Ausgesprochen

Es war denn dann wohl doch zu brisant, was sich gestern nach dem Spiel Polen – Schweden zwischen Trainerin Pia Sundhage und Spielerin Kosovare Asllani abgespielt hat. Asllani beklagte sich Journalisten gegenüber, dass sie nicht spielen durfte und sagte unter anderem, dass sie wohl gespielt hätte, wenn sie einen gewissen anderen Namen hätte und singen und tanzen würde (gemeint war Ex-Bayern-Spielerin Olivia Schough).

Sundhage wurde noch im Stadion von Journalisten darauf angesprochen.

Der schwedische Fußballverband beschloss, die Sache schnell zu lösen und schon im Hotel gab es ein Gespräch zwischen Trainerin und Spielerin und spät am Abend dann eine Nachricht auf der Homepage des Verbands: ‘Sundhage: “Es war ein gutes Gespräch.”‘

“Die Fragen, die ich nach dem Spiel bekam, erstaunten mich. Das führte zu einem Gespräch mit Kosse und es war ein gutes Gespräch,” so Sundhage.

Die PSG-Stürmerin selber wird zitiert: “Es war gut, mit Pia zu reden. Bei mir haben Gefühle die Oberhand bekommen. Jetzt haben wir das geklärt.”

Das klingt, bei aller Liebe zu Sundhage und Asllani, wie vom Pressereferat ausgedacht, um der Öffentlichkeit eine Einheit vorzuspielen, die so doch nicht existieren kann.

Asllanis Äußerung in Richtung Schough ist damit nicht aus der Welt. In der Tat gibt es seit längerem kritische Stimmen, die Nominierungspraxis der Trainerin betreffend. Kritische Stimmen, zu denen auch dieses Blog zählt.

Es ist in der Tat unverständlich, warum eine Handvoll Spielerinnen trotz alles andere als überragender Leistungen jedes Mal nominiert und gar aufgestellt wird, während junge Talente mal ein- dann wieder ausfgeladen werden und keine klare Perspektive für sich sehen.

Die Kaderzusammensetzung ist mittlerweile auch häufiger Gesprächsthema unter Spielerinnen der Damallsvenskan. Erfahrene Spielerinnen können durchaus einschätzen, welche Nominierungen unverständlich sind und sich fragen, warum andere Spielerinnen einfach nicht nominiert werden. Ich habe in letzter Zeit selber mehrfach erlebt, dass Spielerinnen mich (?!)  gefragt haben, ob ich ihnen erklären könnte, warum Spielerin X oder Spielerin Y jedes Mal in die Nationalmannschaft berufen würde. Das ist kein gutes Signal und der jüngste Eklat sollte beim Trainerteam zu Nach- und Umdenken führen, denn es gilt, das beste Team nach Kanada zu schicken.

Asllani sauer trotz 4:0-Sieg

Erwartet einfach gestaltete sich das drittletzte WM-Qualispiel der schwedischen Nationalmannschaft. Mit einem ungefährdeten 4:0-Sieg kam dabei die Equipe von Pia Sundhage dem Ziel Kanada 2015 einen weiteren Schritt näher.Lotta Schelin hatte in der ersten Halbzeit das Spiel schon nach acht Minuten im Prinzip entschieden, Treffer von Schelin, Kosovare Asllani und Linda Sembrant machten dann in der Nähe von Gdansk noch eine klare Sache draus.

Nun bleiben noch Spiele gegen Bosnien-Herzegowina und Schottland in Göteborg Mitte September. Sollten die Schwedinnen aus diesen Begegnungen mindestens vier Punkte holen, dann sind sie für die WM direkt qualifiziert.

Aber trotz des Erfolgs kam es zum Eklat. Denn nach dem Spiel zeigte sich PSG-Stürmerstar Kosovare Asllani sauer darüber, dass sie nicht von Anfang an spielen durfte.

“Wenn ich anders heißen würde und gelacht und getanzt hätte, dann hätte ich wohl von Beginn an gespielt,” so Asllani nach dem Spiel. Eine deutliche Anspielung auf die heute überraschend von Anfang an eingesetzte Olivia Schough, die nach Aussage von Sundhage im Training den besseren Eindruck gemacht hatte.

Kosovare Asllani ging noch weiter und sagte auch, dass sie glaube, dass Sundhage ein persönliches Problem mit ihr habe. “Da ist was zwischen uns und das ist seit einer Weile so. Es ist ein Fragezeichen. Bei der WM will man ja dabei sein, aber danach müssen wir weitersehen.”

Pia Sundhage zeigte sich von der unerwarteten Kritik Asllanis überrascht. Sie lobte die in Paris spielende Stürmerin auch für ihren Einsatz in der zweiten Halbzeit und meinte, das Gesagte müsse für Asllani stehen. Sundhage sagte weiter, sie glaube nicht, dass es vor den letzten beiden Spielen eine Spaltung in der Nationalmannschaft geben werde.

Aber der deutliche Seitenhieb Asllanis auf Schough wird zumindest das Binnenverhältnis der beiden Spielerinnen nicht gerade verbessern.

Dass Pia Sundhage wie gewohnt mit jungen Spielerinnen umgeht, nämlich Supertalent Marija Banusic wie erwartet nicht einmal auf der Bank sitzen durfte, ist typisch. Vermutlich wird die 18-Jährige auch gegen Bosnien und Schottland gar nicht wieder nominiert. Das Ein- und Ausladen ist seit geraumer Zeit gängige Praxis.

Wichtiger ist es jedoch, dass sich Pia Sundhage und Kosovare Asllani zusammensetzen und ihre Probleme bereinigen. Denn die Spielerdecke der ersten Garnitur ist dünn und Asllani gehört definitiv dazu.

 

 

Kader gegen Polen

Es bleibt dabei, ich kann mich mit Pia Sundhages und Lillie Perssons Personalpolitik nicht anfreunden und ich verstehe sie auch nicht. Oder, ich beginne sie zu verstehen, halte sie aber teilweise für falsch.

Gestern Nachmittag um 14.00 Uhr gab Sundhage auf einer Pressekonferenz des schwedischen Fußballverbands in Solna den Kader für das am 21.08. in Gdansk stattfindende WM-Qualifikationsspiel gegen Polen bekannt.

Nominiert sind:

Tor: Hedvig Lindahl (Kristianstads DFF), Carola Söberg (Avaldsnes IL/N), Stephanie Öhrström (Bardolino Verona)
Abwehr: Emma Berglund (Umeå IK), Amanda Ilestedt (FC Rosengård), Lina Nilsson (FC Rosengård), Marina Pettersson Engström (KIF Örebro), Linda Sembrant (Montpellier), Sara Thunebro (Eskilstuna)
Mittelfeld und Angriff: Emilia Appelquist (Piteå IF), Kosovare Asllani (PSG), Marija Banusic (Kristianstad), Lisa Dahlkvist (Avaldsnes IL), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz Pettersson (Eskilstuna), Antonia Göransson (Vittsjö), Sofia Jakobsson (Montpellier), Emma Lundh (AIK), Lotta Schelin (Lyon), Olivia Schough (Rossiyanka), Caroline Seger (PSG), Therese Sjögran (Rosengård)

Der Kader umfasst 23 Spielerinnen, gegen England zuletzt waren Öhrström, Pettersson Engström, Banusic und Schough nicht dabei. Rausgeflogen aus dem Englandkader sind Magdalena Ericsson, Nilla Fischer (Gesperrt), Fridolina Rolfö, Jenny Hjohlman und Elin Wahlström.

Sundhages und Perssons Ärger nach dem 0:4 gegen England, als die dem Team mangelnden Kampgeist vorwarfen, nach dem Spiel aber “ein sehr gutes Gespräch” hatten, hat sich also vor allem auf diejenigen ausgewirkt, die gegen England gar nicht gespielt haben. Rolfö und Wahlström durften erstmals schnuppern und sind erst gar nicht wieder dabei. Nun dürfen Banusic und Pettersson Engström wiederkommen, aber es ist mehr als zweifelhaft, ob etwa Marija Banusic nur eine einzige Spielminute bekommen wird. Denn Pia Sundhages Personalpolitik beinhaltet, dass sie junge Spielerinnen mal dazukommen lässt, dann aber wieder mit Arbeitsaufträgen zurückschickt. Sowohl im Fall Rolfö wie auch schon jetzt wieder vorab bei Banusic hat sich die Trainerin kritisch über die Physis der Nachwuchstalente geäußert.

Sonderlich viel Mut zu Neubesetzungen hat Pia Sundhage auch schon nicht als Trainerin der USA gehabt. Christen Press etwa, die ich für eine der weltbesten Stürmerinnen halte, bekam unter Sundhage keine einzige Spielminute und kam dann erst unter dem bereits geschassten Nachfolger Tom Sermanni zum Spiel und erzielte gleich in ihrem ersten Länderspiel zwei Tore. Seitdem ist sie in der Truppe neben Abby Wambach, Sydney Leroux und Alex Morgan nicht mehr wegzudenken.

Pia Sundhage hatte in den Trainingslagern vor der EM jeweils weibliche Persönlichkeiten aus anderen Bereichen dabei, etwa Schauspielerin Inger Nilsson (Pippi Langstrumpf), Skiolympiasiegerin Anja Pärson oder Sängerin Louise Hoffsten oder Hochspringerin Kaisa Bergquist. Sie ist bekanntermaßen immer wieder für einen alten Klassiker auf ihrer abgewetzten akustischen Gitarre gut, aber was Personalentscheidungen angeht, zeigt sie ähnlich viel Loyalität wie ihr Vorgänger Thomas Dennerby zu seinen Favoritinnen.

Sara Thunebros defensive Qualitäten werden mit den Jahren nicht besser, mit Magdalena Ericsson gibt es hier eine 14 Jahre jüngere, interessante Alternative, die man aufbauen sollte, anstatt sie durch Nominierungen und Streichungen, rein und raus, zu verunsichern. Bei der WM in Kanada wird Thunebro nicht unbedingt schneller sein als heute.

Die ständigen Nominierungen von Sofia Jakobsson, Antonia Göransson und Olivia Schough zuungunsten von hochtalentierten Akteuren wie Lina Hurtig, Fridolina Rolfö, Marija Banusic, Jenny Hjohlman sind ebenfalls kaum nachzuvollziehen. Schough, so wird in Spielerkreisen gemunkelt, wird vorwiegend als Spaßmacherin, analog zu Lukas Podolski in der deutschen Männermannschaft, nominiert. Als Stürmerin hatte sie bei ihren letzten beiden Vereinen Bayern München und Kopparberg/Göteborgs FC keinen Stammplatz.

Auch Sofia Jakobssons Karriere ist sichtlich abgebremst. Aus der Überfliegerin der U19-EM 2009, die Schweden damals mit drei Toren im Halbfinale gegen Frankreich ins Finale schoss ist ein Dauertalent geworden, das im Wesentlichen von den nun fünf Jahre alten Meriten lebt. Dennoch kassiert sie Nominierung nach Nominierung.

Antonia Göransson kam in Potsdam kaum aufs Feld in der letzten Saison, weshalb sie auch letztlich nach Vittsjö gegangen ist. Auch ihr ist der Durchbruch in der Natio noch nicht gelungen.

Und so muss Sundhage weiterhin auf die 37-Jährige Therese Sjögran setzen, die jedwede Konkurrenz von Jakobsson, Schough oder Göransson mit der linken Hand lässig abwinken kann, weil sie einfach besser als die Drei ist und inzwischen neben Lotta Schelin zweite Spitze spielt.

Würde es gelingen, Marija Banusic zu entwickeln und zu integrieren, würde Sjögran ins Schwitzen kommen. Denn die weniger als halb so alte Banusic ist eine unglaublich treffsichere Stürmerin mit einem Klasseschuss – rechts wie links. Natürlich muss sie noch dazu lernen, aber die Gelegenheit dazu gibt man ihr bislang nicht. Vielleicht nach der WM.

Und so redet man sich das 0:4 dann doch schön. Man wisse, dass man viel besser sei. Ein schlechtes Spiel mache eine gute Mannschaft nicht vom einen auf den anderen Tag zu einer schlechten. man habe gute Gespräche gehabt. Dabei wurde Schweden dieses Jahr schon vier Mal besiegt, sehr klar durch Frankreich und England und knapp von Japan und Island (!). Und auch die Niederlagen gegen Frankreich und Island waren diskutabel. Frankreich in der Vorsaison und ohne einige Stammspielerinnen, aber man kann sich fragen, warum Sundhage und Persson einen Termin gegen Frankreich akzeptieren, an dem die eigene Mannschaft also quasi mit Ansage durcheinandergewirbelt und abgeschossen wird. Warum das eigene Selbstvertrauen schwächen und das der Französinnen für 2015 aufbauen?

Die WM-Quali wird kein Problem. Bei der WM aber wird es, auch mit Pia Sundhage, wohl kaum eine Medaille geben, wenn den Arrivierten nicht mehr Druck gemacht wird. Vergessen wir nicht, dass es die Leistungsträgerinnen waren, der Kern der Mannschaft, der am Sonntag in Hartlepool untergegangen ist und keine Führungsspielerin hat in irgendeiner Weise das Blatt wenden können. Das ist kein gutes Zeichen.

 

 

 

 

Nordkorea nächste Station für Pia Sundhage?

Am Wochenende hat ein Interview mit Pia Sundhage in Schweden für Aufregung gesorgt. In der fünften Folge von “Heja Sverige!”, einem Podcast des schwedischen Fussballverbands, den der 26-Jährige Komiker und Journalist Soran Ismail moderiert, anwortete Sundhage auf die Frage, welche Nationalmannschaft sie denn gerne nach Ende ihres Vertrags mit dem SvFF (Schwedischer Fusballverband) trainieren würde: “Nordkorea.”

Sie wäre einmal in Pyönjang gewesen, so Sundhage und habe ein Training gesehen. Auf der einen Hälfte habe eine Jungenauswahl trainiert, auf der anderen Hälfte des Platzes habe eine Mädchenmannschaft trainiert Da sei Ordnung gewesen, schnelle Pässe und viel Technik. Aber man käme ja in das Land nicht hinein. Sicherlich hätte Pia Sundhage hier besser vorher nachgedacht. Nordkorea ist eine der schlimmsten Dikaturen der Welt und selbst wenn die 53-Jährige bekennende Kommunistin ist, so sollte sie nicht dazu beitragen, das menschenverachtende Regime der Kim-Dynastie in irgendeiner Art zu verharmlosen.

Aber das Interview dauerte eine Stunde und sechs Minuten, aber es sind natürlich diese 45 Sekunden ds Gesprächs, die zu Schlagzeilen führten. In der übrigen Zeit geht es viel um die Kindheit und Jugend Pia Sundhages, wie schwer es Mädchen damals hatten und Ismail fragt Sundhage, ob denn nicht ein bisschen “gesunder Hass” auf den Gegner auch im Frauenfussball gut wäre, zumal Fussball ja eine Art Ersatzkrieg sei, was Sundhage kategorisch verneint. “Ehrlich gesagt, ich verstehe dich nicht,” sagte sie zu Ismail. “Vielleicht ist das ja ein männliches Bedürfnis, aber Hass hat im Fussball nichts zu suchen.”

Pia Sundhage äusserte sich auch über den Hass, der dem Frauenfussball immer wieder im Internet entgegengebracht wird und zeigte sich auch hier ratlos, aber kämpferisch. “Das Schlimme ist, dass viele von den jungen Männern, die so voller Hass und Abscheu sind, selber Fussball spielen und den Sport toll finden und dass sie es völlig ok finden, die Hälfte der Bevölkerung, ihre Mütter und Schwestern und Freundinnen von diesem Spass auszuschliessen.”

Soran Ismail hat auch früher schon mit Lotta Schelin, Kosovare Asllani, Nilla Fischer und Caroline Seger gesprochen. Das Gespräch mit Pia Sundhage war vor drei Monaten (!) aufgezeichnet worden und wurde also jetzt erst online gestellt.

 

Einen Schritt näher

Die schwedische Nationalmannschaft ist der WM 2015 in Kanada einen großen Schritt näher gekommen. Durch Tore der beiden PSG-Spielerinnen Caroline Seger und Kosovare Asllani (2) gewann das Team von Pia Sundhage letztlich souverän und hochverdient mit 3:1 in Motherwell gegen die bis dahin ebenfalls noch verlustpunktfreien Schottinnen. Kim Little hatte zwischenzeitlich Segers Führung durch einen Handelfmeter ausgleichen können.

Die Schottinnen begannen druckvoll und agressiv und drängten die Schwedinnen gut 20 Minuten lang nach hinten, aber mit zunehmender Spieldauer kamen die individuell insgesamt besser besetzten Skandinavierinnen immer besser ins Spiel und letztlich entschied die individuelle Klasse von Kosovare Asllani, die sich auf ihrer in der Natio bislang ungewohnten Mittelfeldrolle äußerst wohlfühlte. Der Pfosten verhinderte einen dritten Treffer der Schwedin.

“Das erste Tor war schöner. Hanna Folkesson schoss aus der Distanz und ich habe den Ball dann entscheidend abgefälscht. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben Geduld bewiesen. Ich denke, im Mittelfeld hat es gut funktioniert, ich konnte ganz gute Impulse geben. Ich spiele sicher am liebsten Stürmerin, aber sich anpassen zu können, ist doch was, das passt gut in meinen Lebenslauf,” sagte Aslanni nach dem Spiel dem schwedischen Radio.

Die Begegnung zeigte auch, dass der Abstand zwischen den führenden Frauenfußballnationen und der zweiten Reihe nach wie vor bedeutender ist, als man das eventuell nach den ersten Gruppenbegegnungen angenommen hatte. Dazu mehr später.

Caroline Seger zu PSG?

14035858111_1dd337317f_bAm 8. April verkündete Tyresö FF, dass es aufgrund seiner finanziellen Schwierigkeiten den Spielerinnen Marta, Caroline Seger und Carola Söberg ermöglichen werde, schon nach dem Champions-League-Finale in Lissabon am 22.05. zu einem neuen Verein zu wechseln.

Drei Alternativen sind seitdem im Umlauf gewesen: Paris Saint-Germains, Avaldsnes in der norwegischen Provinz und die USA.

Die Zeitung Aftonbladet meldet heute Morgen unter Berufung auf sichere Quellen, dass Caroline Seger in den nächsten Tagen einen Vertrag mit PSG unterschreiben wird und somit Mannschaftskameradin von Kosovare Asllani, Linda Bresonik und Annike Krahn werden wird.

In Sachen Marta gibt es noch nichts Neues, aber auch hier wären Paris und Avaldsnes möglich. Paris ist sicher als Wohnort attraktiver, aber in Norwegen bei Millionär Arne Utvik spielen schon drei Landsfrauen.

 

Sundhages Kader

Pia Sundhage bat zur Pressekonferenz nach Solna und gab den Kader für das WM-Qualifikationsspiel am 5. April im Shamrock Park zu Portadown (knapp 40 km südwestlich von Belfast) bekannt. Nominiert sind:

Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Nilla Fischer, Lina Nilsson, Charlotte Rohlin, Elin Rubensson, Jessica Samuelsson, Linda Sembrant, Sara Thunebro, Emilia Appelqvist, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Sofia Jakobsson, Emma Lundh, Lotta Schelin, Olivia Schough, Caroline Seger, Therese Sjögran.

Rosengårds Elin Rubensson erhielt ein Sonderlob Sundhages für ihr tolles Spiel gegen die USA beim Algvarve-Cup, wo sie Heather O’Reilly einen schweren Stand bereitete.

“Elin war ein sehr angenehmes und nettes Ausrufezeichen an der Algarve,” so Sundhage auf der Homepage des SvFF. Wir finden, dass sie sowohl links wie rechts spielen kann. Dann werden wir mal sehen, wo sie im Verein landet. Aber sie kann unglaublich gut werden,” so Sundhage voller Anerkennung.

Elin Rubensson hat auch schon im Verein von ihrer angestammten Stürmerposition kommend als Außenverteidigerin spielen dürfen (müssen). In der Nationalmannschaft startete Schweden zuletzt mit Elin Rubensson und Jessica Samuelsson auf den Außenverteidigerpositionen. Möglicherweise wird die Luft für Lina Nilsson und die bald 35-Jährige Sara Thunebro dünner.

Am 8. Mai findet dann das Rückspiel gegen die Nordirinnen in Växjö statt. Alles andere als sechs Punkte ohne Gegentor wäre eine große Überraschung.

Pia Sundhage fasste auch das Turnier an der Algarve kurz zusammen: “Es gab gleihermaßen Wein wie Wasser an der Algarve. Man kann sagen, dass ein Eindruck war, dass Motivation gegen Klasse gewinnt. Das sage ich und denke dabei sowohl an unseren Sieg über die USA wie auch den Sieg Islands über uns.”

Algarve

Unter der Woche hat Pia Sundhages Assistentin Lillie Persson in Abwesenheit der Chefin den Kader für den alsbald in Portugal auszuspielenden Algarve-Cup bekanntgegeben.

Die schwedische Mannschaftsführung setzt auf albewährte Kräfte:

Tor: Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Stephanie Öhrström

Abwehr: Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Emmelie Konradsson, Lina Nilsson, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Linda Sembrant, Sara Thunebro

Mittelfeld und Angriff: Emilia Appelqvist, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Sofia Jakobsson, Emma Lundh, Elin Rubensson, Lotta Schelin, Olivia Schough, Caroline Seger, Therese Sjögran

Ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft hat am selben Tag Josefine Öqvist erklärt. Die 30-Jährige will sich mehr um ihre Tochter kümmern und setzt daher nur noch auf das Spiel mit ihrem Verein SC Montpellier.

Eine ehemalige Nationalspielerin ist schwanger und verpasst deshalb die kommende Saison. Stina Segerström, die 31-Jährige Abwehrspielerin von Kopparberg/Göteborgs FC, erwartet ihr erstes Baby. Herzlichen Glückwunsch!

 

Gegen Frankreich

Am 08.02. wird die schwedische Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel im neuen Jahr bestreiten. Gegner außerhalb von Paris ist Frankreich.

In Abwesenheit von Cheftrainerin Pia Sundhage, die in den USA eine zweimonatige Gastprofessur wahrnimmt (sie wird zum Algarve-Cup wieder beim Team sein) benannte Co-Trainerin Lillie Persson folgenden Kader für das Frankreich-Spiel:

Tor: Hedvig Lindahl, Carola Söberg, Stephanie Öhrström

Abwehr: Magdalena Ericsson, Nilla Fischer, Amanda Ilestedt, Emmelie Konradsson, Charlotte Rohlin, Sara Thunebro

Mittelfeld & Angriff: Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Emma Lundh, Lina Hurtig, Elin Rubensson, Olivia Schough, Lotta Schelin, Caroline Seger, Therese Sjögran, Josefine Öqvist.

Zurückgekehrt ist Carola Söberg. Im Tor gibt es nach dem Bandscheibenvorfall von Sofia Lundgren und dem Rücktritt von Kristin Hammarström Besetzungsprobleme und die nicht gerade stabile Hedvig Lindahl ist nun wieder die Nummer 1.

Die wieder genesene Emma Berglund wurde noch nicht berücksichtigt, ebensowenig Tyresös Linda Sembrant, die in der Champions League schon starke Spiele im Herbst gemacht hat.

Im Angriff darf man gespannt sein, ob Persson Supertalent Lina Hurtig testen wird. Die neuerliche Nominierung von Emma Lundh zeigt, dass das als schwierig geltende ewige Talent Lundh offenbar beim letzten Lehrgang überzeugt hat. Die mittlerweile 24-Jährige verfügt über eine manchmal geniale Spielintuition, hat aber den Durchbruch immer noch nicht geschafft.

 

Peinliche Absage

Es ist eine bittere Niederlage für Pia Sundhage. Zehn Vereine der Damallsvenskan weigerten sich, ihre Nationalspielerinnen für das in Växjö geplante Trainingslager abzustellen. Der Zeitraum 12.-16.01. ist zwar ein sogenanntes FIFA-Fenster, aber da Schweden kein Länderspiel bestreitet, können die Vereine der charismatischen Trainerin ihre Zusage verweigern, was sie also auch taten.

Dagegen hatten Turbine Potsdam, der VfL Wolfsburg, BV Cloppenburg, Bayern München, Olympique Lyonnais und Paris Saint-Germains ihre Spielerinnen bereits freigestellt. Lotta Schelin, Kosovare Asllani, Nilla Fischer und Co. wären also gekommen, aber Emmelie Konradsson, Malin Reuterwall, Elin Rubensson und Co. wurde es verboten.

Was für ein Gesichtsverlust für Pia Sundhage. Man kann sich fragen, was diesen tiefen Graben verursacht hat, der offenbar zwischen der Führung der Nationalmannschaft, deren erste Vertreterin die zweifache Olympiasiegertrainerin ist, und den Vereinen der Liga besteht? Denn dies schadet dem Ansehen des schwedischen Fußballs, keine Frage und man fragt sich, wie die weitere Zusammenarbeit zwischen Pia Sundhage und “ihren” Trainern in der Heimat verlaufen soll.

Der Verband ergab sich heute und sagte das Trainingslager aufgrund des Boykotts ab. Nationalmannschaftschefin Marika Domanski Lyfors: “Es wäre nicht richtig, die ausländischen Spielerinnen zu einem Lehrgang einzubestellen, an dem dann praktisch keine einheimischen Spielerinnen teilnehmen.”

Und Pia Sundhages Assistentin Lillie Persson: “Dieser Lehrgang sollte einigen Spielerinnen die Möglichkeit geben, sich mit den allerbesten zu messen. Spielerinnen, die es bislang nicht geschafft hatten, in eine 18er-Formation hereinzukommen, die wir zu Länderspielen nominieren. Darüber hinaus war der Lehrgang als wichtiger fysiologischer Test im Hinblick auf die WM 2015 geplant.”

Der nächste Lehrgang findet nun vom 6.-9. Februar in Stockholm (Bosön) statt. Sicherheitshalber hat man nun schnell ein Auswärts-Länderspiel (Gegner wird noch bekanntgegeben) vereinbart, um nicht eine neuerliche Blamage hinnehmen zu müssen.

Wieder mal auf Bosön

Die schwedische Nationalmannschaft beendet das Jahr 2013 nicht mit Qualifikationsspielen zur WM, sondern mit einem ausgiebigen Trainingslager, seit einigen Jahren auch gerne Lehrgang genannt, auf Bosön in der Nähe von Stockholm.

Recht abgeschieden von der Öffentlichkeit, die dennoch zugelassen wäre, lässt es sich hier, in einem der Leistungszentren des schwedischen Spitzensports arbeiten. In der “Vinnarhallen” (Siegerhalle) gibt es einen vollgroßen, überdachten Kunstrasenplatz.

Pia Sundhage und ihre Assistentin Lillie Persson, in der Öffentlichkeit treten die Beiden in skandinavischer Eintracht immer mehr als nahezu gleichberechtigtes Team auf, hatten 28 Spielerinnen eingeladen, von denen eine ganze Reihe abgesagt, eine ganze Reihe nachnominiert wurden.

Kristin und Marie Hammarström waren im ersten Kaderentwurf dabei, beendeten dann aber, wie sich das für eineiige Zwillinge gehört, am selben Tag ihre Karrieren.

Abgesagt haben auch Charlotte Rohlin, Elin Rubensson, Josefine Öqvist, Carola Söberg, Marija Banusic und Josefin Johansson.

Auf Bosön dabei sind jetzt:

Hedvig Lindahl (Kristianstads DFF), Malin Reuterwall (Umeå IK), Stephanie Öhrström (Bardolino Verona)

Mia Carlsson (Kristianstads DFF), Magdalena Ericsson Linköpings FC), Nilla Fischer (VfL Wolfsburg), Amanda Ilestedt (LdB FC Malmö), Elin Landström (Umeå IK), Lina Nilsson (LdB FC Malmö), Marina Pettersson Engström (KIF Örebro), Sara Thunebro (vereinslos)
Petra Andersson (AIK), Emilia Appelqvist (Piteå IF), Kosovare Asllani (Paris SG), Lisa Dahlkvist(Tyresö FF), Hanna Folkesson (Umeå IK), Antonia Göransson (Turbine Potsdam), Jenny Hjohlman, Lina Hurtig (beide Umeå IK), Sofia Jakobsson (BV Cloppenburg), Emmelie Konradsson (Umeå IK), Emma Lundh (AIK), Elin Magnusson (KIF Örebro), Lotta Schelin (Olympique Lyonnais), Olivia Schough (Kopparberg/Göteborgs FC), Caroline Seger (Tyresö FF), Therese Sjögran (LdB FC Malmö).

 

Morgen gegen England

Fischer

Kopfbälle von Nilla Fischer wie hier gegen Brasilien wird man bei der EM wohl öfter sehen

Morgen spielt Schweden seine Generalprobe gegen England. Und wie es in Schweden auch unter Vorgänger Thomas Dennerby Tradition war, so gab auch Pia Sundhage heute ihre Startelf bekannt, die wohl der EM-Truppe sehr nahe kommen dürfte, die am kommenden Mittwoch gegen Dänemark das Turnier eröffnen wird.

Es spielen:

1 Kristin Hammarström, 18 Jessica Samuelsson, 5 Nilla Fischer, 2 Charlotte Rohlin, 6 Sara Thunebro, 14 Josefine Öqvist, 20 Marie Hammarström, 16 Caroline Seger, 11 Antonia Göransson, 8 Lotta Schelin, 9 Kosovare Asllani.

Da Sundhage vor einigen Wochen gesagt hatte, dass niemand an der EM teilnehmen werde, der noch kein A-Länderspiel hätte, wird fest mit dem Einsatz von Amanda Ilestedt und Jenny Hjohlman gerechnet. Innenverteidigerin Ilestedt könne aber duchaus im zentralen defensiven Mittelfeld spielen, so die Trainerin, die ihrem Abwehrpaar Rohlin/Fischer so viele Spielminuten wie nur möglich geben will.

Nilla Fischer wurde ja erst von Pia Sundhage zur Innenverteidigerin umgeschult, war vorher Mittelfeldspielerin. Die 28-Jährige wird übrigens dieses Jahr auch noch ihre langjährige Freundin heiraten, vermeldet Aftonbladet. “Wir heiraten im Winter und dem sehen wir schon jetzt mit großer Freude entgegen, so Fischer.

Schwedens Kader – wenig Überraschungen

Therese Sjögran, Fußballerin des Jahres 2010 (Archivbild)

Therese Sjögran, Fußballerin des Jahres 2010 (Archivbild)

Beim großen chinesischen Automobilhersteller Volvo (die einstmals urschwedische Automarke gehört der chinesischen Zhejiang Geely Holding Group) in Göteborg gab Pia Sundhage in einer vom EM-Fernsehsender TV4 übertragenen Sendung ihren 23-köpfigen Kader für die EURO 2013 bekannt.

Zwei Überraschungen:

Die 36-Jährige Rekordnationalspielerin Therese Sjögran wurde nominiert, obwohl sie an keinem einzigen Lehrgang Sundhages teilgenommen hat und ihr letztes Länderspiel absolvierte Sjögran am 31.03.2012 in Malmö gegen Kanada. In der Damallsvenskan sitzt die Mittelfeldspielerin unter ihrem sechs Jahre jüngeren Trainer Jonas Eidevall auf der Bank und kam in den elf Spielen dieser Saison bislang auf 238 Minuten Spielzeit, einmal immerhin sogar 41 Minuten beim 2:2 in Piteå.

Wenn Hanna Folkesson und Johanna Almgren sich im Vorfeld der EM nicht verletzt hätten, wäre es wohl nicht zu dieser Nominierung gekommen, aber sie ist schon bemerkenswert. Noch zum Brasilien-Lehrgang hatte Sundhage die beiden Supertalente Lina Hurtig und Marija Banusic eingeladen, die zusammen zwei Jahre jünger sind als Sjögran.

Elin Rubensson, 20 Jahre alte Mittelfeldspielerin und Angreiferin vom selben Verein LdB FC Malmö, wurde von Sundhage zwar gegen die Schweiz im Oktober 2012 noch nominiert, dann aber ausgemustert. Zu Thomas Dennerbys Zeiten hatten noch alle, die etwas auf sich hielten die Nominierung Rubenssons gefordert. Zuletzt beim 2:2 Malmös gegen Tyresö kam die U19-Europameisterin in der zweiten Halbzeit ins Spiel und machte von Beginn an durch glänzende Aktionen auf sich aufmerksam.

Statt der Zukunft wurde die Vergangenheit gewählt, eine Nominierung der einen Monat jüngeren Victoria Sandell Svensson oder der fast zwei Jahre jüngeren Hanna Ljungberg wäre fast ebenso konsequent gewesen. Und warum nicht auch die ein halbes Jahr jüngere Hanna Marklund?

Es ging allerdings hier um den letzten Platz, sagte Sundhage, man habe sich erst am Tag vorher entschieden, dabei ist das nicht unbedingt glaubwürdig, da sich das Gerücht schon lange hartnäckig hielt und auch ehemalige Mitstreiterinnen und jetzt objektive (?) TV-Expertinnen wie Malin Swedberg und Frida Östberg die Nominierung erwarteten bzw. massiv forderten. Die Szene ist klein…

Pia Sundhages Begründung: “Therese hat massenhaft Erfahrung von großen Turnieren, das gab am Ende den Ausschlag. Sie ist die einzige Spielerin im Kader, die nicht viel in ihrem Verein gespielt hat, also so gesehen kann man das möglicherweeise als Risiko ansehen, weil wir nicht wissen, wie sie im Spiel aussieht. Ich erwarte von ihr, dass sie vom ersten Aufwärmen bis zum letzten alles gibt.” klingt nicht sehr überzeugend.

Überraschung zwei ist Jenny Hjohlman, die talentierte Stürmerin von Umeå IK mit Vergangenheit beim jetzigen Zweitligaschlusslicht Sundsvalls DFF. Die hat noch nie für Schweden gespielt und getreu dem Motto, wat jeht mich denn mein Jequatsche von jestern an (Altkanzler Adenauer) nimmt Pia Sundhage die 24-Jährige mit. Denn sie hatte erst vvor Wochenfrist gesagt, dass niemand, der noch nicht für Schweden gespielt hätte, mit zur EM komme. Aber Hjohlman kann ja Anfang Juni gegen England in Stenungssund bei der Generalprobe ein paar Minuten bekommen.

Der Kader:

Tor: Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Hedvig Lindahl

Abwehr: Jessica Samuelsson, Lina Nilsson, Stina Segerström, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Sara Thunebro, Amanda Ilestedt

Mittelfeld: Caroline Seger, Lisa Dahlkvist, Antonia Göransson, Therese Sjögran, Elin Magnusson, Olivia Schough, Marie Hammarström, Emmelie Konradsson, Josefine Öqvist.

Angriff: Lotta Schelin, Kosovare Asllani, Sofia Jakobsson, Jenny Hjohlman

 

Startelf gegen Brasilien

In siebzehn Stunden hört eine leicht veränderte Nationalelf die Nationalhymnen auf dem Rasen des Söderstadions in Stockholm. Schweden gegen Brasilien.

Pia Sundhage tritt mit folgender Startformation an.

Sofia Lundgren, Lina Nilsson, Charlotte Rohlin, Nilla Fischer, Sara Thunebro, Marie Hammarström, Caroline Seger, Antonia Göransson, Josefine Öqvist, Kosovare Asllani, Lotta Schelin.

Lundgren spielt anstelle von Kristin Hammarström, die eine leichte Blutung an der Hüfte hatte. Jessica Samuelsson, zuletzt gut gegen Norwegen, ist leicht am Knie verletzt, weshalb Malmös Lina Nilsson starten darf. Und Josefine Öqvists Einsatz ist wohl keine Überraschung.

Interessant wird sein, ob Sundhage einem der beiden Youngster Lina Hurtig oder Marija Banusic eine Chance gibt.