Die Hand Bachmanns


Inzwischen ist LdB FC Malmö wohl bereits in Malmö gelandet. Eine knappe Stunde nach Spielschluss ging eine Maschine von Umeå nach Süden, mit an Bord der noch amtierende schwedische Meister LdB FC Malmö. Ramona Bachmann hat sich möglicherweise während des Fluges still in eine Ecke verkrochen. Denn Bachmann schaffte es, mit selten gesehener Gedankenlosigkeit, sowohl in der ersten wie in der zweiten Halbzeit jeweils eine völlig berechtigte gelbe Karte wegen eindeutig absichtlichen Handspiels zu sehen. Schon die erste Karte führte dazu, dass die Schweizerin beim abschließenden Spiel gegen Tyresö in Malmö gesperrt ist. Die zweite zu Beginn von Halbzeit 2 führte dazu, dass Malmö, gerade durch einen Kopfball von Emmelie Konradsson mit 0:1 in sensationellen Rückstand gegangen in der letzten halben Stunde mit 10 gegen 11 den Ausgleich und womöglich Siegtreffer jagen musste.

Am Ende waren die Spielerinnen des Meisters ausgepumpt und am Ende der Kräfte und mehr als der 1:1 Ausgleich durch Elin Rubensson nach glänzender Vorarbeit von Anja Mittag gelang nicht mehr.

Das bedeutet, dass die von wohl allen erwartete dritte Meisterschaft in Folge wieder offen ist., Drei Punkte Vorsprung hat Malmö zwar auf das Tyresö mit Marta und Vero, aber die Startruppe aus dem südlichen Stockholmer Vorort hat ein um 14 Tore besseres Torverhältnis und kann also mit einem Sieg in Malmö (Samstag, 13.00 Uhr) auf den letzten Metern der Zielgeraden doch noch vorbeiziehen.

Aber das ist nicht nur Bachmann geschuldet. Umeå machte ein sehr gutes Spiel, war noch von Caroline Seger in einem Interview übel dafür gescholten wurden, dass man den beiden nigerianischen Mittelfeldspielerinnen Ogonna Chukwudi und Rita Chikwelu die Abreise zu den Afrika-Meisterschaften erlaubt hatte. Seger hielt das für unfair und disqualifizierte sich selber am meisten mit diesem Zwischenruf.

Malmö versemmelte eine Reihe von Chancen in Umeå und auf der anderen Seite allerdings hielt Thora Helgadottir serienweise gute Chancen von Umeå mit beeindruckenden Paraden. Sicher dürfte sein, wem der Titel Torhüterin des Jahres gebührt. Ebenso sicher dürfte Ramona Bachmann jegliche Anwärterschaft auf den Titel „wertvollste Spielerin“ für den sie ja nominiert ist und quasi Titelverteidigerin ist, verspielt haben. Denn ein MVP lässt sich kaum durch doppeltes Handspiel vom Platz stellen und fügt somit seinem Team im Spiel und in der nächsten Woche großen Schaden zu. Am Ende hätte Malmö Elfmeter bekommen müssen, als in der 93. Minute Katrin Schmidt grob umgestoßen wurde, aber die Schiedsrichterin traute sich nicht, die Meisterschaft durch einen berechtigten Elfmeterpfiff zu entscheiden. Damit war auch sie fehl am Platze.

„Natürlich sind wir unerhört enttäuscht. Wir haben in der letzten halben Stunde alles getan, was möglich war,“ sagte Trainer Peter Moberg. „Wir spielen jetzt erst mal Champions League am Mittwoch und dann sehen wir weiter. Wir haben eine gute Ausgangsposition, die Liga zu gewinnen, denn wir führen mit drei Punkten Vorsprung.“

 

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