Sara Thunebro kommt heim

SaraNach drei Jahren in Deutschland kommt Sara Thunebro nach Hause zurück. Die bald 34-Jährige Linksverteidigerin hatte sportlich schon länger kein Glück mehr in Frankfurt, kam überhaupt nicht mehr zum Einsatz. In der Nationalmannschaft setzte Pia Sundhage jedoch auf sie als ihre erste Alternative in der Startformation – auch, weil es keine Konkurrenz im eigenen Land gibt.

Gestern teilten sowohl der 1.FFC Frankfurt wie auch Tyresö FF mit, dass die Schwedin mit sofortiger Wirkung wechselt. In Tyresö sind Innenverteidigerin Linda Sembrant (Reha nach Kreuzbandriss) und Meghan Klingenberg (Schulterverletzung) noch nicht einsatzbereit und Trainer Tony Gustafsson erweitert sozusagen seinen Spielraum. Denn auf ihrer angestammten Position müsste Thunebro nun eigentlich mit der neun Jahre jüngeren Line Röddik Hansen konkurrieren, für mich die beste Außenverteidigerin der Damallsvenskan. Aber möglicherweise stellt Gustavsson Röddik Hansen so lange in die Mitte (wo sie in der Nationalelf spielt), bis Sembrant wieder zurück kommt.

Pia Sundhage jedoch dürfte sich freuen, denn ihre erste Wahl bekommt nun wohl eher das, was für eine Nationalspielerin, die in einer Mannschaft spielt, die Europameister werden will, dringend nötig ist: Spielpraxis.

Fussballspielerin keine gute Berufswahl

Das schwedische Radio SR hat sich in einer Reihe von Artikeln mit der wirtschaftlichen Situation von Vereinen und Spielerinnen beschäftigt und kommt zu dem wenig überraschenden Schluss, dass es alles andere als gut aussieht.

Meister Tyresö und Vizemeister Malmö sowie der Tabellendritte Linköping haben mehr Sponsoreneinnahmen als alle anderen neun Vereine der Liga zusammengenommen. Im Ligaschnitt haben 6,5 Spielerinnen pro Mannschaft eine 100%-Stelle, sind also Vollprofis. Während Djurgården nur drei Vollprofis hat (und das mit dem elften und vorletzten Platz bezahlt) hat Meister Tyresö nicht weniger als 16 Vollprofis.

Djurgårdens Präsident Anders Emanuelsson kritisiert den schwedischen Fussballverband und den EFD (Elitföreningen Damfotboll) dafür, dass man die Ökonomie nahezu völlig den Vereinen überlässt.

Dass Fussballspielerin nicht unbedingt die beste Berufswahl für Frauen zwischen 20 und 30 ist, zeigt eine genaue Aufstellung, die SR gemacht hat. Da die Steuererklärungen aller Einwohner des Landes im Prinzip für jedermann einsehbar sind, hat man anhand der Steuererklärungen von 2011 ausgerechnet, was Spielerinnen der Damallsvenskan im Monat verdient haben.

Hier ist die Top 10 Liste aus der Liga (schwedische Kronen/Monat 2011):

1. Marlene Sjöberg (Göteborg) 43 747
2. Nilla Fischer (Linköping) 37 483
3. Madeleine Tegström (AIK) 36 490
4. Camilla Johansson (Piteå IF) 35 005
5. Elaine Moura (Tyresö) 34 733
6. Elin Magnusson (KIF Örebro) 31 961
7. Annica Svensson (Tyresö) 31 527
8. Linda Sembrant (Tyresö) 31 209
9. Lisa Dahlkvist (Tyresö) 30 460
10. Sofia Lundgren (Linköping) 28 636

Zu berücksichtigen ist dabei, dass einige Spielerinnen nebenbei arbeiten (Madeleine Tegström etwa ist Orthopädie-Ingenieurin und dürfte den Grossteil ihres Einkommens aus diesem Job beziehen).

Der Vergleich: Malmö – Tyresö (Abwehr)

Tyresös dänische Nationalspielerin Line Røddik Hansen

Die BILD-Zeitung hatte immer vor großen Spielen den Mann gegen Mann – Verleich und kam dann zu einem Ergebnis, welches Team besser ist. Wir machen das auch mal vor dem großen Spiel zwischen LdB FC Malmö und Tyresö FF. Das Ergebnis nimmt in keinem Fall das Ergebnis von Samstag vorweg:), denn Fußball bleibt ein Mannschaftssport, bei dem das Zusammenwirken entscheidet.

Tor. Thora Helgadottir – Carola Söberg. Punkt für Malmö. 1:0

Beide Teams haben sehr gute Torhüterinnen und Carola Söberg in Tyresö wird oft unterschätzt, aber die Isländerin in Malmö gehört wohl derzeit zu den 3-5 besten Torhüterinnen der Welt, was sie eindrucksvoll in Umeå unter Beweis stellte, wo Malmö auch hätte verlieren können, wenn Helgadottir (Schwester von Ex-Malmö-Stürmerin Asthildur Helgadottir) nicht Glanzparaden gezeigt hätte.

Lina Nilsson – Meghan Klingenberg. Punkt für Tyresö. 1:1.

Klingenberg kam nach Olympia zu Tyresö und verdrängte Nilssons Nationalmannschaftskonkurrentin Annica Svensson problemlos von dieser Position., Die kleine Amerikanerin ist stark in der Defensive, schnell und bringt viel nach vorn und ist auch noch direkt torgefährlich. Fraglich nur, ob sie Samstag hier oder im Mittelfeld spielen wird, wo sie auch schon agierte.

Amanda Ilestedt – Karin Lissel. Punkte für Malmö. 2:1

Das ist keine leichte Entscheidung, denn Tyresös Abwehr hat die wenigstens Gegentreffer und wie Söberg wird auch Lissel unterschätzt. Aber Ilestedt ist wohl die Abwehrspielerin der Zukunft und für mich jetzt schon besser als Malin Levenstad, die neben ihr in Malmö spielt.

Malin Levenstad - Annica Svensson. Unentschieden. 2,5:1,5

Keine Ahnung, wer am Samstag neben Karin Lissel bei Tyresö in der Innenverteidigung spielt. Hier hat Tyresö Personalprobleme. Linda Sembrandt ausgefallen mit Kreuzbandriss, Johanna Frisk seit Wochen verletzt, soll jetzt wieder fit sein. Trainer Tony Gustavsson hat in den letzten beiden Spielen sowohl Svensson wie auch Line Röddik Hansen auf der Position getestet. Auch Emilia Appelqvist spielte hier schon und natürlich auch Allrounderin Elaine (auch verletzt). Sollten weder Frisk noch Elaine verfügbar sein, würde ich hier eher Svensson hinstellen, um nicht auf die offensive Kraft Röddik Hansens zu verzichten. Levenstad und Svensson sind beide etwas kurzgewachsen für eine Abwehrspielerin in der Mitte, aber nicht zu unterschätzen. Svensson machte bei ihrem früheren Verein Hammarby oft Kopfballtore.

Ali Riley – Line Röddik Hansen. Punkt für Tyresö. 2,5:2,5

Die Neuseeländerin bei Malmö ist eine Klasseverteidigerin. Keine Frage. Aber Line Röddik Hansen ist Weltklasse und zwar in der ganzen Saison schon und meine Favoritin auf den Titel “Beste Abwehrspielerin 2012″, ¨für den sie völlig zu Recht nominiert ist. Zusammen mit Marta bildet Line die wohl gefährlichste linke Flanke Europas.

And the nominees are… – Die Nominierungen zur Fussballgala

Traditionell werden im Frauken- und Männerfussball im November auf einer live im Fernsehen übertragenen Gala die besten Fussballer des Jahres ausgezeichnet. Am Freitagnachmittag wurden die Nominierungen bekanntgegeben, Hier sind die für den Frauenfussball:

Beste Torhüterin: Thora Helgadottir, Hedvig Lindahl, Kristin Hammarström, Gudbjörg Gunnarsdottir. 

Beste Abwehrspielerin: Emma Berglund, Linda Sembrant, Sara Thunebro, Line Röddik Hansen

Beste Mittelfeldspielerin: Anita Asante, Vero Boquete, Caroline Seger, Marta 

Beste Stürmerin: Christen Press, Ramona Bachmann, Anja Mittag, Lotta Schelin

Beste Spielerin der Damallsvenskan: Vero Boquete, Ramona Bachmann, Marta, Anja Mittag

Newcomer des Jahres: Amanda Ilestedt, Lina Hurtig, Jennie Nordin, Elin Rubensson

Trainer des Jahres: Elisabet Gunnarsdottir, Peter Moberg, Thomas Mårtensson und Ulf Palmqvist, Torbjörn Nilsson

Göteborg holt den Pokal – und Tyresö geht wohl leer aus

Mit einem durchaus verdienten 2:1 nach Verlängerung gewann gestern Abend Kopparberg/Göteborgs FC den schwedischen Pokal 2012 und verteidigte damit seinen Titel gegen denselben Gegner wie im Vorjahr an gleicher Stelle.

Wieder ging es in die Verlängerung. Christen Press hatte hoch konzentriert aufspielende Gastgeberinnen schon in der neunten Minute in Führung gebracht. Die erste Halbzeit endete mit einem klaren Punktsieg Göteborgs, dass vor allem durch exzellente Defensivarbeit bestach. Zwar hatte Tyresö mehr Ballbesitz und durchaus auch Chancen, aber Göteborg hätte etwa durch einen Freistoß von Yael Averbuch auf 2:0 erhöhen können, aber die nach leichten Rückenproblemen zurückgekehrte Carola Söberg rettete das Millionenteam von Hans Löfgren mit einer Glanzparade vor der Vorentscheidung.

Marta erzielte in der zweiten Halbzeit, das ein deutlich stärkeres Tyresö sah, dann mit einem für sie typischen Treffer den Ausgleich, beide Seiten hätten das Spiel entscheiden können. Press und Kirsten van de Ven hatten weitere Möglichkeiten, am Ende gab es aber ein Unentschieden nach 90 Minuten und wie im Vorjahr Verlängerung.

In der brachte Elaine, die nach er Auswechslung von Emilia Appelquist als Innenverteidigerin eingesetzt wurde, Christen Press regelwidrig zu Fall und die insgesamt schlecht, sehr schlecht pfeifende Unparteiische Linn Andersson zeigte auf den Elfmeterpunkt. Eine vertretbare Entscheidung in diesem Fall. Mit einem platzierten Schuss ins linke untere Eck ließ Marlene Sjöberg Söberg keine Chance. Sjöberg war auch die auffälligste Spielerin auf dem Platz. Sie zeigte eine herausragende Leistung in der Abwehr und bereitete Marta einen eher unerfreulichen Abend. Die Brasilianerin meckerte auch immer wieder und beschwerte sich über Schiedsrichterentscheidungen, manchmal zu Recht, aber oft eben auch leider zu Unrecht.

“Ein tolles Gefühl, den Pokal wieder zu gewinnen. Das war ja unser Ziel und wir haben es geschafft,” sagte Marlene Sjöberg nach dem Spiel zum schwedischen Radio. “Das war ein spezielles Gefühl mit dem Elfmeter. Ich bin ja die Elfmeterschützin der Mannschaft und als wir den Elfer bekamen, habe ich mich nur gefreut. Eine echte Traumsituation, toll. Ich denke wir haben das ganze Spiel wie eine Mannschaft gekämpft. Wir wissen, dass Tyresö individuell so stark ist und dass man die ganze Zeit über sehr aufmerksam sein muss. Aber wir haben wirklich toll gekämpft. Immer wenn sie eine von uns ausgespielt haben, war schon die nächste da und dann so weiter und irgendwann war Schluss.”

“Die haben zwei Tore geschossen und wir eins,” sagte Tyresös Mittelfeldspielerin Caroline Seger nach dem Spiel auf die Frage warum Göteborg gewonnen hat. “Die haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht, aber ich denke das haben wir auch getan. Das war ein Spiel, in dem jeder seine Vorteile hatte. Wir haben bis zur letzten Sekunde gekämpft, dann denke ich, dass wir in den letzten Minuten einen Handelfmeter hätten bekommen müssen, aber da kann man nichts machen. Schade, dass das spielentscheidend ist. Wir sind eine Mannschaft die mit Rückenwind gut spielt und Schwierigkeiten hat, wenn wir Gegenwind bekommen und da haben wir einiges, woran wir arbeiten müssen. Ich glaube, dass viele bei uns frustriert werden und einfach den Kopf hängen lassen, wenn wir Schiedsrichterentscheidungen gegen uns bekommen.”

Marta hingegen übte in einem Interview mit der Zeitung Aftonbladet scharfe Kritik an der Schiedsrichterin. “Wir waren 100mal besser als die. Und die Schiedsrichter dürfen nicht auf einem so niedrigen Niveau pfeifen. Ich bin sehr enttäuscht,” so Marta nach dem Spiel.

Nun sieht es so aus, als ob das wohl teuerste Team der Liga am Ende der Saison 2012 “lediglich” die Qualifikation für die Champions League 2013/14 in den Händen halten wird. Die Meisterschaft MUSS LdB FC Malmö mit fünf Punkten Vorsprung bei drei ausstehenden Spielen einfahren, der Pokal wurde gestern Abend wieder im Trophäenschrank in Göteborg eingeschlossen. Mal schaun, wie es am Tyresövallen 2013 weitergeht.

Die Verträge von Elaine, Madelaine Edlund, Annica Svensson und anderen laufen aus. Marta, Caroline Seger, Vero Boquete sind auch nächstes Jahr vertraglich gebunden.

Möglicherweise wird Löfgren versuchen, noch einmal aufzurüsten, um dann das Gold wirklich ganz sicher zu holen und auch perspektivisch die Champions League gewinnen zu können. Man wird wohl versuchen, Meghan Klingenberg zu behalten. Die Amerikanerin hat sich als Glücksgriff erwiesen und die offensiv weniger starke Annica Svensson auf die Bank verdrängt. Im Tor sehen manche Beobachter noch “Luft”, aber Carola Söberg ist aus meiner Sicht eine sehr stabile und sichere Torfrau. Madelaine Edluind hat ihre große Qualitäten, ist sehr laufstark und mannschaftsdienlich, aber sie lässt einfach zu viele Chancen aus. Zwar hat sie elf Tore in der Liga gemacht, aber andere Stürmerinnen in Spitzenvereinen hätten aus den erstklassigen Vorlagen von nicht zuletzt Marta sicher fast doppelt so viele Tore erzielt.

In der Viererkette hat man mit Röddik Hansen und Klingenberg erstklassige Außen, aber in der Mitte könnte man nach dem Kreuzbandriss von Linda Sembrant auch noch jemanden holen. Fraglich ist nur, ob die Sponsoren des geschickt geknüpften Netzwerks weiterhin bereit sind, tief in die Tasche zu greifen, wenn die Titel ausbleiben, mit denen sie ihre Namen verknüpfen wollen.

Kreuzbandriss: Linda Sembrant

Die Serie reißt leider nicht ab. Hedvig Lindahl, Lisa Ek, Fatmire Bajramaj und nun auch Linda Sembrant (Tyresö FF). Innerhalb von nur zwei Wochen der vierte Kreuzbandriss im schwedischen (und deutschen) Frauenfußball.

Sembrant verletzte sich am vergangenen Samstag im Spiel gegen Umeå IK, als eine Gegenspielerin auf sie auflief und sie aus dem Tritt kam, dabei das Knie verdrehte.

Die Liste der Kreuzbandrisse in der schwedischen Damallsvenskan war wohl noch nie so lang wie in dieser Saison:

Linda Sällström, Charlotte Rohlin, Gudny Björk Odinsdottir, Frida Nordin, Petronella Ekroth, Lydia Williams, Jennie Wecksell, Ifeoma Dieke, Annica Sjölund, Sara Lindén, Therese Sjögran, Hedvig Lindahl, Lisa Ek, Linda Sembrant.

Das sind 14 Spielernnen aus insgesamt neun Vereinen. Lediglich AIK, Djurgården und Umeå haben keine Opfer zu berklagen.

Eine andere Dimension

Vero Boquete spaziert Richtung Tor von Umeå

Für mich ist Tyresö FF trotz des Zweipunkte-Rückstands der klare Favorit auf die schwedische Meisterschaft. Gestern Nachmittag kam Altmeister Umeå IK in die 20 km südlich von Stockholm gelegene Gemeinde. Das Hinspiel hatte Umeå daheim mit 1:5 verloren. Das sollte sich nicht wiederholen.

Aber Tyresö spielt seit der Olympia-Pause, seit Trainer Tony Gustavsson seinen Posten als Assistenztrainer der amerikanischen Frauen verlassen hat und Tyresö übernommen hat in einer anderen Dimension. Da hat sich ein Selbstbewusstsein aufgebaut, das seinesgleichen sucht. Leider will der Fußballzuschauer aber nicht immer nur sehen, wie ein Team alle anderen problemlos niederwalzt. Ging mir gestern so durch den Kopf, verbunden mit der Frage, ob nicht das amerikanische Drafting-System in den Profiligen auch etwas für sich hat. Da ist die Liga das Unternehmen und jede Mannschaft ein Franchise. Da werden Spieler und Spielerinnen verteilt und zwar so durch ein ausgeklügeltes und für uns nicht immer nachvollziehbares System, das am Ende eine recht ausgeglichene Liga dabei herauskommt.

Zurück zum Spiel. Umeå vermied in der ersten Viertelstunde ein Gegentor trotz seiner völlig unbegreiflichen Dreierkette, die mit Alexandra Nilsson, Emma Berglund und Fanny Hjelm angetreten war, Tyresö zu stoppen. Vielleicht wollte Trainer Joakim Blomkvist das Mittelfeld so stark aufstellen, um Tyresös stärksten Mannschaftsteil aufzuhalten. Aber er hätte im Trainergrundkurs lernen müssen, dass man nicht mit Weltklassespielern beim Gegner mit einer Abwehr antreten sollte, die aus lediglich drei Arbeitskräften besteht.

Das 0:1 in der 24. Minuten besorgte Alexandra Nilsson selber. Sie spitzelte eine scharf hereingegebene Flanke von Ver Boquete ins eigene Tor. Danach nahm Tyresö das seltsame Defensivkonstrukt gnadenlos auseinander. Das 2:0 durch die starke Dänin Line Röddik Hansen war ein Tor, bei dem Tyresö den Ball im Tik-Tak-Tok-Verfahren wie am Schnürchen im gegnerischen Strafraum (!) jeweils weiterpasste auf die am günsgtigsten postierte Spielerin. 3:0 durch Kirsten van de Ven, die von ihrer guten Freundin Line Röddik Hansen maßgerecht bedient wurde. 4:0 zu Beginn der zweiten Halbzeit durch Madelaine Edlund, 5:0 wieder van de Ven und das 6:0 abermals von Vero vorbereitet durch einen Kopfball von Caroline Seger. Da waren gerade 60 Minuten und 2 Sekunden gespielt.

Zum Glück für Umeå ließ es Tyresö dann sehr gemächlich angehen. Man schaltete zwei Gänge zurück ohne dem Gegner deshalb Torchancen einzuräumen. Annica Svensson durfte spielen, kam rein für Lisa Dahlkvist und begab sich auf die rechte Außenverteidigerposition, während Meghan Klingenberg, an die Nationalspielerin Svensson ihren Stammplatz verloren hat ins defensive Mittelfeld aufrückte.

In der 41. Minute gab es einen Zusammenstoß mit möglichen Folgen. Eine Umeå-Angreiferin lief wohl eher unabsichtlich auf Linda Sembrant auf und die Nationalspielerin musste ausgewechselt werden. Ein Kreuzbandriss kann nicht ausgeschlossen werden, aber lasst uns einmal wenigstens optimistisch sein. Mehr zu Sembrants Wohlbefinden am Anfang der nächsten Woche.

 

Thomas Dennerbys letzte Startformation

Um 15.00 Uhr spielt Schweden in Göteborg gegen die Niederlande und bereits gestern Abend hat Thomas Dennerby, dessen Zeit als schwedischer Nationaltrainer nach der Begegnung nach siebeneinhalb Jahren endet, seine letzte Startelf bekanntgegeben. Es gibt keine neuen Namen im Aufgebot, aber die Formation ist ungewöhnlich offensiv:

Hedvig Lindahl, Lina Nilsson, Emma Berglund, Linda Sembrant, Sara Thunebro, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist, Sofia Jakobsson, Kosovare Asllani, Antonia Göransson Lotta Schelin.

Tyresö – bester Angriff, beste Abwehr

Meghan Klingenberg gelang mit dem 4:0 ihr erstes Tor für Tyresö

5:0 gewann Tyresö am Abend bei KIF Örebro und marschiert damit weiter Richtung Finale gegen Malmö am 3. November. Aber während Malmö am Samstag große Probleme mit Jitex hatte und erst in der Nachspielzeit zum 2:0 kam, war Tyresös Spiel in der zweiten Halbzeit wieder einmal hochklassig.

In der ersten Halbzeit allerdings sorgte eine Szene für große Aufregung: Sarah Michael war durch Richtung Tyresös Tor als sie von hinten von Emilia Appelquist zu Fall gebracht wurde. Kein schlimmes Foul, aber eine Notbremse. Und die Regel sagt eigentlich, dass es in so einem Fall ROT geben muss. Aber Annica Andric gehört leider nicht zu den besseren Schiedsrichterinnen der ersten Liga, sie hat sogar bei vielen Spielerinnen einen ausgesprochen schlechten Ruf. Und dem wurde sie wieder einmal gerecht. Der Linienrichter winkte wild mit seiner Flagge, Andric lief zu ihm und beriet sich fast eine Minute lang, ließ sich von ihm die Sünderin zeigen, da sie die Situation offenbar überhaupt nicht gesehen hatte. Und zeigte Appelquist – gelb.

Offenbar hat sich die Unparteiische nach dem Spiel bei Spielerinnen von Örebro für ihre katastrophale Fehlentscheidung entschuldigt – was die Sache eigentlich noch schlimmer macht.

Fast im Gegenzug zeigte sich Marta wieder einmal als die wertvollste Spielerin der Liga. Ihr exakter Pass auf Caroline Seger brachte das 1:0. Martas zwölfter (!) Assist in dieser Saison.

Statt 0:1 oder nur noch mit zehn Spielerinnen lag Tyresö nun vorn und ging mit der Führung in die Pause. Trainer Tony Gustavsson nahm zu Beginn der zweiten Hälfte Kirsten v an de Ven und die Sünderin Appelquist raus und brachte Linda Sembrant und Elaine. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Auf Tyresös Bank saßen zu Beginn mit Sembrant, Elaine und der ohnehin nach Meghan Klingenbergs zur zweiten Wahl gewordenen Annica Svensson drei A-Nationalspielerinnen und zwei U19-Europameisterinnen.

Tyresö kam aggressiver und entschlossener aus der Pause und das Spiel geriet zur Show. Zweimal Marta, Meghan Klingenberg und Madelaine Edlund erhöhten mühelos auf 5:0, Örebro hatte nichts mehr entgegenzusetzen. Während Tyresö nun mit 49:10 Toren sowohl den besten Sturm wie auch die beste Abwehr hat, bleibt Örebro Zehnter und nur noch Djurgården hat zwei Tore mehr reinbekommen als man selber. Von den 42 Gegentoren gingen 12 auf das Konto von Tyresö, das ja das Hinspiel 7:0 gewonnen hatte.

Tyresö legt nach

Line Röddik Hansen schießt das 1:0 für Tyresö

Keine Blöße gab sich Tyresö FF gegen Linköpings FC. Die Gäste hatten vor über 2.000 Zuschauern nicht den Hauch einer Chance am Tyresövallen und verloren durch Tore von Line Röddik Hansen, Caroline Seger und Marta, alle in der ersten Halbzeit, mit 0:3. Es hätte wesentlich schlimmer kommen können, aber Tyresö tat in der zweiten Hälfte nur noch das Notwendige, um die drei Punkte ohne Reibungsverlust einzufahren.

Seitdem der neue Trainer Tony Gustavsson im Amt ist hat Tyresö somit in fünf Pflichtspielen fünf Siege und 24:5 Tore eingefahren. Und während Malmö eigentlich immer durch Tore von Ramona Bachmann und Anja Mittag gewinnt (so war es beim 5:3 in Linköping und 3:0 in Kristianstad) sind die Torschützen bei Tyresö sehr gleichmäßig verteilt.

Dabei gibt es in der Abwehr durchaus Probleme, durch Verletzungen. Heute spielten Karin Lissel und Emilia Appelquist in der Mitte. Johanna Frisk ist immer noch verletzt, auch Linda Sembrant fiel wieder aus. Das Mittelfeld allerdings mit Elaine, Lisa Dahlkvist, Caroline Seger, Vero Boquete und Marta dürfte allerdings einer der besten Mannschaftsteile in einer europäischen Vereinsmannschaft sein und steht weder Lyon noch Frankfurt in irgendetwas nach. Auf der rechten Abwehrposition kam heute Meghan Klingenberg zum Einsatz, die Annica Svensson auf die Bank verdrängt hat. Und Klingenberg ist auch die bessere Wahl, schneller, beweglicher und auch noch aggressiver als die schwedische Nationalspielerin, die nun ebenso zweite Wahl ist wie die holländische Klassespielerin Kirsten van de Ven. Um den Betriebsfrieden aufrech zu erhalten, wurden beide in der enttäuschenden zweiten Halbzeit eingewechselt.

Apropos enttäuschend. Linköping enttäuschte auf der ganzen Linie. Nilla Fischer, die gegen andere Gegner noch eine gute Rolle in der ungewohnten Innenverteidigungsposition gespielt hatte, wurde heute von Marta und Vero aufgezeigt, wie unbeweglich sie ist. Als Rammbock im defensiven Mittelfeld ist sie besser geeignet, aber durch die vielen Verletzungen bei Linköping (Charlotte Rohlin, Linda Sällström, Tilda Heimersson) müssen Positionen geändert werden. Auf der Bank starteten heute Lisa DeVanna und Emma Lundh, die beide nicht mannschaftsdienlich genug gespielt haben. Beide kamen rein, DeVanna vergab die beste Chance mit einem Distanzschuss übers Tor. Auf das Tor von Carola Söberg, die wohl NICHT von Hope Solo ersetzt werden wird, kam ein einziger Schuss. Über fehlende Arbeit beklagen konnte sich indes nicht Sofia Lundgren, die beim ersten Tor von Röddik nicht gut aussah, dafür aber in der zweiten Halbzeit eine Glanzparade gegen einen Schuss von Marta zeigte. Tyresö hätte hier durchaus 5, 6:0 gewinnen können, wenn man nur gewollt hätte. Alles läuft auf den abschließenden Showdown in Malmö hinaus. Siegen beide Teams weiter bis dahin, muss Tyresö am 3. November in Malmö gewinnen und wird schwedischer Meister. Meiner Meinung nach ist die gesammelte individuelle Klasse Tyresös größer. Denn in Malmö sitzen noch keine schwedischen Nationalspielerinnen auf der Bank.