Halbzeit (10): KIF Örebro


KIF Örebro sah in den meisten Spielen nicht so gut aus

Kein Zweifel, dass die Enttäuschung der Saison bislang KIF Örebro heißt. Pokalsieger 2010. Immer dabei in den letzten drei Jahren unter den ersten Fünf, auch wenn es nach oben nie richtig gereicht hat. Ein sehr unangenehm zu spielendes Team, das seine Stärken vor allem in der Defensive hatte.

Hatte.

Die Verwandlung zu dieser Saison ist erstaunlich, sie ist nicht erklärbar. Denn personell hat sich so viel nicht geändert, bei der Mannschaft, die nicht nur laut Ex-Hammarbytrainer En Perlskog einen fürchterlich langweiligen aber erfolgreichen Fußball spielte.

Sara Larsson, die Innenverteidigerin der Nationalmannschaft, wenn man so will Nachfolgerin der Finnin Sanna Valkonen fehlte monatelang wegen einer Operation an der Ferse und kam erst kurz vor der Sommerpause zurück.

Aber auch das ist keine Erklärung, denn mit Partnerin Marina Pettersson Engström und der kleinen, energiegeladenen Finnin Susanne Lehtinen hat Örebro den Kern seiner starken Defensive behalten und dass die neue Torfrau Stephanie Labbé nicht taugen würde, das ist eine Fehleinschätzung. Labbé gehört zu meinen Favoritinnen zwischen den Pfosten, ist sehr gewandt auf der Linie und auch charakterlich eine waschechte Nordamerikanerin, die sich in ein Team einordnet und zum allgemeinen Siegenwollen allerhand beiträgt.

Im ersten Spiel bei Tyresö FF, der Premiere von Marta nach drei Jahren Exil in den USA, gab es mit 0:7 eine fürchterliche Packung. Steckte dieses Spiel der Mannschaft so lange in den Knochen? Und ist der neue Trainer Rickard Nilsson wirklich der Aufgabe gewachsen?

Sarah Michael kam mit einigen Pfund Übergewicht zurück aus Nigeria im Frühjahr, darüber wurde in der Liga unter den Spielerinnen gemunkelt, aber inzwischen ist die physisch enorm durchsetzungsstarke Afrikanerin mit drei Toren und vier Assists erfolgreichste Scorerin. Noch nicht so richtig in Gang gekommen sind die sonst so treffsichere Sanna Talonen, die allerdings an mehreren Verletzungen laborierte und die aus Sunnanå gekommene Torschützenkönigin der zweiten Liga 2011 Linda Fransson.

Vom Spielermaterial her gesehen ist Örebro jedenfalls kein Abstiegskandidat und zuletzt lief es etwas besser, zwei knappe 3:4 Niederlagen daheim gegen Vittsjö und Malmö, wo man eigentlich hätte punkten müssen. Ich bin mir sicher, dass Örebro nicht absteigen wird, was den beiden Teams, über die wir hier noch reden müssen, die zweite Hälfte der Saison nicht gerade einfacher macht.

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