Hammarby 0:5 nach 0:3 und 1:8


Das Schiff sinkt. Es sinkt schon seit Wochen und eigentlich Monaten, aber die Besatzung weigert sich, die Schwimmwesten anzulegen und wenigstens die Rerttungsbotte mit voller Kraft voran zu treiben. Man bleibt lieber an Bord und versichert sich gegenseitig, dass die Küste nicht soo weit entfernt ist.

So ungefähr oder so ähnlich.

Arme Becky Edwards. Da kommt die Amerikanerin mit frischen Siegen in der WPS und mit einer Goldmedaille nach Schweden, nur um hier mal die Erfahrung zu machen, wie es ist, wenn man wöchentlich eine Klatsche bekommt, deprimiert im Bus nach Hause sitzen kann und schließlich absteigt.

Ich denke, man merkt meinem Schreiben an, dass ich diesen Verein und noch mehr seine Spielerinnen mag. Gerade deshalb tut es eben weh, wenn man sieht, wie ein Verein, der noch nie abgestiegen ist, seit es die Damallsvenskan gibt, gegen Ende der Saison nicht zulegt, sich nicht aufbäumt, sondern wie alles irgendwie nur noch schlimmer wird.

Da spielte man gegen Linköping, jenes Team, das gelinde gesagt in einer Psychokrise ist, weil es nach vorne auch fast nichts zustande bringt und nicht mal Schlusslicht Dalsjöfors schlagen kann.

Und hat natürlich wieder Pech, das scheint fest wie Karamell an den Stollen der Mannschaft zu kleben. In der 18. Minute holt Kelly Eagan eine Gegnerin von den Beinen, die Richtung Minna Meriluoto unterwegs ist und Jenny Palmqvist zögert nicht und zeigt der Amerikanerin die rote Karte.

Zehn Minuten später wird Linda Sällström von den Beinen geholt und den fälligen Elfmeter verwandelt Lollo Fors. Danach brach Hammarby zusammen und jeweils zweimal trafen Ingrid Schjelderup und Linda Sällström. Am Ende hieß es dann 5:0 für den Meister von 2009.

Und der rettende zehnte Platz war zwar noch nicht weiter weg gerückt, dafür aber war es halt ein Spiel weniger und das Torverhältnis rutschte weiter Richtung Keller und Zweitklassigkeit.

Wieder einmal kann man nur konstatieren, dass nach vorne einfach zu weniog passiert. Aber statt Stürmerinnen holte man eine eher defensive Mittelfeldspielerin und eine für das zentrale Mittelfeld. Dazu kommt, dass viele Spielerinnen verletzt oder angeschlagen sind, aber das alleine erklärt nicht, warum man jetzt, wo man Woche für Woche die letzte Chance hatte, einfach nur noch schlechter spielt als in der ersten Hälfte der Saison.

Am Montag steht das Derby gegen Djurgården auf dem Programm und dann hat man noch ein Heimspiel gegen Dalsjöfors, das mir – durch die Verstärkungen – ehrlich gesagt fast stärker vorkommt. Die drei anderen Spiele aber gehen gegen Göteborg, Malmö und Umeå. Eigentlich muss man mindestens zwölf Punkte holen von nun 15 möglichen. Aber sobald ein Gegentor fällt, weiß man, dass es der Mannschaft nicht gelingen wird, das Blatt zu wenden.

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