Nach fast zwei Jahren mit Jeglertz


Seit Anfang Januar 2010 betreut der Schwede Andrée Jeglertz das finnische Nationalteam. Sein Vorgänger Michael Käld ging in den vorzeitigen Trainerruhestand, wurde hier und da auch kritisiert, dass er dem Team nichts Neues mehr zu geben hätte.

Mit dem Mann, der Umeå IK viermal zum Meistertitel in Schweden geführt hatte, sollte alles anders werden. Langfristige Planung, kontinuierlicher Aufbau und letztlich allmähliches Annähern an die europäische Spitze.

Einen Monat vor dem Beginn der EM-Qualifikation für Finnland muss man sich jedoch fragen, wie erfolgreich die Zusammenarbeit bisher war.

„Wenn wir richtig gut sind, dann sind wir gut, wenn wir schlecht spielen, dann spielen wir richtig schlecht,“ analysierte Jeglertz am Mittwoch und irgendwo klingt das nach 21 Monaten Arbeit am Ruder etwas resignierend und ratlos.

Nachdem man am Sonntag in Helsinki den weiter unten in der Weltrangliste einsortierten Gegner Schottland mit 1:0 geschlagen hatte, flogen alle Beteiligten nach Schottland, wo am Mittwoch in Edinburgh das Rückspiel stattfand.

Und da bezog Finnland eine äusserst peinliche 2:7 Niederlage.

Mit Jeglertz Worten spielte man halt wieder einmal richtig schlecht. Wer ist denn dafür verwantwortlich, wie sich das Team präsentiert? Sportlich gesehen doch wohl der Trainer, der alles andere als ein Beobachter ist.

Finnland hat dieses Jahrvier ordentliche Niederlagen kassiert. Selbst gegen inzwischen wesentlich schwächere Norwegerinnen hatte man keine Chance und unterlag vor der WM mit 1:5. Dazu noch ein 0:5 gegen Japan („wir schauten den Japanerinnen zu, wie sie Fussball spielten“) und ein 0:4 gegen die USA.

Die beiden Letztgenannten entpuppten sich später als WM-Finalisten, aber dennoch: Finnland nach 21 Monaten mit Andrée Jeglertz scheint keinen wesentlichen Schritt weitergekommen zu sein. Die Klatsche von Edinburgh lässt sich auch nicht damit entschuldigen, dass Linda Sällström und Elina Syrjäla aufgrund von Magenverstimmungen nicht spielen konnten und dass Minna Meriluoto aufgrund ihrer Hüftmuskelverletztung pausierte.

Finnland hat zwar mit Sanna Valkonen, Anne Mäkinen und zumindest für den Moment auch mit Laura Kalmari drei Vertreterinnen der bislang besten finnsichen Generation von Spielerinnen zu ersetzen, es hat aber nach wie vor inividuell eine ganze Menge Qualität, die vor allem in der Damallsvenskan zu Hause ist.

Anna Westerlund und Tuija Hyyrynen in Umeå, Sanna Talonen in Örebro, Annica Sjölund bei Jitex und Katri Nokso-Koivisto in Wolfsburg und viele mehr.

Da müsste man mehr erwarten können. Die Qualifikation für die EURO 2013 sollte möglich sein, der stärkste Gegner heisst Ukraine. Nach dem Debakel von Edinburgh jedoch muss man sich schon fragen, ob die in der Weltrangliste im Vergleich zu den Gruppengegnerinnen am höchsten eingestuften Finninnen wirklich der Aufgabe gewachsen sind und ob ihr Trainer dabei wegweisende Führung anbieten können wird.

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