Linnéa Liljegärd bleibt in Schweden


Linnéa Liljegärd wechselte in der vergangenen Saison von Kopparberg/Göteborgs FC zum russischen Meister FC Rossiyanka. Sie spielt in Göteborg nicht mehr dieselbe Rolle wie noch vor einigen Jahren (2009 war sie Torschützenkönigin in der Damallsvenskan) und außerdem wollte sie ihre Selbständigkeit beweisen und sicher auch ein bisschen Geld verdienen.

Aber Liljegärds Monate in Russland schienen unter einer Art Fluch zu stehen. Zuerst schlampte ihr neuer Verein bei der ordentlichen Meldung der neuen Spielerin bei der UEFA, so dass Linnéa bei den Champions-League-Spielen im Herbst nicht spielberechtigt war. Dann wurde die 24-Jährige beim Mannschaftsbesuch einer orthodoxen Kirche durch den bei kirchlichen Zeremonien in Russland verwendeten Rauch (eine Mischung aus mehreren Harzen) ohnmächtig und wurde ein paar Tage später in ein Sanatorium eingeliefert, in dem sie eine Woche verbringen musste. Dort sprach niemand Englisch und Linnéa Liljegärd verbrachte ihre Tage in einem Sechsbettzimmer mit russischen Frauen, wurde verschiedenen Untersuchungen unterzogen und dann ohne Diagnose entlassen.

Seit einigen Wochen machte ihre schwedische Mannschaftskameradin Sofia Jakobsson Schlagzeilen, die in jedes entgegengehaltene Mikrofon diktierte, dass sie Rossiyanka verlassen möchte. Das gelang ihr vergangene Woche, als der Wechsel zu Chelsea Ladies FC publik wurde. Neben allen Unpässlichkeiten und Ereignissen verlor Linnéa Liljegärd somit auch die einzige Mannschaftskameradin, mit der sie in der kleinen Stadt nordöstlich von Moskau ihre Muttersprache sprechen konnte.

Dazu schmerzte ihr Fuß. Nicht seit Wochen oder Monaten, sogar schon jahrelang, wie sie in ihrem (großartigen) Blog  schrieb: „Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass ich ein loses Stück Knochen im Fuß habe, das bei jedem Schritt, den ich mache, im Weg ist. Ich habe auch einen weiteren Knochen, der angefangen hat, eine Entzündung im Fuß, eine Sehne, die völlig zerstört ist und sehr viel Flüssigkeit im Fuß. Mit anderen Worten war der Fuß völlig kaputt.“

Mit diesen Ergebnissen konfrontiert, beschloss Liljegärd mit Einverständnis der Mannschaftsführung, aus dem Trainingslager Rossiyankas auf Zypern abzureisen und die empfohlene und angezeigte Operation in Schweden vornehmen zu lassen. Insgesamt drei Monate Pause sollten anstehen. Danach, so Liljegärd im selben Blogpost, wolle sie zurück nach Russland: „Aber ich werde dieses Jahr zurückkommen., ich werde ein paar Spiele machen. Ich werde die russische Liga gewinnen und auch den Pokal. So zielbewusst wie jetzt habe ich mich lange nicht gefühlt. Ganz plötzlich ist etwas in mir geweckt worden, ein Kampfgeist, den ich lange nicht gehabt habe.“

Ein paar Tage später jetzt ist alles anders. Zuerst auf Twitter und dann auch in verschiedenen Medien teilte Linnéa Liljegärd mit, dass sie ihren Vertrag mit Rossiyanka nicht erfüllen wird und nicht nach Russland zurückkehren wird. Sie bleibe in Schweden. Rossiyanka wollte, dass sich die Schwedin in Russland operieren lässt und dort auch ihre Rehab-Zeit absolviert. Nach den drei Monaten Verletzungspause, von der ausgegangen wurde, seien dann nur drei Spiele übrig und dann sei ihr Vertrag abgelaufen.

Liljegärd hofft nun, ein Angebot von einem schwedischen Verein zu bekommen. Wenn sie geographisch in der Nähe von Göteborg bleiben möchte, wofür einiges spricht, käme da wohl vor allem Jitex in Frage, denn ihr Ex-Verein Kopparberg/Göteborgs FC braucht sie wohl nicht mehr.

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