Homore Sawa ist Weltfußballerin des Jahres


Die 33-Jährige Kapitänin der japanischen Weltmeistermannschaft von 2011, Homore Sawa, ist Weltfußballerin des Jahres 2011. Vor gut einer halben Stunde nahm Sawa den Preis in Zürich von der kolumbianischen Sängerin Shakira entgegen. Sawa verwies damit die fünffache brasilianische Weltfußballerin Marta und Stürmerstar Abby Wambach (USA) auf die Plätze. Homore Sawa spielte in den Jahren 2009 und 2010 mit Abby Wambach zusammen bei Washington Freedom. Bei der WM in Deutschland wurde sie nicht nur mit fünf erzielten Treffern Torschützenkönigin. Die Japanerin führte ihr Team auch mit einer stoischen Ruhe und ostasiatischer Demut zu Siegen über Ex-Weltmeister Deutschland, den späteren WM-Dritten Schweden und Olympiasieger USA. Sawas Ausgleichstor im WM-Finale gegen die USA in der 116. Minute brachte die „Nadeshiko“, wie das Frauenteam in Anlehnung an ein japanisches Frauenideal genannt wird, erst ins Elfmeterschießen, als man schon fast geschlagen schien.

Aber eben jene Ruhe, das Spiel fortzusetzen, nicht in Panik zu verfallen, wenn es mal nicht läuft, symbolisierte die Kapitänin wie kaum eine andere. Und das in einem Jahr, das wohl die schlimmsten Katastrophen für Japan seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki brachte. Der durch ein enormes Seebeben ausgelöste Tsunami fegte über Homore Sawas Land mit einer zerstörerischen Kraft hinweg. Knapp 16.000 Menschen kamen ums Leben und die Kernschmelze in den Reaktoren von Fukushima sorgte für eine nukleare Katastrophe in Japan und bedeutete den Abschied vom Irrglauben, dass Kernenergie beherrschbar ist.

Sawas sportliche Leistung in diesem Kontext konnte nichts anderes bedeuten als den Erfolg bei der FIFA-Gala in Zürich. Der Preis für den besten Frauentrainer ging erwartungsgemäß ebenfalls an den Coach Japans, Norio Sasaki.

Während Abby Wambach fair und herzlich applaudierte, wirkte Marta nicht unbedingt glücklich auf ihrem Platz neben der Kontrahentin, aber überbewerten sollte man die Mimik der Brasilianerin nun auch wieder nicht.

In der Pressekonferenz am Nachmittag hatte Sawa übrigens erklärt, dass sie 2012 in Japan spielen werde. Auf dieselbe Frage antworteten Marta und Abby Wambach nicht ganz so eindeutig. Marta will weiterhin auf dem höchsten Niveau spielen und Abby Wambach sagte, dass es einige Ligen gäbe, die sehr hohes Niveau halten würden und dass sie ihre Entscheidung in Abstimmung mit ihrer Familie und ihren Freunden treffen werde.

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