Das K-Wort


Am Montagabend tweetete KIF Örebros isländische Nationalspielerin Edda Gardarsdottir, dass ihr Verein am Dienstagmorgen eine Presskonferenz abhalten würde. Ich fragte, ob da die Verpflichtung von kanadischen Nationalspielerinnen bekanntgegeben würde; Verstärkung hätte Örebro angesichts seines zehnten Tabellenplatzes wirklich gut gebrauchen können. Nein, antwortete Edda, es werde um die wirtschaftliche Situation des Vereins gehen.

In der Pressekonferenz verkündete dann Charlotte Nordenberg, Vorsitzende des Vereins, dass KIF bis Ende dieser Woche 400.000 Kronen benötige. Man habe kein Geld mehr, eventuell könne das Heimspiel gegen Jitex am Samstag schon gar nicht mehr stattfinden.

Wie LdB FC Malmö vor einer Woche so teilte nun auch Örebro mit, dass weniger Zuschauer als erwartet gekommen wären und auch Sponsoren nicht so beigetragen hätten wie angenommen.

Nach dem Rückzug der Mannschaft von Zweitligatabellenführer Dalsjöfors und dem angedrohten Konkurs von Malmö fällt das K-Wort also nun zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen im schwedischen Frauenfußball. Das trägt sicher alles andere als dazu bei, den Status des Sports aufzuwerten.

Örebro wurde schon am Dienstagnachmittag „gerettet“. Die Stadt meldete sich und versprach, dem Verein zu helfen. KIF Örebro werde nicht in Konkurs gehen, man werde aber harte Forderungen stellen. Schon vor einem Jahr hatte die Stadt Örebro dem Verein einen zinslosen Kredit von einer Million Kronen gegeben, von denen noch keine einzige Öre zurückbezahlt wurde. Im Forum der Lokalzeitung Nerikes Allehanda sind die Meinungen gespalten. Die einen finden es gut, dass man dem Frauenfußball hilft, andere meinen, dass man einen unrentablen Spitzensport nicht zu Lasten von Alten und Kranken subventionieren darf, die das Geld dringender benötigen.

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