Marta macht den Unterschied


Nein, das ist Effekthascherei und nicht korrekt. Vorgestern behauptete ich, dass Anja Mittag den Unterschied machte im Spiel gegen Vittsjö, weil sie in der 90. Minute beim Stand von 2:2 das Spiel entschied. Und das war richtig. Anja Mittag war Matchwinnerin.

Das war auch Marta am Dienstagabend in Solna. Allerdings war der Gegner nicht Vittsjö, sondern der zweite, wesentlich erfolglosere Aufsteiger AIK, und Marta schoss auch nicht das entscheidende Tor. Sie machte zwei und bereitete die anderen beiden vor. Tyresö gewann nach einer wieder einmal schwierigen ersten Halbzeit dann doch mit 4:0, weil es in jeder Hinsicht mehr Ressourcen hat als AIK. Man hat die besseren Spielerinnen auf jeder Position, man hat die Möglichkeit, diese Spielerinnen im Wesentlichen als Vollprofis leben zu lassen, man hat einen Vollzeit angestellten Konditionstrainer, man kann es sich leisten, wesentlich mehr Trainingseinheiten zu absolvieren als Spielerinnen, die nebenher arbeiten müssen oder zur Schule gehen und man hat einige der weltbesten Spielerinnen. Marta wird meiner Einschätzung nach in diesem Jahr nicht unter die ersten Drei der FIFA-Auswahl zur besten Spielerin des Jahres kommen. Aber wenn ich sie in den letzten Wochen so sehe, frage ich mich, ob es wirklich eine bessere Spielerin gibt auf der Welt. In der Torschützenliste liegt sie „nur“ auf Platz 3, aber neben ihren 12 Toren hat sie eben auch 13 Assists vorzuweisen und wenn ihre Mitspielerinnen manchmal ebenso schnell reagieren könnten oder so standsicher schießen könnten, dann wären es wesentlich mehr Vorlagen. Denn wie sie es etwa schafft auf einem Flügel die Hälfte einer gegnerischen Verteidigung auszuspielen und trotzdem voll im Blick zu haben, wer 5-6 Meter weiter innen wo frei steht und wie sie es dann immer wieder einmal kurz vor der Außenlinie in voller Fahrt schafft, den exakten Pass auf genau die freie Spielerin zu spielen, das ist Extraklasse. Das ist in der Dichte ein Alleinstellungsmerkmal.

Dabei will ich es nach diesem Spiel einfach mal belassen. Die beiden Tore, die Marta auflegtem, schoss Madelaine Edlund. AIK kämpfte brav 45 Minuten lang, danach schaltete Marta zwei Gänge höher und das Spiel wurde innerhalb von 20 Minuten entschieden. Ich habe es vorher gesagt, ich wiederhole es. Marta macht den Unterschied. Am 3. November spielt sie in Malmö gegen Ramona Bachmann und Anja Mittag, die im Hinspiel nicht viel gesehen haben. Da schossen Marta und die heute verletzte Elaine die Tore zum 2:0. Die Stärke Tyresös liegt in der Breite. Denn selbst wenn Marta einmal nicht überragen sollte, was sie im Moment jedoch tut, dann sind da mit Vero Boquete, Caroline Seger, Kirsten van de Ven, Line Röddik Hansen andere, die den Unterschied machen können. Ich bin mir jedoch sicher, dass es Marta sein wird…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s