Testspiele

Nur wenige Tage nach der 0:7 Niederlage gegen Linköping verlor KIF Örebro auch sein zweites Testspiel gegen einen Ligakonkurrenten. In Tyresö gab es ein 0:5, bei dem die gerade heimgekehrte Christen Press in der ersten Halbzeit einen Hattrick zur 3:0 Führung erzielte. Caroline Seger und Lisa Dahlkvist schossen die weiteren Treffer. Bei Tyresö gefiel neben Press insbesonders die Brasilianerin Rilany auf der rechten Abwehrposition mit Schnelligkeit, guter Technik und hervorragenden Flanken. KIF Örebro hat derzeit aber noch keinen Zugriff auf die kanadischen Nationalspielerinnen Stephanie Labbé und Marie-Eve Nault sowie die tschechischen Zwillinge Lucie und Irena Martinkova. Auch die Nigerianerin Sarah Michael ist noch nicht an Bord. Gestern wurde gerätselt, warum die Fünf in der so wichtigen Vorbereitung noch nicht dabei sind. Das kann rein finanzielle Gründe haben. Möglicherweise sind die Verträge erst ab einem späteren Datum gültig, um Geld zu sparen. Tyresö selber hat Press, Meghan Klingenberg und Whitney Engen gerade deswegen erst wieder seit dem 15.02. auf Leihbasis unter Vertrag.

Meister FC Rosengård ist in der Türkei im Trainingslager, sollte dort gegen einen türkischen Club spielen und bekam erst eine Stunde vor dem geplanten Spiel zu wissen, dass man stattdessen auf den kasachischen Meister BIIK Chimkent treffen würde. 5:2 für die Schwedinnen endete die Begegnung, in der die von Anfang an spielende Lisa Ek zwei Tore schoss und somit hoffentlich das Gespenst ihrer vielen Knieverletzungen nach anderthalb Jahren Reha vergessen machte. Amanda Ilestedt, Sarah Mellouk und Sarah Björk Gunnarsdottir schossen die übrigen Tore.

Am Wochenende gibt es ein Interview mit AIK:s neuem Innenverteidigerpaar Maija Saari und Malin Levenstad, das ich am Mittwochnachmittag gemacht habe.

Pia Sundhage und die Medien

Kosse

Natgionalspielerin Kosovare Asllani beim Pressetreff im Februar in der Friends Arena – zu schlank?

Ich habe es schon an anderer Stelle hier geschrieben. Pia Sundhage sagt manchmal Dinge, über die sie besser nachdenken sollte, bevor sie sie äußert. Das heißt nun nicht, dass ich sie nicht für eine insgesamt großartige Trainerin mit sehr viel Fußballwissen und vielleicht vor allem der nicht häufigen Fähigkeit, eine Mannschaft zu extremen Leistungen zu motivieren halte.

Vor drei Wochen habe ich ein langes Interview mit Lotta Schelin gemacht, das sicher hier noch Niederschlag finden wird. Aber während die 29-Jährige Schelin sehr genau weiß, was sie der Öffentlichkeit mitteilt, scheint die 53-Jährige Sundhage durchaus Beratung zu brauchen.

Es sei denn, all ihre teilweise provokanten Äußerungen sind Teil eines genialen, für die meisten Beobachter noch unverständlichen Plans.

Da waren die öffentlichen Äußerungen darüber, dass sie mehr von Lotta Schelin erwartet, sie sei der Star des Teams, sie müsse mehr leisten. Oder die anderen müssten alle für Schelin rackern und kämpfen, damit sie glänzen kann. Denn wenn sie glänze, glänze Schweden.

Da war die Äußerung über Kristin Hammarström, mit deren Fußarbeit als Torhüterin Sundhage nicht zufrieden war. “Die muss nach Hause gehen und trainieren, trainieren, trainieren.” Die Konsequenz: Hammarström spielte fortan in jedem Spiel von Anfang an.

Da war die Äußerung in Malmö, als Pia sich darüber ärgerte, dass in der Startformation Malmös acht Ausländerinnen standen und dass schwedische Talente so auf der Strecke blieben. Malmös Mittelfeldspielerin Lisa Ek hat dazu in ihrem Blog erst jetzt eine wunderbare, emotionale Antwort geschrieben.

Da die meisten Leser dieses Blogs wohl kein Schwedisch können, will ich Lisas Argumente kurz wiedergeben:

Am Beispiel von Yoreli Rincon macht Ek deutlich, dass es ausländische Spielerinnen aus durchaus schwierigen Verhältnissen in der Heimat gibt, die alles dem Ziel unterordnen, eine gute Spielerin im Ausland zu werden. Es gäbe viele schwedische Spielerinnen, die nicht bereit wären, umzuziehen, um für einen anderen Verein zu spielen, bei dem sie der Elite näher kommen könnten. Sie bleiben lieber bei ihrer Familie, ihren Freunden, ihrer Arbeit, ihrem Studium und gehen Kompromisse ein. Das sei völlig legitim, aber diese Spielerinnen bräuchten sich dann auch nicht zu wundern, wenn ihre potentiellen Plätze in anderen Clubs von Ausländerinnen besetzt würden.

“Ich bin jedes Mal glücklich und stolz, wenn ich zum Training komme und sehe, wie Anja [Mittag] einen Ball ins Eck dreht, Ramona [Bachmann] vier andere einfach wegdribbelt, [Sara] Björk [Gunnarsdottir] den Yoyo-Test macht und Elin Rubensson Salz in ihre Trinkflasche träufelt, weil sie gelernt hat, dass ihr Körper so die Flüssigkeit länger behält.[...] Es gibt eine Menge anderer Sachen, die unsere ausländischen Spielerinnen mitbringen. Die deutsche Siegermentalität, die neuseeländisch/amerikanische Einstellung, dass wir das schaffen können oder die beinharte isländische Kampfesmoral. Indem wir täglich mit all diesen Kulturen zu tun haben, werden wir nicht nur bessere Fußballspielerinnen, sondern auch bessere Menschen. Davon bin ich total überzeugt.”

Aber Pia Sundhage wettert nicht nur gegen zu viele Ausländerinnen in einer sich globalisierenden Welt. Am Wochenende erklärte sie in einem Interview mit Sydsvenska Dagbladet auch, dass einige ihrer Nationalspielerinnen zu schlank seien.

“Ich glaube nicht, dass man es schafft, sechs Spiele auf dem höchsten Niveau absolvieren kann und im gleichen Atemzug glaubt, dass man dabei schlank wie ein Strich sein kann. Es gibt eindeutig zu viel Aussehensfixierung in der Gesellschaft,”§ so Pia Sundhage.

Mit letzterem hat sie sicherlich nicht Unrecht.

“Als ich noch spielte, hörten wir oft, dass wir zu dick seien und zu männlich aussehen würden. Aber für das gibt es keinen “quick fix”, es geht um Ideale,” so Schwedens Trainerin weiter.

Einige Spielerinnen, so heißt es in dem Artikel weiter, hätten die Aufforderung bekommen, Gewicht zuzulegen.

Auch hier frage ich mich, ob dieses Thema in der Öffentlichkeit diskutiert werden muss. Dass es auch im Leistungsfußball Spielerinnen gibt, die Essstörungen haben, ist unzweifelhaft. Einigen Spielerinnen, nicht aus der Nationalmannschaft, sieht man das an, von anderen weiß man es.

Aber generell bei Journalisten zu verbreiten, dass die heutigen Fußballspielerinnen wuasi ‘zu sehr auf ihre Figur’ achten und dass sie dem Ziel zuliebe, Medaillen zu gewinnen, einfach mal ein bisschen mehr futtern sollten, muss nicht in jeder Zeitung zwischen Haparanda und Ystad stehen.

Schaut man sich den aktuellen Kader der Nationalmannschaft mal unter dem Aspekt an, so kann man sehen, dass etwa Göteborgs Johanna Almgren innerhalb des letzten Halbjahres deutlich an Muskeln zugenommen hat. Ich traf Almgren auf dem Medienauftakt der Damallsvenskan Anfang April und nicht nur mir fiel auf, dass die Mittelfeldspielerin wesentlich kräftiger wirkte, als noch in der letzten Saison.

Aber insbesondere die offensiven Spielerinnen wie Kosovare Asllani, Sofia Jakobsson, aber auch Superstar Lotta Schelin sind eher schlank und möglicherweise sogar schmal. Sollen die jetzt 5-6 kg drauflegen? Keine Muskeln übrigens, sagte Pia Sundhage, denn nur Muskeln machen langsam.

Eine Diskussion, die nicht in der Öffentlichkeit stattfinden muss. Was die Ausländerinnen-Frage angeht, glaube ich nicht, dass sich viel ändern wird, auch wenn die Trainerin angekündigt hat, sich dem Thema nach der EM mehr zu widmen.

Göteborg will zurück

Pokalsieger und vierter Platz und ein Platz im Viertelfinale der Champions League. Die Saison endete versöhnlich für Kopparberg/Göteborgs FC, obwohl Trainer Torbjörn Nilsson im April noch von der Meisterschaft gesprochen hatte. Aber mit Malmö und Tyresö konnte man nicht mithalten.

Aber nach der Sommerpause lief es bedeutend besser für den Vizemeister des Vorjahres. Die Amerikanerinnen Christen Press, Yael Averbuch, Ingrid Wells, und Camille Levin sowie die Engländerin Anita Asante haben das Spiel belebt. Vor allem Press und Asante waren eine konstante Größe, während Averbuch, die für Lisa Ek kam, ihre schwedische Vorgängerin deutlich übertraf.

Nun hat Trainer Nilsson bereits bis einschließlich 2014 unterschrieben. Und der starke Mann des Vereins, der Besitzer der Brauerei Kopparberg, Peter Bronsman, will mehr in die Mannschaft investieren. Angeblich (wenn man der Zeitung GT glauben darf) werden Press und Asante verlängern und in den nächsten beiden Wochen sollen Neuverpflichtungen einer schwedischen und einer ausländischen Nationalspielerin bekannt gegeben werden.

Bronsmans Brauerei hat einen jährlichen Umsatz von umgerechnet 175 Millionen €, sein Cider mit Birnengeschmack ist der meistverkaufte der Welt. Wirtschaftliches Potential ist da vorhanden und ich bin gespannt, wer in der nächsten Saison zum Team gehören wird.

Kreuzbandriss: Linda Sembrant

Die Serie reißt leider nicht ab. Hedvig Lindahl, Lisa Ek, Fatmire Bajramaj und nun auch Linda Sembrant (Tyresö FF). Innerhalb von nur zwei Wochen der vierte Kreuzbandriss im schwedischen (und deutschen) Frauenfußball.

Sembrant verletzte sich am vergangenen Samstag im Spiel gegen Umeå IK, als eine Gegenspielerin auf sie auflief und sie aus dem Tritt kam, dabei das Knie verdrehte.

Die Liste der Kreuzbandrisse in der schwedischen Damallsvenskan war wohl noch nie so lang wie in dieser Saison:

Linda Sällström, Charlotte Rohlin, Gudny Björk Odinsdottir, Frida Nordin, Petronella Ekroth, Lydia Williams, Jennie Wecksell, Ifeoma Dieke, Annica Sjölund, Sara Lindén, Therese Sjögran, Hedvig Lindahl, Lisa Ek, Linda Sembrant.

Das sind 14 Spielernnen aus insgesamt neun Vereinen. Lediglich AIK, Djurgården und Umeå haben keine Opfer zu berklagen.

Lisa Ek: Kreuzbandriss – der dritte

Wie erwartet hat sich auch die 30-Jährige Mittelfeldspielerin Lisa Ek vom Meister und Tabellenführer LdB FC Malmö das Kreuzband gerissen. Ek war erst nach der Olympia-Pause von Kopparberg/Göteborgs FC nach Malmö als Ersatz für Therese Sjögran (ebenfalls Kreuzbandriss) gekommen. Sie spielte fünf Ligaspiele und ein Pokalspiel für Malmö und verletzte sich nun vor dem Champions League Spiel in Budapest.

Für Ek ist es bereits der dritte Kreuzbandriss. Mal sehen, ob die 30-Jährige zurückkommt. Ich kenne jüngere Spielerinnen, die schon an beiden Knien diese schlimme Verletzung hatten und die sagen, dass sie nicht ein drittes Mal durch die lange Reha gehen wollen…

“Echt schlimm, nun die schönen Dinge am Ende der Saison zu verpassen,” sagte Ek zu Sydsvenska Dagbladet. “Aber als es bei Training passierte, ahnte ich schon, dass es das Kreuzband war. Ich bin mit dem Bein ausgestreckt im Gras hängen geblieben.”

Hedvig Lindahl: Kreuzbandriss

In Göteborg verletzte sich Nationalkeeperin Hedvig Lindahl am Knie. Heute Abend wurde es offiziell auf der Homepage ihres Vereins Kristianstads DFF verkündet: das Kreuzband im linken Knie der 29-Jährigen ist gerissen. Damit fällt sie für den Rest der Saison aus und wohl auch weit in die kommende EURO-Saison 2013 hinein.

Vielerorts wurde spekuliert, ob die neue schwedische Trainerin Pia Sundhage sportlich an der nicht unumstrittenen Lindahl festhalten würde, die sieben Jahre lang die unumstrittene Nummer 1 von Thomas Dennerby gewesen war. Nun löst sich diese Frage auf sehr unglückliche Weise. Vermutlich wird Sundhage im Oktober in Växjö gegen die Schweiz auf Sofia Lundgren und Kristin Hammarström zurückgreifen.

In Malmö zittert derweil Lisa Ek um den Zustand ihres Knies. Die 30-Jährige war erst während der Sommerpause von Göteborg nach Malmö gewechselt und dort als Verstärkung für die durch Kreuzbandriss ausgefallene Therese Sjögran geholt worden. Nun verdrehte sich Ek das Knie beim Training vor der Abreise nach Ungarn, ein MTR-Termin soll am Montag Gewissheit bringen, ob Lisa Ek eventuell ebenfalls das Kreuzband gerissen hat. Bei ihr wäre das bereits der dritte Riss im Knie in ihrer Karriere.

 

 

Pflichtsieg in Malmö

Ramona Bachmann sieht gelb von Schiedsrichterin Ifeoma Kulmala – Malmös Kapitänin Malin Levenstad versucht zu vermitteln

LdB FC Malmö bleibt an der Spitze der Liga, aber der 2:0-Erfolg daheim auf dem Malmö IP gegen Jitex BK versprühte keinen Glanz. Für die Galavorstellungen in der Liga ist derzeit Tyresö zuständig.

Es war das, was man gemeinhin einen Arbeitssieg nennt. Vor knapp 850 Zuschauern in einem sonnigen, aber windigen Malmö gelang lediglich der 17-Jährigen Sofia Anker-Kofoed ein Treffer in der ersten Halbzeit. Es war die einzig wirklich überzeugende Aktion des schwedischen Meisters. Die Neuseeländerin Ali Riley hatte dabei auf der linken Seite einen Pass wenige Zentimeter vor der Außenlinie noch erreicht und dann nach innen geflankt wo Anker-Kofoed den Ball volley nahm und in den Winkel beförderte. Ansonsten war wenig attraktiver Fußball zu sehen. Jitex schaffte es mit seinem physisch geprägten Fußball das Spiel von Malmö im Keim zu ersticken. Aber da war auch zu wenig Bewegung im Spiel von LdB und Glück verhinderte den Ausgleich noch vor der Pause, als die Finnin Leena Puranen lediglich die Querlatte des wie immer von Thora Helgadottir gehüteten Tores traf.

Auch in der zweiten Halbzeit gab es wenig Veränderung. Malmö hatte tendenziell mehr vom Spiel, aber zwingende Chancen waren Seltenheit. Einmal hämmerte Anja Mittag den Ball aus sehr guter Position ein paar Meter übers Tor und ärgerte sich nicht wenig über die vertane Gelegenheit. Ein Kopfball aus kurzer Distanz von Lisa Ek wurde mit einer unglaublichen Reaktion von Jitex’ Torfrau Minna Meriluoto abgewehrt. Am Ende dann schoss doch noch Ramona Bachmann das 2:0 in der Nachspielzeit in einer Begegnung, von der in ein paar Wochen lediglich die Statistik übrig ist.

Naja, für alle außer Sofia Anker Kofoed, die nur zum Einsatz von Anfang an, weil sich die Dänin Katrine Veje beim Warmmachen verletzte. Somit konnte die 17-Jährige ihr erstes Tor in der Damallsvenskan machen.

LdB Malmö kritisierte nach der Begegnung die finnische Schiedsrichterin Ifeoma Kulmala. Trainer Peter Moberg behauptete, die Finnin habe weder Schwedisch noch Englisch gekonnt und erzürnte sich darüber, dass Ramona Bachmann wegen eines zu früh getretenen Freistoßes die gelbe Karte sah. Der Trainer der gegnerischen Mannschaft, der ehemalige Nationalspieler Stefan Rehn hingegen, lobte die Unparteiische ausdrücklich: “Es war vielleicht etwas schwierig mit ihr zu kommunizieren, aber sie hat internationale Klasse gepfiffen. Schwedische Schiedsrichterinnen lassen gewöhnlich nur sehr wenig körperbetontes Spiel zu, international dagegen geht es anders zu,” so Rehn.

Linnéa Liljegärd verlässt Göteborg

2009 gewann Linnéa Liljegärd mit acht Toren Vorsprung die Torjägerliste der Damallsvenskan. Sie hatte 22-mal getroffen und lag damit vor Spielerinnen wie Ramona Bachmann (damals Umeå) und Victoria Svensson (Djurgården). Die letzte Saison lief nicht so gut für die heute 23-Jährige und auch in diesem Jahr saß sie immer wieder mal auf der Bank.

Gestern nun wurde mitgeteilt, dass Liljegärd mit sofortiger Wirkung Göteborg verlässt und sich dem russischen Meister Rossiyanka anschließt. Dort, eine knappe Stunde nordöstlich von Moskau, wird Liljegärd Mannschaftskameradin von Sofia Jakobsson, die zuletzt unter anderem bei LdB FC Malmö sowie Turbine Potsdam im Gespräch gewesen sein soll.

“Das wird ein fantastisches Abenteuer werden. Da konnte ich einfach nicht nein sagen,” so Linnéa zur lokalen Göteborgs Posten.

Erst gestern habe ich mich noch mit einer Spielerin darüber unterhalten, dass es im Frauenfußball kaum jemals Ablösesummen gibt und Spielerinnen (leider) nicht aus bestehenden Verträgen freigekauft werden. Rossiyanka hat Liljegärd aus dem Vertrag in Göteborg herausgekauft, “Ich will nicht über die Summe sprechen. Aber der Club hat Linnéa herausgekauft und für uns ist das das größte Geschäft, seit Lotta Schelin nach Lyon gegangen ist”, so Göteborgs Präsident Peter Bronsman.

“Alles ging sehr schnell.Rossiyanka hat vor ein paar Wochen Kontakt mit mir aufgenommen und da habe ich noch drüber gelacht. Aber am Samstag passte auf einmal alles,” sagt Liljegärd.

Schon nächste Woche wird die Stürmerin ihre Sachen packen und nach Moskau ziehen. “Ich hoffe, dass das hier ein Schritt auf dem Weg zurück sein kann. Weil ich in Göteborg meist auf der Außenposition im Mittelfeld spielen musste, konnte ich nicht mehr um einen Platz als Stürmerin in der Nationalmannschaft konkurrieren. Aber der deutsche (?!) Trainer von Rossiyanka hat mich ein paar Jahre lang beobachtet und will mich als Stürmerin verwenden,” so Liljegärd weiter zu Göteborgs Posten. Der Vertrag läuft 1 + 1 Jahre.

Göteborg hat somit innerhalb dieser Saison drei Spielerinnen verloren: Liljegärd, Jane Törnqvist (Rücktritt vom Leistungssport) und Lisa Ek (LdB FC Malmö). Hinzu kommt noch der Kreuzbandriss von Stürmerin Sara Lindén vergangene Woche. Mit dem Abgang von Linnéa Liljegärd wurde aber auch ein Neuzugang vermeldet. Ab Januar 2013 steht die Norwegerin Cathrine Dyngvold für zwei Jahre unter Vertrag. Die Laufzeit deutet an, dass der Verein offenbar seine frühere Policy aufgegeben hat, wonach alle Spielerinnen immer nur einen Einjahresvertrag bekommen. Dyngvold ist 23 Jahre alt und kommt vom norwegischen Erstligisten Klepp IL und hat dort bislang 13 Tore geschossen.

Jetzt geht’s wieder los – vor dem 13. Spieltag

In gut zwei Stunden mache ich mich auf den Weg nach Soina zum Spiel AIK – Kopparberg/Göteborgs FC in der Damallsvenskan. Nachdem zwei Nachholspiele (Djurgården-Malmö 1:2, Umeå – AIK 3:1) am Mittwoch und Donnerstag absolviert wurden, steht nun nach der langen Sommer- und Olympiapause der 13. Spieltag der Damallsvenskan bevor. Eine vorläufige Zusammenfassung der Saison für jeden einzelnen Verein habe ich bereits gegeben.

Malmö spielt heute zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen gegen Djurgården, dieses Mal daheim und wohl wieder mit Anja Mittag, die mir gestern noch am Telefon sagte, dass ihrem Einsatz wohl nichts im Wege stehen wird. In der Truppe für das Spiel steht auch Gudbjörg Gunnarsdottir, deren Schulter nach dem unglückseligen Zusammenprall mit Landsfrau Sara Björk Gunnarsdottir (keinesfalls ihre Schwester, der Name ist in dieser Generation häufig auf Island) zwar unerhört wehtat, die aber offenbar das Wohl der Mannschaft über das eigene Wohlergehen steht. Aus diesem Holz sind wohl Sieger geschnitzt, obschon ich das für unvernünftig halte, denn die drei Punkte bleiben so oder so in Malmö.

KIF Örebro wäre das Team auf Platz 10, das sowohl AIK wie auch Djurgården “angreifen” müssten. Vier Punkte gutmachen und noch einen mehr, um dem Abstieg doch noch zu entgehen. Für Örebro beginnt die gefühlte Rückrunde in Kristianstad bei noch einer Gunnarsdottir, nämlich Trainerin Elisabet. Deren Team spielt sehr launisch und hat es nicht geschafft, ein gleichbleibendes Niveau nach oben oder unten zu erreichen. Das muss die größte Kritik an Gunnarsdottir sein, denn selber wollte Beta ganz hoch hinaus. Das Potential ist zweifelsfrei hoch und Kristianstads Ziel dürfte Platz 3 sein, denn Malmö und Tyresö werden weiter enteilen. Ein Spiel, in dem alles möglich ist, aber am wahrscheinlichsten scheint dann doch ein Heimsieg auf Vilans IP.

Offen ist wohl auch Jitex – Linköping. Das geht schon um 15 Uhr los und heute Morgen war auf Twitter zu lesen, dass Linköping ohne Nilla Fischer kommen muss, deren Wehwehchen von der Olympiade doch langwieriger sind als gehofft. Das ist natürlich ein herber Verlust, denn der Defensivbereich hatte sich gerade mit Fischers Rücktritt von Mittelfeld in die Abwehr stabilisiert. Jitex kommt mit einem Sieg gegen Göteborg (Freundschaftsspiel 1:0) und einem Pokalsieg in Piteå nach Verlängerung (3:2) mit einer ordentlichen Portion Kampfesmut, was gerade beim wohl physischsten aller Teams in der ersten Liga dem Gegner zu denken geben sollte. Alles drin mit leichter Tendenz zu Jitex aufgrund des Fischer-Fehlens.

AIK – Göteborg. Vermutlich stehen fünf Amerikanerinnen auf dem Feld, wenn Lori Chalupny (AIK) und Yael Averbuch (Göteborg) ihre Arbeitserlaubnis bekommen haben. Averbuch tweetete gestern, dass sie spielen werde. Es wird sehr schwer für den Vorletzten, auch wenn Lisa Ek und Jane Törnqvist nicht mehr für Göteborg spielen. Ob Chalupny die Chancenhäufigkeit erhöhen kann und man endlich Tore, Tore schießt mit einem ansonsten hochtalentierten und jungen Team wird sich zeigen. Nach dem sang- und klanglosen 1:3 in Umeå am Donnerstag bin ich sehr skeptisch. Alles spricht für Göteborg.

Tyresö empfängt morgen den Aufsteiger Vittsjö und das ist dann die Liga-Premiere für den neuen Trainer Tony Gustavsson, der die letzten Monate als Pia Sundhages Assistent der amerikanischen Nationalelf verbracht hat. Vermutlich deshalb hat er auch die Handynummern aller amerikanischer Olympiasiegerinnen. Denn es geht das Gerücht, Tyresö und sein inzwischen unsichtbarer Zampano Hans Löfgren hätten noch einen Mediencoup für den Herbst vor. Von Hope Solo oder Abby Wambach ist die Rede. Das kann ein Körnchen Wahrheit enthalten, kann aber auch ein geschickt lanciertes Gerücht sein, um klar zu machen, dass es KEINEN Namen mehr gibt, der nicht für Tyresö in Frage käme. Die amerikanischen Frauen jedenfalls müssen ja noch die äusserst wichtige Victory-Tour spielen, in der es am 1. September in Abbys Heimatstadt Rochester gegen Costa Rica geht (11 000 Tickets sind schon weg) und am 16. September dann in Carson (Kalifornien) gegen Australien. Danach gibt es in Schweden nur noch sechs Spieltage.

Dienstag schliesst das Nordderby Umeå – Piteå die 13. Runde ab. Wir können einen heissen Kampf vor vielen Zuschauern erwarten. Ausgang offen.

Niclas Carlnén redet (schon wieder) vom Konkurs für LdB FC Malmö

Der Clubchef des zweifachen Meisters LdB FC Malmö Niclas Carlnén gab gestern allenthalben Interviews. Nachdem er bereits im Frühjahr der Öffentlichkeit mitgeteilt hatte, dass Malmö in Konkurs gehen könne, wenn nicht die Gemeinde massiv unterstützen würde, wiederholte der 42-Jährige gestern seine düsteren Prognosen. Es fehlten 1,5 Millionen Kronen (mittlerweile 182.000 €). Bis zur Monatswende Oktober/November hätte man Geld, danach sei Schicht, Ende.

Man habe sich verkalkuliert, mit höheren Zuschauereinnahmen gerechnet, aber es seien nur 900 Zuschauer im Schnitt gekommen, so Carlnén. Auch Sponsoreneinnahmen seien geringer ausgefallen.

Was macht man, wenn man feststellt, dass man weniger Geld hat als erwartet und sich bestimmte Dinge nicht mehr leisten kann? Man spart. Nicht so Carlnén und LdB FC Malmö.

Als sich Verteidigerin Frida Nordin das Kreuzband riss, verpflichtete man im Frühjahr die Neuseeländerin Ali Riley. Als auch noch Therese Sjögran dieselbe schlimme Verletzung ereilte, dauerte es ein paar Wochen, ehe man Lisa Ek aus Göteborg als Neuverpflichtung präsentierte. Verletzte Spielerinnen werden nicht durch den eigenen Kader ersetzt, obwohl man zu jedem Zeitpunkt über die prekäre Lage Bescheid wusste. Das Wettrüsten mit Tyresö, das Malmö als Markführer im schwedischen Frauenfußball gewaltig im Nacken sitzt, geht unverdrossen weiter.

Es könne durchaus sein, dass man Anfang November als frischgebackerner Meister Konkurs anmelden müsse, so Carlnén gestern. Sich von einer oder mehreren der teuren Spielerinnen zu trennen (allein acht Ausländerinnen spielen in Malmö) komme nicht in Frage, denn eventuell könne man ja vielleicht in der CL im Herbst Einnahmen machen. Eventuell und vielleicht.

Das sind Worte, die wir in dieser Saison im schwedischen Frauenfußball gehört haben. Dalsjöfors wollte zurück in die erste Liga und eventuell konnte man vielleicht Geld aus dem allgemeinen Erbfond bekommen.

Malmös Geschäftsgebahren mit der zweiten Konkursandrohung innerhalb von weniger als fünf Monaten ist mehr als unseriös. Wir wollen Meister werden, können das zwar selber nicht finanzieren, nun kommt mal her und gebt uns Geld. Umeå und Djurgården waren die Topvereine in der Damallsvenskan, bis ihnen fast gleichzeitig Geld und Sponsoren abgingen. Umeå ist heute Neunter und Djurgården Zwölfter der Tabelle, aber beide Vereine existieren noch.

Die Spielerinnen werden natürlich darauf angesprochen. Ramona Bachmann sagte gestern, sie würden sich auf das Fußballspielen konzentrieren. Ich hoffe wirklich, dass das eine Äußerung war, die keinen Wahrheitsgehalt hat. Denn die Spielerinnen tragen teilweise auch eine Mitschuld an der Entwicklung im Frauenfußball mit Unwissen über die wirtschaftliche Situation des Clubs und teils (damit ist beileibe nicht Bachmann gemeint) völlig unrealistischen Vorstellungen, was der Verein zahlen kann.

Frauenfußball auf hohem Niveau kostet Geld. Viel Geld. Und vergleichsweise wenig davon kommt zurück. Es ist für die meisten Akteure ein Verlustgeschäft: für die vielen Spielerinnen ohne Nationalmannschaft, die in der höchsten Liga für ein Taschengeld spielen und praktisch alle Abende und Wochenenden opfern. Die Mannschaft als neue Familie. Es ist nicht gewinnbringend für die meisten Trainer, Zeugwarte, Platzwarte und auch nicht für die Sponsoren. Und viel über Frauenfußball wissen, schreiben, interviewen bringt auch wenig bis gar kein Geld, aber wir alle in diesem Geschäft haben viel Freude, sonst wären wir nicht in der einen oder anderen Rolle dabei. Dabei könnte man es belassen.

Aber ohne Geld kein Meistertitel, kein Klassenerhalt. Tyresö holte zur neuen Saison Caroline Seger, Linda Sembrant, Lisa Dahlkvist, Vero Boquete und Marta. Das war eine klare Ansage an Malmö. Das sich nicht hätte leisten können, auf diese Aufrüstung zu antworten. Aber der Ehrgeiz lässt das Blut kochen und die Gedanken an Sicherheit werden zurückgedrängt. Die laufen uns den Rang ab, wenn wir nicht reagieren.

Malmö muss beschlossen haben, alles auf eine Karte zu setzen. Augen zu und durch. Wir versuchen es. Wenn wir gewinnen, kommen vielleicht auch mehr Zuschauer. Wenn wir Losglück haben, kommen wir in der CL weiter. Dalsjöfors findet hier auf einem höheren Niveau statt.

Der ursprüngliche Sponsor und Namensgeber von LdB FC Malmö ist der Unternehmer Kent Widding Persson. Ihm gehörte die Kosmetikmarke LdB, die vor ein paar Jahren den Verein schon einmal vor dem Konkurs rettete, als er als Malmö FF vor dem Ende stand. Widding Persson pumpte Geld in die Organisation, hat aber inzwischen die Marke LdB an den Konzern Cederroth AB verkauft. Der kein so ausgeprägtes Interesse mehr am Frauenfussball hat. Auch das belastet heute den Club. Da steht zwar der Name LdB im Verein, aber LdB ist nicht mehr das goldene Kalb. Schreckt vielleicht auch andere interessierte Sponsoren ab, die ja bereits einen Firmennamen im Vereinsnamen sehen. Hätte HOECHST ein Interesse Bayer Leverkusen zu sponsorn, wenn Bayer sich weitgehend zurückzöge, der Name aber bliebe?

Ein Konkurs von Malmö ein paar Monate vor der EURO 2013 wäre eine Katastrophe für den schwedischen Frauenfußball. Auch darauf spekuliert Niclas Carlnén. Ich glaube nicht, dass er wirklich Ende Oktober zum Amtsgericht Malmö geht und den Konkursantrag einreicht. Alle Fans von Anja Mittag brauchen das nicht zu fürchten. Carlnén schreit nach Geld. Auf diese Weise, weil ihm die Ideen ausgegangen sind und die Hoffnungen sich nicht erfüllt haben. Es waren aber mehr Seifenblasen als Hoffnungen. LdB FC Malmö ruft nach Geld, zum zweiten Mal. Hoffentlich auch zum letzten Mal, denn auch wenn man die Spitzenposition im Frauenfußball nicht verloren hat, hat man mit dem gestrigen Tag eine gute Portion Glaubwürdigkeit verloren.

Malmö, Göteborg und Jitex im Halbfinale

Am Sonntag schon erreichte LdB FC Malmö durch einen knappen 1:0-Sieg über Umeå IK das Halbfinale des schwedischen Pokals. Die 17 Jahre alte Sofie Anker Kofoed erzielte den einzigen Treffer des Spiels. Ramona Bachmann wurde geschont und offenbar hat sich Anja Mittag leicht verletzt, denn sie fehlt heute Abend in der Truppe die Malmö nach Stockholm geschickt hat zum Nachholspiel gegen Djurgården. Ebenfalls nicht dabei Al Riley.

In Piteå kam es, wieder mal, zu einem spannenden Spiel gegen Jitex aus Mölndal bei Göteborg. Zwar sorgten Josefine Johansson und Hanna Pettersson für eine schnelle 2:0-Führung der Gastgeberinnen nach nur elf Minuten, aber der Anschlusstreffer von Elin Karlsson kurz vor der Pause war ungeheuer wichtig für die Gäste, die vor der Sommerpause eine Niederlagenserie hatten. Elin Sandgren schoss in der 64. Minute den Ausgleich und in der sechsten Minute der Verlängerung gelang Leena Puranen der Siegtreffer für die Gäste, die im Halbfinale in zwei Wochen auf den Sieger der heutigen Begegnung zwischen Zweitligatabellenführer Mallbacken und Tyresö treffen werden.

Auf Meister Malmö trifft im Halbfinale Pokaltitelverteidiger Kopparbergs/Göteborg. Nach den Abgängen von Lisa Ek und Jane Törnqvist vor der Sommerpause setzte man sich überraschend deutlich mit 3:0 gegen Kristianstad durch. Zweimal Christen Press und Linnéa Liljegärd die Tore für den Gastgeber, bei dem die neuen Amerikanerinnen Camille Levin und Yael Averbuch noch nicht zum Einsatz kamen.

Die vierte Amerikanerin – Yael Averbuch nach Göteborg

Annike Krahn war ein ganz heißes Gerücht, als Abwehrspielerin Jane Törnqvist merkwürdigerweise inmitten der Saison ihre Karriere beendete. Es kam die junge Amerikanerin Camilla Levin nach Göteborg.

Als sich jetzt auch Lisa Ek nach sechseinhalb Jahren aus dem Staub machte, zunächst in Deutschland gewähnt wurde, dann aber gestern als Neuzugang für Meister LdB FC Malmö präsentiert wurde (Konkurrenz für Katrin Schmidt), musste Göteborg reagieren und es ging schnell.

Heute Nachmittag gab der Club auf seiner Webseite bekannt, dass die 25-Jährige Amerikanerin Yael Averbuch einen 1,5-Jahresvertrag in Westschweden unterschrieben hat. Averbuch hatte zuletzt einige Wochen Champions League beim russischen Verein Rossiyanka gespielt.

In ihrem nebenbei bemerkt sehr lesenswerten Blog in der New York Times wird Averbuch schon zitiert: “Ich werde am 6. August nach Schweden fliegen und mein Blog dann mit Abenteuern auf und jenseits des Fußballplatzes anreichern. Falls ihr irgendwelche Empfehlungen habt, was ich in Schweden sehen oder tun sollte dann kommentiert bitte.”

Göteborg hat vor dem Start in die CL im Herbst also nun mit Camilla Levin, Ingrid Wells, Christen Press, Yael Averbuch sowie der Engländerin Anita Asante gleich fünf Spielerinnen mit Englisch als Muttersprache.

Halbzeit (5): Kopparberg/Göteborgs FC

Göteborg etwas ratlos wie hier Anna Ahlstrand beim Spiel gegen Tyresö (1:3)

Ebenso wie Kristianstad, so wollte auch Göteborg in dieser Saison um die Meisterschaft mitspielen. Wie man das in den letzten beiden Jahren auch getan hat. Zwei zweite Plätze und der Pokalsieg im Finale über Tyresö sprachen da für sich, auch wenn man mit Linda Sembrant, Lisa Dahlkvist (beide nach Tyresö) und Ingvild Stensland empfindliche Abgänge zu verzeichnen hatte. Ersetzt wurden die Spielerinnen durch Ingrid Wells, Anita Asante und Christen Press. Wobei man nicht von 1:1 Ersatz sprechen konnte, Press ist Stürmerin, aber nach zehn Toren kann man sie wohl als den spektakulärsten Neuzugang bezeichnen. Sie erzielte gleich beide Tore im ersten Spiel, als man Djurgården mit 2:0 besiegte.

In Runde 3 kam Göteborgs Zug zum Stillstand. Die Heimniederlage gegen Vittsjö. Man hatte Press ziehen lassen, weil die von Pia Sundhage in ein amerikanisches Trainingslager nach Florida gerufen worden war. Und Torbjörn Nilsson saß nicht auf der Bank, er war von einem Hund gebissen worden, offenbar mit so ernsten Folgen, dass er insgesamt zwei Spiele verpasste. Das zweite Spiel wurde jedoch gewonnen. Nach dem überzeugenden 6:0 Auswärtssieg bei KIF Örebro waren alle davon überzeugt, dass Göteborg da oben wieder eine Rolle spielen könnte, obwohl der Kader relativ dünn besetzt war, aber war er das 2011 nicht auch schon gewesen?

Wir haben uns geirrt, denn ähnlich wie Kristianstad gab es bei Göteborg viele Höhen und Tiefen, die Tiefen sind neu bei den meist schwarz gekleideten Westschwedinnen: Immerhin 3:3 gegen Lokalrivale Jitex nach 0:3 Rückstand, danach aber 1:4 Klatsche bei Kristianstad. Am Ende, nach zwölf Spieltagen, kann man mit 11 Punkten Rückstand auf Tyresö und zehn auf Malmö konstatieren, dass ein neuerlicher CL-Platz für 2013/14 undenkbar ist.

Woran liegt das? Göteborg wollte doch spielen wie Barcelona. Neuverpflichtungen nicht blind tätigen wie manch andere, sondern exakt passend zum Team und zur Spielidee. Es liegt nicht an Asante oder Press. Ingrid Wells ist vielleicht jemand, der nicht sonderlich auffällt, sie kam mit vielen Vorschusslorbeeren, wurde im amerikanischen “College”-Fußball der” kleine General” genannt und landete weit oben bei den Drafts zur WPS 2012, die sich am Ende als Spiel für die Galerie entpuppt hatten. Aber Wells hat noch einen Weg zu gehen.

Da ist die merkwürdige Vertragspolitik des Vereins. Niemand erhält einen Vertrag, der länger als ein Jahr dauert. Ich habe mal mit Torhüterin Kristin Hammarström darüber gesprochen, aber natürlich fand sie das ganz ok und das sei nun mal so, aber niemand habe wirklich Angst, keinen neuen Vertrag zu bekommen. Und nach den Erfolgen des letzten Jahres soll der Verein ALLEN Spielerinnen einen neuen Vertrag angeboten haben. Während zweier Trainingseinheiten liefen alle mal nacheinander ins Clubhaus und unterschrieben. Torbjörn Nilsson sagte, dass noch nie eine Spielerin ein Vertragsangebot ausgeschlagen hätte, seit er da ist. Immerhin vier Jahre. Aber nun schlugen Sembrant und Dahlkvist das Angebot aus – Tyresö bot einfach wesentlich mehr Geld. Und Stensland wollte aus privaten Gründen in die Heimat zurück.

Dass mit Lisa Ek (Ziel noch unbekannt, aber es ist nicht Potsdam, wie wir mal gemutmaßt haben) und Jane Törnqvist (Rücktritt) nun zwei der wichtigsten Leistungsträgerinnen den Verein inmitten einer Saison verlassen, die nicht gerade einfach verläuft, spricht dafür, dass nicht alles um Kopparberg/Göteborgs FC zum Besten steht. Zwar hat man mit der Amerikanerin Camille Levin gleich Ersatz für Törnqvist geholt, aber Levin hat nicht die Erfahrung und den Pondus der 37-Jährigen Ex-Nationalspielerin. Camille Levin ist auch eine Verpflichtung, wie wir sie bei anderen Vereinen öfters sehen. Sie hat zusammen mit Christen Press an der Stanford Universität gespielt und ist wohl von Press oder denjenigen, die Press empfohlen haben, empfohlen worden. Das ist eine neue, schlechtere Qualität des Scouting bei einem Verein, der gerade so nicht arbeiten wollte. Ich hege keinen Zweifel daran, dass Camille Levin ein großes Talent ist, aber die veränderte Personalpolitik des Vereins Kopparberg/Göteborgs FC spricht dafür, dass die Höhen und Tiefen sich in den zehn Begegnungen nach den Sommerferien fortsetzen werden.

Göteborger Personalien: Levin kommt, Ek geht

Camille Levin (Foto: collegesoccer360.com)

Nachdem sie ihren bevorstehenden Umzug nach Schweden zui Kopparberg/Göteborgs FC schon per Twitter sopät vorgestern Abend mitgeteilt hatte und sich das dann in Eile verbreitete, konnte Göteborgs Sportchef Peter Bronsman nicht anders als zu verkünden, dass nach der gherade begonnenen Sommeropause die 22-Jährige Amerikanerin Camille Levin  den Kader von Göteborg verstärken wird. Levin kommt von derselben renommierten Stanford Unioversity wie Stürmerin Christen Press. Sie gehörte schon zum Kader US-amerikanischer Jugendnationalmannschaften und spielte in den letzten beiden Jahren als rechte, offensive Außenverteidigerin.

“Cammi”, wie sie genannt wird, soll nach Angaben der Göteborger Homepage vor allem die kürzlich zurückgetretene 37-Jährige Jane Törnqvist ersetzen. Damit erhielten die Spekulationen, dass sich die Ex-Duisburgerin Annike Krahn auf dem Weg nach Schweden befände, einen Dämpfer.

Auf zwei Zeilen teilt der Verein auch mit, dass sich die 29-Jährige Mittelfeldspielerin Lisa Ek entschlossen habe, ihren Vertrag nicht zu verlängern. Wobei man sich fragt, was für Verträge Göteborg eigentlich macht, die mitten in der Saison enden (Törnqvist, Ek). Gerüchte platzieren Lisa Ek in Deutschland, gerade Turbine Potsdam könnte eine Spielerin des Typs Jennifer Zietz nach dem Kreuzbandriss der Kapitänin dringend gebrauchen.

Von verschiedenen Seiten war Lisa Ek wegen ihrer hervorragenden Leistungen in der Saison 2011 und auch bislang in diesem Jahr im Kontext mit der Nationalmannschaft Schwedens in Verbindung gebracht worden, Thomas Dennerby aber hielt an seinen treuen Spielerinnen fest.

Linköping tief in der Krise

Als Meisterschaftsfavorit in die Saison gegangen, liegt Linköping nach einer desolaten Leistung am Dienstagabend lediglich auf dem neunten Platz.

Man verlor die Hängepartie gegen Pokalsieger und Vizemeister Kopparberg/Göteborgs FC mit sage und schreibe 0:6.

Petra Larsson, Mittelfeldspielerin von Linköping, brachte es nach dem Spiel auf den Punkt. “Wir standen einfach nicht als Team auf dem Platz.” Christen Press, die pfeilschnelle Amerikanerin, schoss drei Tore und liess die sonst so sichere Abwehr von Linköping ein ums andere Mal aussehen wie eine Jugendauswahl. Die drei weiteren Treffer erzielten Lisa Ek, Linnéa Liljegärd und Sara Lindén. 

In Linköping sollte man möglichst bald darüber nachdenken, ob das Trainergespann Christian Andersson und Denise Reddy in der Lage ist, aus diesem Haufen Individualisten eine Mannschaft zu machen. Sportchef Jörgen Pettersson wird nun auch im dritten Jahr in Linköping erfolglos bleiben, nachdem er zuvor schon jahrelang in Malmö den Titeln nur hinterhergehechelt war. Die Leistung des Teams am Dienstagabend war völlig indiskutabel.