Line Røddik Hansen im Gespräch


Line Røddik Hansen - beste Linksverteidigerin der Liga 2010-12

Line Røddik Hansen – beste Linksverteidigerin der Liga 2010-12

Vor drei jahren war Tyresö FF gerade in die Damallsvenskan aufgestiegen und ich schrieb einen Artikel über den gehypten Aufsteiger für die schwedische Frauenfußballzeitschrift MARTA Fotbollsmagasin. Ein längeres Gespräch mit dem damaligen Sportchef Hans Löfgren und anschließend noch eine kleine Runde mit zwei gerade neu verpflichteten Spielerinnen: der Niederländerin Kirsten van de Ven, die im Spätsommer zuvor mit ihrer Nationalmannschaft überraschend das Halbfinale der EURO 2009 erreicht hatte und der Dänin Line Røddik Hansen.

Wir sprachen Englsch, nicht nur damit Kirsten sich problemlos an der Unterhaltung beteiligen können sollte, sondern weil ich auch vermeiden wollte, beim Dänischen Verstehensfehler zu haben. Schwedisch ist in Norwegen und Dänemark sehr gut verstäbndlich, aber gesprochenes Dänisch stellt viele Schweden vor erhebliche Probleme.

Line war schon damals Nationalspielerin, spielte zentral in der Abwehr und wurde von Tino Katsoulakis, dem damaligen Trainer aber auf der linken Außenposition eingesetzt. Skandinavier lernen sehr schnell andere skandinavische Sprachen, wenn sie längere Zeit in einem anderen skandinavischen Land verbringen. Inzwischen spricht Line Røddik Hansen vorzüglich Schwedisch und hat sich auch in den vergangenen drei Jahren enorm entwickelt. Neben dem persönlichen Reifeprozess, den ein dreijähriger Auslandsaufenthalt mit sich bringt, ist Røddik Hansen heute meiner unmaßgeblichen Meinung nach eine der besten Abwehrspielerinnen Europas und würde in den allermeisten  Vereinsmannschaften einen Stammplatz haben. Fußballerin des Jahres in Dänemark gleich nach der ersten Saison in Schweden und letztes Jahr dann auch schwedische Meisterin.

Ich habe mich mit Line Røddik Hansen unterhalten.

Line, ihr habt jetzt drei Siege in Serie, 20:2 Tore. Klare Führung. Es läuft gut?

Ja klar, das ist natürlich ein herrliches Gefühl nach den letzten Spielen. Man macht nicht so oft 20 Tore in drei Spielen, jetzt gilt es, einfach so weiterzumachen. Für uns in der Abwehr ist es auch wichtig, dass wir jetzt zweimal zu 0 gespielt haben. Schwer zu sagen,. welche Rolle diese Spiele für die gesamte Saison haben, aber natürlich stärken sie unser Selbstvertrauen. Wir haben in den ersten Partien nicht so viele Tore gemacht, hoffentlich geht es jetzt so weiter wie zuletzt. Jetzt haben wir nur noch zwei Spiele bis zur Sommerpause und zur EM, jetzt geht es darum, dass wir einfach unseren Job machen.“

Nachdem Sara Thunebro zurück nach Schweden und zu Tyresö gekommen ist, musstest du von der angestammten Position auf der linken Seite in die Mitte der Abwehrkette rücken. Wie kommst du damit zurecht?

Tyresös #5

Tyresös #5

„Ich bin ja zentral in der Abwehr eigentlich ‚zu Hause‘. Bevor ich nach Tyresö gekommen bin, habe ich immer zentral gespielt. Jetzt werde ich oft gefragt, wo ich lieber spiele, ich denke, beide Posotionen haben ihre Vorteile. Als Innenverteidigerin bist du ein Teil der zentralen Linie und ein wichtiger Mosaikstein im Spiel nach vorne, was mir gefällt. Als Außenverteidigerin hast du mehr Möglichkeiten offensiv zu sein und auch Tore zu schießen, das vermisse ich manchmal. In der Nationalmannschaft spiele ich zentral, also ist es mit Blick auf die EM nur von Vorteil, dass ich jetzt im Verein auf derselben Position spiele wie in der Nationalmannschaft.“

Du hast jetzt deine vierte Saison in Stockholm begonnen. Fühlst du dich mittlerweile zu Hause hier?

„Ich vermisse natürlich meine Familie und meine Freunde in Dänemark, aber ich weiß auch, dass ich nach Hause ziehen werde, wenn mal Schluss mit dem Fußball sein wird. Neben dem Fußball mache ich die Trainerausbildung an einer Hochschule in Stockholm, da habe ich nächste Woche meine Examensprüfung. Und wenn ich nicht spiele oder studiere, dann nutze ich meine Freizeit mit meinem Freund oder mit Freunden hier. Ich gehe gerne in cafés und nutze die vielen Möglichkeiten, die Stockholm einem so bietet, besonders jetzt in den Sommermonaten. Mein Lieblingsstadtteil ist wohl Söder(malm), ich mag die vielen kleinen Cafés da, die etwas anderen geschäfte und die ruhige, entspannte Atmosphäre.“

 

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