saint-Germains antreten.

Malmö bekommt es mit dem starken norwegischen Meister Lilleström SK Kvinner zu tun, eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe zu tun. Im Achtelfinale im November würde dann aber aller Voraussicht nach der deutsche Triple-Sieger VfL Wolfsburg warten, der erste deutsche Verein, dem das Kunststück gelang, in einer Saison Meisterschaft, Pokal und Champions League zu gewinnen.

„Das ist nichts, was uns Angst macht,“ sagte Malmös Trainer Jonas Eidevall und bei dem unerfahrenen 30-Jährigen klingt das wie eine Mischung aus Trotz und Naivität. „Wir sind in der Champions League, weil wir uns mit den Besten messen wollen. Ich bin voller Erwartung und Inspiration.“

Über den ersten Gegner widerspricht er sich innerhalb weniger Sätze und sagt zu Sydsvenska Dagbladet: „Ich weiß nicht so viel über die. Aber ich weiß, dass die norwegische Liga kompetent ist. Ich habe genug Ahnung, um zu wissen, wofür sie steht.“

Und zu einem im Fall des Erfolgs wahrscheinlichen Aufeinandertreffen mit dem VfL Wolfsburg (wenn der nicht supersensationellerweise gegen den estnischen Meister Pärnu ausscheiden sollte…): „Wir sind jetzt eine bessere Mannschaft als dann, als wir auf Lyon (0:5, 0:3) trafen und wir haben keine Angst, auf Wolfsburg zu treffen. Unser Kader ist groß und wir haben sehr viel Selbstvertrauen, egal gegen wen wir spielen,“ so Eidevall weiter.

Genau dieselben Formeln hatte er allerdings auch vor dem Spiel gegen Olympique Lyonnais gedroschen.

Anders hört sich da Tyresö FF an. Vor dem Spiel gegen Paris SG am 09. oder 10. Oktober am heimischen Tyresövallen heißt es, das die Franzosen mit Sicherheit unzufriedener sind mit dem Los als Tyresö, denn man sei schließlich unter allen Ungesetzten der unangenehmste Gegner für die obere Hälfte.

Trainer Tony Gustavsson auf der Webseite des Klubs: „Das ist eine fantastische Herausforderung, etwas, dem unsere Fans und wir in der Mannschaft jetzt jeden Tag entgegenfiebern werden. PSG hat sich enorm verstärkt und setzt mehr als je zuvor auf die Champions League. Viele unserer Spielerinnen haben Nationalmannschaftskameradinnen gerade bei PSG, was dem Spiel eine herrliche, zusätzliche Spannung gibt. Wir sind ja unbesetzt, und meines Wissens nach hat noch nie eine ungesetzte Mannschaft die Champions League gewonnen – wir träumen davon, Geschichte zu schreiben,“ so Gustavsson.

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6 Gedanken zu „Schwere Lose für Tyresö und Malmö

  1. wann wurde in schweden eigentlich jantelagen ad acta gelegt und wird stattdessen zum groessenwahn tendiert? das ist den schwedischen CL-teilnehmerInnen schon letztes jahr nicht gut bekommen und auch der nationalmannschaft nicht (die ja auch den gewinn der EM als ziel ausgegeben hatte)? und weder hat sich malmo so wahnsinnig verstaerkt seit letzter saison, noch dominiert tyreso die schwedische liga derartig das unbedingter durchmarsch in der CL zu erwarten ist. meiner ansicht nach jedenfalls.

    • Ja, in Tyresö geht das Selbstbewusstsein zunächst mal von Hans Löfgren aus, dem Mann im Hintergrund, der den Sieg der Champions League 2014 schon vor 5-6 Jahren ausgab, als die Mannschaft noch in der vierten Liga spielte.
      In Malmö hat Jonas Eidevall genau dieselben Sprüche („wir haben vor niemandem Angst“) gebracht, als man dann eben gegen Lyon abserviert wurde.
      Im Sport kann man manchmal das Gefühl bekommen, als ob das „jantelagen“ nicht existiert, auch etwa wenn schwedische Zeitungen vor wichtigen Spielen der (meist Männer-)Fußball oder Eishockeynationalmannschaft titeln: Så krossar vi Norge (So nehmen wir Norwegen auseinander). Das habe ich in meinen Jahren in Schweden oft gesehen und mich auch oft darüber ein wenig geärgert…

    • 2009 hieß es vor dem EM-.Viertelfinale gegen Norwegen auch allenthalben: Kinderspiel. Wir sind auf jeder einzelnen Position besser besetzt als Norwegen. Am Ende gab es ein klares 1:3.

  2. rafu6 sagte am 16. August 2013 um 00:34 :
    Danke, das wird spannend. Damit sind ja nur 15 Gegner möglich. Ich werd auf jeden Fall dabei sein.
    Rainer.: Waren Sie LIVE dabei oder haben Sie die Losung im Internet gesehen?
    Haben Sie gesehen oder bemerkt das im 6. Paarung im ersten Instanz ein „reinoesterreiches Spiel“ gegeben hat?
    FSK St.Pölten-Spratzern (AUT) v SV Neulengbach (AUT)
    UEFA hat dann eingegriffen, wie erwaehnt und dann gab es:
    FSK St.Pölten-Spratzern (AUT) v ASD Torres Calcio (ITA)
    Apollon Limassol LFC (CYP) v SV Neulengbach (AUT)

    • Nein, das habe ich auf Twitter verfolgt. ich werde das Spiel Tyresö FF – Paris SG sehen, fotografieren und hoffentlich auch ein paar Interviews bekommen.

  3. Rainer & Shane,
    Grossenwahn oder eine (zu grossse) Selbstbewusstsein ist nicht nur ein reines Schwedisch
    Problem. Wir kennen dies sehr gut bei uns in den Niederlanden: in 2009 waren „wir“ im Halbfinale, jetzt (EM 2013) gehen wir fuer Gold! oder in 2013 werden wir bei den ersten 5 der Welt sein! Das gleiche in Frankreich, in Champions League Finale und jetzt auch in Euro 2013,
    Das gleiche in England, link: http://www.theguardian.com/football/2013/jul/11/england-womens-euro-2013! Obwohl das folgende eigentlich ueber die Maenner England geht,
    ist das auch fuer die Frauen England geltend, link: http://www.bigsoccer.com/soccer/david-bolt/2013/09/08/greg-dykes-2022-target-is-far-from-realistic/

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