Tyresö und Linköping verlieren

Torhüterin Hilda Carlén zeigte eine Klasseleistung gegen Linköping (hier noch im Hammarbydress von 2013)

Torhüterin Hilda Carlén zeigte eine Klasseleistung gegen Linköping (hier noch im Hammarbydress von 2013)

Dass sein Arbeitgeber die Champions League eindeutig vor der Meisterschaft prioritiert, das hatte mir Tony Gustavsson, Tyresös Trainer, schon im Februar gesagt – bevor das Chaos auch nur andeutungsweise nach außen bekannt wurde.

Dass die Damallsvenskan in den Überlegungen Tyresös keine sonderlich große Rolle (mehr?) spielt, sah man auch heute in Kristianstad. Nach 50 Sekunden schoss die von mir hoch geschätzte Marija Banusic Kristianstad gegen Tyresö mit 1:0 in Führung. Olivia Welin machte in der 79. Minute alles klar, in Abwesenheit von Meghan Klingenberg, Caroline Seger, Marta und Vero Boquete. Letztere saß übrigens mit Annica Svensson (früher Tyresö, jetzt Eskilstuna und morgen dran) auf der Tribüne von Skytteholms IP und sah AIK gegen Rosengård verlieren. Fabiana hat keine Arbeitserlaubnis, die Startformation Tyresös sah so aus: Carola Söberg, Line Røddik Hansen, Linda Sembrant, Lisa Dahlkvist, Rilany, Thaysa, Mayara, Johanna Rytting Kaneryd, Malin Diaz, Lisa Klinga, Madelaine Edlund.

Sowohl Goalgetterin Christen Press wie Abwehrbollwerk Whitney Engen begannen auf der Bank, waren erst gestern von den beiden Länderspielen der USA gegen China aus Kalifornien zurückgekehrt. Die Brasilianerinnen landeten am Freitag nach einem Ausflug ihrer Natio nach Australien.

Allein schon deshalb war der Sieg Kristianstads keine Überraschung, es zeigt aber auch, dass Tyresö weiterhin wenig Interesse an der Liga hat und alles auf die an den nächsten beiden Sonntagen zu spielende Halbfinals gegen die Birmingham Ladies setzt.

Bei den Gastgebern lief übrigens Therese Björck heute mit der vermutlichen Rekordrückennummer 400 (!!) auf. Grund: Das Städtchen Kristianstad feiert in diesen Tagen und Wochen seinen 400. Geburtstag.

Die größere Überraschung schaffte aus meiner Sicht Piteå, dass dem von fast allen auf Platz 2 getippten Linköping gleich eine Auftaktniederlage beibrachte. Torschützin: Ausgerechnet die in Linköping ausgemusterte ehemalige Tyresöspielerin Pauline Hammarlund. Die 19-Jährige traf vor knapp über 1.000 Zuschauern in der LF-Arena, der nördlichsten Stadt in der Damallsvenskan. Dort ist es, das bezeugen alle, nicht leicht zu gewinnen, aber nach einem eher negativen Wechselverhältnis vor der Saison hatten viele Piteå alles zugetraut, aber nicht den von Martin Sjögren trainierten Mädels aus Linköping alle drei Punkte abzinöpfen. Die junge Keeperin Hilda Carlén zeigte offenbar eine Klasseleistung und Faith Ikidi wird hier als Abwehrchefin grundsätzlich gelobt:).

“Natürlich ist das eine Enttäuschung,” sagte die neue Torhüterin Linköpings, Katie Fraine, der Zeitung Östgöta Correspondenten.

“Aber wenn du gegen eine Mannschaft spielst, die so sehr nach hinten arbeitet, wird es schwer, vorne was zu machen. Sie zwingen dich dazu, ein Spiel zu spielen, dass du eigentlich nicht spielen willst. Wir müssen besser werden, diese Art von “hässlichen” Spielen zu spielen, aber mich beunruhigt das Ergebnis nicht. Wir sind immer noch die beste Mannschaft der Liga,” so Fraine weiter.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das hochgetippte Umeå sich beim Jungbrunnen der Liga, dem als sicheren Absteiger gehandelten Jitex Mölndal BK sehr schwer tat und erst zehn Minuten vor dem Ende den Siegtreffer erzielen konnte.

Die Ergebnisse und die Toschützen aller Spiele könnt ihr übrigens ab jetzt immer auf der Seite Damallsvenskan 2014 (oben im Menü) finden. Da wird dann ab dem 2. Spieltag jeweils die aktuelle Tabelle auftauchen und auch die Torschützenliste.

 

 

 

 

Maulkorb in Tyresö

Angesichts der aktuellen Lage, in der sich Schwedens Champions-League-Hoffnung Tyresö FF befindet, hat man seinen Spielerinnen einen Maulkorb umgehangen. Seit gestern sind die Mobiltelefone der Spielerinnen überwiegend abgestellt, niemand ist auf Anfragen zu erreichen oder gibt Antwort.

Auf der heutigen Pressekonferenz am Tyresövallen verbat sich Pressesprecherin Carina Johansson sämtliche Fragen, die finanzielle Situation des Vereins betreffend. “Wir kommentieren keine Fragen zur wirtschaftlichen Situation des Vereins, sondern verweisen auf Äußerungen, die früher in dieser Woche getätigt wurden,” so Johansson zu den anwesenden Journalisten.

Trainer Tony Gustavsson und Abwehrspielerin Linda Sembrant waren da, die wirklich drängenden Fragen durften aber nicht gestellt werden. Klar, dass weder Gustavsson noch Sembrant eine wirtschaftliche Rolle im Verein haben und sich mit den ballspezifischen Dingen beschäftigen sollen, aber der Maulkorb und das Verschweigen des Themas zeigt, dass Tyresö zwar einen Weltklassekader hat, den es sich nicht leisten kann, in seiner Außendarstellung ist Tyresö aber noch nicht da oben angekommen, wo man hinzugehören glaubt.

Derzeit bezahlt der Steuerzahler die Gehälter der Mannschaft und des Trainerstabs. Durch ein nicht näher definiertes Entwicklungshilfeprojekt mit einem noch unbekannten afrikanischen Staat wird der Verein nach eigenen Angaben aber bald bis zu vier Millionen Kronen pro Jahr netto einnehmen.

Sundhages Kader

Pia Sundhage bat zur Pressekonferenz nach Solna und gab den Kader für das WM-Qualifikationsspiel am 5. April im Shamrock Park zu Portadown (knapp 40 km südwestlich von Belfast) bekannt. Nominiert sind:

Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Nilla Fischer, Lina Nilsson, Charlotte Rohlin, Elin Rubensson, Jessica Samuelsson, Linda Sembrant, Sara Thunebro, Emilia Appelqvist, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Sofia Jakobsson, Emma Lundh, Lotta Schelin, Olivia Schough, Caroline Seger, Therese Sjögran.

Rosengårds Elin Rubensson erhielt ein Sonderlob Sundhages für ihr tolles Spiel gegen die USA beim Algvarve-Cup, wo sie Heather O’Reilly einen schweren Stand bereitete.

“Elin war ein sehr angenehmes und nettes Ausrufezeichen an der Algarve,” so Sundhage auf der Homepage des SvFF. Wir finden, dass sie sowohl links wie rechts spielen kann. Dann werden wir mal sehen, wo sie im Verein landet. Aber sie kann unglaublich gut werden,” so Sundhage voller Anerkennung.

Elin Rubensson hat auch schon im Verein von ihrer angestammten Stürmerposition kommend als Außenverteidigerin spielen dürfen (müssen). In der Nationalmannschaft startete Schweden zuletzt mit Elin Rubensson und Jessica Samuelsson auf den Außenverteidigerpositionen. Möglicherweise wird die Luft für Lina Nilsson und die bald 35-Jährige Sara Thunebro dünner.

Am 8. Mai findet dann das Rückspiel gegen die Nordirinnen in Växjö statt. Alles andere als sechs Punkte ohne Gegentor wäre eine große Überraschung.

Pia Sundhage fasste auch das Turnier an der Algarve kurz zusammen: “Es gab gleihermaßen Wein wie Wasser an der Algarve. Man kann sagen, dass ein Eindruck war, dass Motivation gegen Klasse gewinnt. Das sage ich und denke dabei sowohl an unseren Sieg über die USA wie auch den Sieg Islands über uns.”

Schweden unterliegt Japan – USA so schlecht wie nie

Ich bin nicht in Albufeira oder Faro und tagsüber sitze ich denn auch noch im Büro, während an der Algarve der gleichnamige Cup läuft. Ein Unentschieden hätte Schweden am Nachmittag gegen den Weltmeister gereicht und Linda Sembrant hatte die Blaugelben nach einem Freistoß von Therese Sjögran auch in Führung geköpft, aber Ex-Potsdamerin Yuki Ogimi und Ay Miyama drehten das Spiel. Myama verwandelte in der 89. Minute einen berechtigten Handelfmeter gegen die heute im Tor stehende Carola Söberg. Damit steht Japan im Finale gegen Deutschland und Schweden darf um Platz 3 spielen, gegen China, falls es nicht am Abend gegen Island verliert.

Die dicke Überraschung aber ist das 3:5 der USA gegen Dänemark. Da hatte ich den Däninnen nach 0 Toren in zwei Begegnungen noch fortgesetzte Unfähigkeit, das Tor zu treffen, attestiert, was auch schon in Schweden bei der EURO 2013 das Problem gewesen war – und heute antworten sie mir (SMILE). Fünf Mal musste Weltklassetorfrau Hope Solo hinter sich greifen.

Der dänische Fußballverband freut sich und titelt “Historischer Sieg gegen die USA”auf seiner Homepage. Und das mit gutem Recht. Noch NIE vorher hat eine amerikanische Frauenfußballnationalmannschaft in 90 Minuten fünf Gegentore bekommen. Katrine Veje, Nadia Nadim und Simone Boye Sørensen sorgten für eine sensationelle 3:0 Führung zur Halbzeit. Christen Press erzielte den Anschlusstreffer kurz nach der Halbzeit, bevor Dänemark mit Johanna Rasmussen auf 4:1 davon zog. Sydney Leroux verkürzte und Megan Rapinoe gab den US-Girls Hoffnung, wie so oft schon das Unmögliche möglich machen zu können, aber die eingewechselte Karoline Smidt Nielsen konterte den Amerikanerinnen den fünften Gegentreffer rein.

Nach dem abendlichen, ungefährdeten 3:1 der Deutschen gegen Norwegen gibt es nun ein Finale zwischen Deutschland und Japan. Island schlug in allerletzter Minute China mit 1:0 und schaffte den Einzug ins Spiel um Platz 3 gegen Schweden.

Die Enttäuschungen des Turniers sind definitiv der Weltranglistenerste USA, der wohl noch nie so schlecht an der Algarve abgeschnitten hat (ein Pünktchen aus drei Spielen) nund Vizeeuropameister Norwegen, das ALLE drei Spiele verlor.

Algarve

Unter der Woche hat Pia Sundhages Assistentin Lillie Persson in Abwesenheit der Chefin den Kader für den alsbald in Portugal auszuspielenden Algarve-Cup bekanntgegeben.

Die schwedische Mannschaftsführung setzt auf albewährte Kräfte:

Tor: Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Stephanie Öhrström

Abwehr: Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Emmelie Konradsson, Lina Nilsson, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Linda Sembrant, Sara Thunebro

Mittelfeld und Angriff: Emilia Appelqvist, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Sofia Jakobsson, Emma Lundh, Elin Rubensson, Lotta Schelin, Olivia Schough, Caroline Seger, Therese Sjögran

Ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft hat am selben Tag Josefine Öqvist erklärt. Die 30-Jährige will sich mehr um ihre Tochter kümmern und setzt daher nur noch auf das Spiel mit ihrem Verein SC Montpellier.

Eine ehemalige Nationalspielerin ist schwanger und verpasst deshalb die kommende Saison. Stina Segerström, die 31-Jährige Abwehrspielerin von Kopparberg/Göteborgs FC, erwartet ihr erstes Baby. Herzlichen Glückwunsch!

 

Gegen Frankreich

Am 08.02. wird die schwedische Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel im neuen Jahr bestreiten. Gegner außerhalb von Paris ist Frankreich.

In Abwesenheit von Cheftrainerin Pia Sundhage, die in den USA eine zweimonatige Gastprofessur wahrnimmt (sie wird zum Algarve-Cup wieder beim Team sein) benannte Co-Trainerin Lillie Persson folgenden Kader für das Frankreich-Spiel:

Tor: Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Stephanie Öhrström

Abwehr: Magdalena Ericsson, Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Emmelie Konradsson, Charlotte Rohlin, Sara Thunebro

Mittelfeld & Angriff: Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Emma Lundh, Lina Hurtig, Elin Rubensson, Olivia Schough, Lotta Schelin, Caroline Seger, Therese Sjögran, Josefine Öqvist.

Zurückgekehrt ist Carola Söberg. Im Tor gibt es nach dem Bandscheibenvorfall von Sofia Lundgren und dem Rücktritt von Kristin Hammarström Besetzungsprobleme und die nicht gerade stabile Hedvig Lindahl ist nun wieder die Nummer 1.

Die wieder genesene Emma Berglund wurde noch nicht berücksichtigt, ebensowenig Tyresös Linda Sembrant, die in der Champions League schon starke Spiele im Herbst gemacht hat.

Im Angriff darf man gespannt sein, ob Persson Supertalent Lina Hurtig testen wird. Die neuerliche Nominierung von Emma Lundh zeigt, dass das als schwierig geltende ewige Talent Lundh offenbar beim letzten Lehrgang überzeugt hat. Die mittlerweile 24-Jährige verfügt über eine manchmal geniale Spielintuition, hat aber den Durchbruch immer noch nicht geschafft.

 

Tyresö verleiht drei Spielerinnen

In den vergangenen Wochen wurden schon Lisa Klinga und dann auch Emilia Appelquist an den Tabellenzehnten Piteå IF verliehen. Heute gab der schwedische Meister Tyresö FF bekannt, dass er auch seine Reservetorhüterin Jessica Höglander bis zum Ende der Saison ausleiht – und zwar an den Zweitligisten AIK.

Damit hat Tyresö nur noch eine Torhüterin, nämlich Carola Söberg, man darf gespannt sein, ob da jemand hinzu kommt in den nächsten Wochen, denn wohl kaum werden Bankdrückerinnen wie Elaine oder Annica Svensson künftig die Torwarthandschuhe anziehen wollen.

Damit sind wir auch schon beim Thema Verstärkungen. Das Transferfenster ist ab Montag auf und mit Sicherheit werden einige Clubs hier aktiv werden. Gerade in Tyresö hat ja Sara Thunebro keinen Vertrag mehr. Ob aber die vor einer knappen Saison am Kreuzband verletzte Nationalspielerin Linda Sembrant wieder zurückkommt und vor allem wann, ist noch nicht sicher. Ist Sembrant wieder an Bord, dürfte sie mit Johanna Frisk oder Karin Lissel in der Mitte stehen und außen dann wieder Line Röddik Hansen und Meghan Klingenberg.

Tyresö wird sich möglicherweise auch verstärken, denn das gleich drei jüngere schwedische Spielerinnen den Kader verlassen hat nur einerseits damit zu tun, dass die Drei kaum Spielzeit bekamen. Es erleichtert auch das Budget des ambitionierten Clubs, der 2014 schon das UWCL-Finale in Lissabon zum Ziel erklärt hat.

Und schafft eben Platz für mögliche Verstärkungen.

Ansonsten dürften sich die Abstiegskandidaten intensiv auf dem Markt umschauen, ebenso wie den Aufstieg anstrebende Teams in der Elitettan, für die zwei neue Spielerinnen in einem ansonsten sehr ausgeglichenen Kampf an der Spitze den Unterschied machen könnten. Die kommenden Wochen sind also nicht nur wegen der EURO 2013 interessant.

 

Sara Thunebro kommt heim

SaraNach drei Jahren in Deutschland kommt Sara Thunebro nach Hause zurück. Die bald 34-Jährige Linksverteidigerin hatte sportlich schon länger kein Glück mehr in Frankfurt, kam überhaupt nicht mehr zum Einsatz. In der Nationalmannschaft setzte Pia Sundhage jedoch auf sie als ihre erste Alternative in der Startformation – auch, weil es keine Konkurrenz im eigenen Land gibt.

Gestern teilten sowohl der 1.FFC Frankfurt wie auch Tyresö FF mit, dass die Schwedin mit sofortiger Wirkung wechselt. In Tyresö sind Innenverteidigerin Linda Sembrant (Reha nach Kreuzbandriss) und Meghan Klingenberg (Schulterverletzung) noch nicht einsatzbereit und Trainer Tony Gustafsson erweitert sozusagen seinen Spielraum. Denn auf ihrer angestammten Position müsste Thunebro nun eigentlich mit der neun Jahre jüngeren Line Röddik Hansen konkurrieren, für mich die beste Außenverteidigerin der Damallsvenskan. Aber möglicherweise stellt Gustavsson Röddik Hansen so lange in die Mitte (wo sie in der Nationalelf spielt), bis Sembrant wieder zurück kommt.

Pia Sundhage jedoch dürfte sich freuen, denn ihre erste Wahl bekommt nun wohl eher das, was für eine Nationalspielerin, die in einer Mannschaft spielt, die Europameister werden will, dringend nötig ist: Spielpraxis.

Fussballspielerin keine gute Berufswahl

Das schwedische Radio SR hat sich in einer Reihe von Artikeln mit der wirtschaftlichen Situation von Vereinen und Spielerinnen beschäftigt und kommt zu dem wenig überraschenden Schluss, dass es alles andere als gut aussieht.

Meister Tyresö und Vizemeister Malmö sowie der Tabellendritte Linköping haben mehr Sponsoreneinnahmen als alle anderen neun Vereine der Liga zusammengenommen. Im Ligaschnitt haben 6,5 Spielerinnen pro Mannschaft eine 100%-Stelle, sind also Vollprofis. Während Djurgården nur drei Vollprofis hat (und das mit dem elften und vorletzten Platz bezahlt) hat Meister Tyresö nicht weniger als 16 Vollprofis.

Djurgårdens Präsident Anders Emanuelsson kritisiert den schwedischen Fussballverband und den EFD (Elitföreningen Damfotboll) dafür, dass man die Ökonomie nahezu völlig den Vereinen überlässt.

Dass Fussballspielerin nicht unbedingt die beste Berufswahl für Frauen zwischen 20 und 30 ist, zeigt eine genaue Aufstellung, die SR gemacht hat. Da die Steuererklärungen aller Einwohner des Landes im Prinzip für jedermann einsehbar sind, hat man anhand der Steuererklärungen von 2011 ausgerechnet, was Spielerinnen der Damallsvenskan im Monat verdient haben.

Hier ist die Top 10 Liste aus der Liga (schwedische Kronen/Monat 2011):

1. Marlene Sjöberg (Göteborg) 43 747
2. Nilla Fischer (Linköping) 37 483
3. Madeleine Tegström (AIK) 36 490
4. Camilla Johansson (Piteå IF) 35 005
5. Elaine Moura (Tyresö) 34 733
6. Elin Magnusson (KIF Örebro) 31 961
7. Annica Svensson (Tyresö) 31 527
8. Linda Sembrant (Tyresö) 31 209
9. Lisa Dahlkvist (Tyresö) 30 460
10. Sofia Lundgren (Linköping) 28 636

Zu berücksichtigen ist dabei, dass einige Spielerinnen nebenbei arbeiten (Madeleine Tegström etwa ist Orthopädie-Ingenieurin und dürfte den Grossteil ihres Einkommens aus diesem Job beziehen).

Der Vergleich: Malmö – Tyresö (Abwehr)

Tyresös dänische Nationalspielerin Line Røddik Hansen

Die BILD-Zeitung hatte immer vor großen Spielen den Mann gegen Mann – Verleich und kam dann zu einem Ergebnis, welches Team besser ist. Wir machen das auch mal vor dem großen Spiel zwischen LdB FC Malmö und Tyresö FF. Das Ergebnis nimmt in keinem Fall das Ergebnis von Samstag vorweg:), denn Fußball bleibt ein Mannschaftssport, bei dem das Zusammenwirken entscheidet.

Tor. Thora Helgadottir – Carola Söberg. Punkt für Malmö. 1:0

Beide Teams haben sehr gute Torhüterinnen und Carola Söberg in Tyresö wird oft unterschätzt, aber die Isländerin in Malmö gehört wohl derzeit zu den 3-5 besten Torhüterinnen der Welt, was sie eindrucksvoll in Umeå unter Beweis stellte, wo Malmö auch hätte verlieren können, wenn Helgadottir (Schwester von Ex-Malmö-Stürmerin Asthildur Helgadottir) nicht Glanzparaden gezeigt hätte.

Lina Nilsson – Meghan Klingenberg. Punkt für Tyresö. 1:1.

Klingenberg kam nach Olympia zu Tyresö und verdrängte Nilssons Nationalmannschaftskonkurrentin Annica Svensson problemlos von dieser Position., Die kleine Amerikanerin ist stark in der Defensive, schnell und bringt viel nach vorn und ist auch noch direkt torgefährlich. Fraglich nur, ob sie Samstag hier oder im Mittelfeld spielen wird, wo sie auch schon agierte.

Amanda Ilestedt – Karin Lissel. Punkte für Malmö. 2:1

Das ist keine leichte Entscheidung, denn Tyresös Abwehr hat die wenigstens Gegentreffer und wie Söberg wird auch Lissel unterschätzt. Aber Ilestedt ist wohl die Abwehrspielerin der Zukunft und für mich jetzt schon besser als Malin Levenstad, die neben ihr in Malmö spielt.

Malin Levenstad - Annica Svensson. Unentschieden. 2,5:1,5

Keine Ahnung, wer am Samstag neben Karin Lissel bei Tyresö in der Innenverteidigung spielt. Hier hat Tyresö Personalprobleme. Linda Sembrandt ausgefallen mit Kreuzbandriss, Johanna Frisk seit Wochen verletzt, soll jetzt wieder fit sein. Trainer Tony Gustavsson hat in den letzten beiden Spielen sowohl Svensson wie auch Line Röddik Hansen auf der Position getestet. Auch Emilia Appelqvist spielte hier schon und natürlich auch Allrounderin Elaine (auch verletzt). Sollten weder Frisk noch Elaine verfügbar sein, würde ich hier eher Svensson hinstellen, um nicht auf die offensive Kraft Röddik Hansens zu verzichten. Levenstad und Svensson sind beide etwas kurzgewachsen für eine Abwehrspielerin in der Mitte, aber nicht zu unterschätzen. Svensson machte bei ihrem früheren Verein Hammarby oft Kopfballtore.

Ali Riley – Line Röddik Hansen. Punkt für Tyresö. 2,5:2,5

Die Neuseeländerin bei Malmö ist eine Klasseverteidigerin. Keine Frage. Aber Line Röddik Hansen ist Weltklasse und zwar in der ganzen Saison schon und meine Favoritin auf den Titel “Beste Abwehrspielerin 2012″, ¨für den sie völlig zu Recht nominiert ist. Zusammen mit Marta bildet Line die wohl gefährlichste linke Flanke Europas.

And the nominees are… – Die Nominierungen zur Fussballgala

Traditionell werden im Frauken- und Männerfussball im November auf einer live im Fernsehen übertragenen Gala die besten Fussballer des Jahres ausgezeichnet. Am Freitagnachmittag wurden die Nominierungen bekanntgegeben, Hier sind die für den Frauenfussball:

Beste Torhüterin: Thora Helgadottir, Hedvig Lindahl, Kristin Hammarström, Gudbjörg Gunnarsdottir. 

Beste Abwehrspielerin: Emma Berglund, Linda Sembrant, Sara Thunebro, Line Röddik Hansen

Beste Mittelfeldspielerin: Anita Asante, Vero Boquete, Caroline Seger, Marta 

Beste Stürmerin: Christen Press, Ramona Bachmann, Anja Mittag, Lotta Schelin

Beste Spielerin der Damallsvenskan: Vero Boquete, Ramona Bachmann, Marta, Anja Mittag

Newcomer des Jahres: Amanda Ilestedt, Lina Hurtig, Jennie Nordin, Elin Rubensson

Trainer des Jahres: Elisabet Gunnarsdottir, Peter Moberg, Thomas Mårtensson und Ulf Palmqvist, Torbjörn Nilsson

Göteborg holt den Pokal – und Tyresö geht wohl leer aus

Mit einem durchaus verdienten 2:1 nach Verlängerung gewann gestern Abend Kopparberg/Göteborgs FC den schwedischen Pokal 2012 und verteidigte damit seinen Titel gegen denselben Gegner wie im Vorjahr an gleicher Stelle.

Wieder ging es in die Verlängerung. Christen Press hatte hoch konzentriert aufspielende Gastgeberinnen schon in der neunten Minute in Führung gebracht. Die erste Halbzeit endete mit einem klaren Punktsieg Göteborgs, dass vor allem durch exzellente Defensivarbeit bestach. Zwar hatte Tyresö mehr Ballbesitz und durchaus auch Chancen, aber Göteborg hätte etwa durch einen Freistoß von Yael Averbuch auf 2:0 erhöhen können, aber die nach leichten Rückenproblemen zurückgekehrte Carola Söberg rettete das Millionenteam von Hans Löfgren mit einer Glanzparade vor der Vorentscheidung.

Marta erzielte in der zweiten Halbzeit, das ein deutlich stärkeres Tyresö sah, dann mit einem für sie typischen Treffer den Ausgleich, beide Seiten hätten das Spiel entscheiden können. Press und Kirsten van de Ven hatten weitere Möglichkeiten, am Ende gab es aber ein Unentschieden nach 90 Minuten und wie im Vorjahr Verlängerung.

In der brachte Elaine, die nach er Auswechslung von Emilia Appelquist als Innenverteidigerin eingesetzt wurde, Christen Press regelwidrig zu Fall und die insgesamt schlecht, sehr schlecht pfeifende Unparteiische Linn Andersson zeigte auf den Elfmeterpunkt. Eine vertretbare Entscheidung in diesem Fall. Mit einem platzierten Schuss ins linke untere Eck ließ Marlene Sjöberg Söberg keine Chance. Sjöberg war auch die auffälligste Spielerin auf dem Platz. Sie zeigte eine herausragende Leistung in der Abwehr und bereitete Marta einen eher unerfreulichen Abend. Die Brasilianerin meckerte auch immer wieder und beschwerte sich über Schiedsrichterentscheidungen, manchmal zu Recht, aber oft eben auch leider zu Unrecht.

“Ein tolles Gefühl, den Pokal wieder zu gewinnen. Das war ja unser Ziel und wir haben es geschafft,” sagte Marlene Sjöberg nach dem Spiel zum schwedischen Radio. “Das war ein spezielles Gefühl mit dem Elfmeter. Ich bin ja die Elfmeterschützin der Mannschaft und als wir den Elfer bekamen, habe ich mich nur gefreut. Eine echte Traumsituation, toll. Ich denke wir haben das ganze Spiel wie eine Mannschaft gekämpft. Wir wissen, dass Tyresö individuell so stark ist und dass man die ganze Zeit über sehr aufmerksam sein muss. Aber wir haben wirklich toll gekämpft. Immer wenn sie eine von uns ausgespielt haben, war schon die nächste da und dann so weiter und irgendwann war Schluss.”

“Die haben zwei Tore geschossen und wir eins,” sagte Tyresös Mittelfeldspielerin Caroline Seger nach dem Spiel auf die Frage warum Göteborg gewonnen hat. “Die haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht, aber ich denke das haben wir auch getan. Das war ein Spiel, in dem jeder seine Vorteile hatte. Wir haben bis zur letzten Sekunde gekämpft, dann denke ich, dass wir in den letzten Minuten einen Handelfmeter hätten bekommen müssen, aber da kann man nichts machen. Schade, dass das spielentscheidend ist. Wir sind eine Mannschaft die mit Rückenwind gut spielt und Schwierigkeiten hat, wenn wir Gegenwind bekommen und da haben wir einiges, woran wir arbeiten müssen. Ich glaube, dass viele bei uns frustriert werden und einfach den Kopf hängen lassen, wenn wir Schiedsrichterentscheidungen gegen uns bekommen.”

Marta hingegen übte in einem Interview mit der Zeitung Aftonbladet scharfe Kritik an der Schiedsrichterin. “Wir waren 100mal besser als die. Und die Schiedsrichter dürfen nicht auf einem so niedrigen Niveau pfeifen. Ich bin sehr enttäuscht,” so Marta nach dem Spiel.

Nun sieht es so aus, als ob das wohl teuerste Team der Liga am Ende der Saison 2012 “lediglich” die Qualifikation für die Champions League 2013/14 in den Händen halten wird. Die Meisterschaft MUSS LdB FC Malmö mit fünf Punkten Vorsprung bei drei ausstehenden Spielen einfahren, der Pokal wurde gestern Abend wieder im Trophäenschrank in Göteborg eingeschlossen. Mal schaun, wie es am Tyresövallen 2013 weitergeht.

Die Verträge von Elaine, Madelaine Edlund, Annica Svensson und anderen laufen aus. Marta, Caroline Seger, Vero Boquete sind auch nächstes Jahr vertraglich gebunden.

Möglicherweise wird Löfgren versuchen, noch einmal aufzurüsten, um dann das Gold wirklich ganz sicher zu holen und auch perspektivisch die Champions League gewinnen zu können. Man wird wohl versuchen, Meghan Klingenberg zu behalten. Die Amerikanerin hat sich als Glücksgriff erwiesen und die offensiv weniger starke Annica Svensson auf die Bank verdrängt. Im Tor sehen manche Beobachter noch “Luft”, aber Carola Söberg ist aus meiner Sicht eine sehr stabile und sichere Torfrau. Madelaine Edluind hat ihre große Qualitäten, ist sehr laufstark und mannschaftsdienlich, aber sie lässt einfach zu viele Chancen aus. Zwar hat sie elf Tore in der Liga gemacht, aber andere Stürmerinnen in Spitzenvereinen hätten aus den erstklassigen Vorlagen von nicht zuletzt Marta sicher fast doppelt so viele Tore erzielt.

In der Viererkette hat man mit Röddik Hansen und Klingenberg erstklassige Außen, aber in der Mitte könnte man nach dem Kreuzbandriss von Linda Sembrant auch noch jemanden holen. Fraglich ist nur, ob die Sponsoren des geschickt geknüpften Netzwerks weiterhin bereit sind, tief in die Tasche zu greifen, wenn die Titel ausbleiben, mit denen sie ihre Namen verknüpfen wollen.

Kreuzbandriss: Linda Sembrant

Die Serie reißt leider nicht ab. Hedvig Lindahl, Lisa Ek, Fatmire Bajramaj und nun auch Linda Sembrant (Tyresö FF). Innerhalb von nur zwei Wochen der vierte Kreuzbandriss im schwedischen (und deutschen) Frauenfußball.

Sembrant verletzte sich am vergangenen Samstag im Spiel gegen Umeå IK, als eine Gegenspielerin auf sie auflief und sie aus dem Tritt kam, dabei das Knie verdrehte.

Die Liste der Kreuzbandrisse in der schwedischen Damallsvenskan war wohl noch nie so lang wie in dieser Saison:

Linda Sällström, Charlotte Rohlin, Gudny Björk Odinsdottir, Frida Nordin, Petronella Ekroth, Lydia Williams, Jennie Wecksell, Ifeoma Dieke, Annica Sjölund, Sara Lindén, Therese Sjögran, Hedvig Lindahl, Lisa Ek, Linda Sembrant.

Das sind 14 Spielernnen aus insgesamt neun Vereinen. Lediglich AIK, Djurgården und Umeå haben keine Opfer zu berklagen.

Eine andere Dimension

Vero Boquete spaziert Richtung Tor von Umeå

Für mich ist Tyresö FF trotz des Zweipunkte-Rückstands der klare Favorit auf die schwedische Meisterschaft. Gestern Nachmittag kam Altmeister Umeå IK in die 20 km südlich von Stockholm gelegene Gemeinde. Das Hinspiel hatte Umeå daheim mit 1:5 verloren. Das sollte sich nicht wiederholen.

Aber Tyresö spielt seit der Olympia-Pause, seit Trainer Tony Gustavsson seinen Posten als Assistenztrainer der amerikanischen Frauen verlassen hat und Tyresö übernommen hat in einer anderen Dimension. Da hat sich ein Selbstbewusstsein aufgebaut, das seinesgleichen sucht. Leider will der Fußballzuschauer aber nicht immer nur sehen, wie ein Team alle anderen problemlos niederwalzt. Ging mir gestern so durch den Kopf, verbunden mit der Frage, ob nicht das amerikanische Drafting-System in den Profiligen auch etwas für sich hat. Da ist die Liga das Unternehmen und jede Mannschaft ein Franchise. Da werden Spieler und Spielerinnen verteilt und zwar so durch ein ausgeklügeltes und für uns nicht immer nachvollziehbares System, das am Ende eine recht ausgeglichene Liga dabei herauskommt.

Zurück zum Spiel. Umeå vermied in der ersten Viertelstunde ein Gegentor trotz seiner völlig unbegreiflichen Dreierkette, die mit Alexandra Nilsson, Emma Berglund und Fanny Hjelm angetreten war, Tyresö zu stoppen. Vielleicht wollte Trainer Joakim Blomkvist das Mittelfeld so stark aufstellen, um Tyresös stärksten Mannschaftsteil aufzuhalten. Aber er hätte im Trainergrundkurs lernen müssen, dass man nicht mit Weltklassespielern beim Gegner mit einer Abwehr antreten sollte, die aus lediglich drei Arbeitskräften besteht.

Das 0:1 in der 24. Minuten besorgte Alexandra Nilsson selber. Sie spitzelte eine scharf hereingegebene Flanke von Ver Boquete ins eigene Tor. Danach nahm Tyresö das seltsame Defensivkonstrukt gnadenlos auseinander. Das 2:0 durch die starke Dänin Line Röddik Hansen war ein Tor, bei dem Tyresö den Ball im Tik-Tak-Tok-Verfahren wie am Schnürchen im gegnerischen Strafraum (!) jeweils weiterpasste auf die am günsgtigsten postierte Spielerin. 3:0 durch Kirsten van de Ven, die von ihrer guten Freundin Line Röddik Hansen maßgerecht bedient wurde. 4:0 zu Beginn der zweiten Halbzeit durch Madelaine Edlund, 5:0 wieder van de Ven und das 6:0 abermals von Vero vorbereitet durch einen Kopfball von Caroline Seger. Da waren gerade 60 Minuten und 2 Sekunden gespielt.

Zum Glück für Umeå ließ es Tyresö dann sehr gemächlich angehen. Man schaltete zwei Gänge zurück ohne dem Gegner deshalb Torchancen einzuräumen. Annica Svensson durfte spielen, kam rein für Lisa Dahlkvist und begab sich auf die rechte Außenverteidigerposition, während Meghan Klingenberg, an die Nationalspielerin Svensson ihren Stammplatz verloren hat ins defensive Mittelfeld aufrückte.

In der 41. Minute gab es einen Zusammenstoß mit möglichen Folgen. Eine Umeå-Angreiferin lief wohl eher unabsichtlich auf Linda Sembrant auf und die Nationalspielerin musste ausgewechselt werden. Ein Kreuzbandriss kann nicht ausgeschlossen werden, aber lasst uns einmal wenigstens optimistisch sein. Mehr zu Sembrants Wohlbefinden am Anfang der nächsten Woche.

 

Thomas Dennerbys letzte Startformation

Um 15.00 Uhr spielt Schweden in Göteborg gegen die Niederlande und bereits gestern Abend hat Thomas Dennerby, dessen Zeit als schwedischer Nationaltrainer nach der Begegnung nach siebeneinhalb Jahren endet, seine letzte Startelf bekanntgegeben. Es gibt keine neuen Namen im Aufgebot, aber die Formation ist ungewöhnlich offensiv:

Hedvig Lindahl, Lina Nilsson, Emma Berglund, Linda Sembrant, Sara Thunebro, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist, Sofia Jakobsson, Kosovare Asllani, Antonia Göransson Lotta Schelin.