Marta überragt und Tyresö bleibt oben


Lisa Dahlkvist, Linda Sembrant und Anita Asante

Am Dienstag begann mit dem TV-Spiel Tyresö FF – Kopparbergs/Göteborgs FC die Rückrunde der Damallsvenskan. Der zwölfte Spieltag wird am Mittwoch mit vier Begegnungen fortgesetzt und dann geht es in die Sommer- und Olympiapause. Lediglich das Spiel Umeå IK – AIK findet dann erst Mitte August statt, da AIK derzeit vier Spielerinnen bei der U19-EM in der Türkei hat.

In der ersten Halbzeit hatte Tyresö die besseren Chancen, aber Göteborg ging durch Sara Lindén in Führung. Und Tyresö zeigte sich auch nicht als Mannschaft, sondern – wieder einmal – als ein Haufen von Individualistinnen. Die Spielphilosophie scheint oft darin zu bestehen, dass Vero Boquete und Marta den Ball bekommen sollen, manchmal auch Caroline Seger und dann soll halt durch ihre individuelle Klasse etwas passieren. Boquete und Marta tanken sich manchmal dank ihrer Technik durch, Seger aufgrund ihrer Kraft. Dennoch – gegen die meisten Gegner reicht das ja. Man kann damit Meister werden.

Göteborg führte zur Pause, hatte den Ball in der ersten Halbzeit auch streckenweise gut in den eigenen Reihen gehalten und über weite Strecken ein organisiertes Spiel des Gegners verhindern können.

In der zweiten Halbzeit dann ließ Torbjörn Nilsson seine Mannschaft weiter vorne spielen, wurde er übermütig? Jedenfalls hatten vor allem die brandgefährlichen Marta und Vero wesentlich mehr Raum und das wurde Göteborg in der 54. und 57. Minute zum Verhängnis. Zuerst kam Marta über die linke Seite und setzte sich mit Technik und Geschwindigkeit durch und bezwang Kristin Hammarström mit einem strammen Flachschuss ins rechte untere Eck. Danach dann eine brillante Kombination, an der Vero, Marta und Emilia Appelkvist beteiligt waren, ehe Elaine Moura das Leder in die Maschen hämmerte. Das ging einfach zu schnell für Göteborg und Tyresö stand dann in den zweiten 45 Minuten eher als Team auf dem Platz. Eine Niederlage heute wäre fatal gewesen, denn Malmö liegt schon zwei gefühlte Punkte voraus, das nachzuholende Auswärtsspiel bei Djurgården darf für den Meister nicht mehr als eine Formsache sein.

Nach der Führung brachte Torbjörn Nilsson dann endlich Christen Press. Ich fragte, die Amerikanerin nach dem Spiel, wie es ihr gehen würde. „Gut, danke,“ sagte sie etwas verständnislos. Ebenso verständnislos war ich, dass Nilsson offenbar aus taktischen Gründen seine stärkste Waffe (10 Saisontore) auf der Bank gelassen hatte. „Nein, nein, ich bin nicht verletzt,“ lächelte sie und muss wohl gesehen haben, wie mir da beinahe die Kinnlade herunterfiel.

Press kam nach einer Stunde und sorgte auch gleich für Unruhe, aber da Tyresö das Spiel jetzt im Griff hatte und die Heimmannschaft sich zusammengerissen hatte, bekam das Spiel einen neuen Touch. Und es hatte eben Marta. Rechtzeitig zu den Olympischen Spielen scheint die Brasilianerin endlich wieder yur Höchstform aufzulaufen. Noch eine typische Einzelaktion auf dem linken Flügel führte zum entscheidenden 3:1. Vero Boquete zauberte noch dann und wann gegen Göteborgerinnen auf Flächen irgendwo zwischen Briefmarke und Kanaldeckel, allerdings ohne zählbaren Erfolg. Und am Ende verabschiedete sich Göteborg aus dem Reigen der CL-Kandidaten. Mit nun elf Punkten Rückstand auf Tyresö ist da in zehn verbleibenden Spielen wohl nichts mehr aufzuholen.

Nach dem Spiel sprach ich mit Christen Press und Anita Asante. Später in dieser Woche kommen die Texte zu diesen Gesprächen, die sich um eine Zwischenbilanz nach vier Monaten Schweden und einer Vorschau auf Olympia drehten.

Jane Törnqvist beendete ihre Karriere (ffschweden berichtete), noch nichts wurde über ihre Nachfolge bekannt. Gemeinhin wird vermutet, dass bald der Wechsel der deutschen Nationalspielerin Annike Krahn nach Schweden verkündet wird.

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