Spanischer Abend in Tyresö


Sara Thunebro im Spiel gegen Piteå nominell im Mittelfeld

Sara Thunebro im Spiel gegen Piteå nominell im Mittelfeld

Die erste Hälfte des fünften Spieltags wurde gestern Abend gespielt. Damit ist schon fast wieder ein Viertel der Saison absolviert.

In Tyresö hatten gestern Abend die Eltern aller Kinder und Jugendlichen, die im Verein spielen, freien Eintritt, wenn sie die Mitgliedskarte ihrer Sprösslinge im Gepäck hatten. Trotzdem kamen offiziell nur eher schwache 912 Zuschauer, realistisch gesehen wohl mindestens 200 weniger, die Zahlen werden weiterhin geschönt, nicht nur in Stockholm, auch anderswo.

Das ist schon bitter, denn die Zuschauerzahlen der Liga dümpeln seit Jahren vor sich hin und obwohl dieses Jahr Europameisterschaft ist und zwar hier im Lande, gibt es keine erkennbare Steigerung.

Zum Fußball. Tyresös Mannschaftsaufstellung (in Schweden bekommt die Presse auch immer ein Exemplar der taktischen Aufstellung) war gestern auf dem Papier 3-4-3. Neben den beiden Innenverteidigerinnen Johanna Frisk und Line Röddik Hansen firmierte auch Lisa Dahlkvist in der Dreierkette. Beide Außenverteidigerinnen Meghan Klingenberg und Sara Thunebro wurden nach oben gezogen und waren also Bestandteil des Mittelfelds.

Diese starren Formationsgerüste sind meiner Meinung nach in einem laufenden Spiel dann auch oft fließend, mal abgesehen von der klassischen Viererkette. Tyresö hat für gewöhnlich sehr viel Ballbesitz und die meisten Gegner auf dem heimischen Tyresövallen (eigentlich Bollmoravallen) konzentrieren sich wesentlich auf das Vermeiden von Gegentoren und kommen nur sehr selten weiter in die Hälfte Tyresös hinein.

So war es denn auch gestern Abend gegen Piteå, das nach einer enttäuschenden 0:3-Klatsche bei Aufsteiger Mallbacken einiges wiedergutzumachen hatte. Tyresö machte zwei Tore nach schönen Kombinationen, erstmals traf Jennifer Hermoso Fuentes, der spanische Neuzugang und weil Vero Boquete ihr da nicht nachstehen wollte, erzielte sie in der 36. Minute das 2:0 mit einem schönen Weitschuss nach einer Kombination über 5-6 Spielerinnen.

Das war aber im Wesentlichen schon die halbe Herrlichkeit bei Tyresö. Wer in der zweiten Halbzeit den oft hier erfolgten Zusammenbruch des Gegners erwartet hatte, weil Tyresö halt wesentlich mehr trainiert und eine bessere Physis hat als die meisten Gegnerinnen, der sah sich getäuscht.

Im Gegenteil. Piteå kam durch die Finnin Anna Westerlund zum Anschlusstreffer nach einer knappen Stunde und hatte vielleicht zwei weitere Möglichkeiten. Der Meister dagegen hätte durchaus sieben oder acht Tore schießen können, tat es aber nicht. Das Spiel der mit Abstand besten Truppe der Liga überzeugt nach wie vor nur sporadisch, da ist noch viel Luft nach oben. Aber solange man trotzdem immer drei Punkte mitnimmt, muss man sich wenig Sorgen machen. Ich bin sicher, dass Tyresö im Laufe der Saison an mannschaftlicher Geschlossenheit gewinnt. Man fragt sich allerdings, ob Trainer Tony Gustavsson nicht allmählich mit ein bisschen Rotation für Stimmung im Kader sorgen sollte, denn Spielerinnen wie Annika Svensson, Kirsten van de Ven, Elaine, die in anderen Teams Stammspielerinnen wären, bekommen derzeit in Tyresö kaum mehr als zwanzig Minuten die Woche.

Zu den anderen Mittwochspielen eine Zusammenfassung im gleichen Post mit den Donnerstagsspielen heute Abend. Dann kommt auch ein Interview mit Piteås Abwehrstar Faith Ikidi, das ich gestern Abend gemacht habe.

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