Malmö ist immer noch in der Klemme


Die Finanzspritze, mit der die Stadt Malmö am gestrigen Montag dem amtierenden schwedischen Meister LdB FC unter die Arme griff, reicht offenbar nur für eine kurzfristige Rettung. Gestern Abend um kurz vor 22.00 Uhr verschickte Pressesprecherin Vicky Fredriksson eine Erklärung, in der es heißt, dass die aktuelle Liquiditätskrise des Vereins im Februar/März dank der Hilfe der Stadt gelöst sei. Man hoffe jedoch darauf, dass der Dialog mit der Stadt fortgeführt würde.

„Wir haben ein Sparpaket auf den Weg gebracht, haben unter anderem Personal gekündigt, was mit sich bringt, dass wir mehr ideelle Helfer brauchen. Es besteht dennoch ein Bedarf an mehr Sponsoren. Uns fehlen nach wie vor rund drei Millionen Kronen (= 340.000 €; ffschweden), um den Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Wir führen aktiv Gespräche mit mehreren Sponsoren, mit denen wir gern zusammenarbeiten werden.“

Gut klingt das sicher nicht. Nachdem die Stadt mit 1,4 Millionen Kronen ausgeholfen hat und überdies auch die Miete des Stadions für die Saison stundet, verkündete der Verein also nur sieben Stunden später, dass all das auf keinen Fall ausreicht und man noch einmal die doppelte Summe brauchen wird. Das erinnert schon ein wenig an Griechenland, mit Verlaub gesagt. Ein Fass ohne Boden. Und all das wirklich nur, weil 2010 eine Spielerin mit dem Kopf in die Werbebande raste und infolge dessen die Werbeflächen auf einer Seite nicht mehr verkauft werden konnten?

Oder haben wir es nicht abermals im Frauenfußball mit der Tatsache zu tun, dass eine auf Spitzensport getrimmte Mannschaft, die nicht nur national, sondern auch international Erfolg haben soll, eigentlich nur mit Fremdgeld zu finanzieren ist und selbst mehr Geld benötigt als sie selber generieren kann?

Schon Umeå IK scheiterte an der scheinbar nicht funktionierenden Gleichung. Man hatte innerhalb weniger Jahre eine Spitzenposition in Europa erreicht und wie es die damals amtierende PR-Beauftragte Suzanne Granlund in einem Buch formulierte, den Weg zu den Sternen gefunden, um dann ebenso schnell wieder abzustürzen. In den USA scheiterte vorerst eine ganze Liga weniger an den Streitigkeiten mit dem reizbaren Unternehmer Dan Borislow, sondern vielmehr eben auch daran, dass der 2009 von allen Investoren erhoffte Gewinn ihrer Unternehmungen letztlich nicht einzufahren war.

Am Fall LdB FC Malmö empört mich, mit welcher Selbstverständlichkeit der Verein Forderungen an die Stadt und die Steuerzahler stellt. Natürlich soll die Stadt den Frauenfußball fördern und für eine gerechte Behandlung sorgen. Aber das kann doch nicht bedeuten, dass LdB FC den Anspruch ableitet, dass man an der Spitze der Liga spielen muss und die Stadt das dazu fehlende Geld gefälligst zuschießen muss. Finden sich keine Sponsoren, muss der Verein seinen sportlichen Anspruch, in Schweden und in Europa zur Spitze gehören zu wollen eben einer finanziellen Sanierung hintenan stellen. Es ist in hohem Maße unseriös, gute und teure Spielerinnen wie Ramona Bachmann und Anja Mittag zu verpflichten, wenn das Budget das eigentlich nicht hergibt. Den Steuerzahlern gegenüber, aber eben auch den Spielerinnen, denen man als Arbeitgeber letztlich direkt verantwortlich ist.

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