Tyresö entzaubert Vittsjö


Fünf Mal konnte Tyresö heute jubeln – so wie hier nach dem 1:0 durch Linda Sembrant

Von einem Spitzenspiel war vorher die Rede. Tyresö FF gegen den Sensations-Aufsteiger Vittsjö GIK, der immerhin als Tabellenvierter mit einem Spiel weniger nach Stockholm kam als der Dritte Kristianstads DFF.

Die Begegnung wurde live im Fernsehen übertragen und nach etwas mehr als einer halben Stunde war alles gelaufen.

Als sie noch bei Umeå IK spielte, sagte ich zum Verdruss einiger ihrer Gegner, dass sie ein Spiel allein entscheiden könne, vielleicht sogar eine Meisterschaft. In Tyresö hatte sie nach drei Jahren in den USA noch nicht ganz an die Form anschließen können, in der ich sie oft auf dem Platz gesehen habe, vor 2009. Schon kurz vor der Sommerpause sah ich aber Tendenzen, dass wir die alte Marta bald wieder zurück haben. Heute war sie zwar nicht allein der Unterschied, aber überragend. Ihren Eckball köpfte Linda Sembrant ins Tor – da sah Lois Geurts nicht gut aus. Sechs Minuten später ein Alleingang, in der sie die ansonsten aufopferungsvoll kämpfenden Abwehrspielerinnen wie Slalomstangen umkurvte und mit einem Schuss in den Winkel abschloss. Nach 35 Minuten ein unwiderstehlicher Antrirr auf dem linken Flügel, eine maßgenaue Flanke und ein schulmäßiger Kopfball von Madelaine Edlund. Tyresö führte 3:0.

Und hätte sicher mehr Tore schießen können. Am Ende wurden es fünf. Kirsten van de Ven köpfte eine Flanke von Lisa Dahlkvist rein und Vero Boquete schoss wieder einmal das Tor des Monats, tanzte Gegenspielerinnen auf engstem Raujm aus und schlenzte den Ball hoch ins Netz. Tyresö hat geradezu einen Überschuss an Klassespielerinnen. Denn als Kollektiv funktioniert das nicht immer. Man hat bisweilen den Eindruck, dass man bewusst auf die individuelle Klasse der Mannschaft setzt. Vero, Marta, Caroiine Seger, Kirsten van de Ven, Madelaine Edlund, irgendeine wird schon was machen, das dann gefährlich wird.

Nach dem Spiel sprach ich mit Vittsjös amerikanischer Abwehrspielerin Kendall Fletcher.

Wie fasst du das Spiel zusammen?

„Naja, ganz einfach, dass das unser erstes Spiel nach einer längeren Pause war und wir gegen eines der besten Teams der Liga gespielt haben. Die haben drei Mittelfeldspielerinnen, die absolute Weltklasse sind. Wenn du solche Spielerinnen auf der Gegenseite hast, ist es sehr schwer, sich zu verteidigen. Und selbst wenn du alles richtig machst, kann das trotzdem nicht genug sein. Wir wissen, dass wir Aufsteiger sind, und dass wir viel lernen müssen. Jetzt müssen wir aus diesem Spiel Lehren ziehen, uns motivieren und zusammenhalten, denn am Donnerstag ist schon wieder ein wichtiges Spiel.“ (Skåne-Derby gegen Kristianstad in Vittsjö)

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