Jitex verliert Rolfö und Rehn

Nachdem man durch das 1:0 über Kristianstad am Sonntag wohl den Klassenerhalt gesichert hat, verliert Jitex in der kommenden Saison zwei wichtige Persönlichkeiten.

Wie die Zeitung Expressen meldet, geht U19-Europameisterin (von 2012) Fridolina Rolfö kommende Saison zu Linköpings FC und leistet dort ihren Jahrgangsgenossinnen Lina Ringshamre, Jennie Nordin, Pauline Hammarlund und Magdalena Ericsson Gesellschaft. Keine Frage: Ein wichtiger und auch richtiger Schritt für die talentierte offensive Mittelfeldspielerin und Stürmerin. Ihre Verpflichtung setzt ein weiteres Fragezeichen hinter den Verbleib von Linda Sällström, deren Konkurrenz nach der zweiten Kreuzband-Reha noch größer wird.

Ja und Trainer Stefan Rehn, ehemaliger Fußballnationalspieler, soll fast mit dem Lokalrivalen Kopparberg/Göteborgs FC als Nachfolger des gestern offiziell zurückgetretenen Torbjörn Nilsson einig sein. Für den arg gebeutelten, finanziell schwachen Verein aus Mölndal ist das natürlich schon ein herber Schlag. Rehn war allerdings mit Jitex nicht sonderlich erfolgreich.

Nilla Fischer nach Wolfsburg

Fischer ist ein deutscher Name. Nilla Fischer ist Schwedin, ihre Deutschkenntnisse sind rudimentär. Das könnte sich bald ändern, denn einem Bericht des Sydsvenska Dagbladet zufolge wird die bald 29-Jährige, frischgebackene Abwehrspielerin zu Champions-League-Sieger VfL Wolfsburg wechseln.

Der Zeitung zufolge, die sich auf sichere Quellen beruft, hat Fischer schon einen ab Januar 2014 laufenden Vertrag unterschrieben, Wolfsburg will sie aber offenbar sofort haben. Das allerdings will Linköping nur gegen eine für Frauenfußballverhältnisse saftige Ablösesumme zulassen. Von einem siebenstelligen Kronenbetrag ist da die Rede, mal sehen, ob das Geschäft in den nächsten Tagen zustande kommt. Für Wolfsburg wäre die athletische und kräftige Fischer, die eine der stärksten Spielerinnen Schwedens bei der EM war, sicher eine willkommene Verstärkung. Der Tabellendritte Linköping wäre sicher geschwächt, auch wenn dann neben Charlotte Rohlin vermutlich die talentierte und genesene U19-Europameisterin (von 2012) Jennie Nordin zum Einsatz käme.

Tyresö Favorit

Tyresös Kapitänin Johanna Frisk und Trainer Tony Gustafsson

Tyresös Kapitänin Johanna Frisk und Trainer Tony Gustafsson

Das diesjährige Auftakttreffen der Damallsvenskan fand bei Berns in Stockholm statt. Die Berns salonger, wie das Gebäude eigentlich heißt, stehen schon seit 1863 hier, feiern also dieses Jahr 150-Jähriges Jubiläum. Eine luxuriöse Einrahmung im EM-Jahr, im vergangenen Jahr trafen wir uns noch in einem Scandic-Hotel in Göteborg mit dem Charme der 1980er Jahre.

Wie immer wurde der Vormittag und ein Teil des Nachmittags damit verbracht, dass die beiden Moderatorinnen, Fernsehjournalistin Anna Brolin und Expertin Hanna Marklund Gespräche mit den Trainern und einer oder mehreren Spielerinnen der 12 Clubs der Damallsvenskan führte. Das Erkenntnisinteresse dieser Gespräche ist meist gering.

Am interessantesten Martin Sjögrens deutliche Worte, dass Nilla Fischer zwar aufgrund der Verletzung von Jennie Nordin gegenwärtig Innenverteidigung bei Linköpings FC spielen würde, dass sie aber in der besten Startformation ins Mittelfeld rutschen würde – entgegen dem Willen von Pia Sundhage, die dem Treffen heute wegen Krankheit fernblieb. Sie hätte uns alle nur mit ihrer in Växjö geholten Erkältung angesteckt.

Interessant auch die Äußerungen von Kristianstads kluger Trainerin Elisabet Gunnarsdottir beim Kaffeetrinken, dass ein Grund für den häufigeren Einsatz von ausländischen Spielerinnen in schwedischen Clubs ganz einfach derjenige ist, dass ausländische Spielerinnen häufiger zur Verfügung stehen als hochtalentierte schwedische Spielerinnen. Die Schwedinnen seien dann halt immer wieder auf internationalen Turnieren oder Einsätzen weg, während man die ausländischen Spielerinnen mehr Tage beim Verein hätte. Gunnarsdottir erklärte mir auch das bislang vorhandene Paradox, dass einige sagen, ausländische Spielerinnen seien billiger als schwedische Spielerinnen damit, dass Ausländerinnen oft geringere Gehaltsansprüche hätten als schwedische Spielerinnen, von denen viele das Maß nicht kennen würden, mit dem die Clubs wirtschaften müssten.

Immer noch ist die Isländerin die einzige Frau unter zwölf Männern in der ersten Liga (Vittsjö wird wie im Vorjahr von zwei gleichberechtigten Cheftrainern geleitet).

Wie immer wurden wir mit sogenannten Manometern angehalten, alle möglichen, in diesem Jahr sehr salopp formulierten und teilweise unseriöse Fragen (Bei Piteå galt es auf eine von drei Alternativen zu reagieren: 1) Kommen unter die Top 3 dieses Jahr; 2) Schaffen mal so wieder die Platzierung wie letztes Jahr [8.] und 3) Die steigen ab – dass man sich von 8 kommend bis auf 4 verbessern könnte wurde nicht bedacht; ich fragte mich, wer sich das und schlimmeres ausgedacht hatte) zu beantworten. Vor den Interviews auf der Bühne tippten 64,1% der Anwesenden ca. 120 Personen Tyresö FF als alten und neuen Meister, nachher waren es dann nur noch 52%. Malmö ist klarer Anwärter auf den zweiten Platz. Wenn die Experten Recht behalten, heißen die Absteiger Mallbacken und KIF Örebro.

Göran Havik, der Leiter des OK der EM, hatte natürlich seinen Auftritt und er berichtete von der großartigen Arbeit der lokalen Komitees in Halmstad, Göteborg, Växjö, Kalmar, Linköping, Norrköping und Solna. Bislang seien schon 54.000 von 215.000 Karten verkauft. Insbesonders die schwedischen Spiele haben eine große Nachfrage, die Begegnung zwischen Schweden und Dänemark am 10. Juli in Göteborg ist sogar ausverkauft. Dabei gelte es aber auch, die anderen Spiele zu füllen, das sei die Herausforderung. Man wolle sich dabei nicht mir einer WM oder Deutschland 2011 messen. Aber an den anderen EMs will man sich messen lassen und ist sich im Klaren darüber, dass der Erfolg oder Misserfolg des Turniers an den Zuschauerzahlen gemessen werden wird. Man habe für alle Spiele schon Karten verkauft und so wertete Havik selbst die lediglich 700 verkauften Tickets für das Spiel England – Frankreich am 18. Juli in Linköping als Erfolg. Dabei ist dieses Spiel doch einer der fußballerischen Höhepunkte der Vorrunde. Und die Zahl eher ein Indiz dafür, dass da noch viel Arbeit zu leisten ist, damit es nicht bei der einen oder anderen oder eben bei vielen Begegnungen leere Ränge gibt. Warum das Turnier ausgerechnet im Juli, DEM Urlaubsmonat, wo die Schweden verreisen, stattfindet, hat sich mir auch noch nicht erschlossen, denn die EURO 09 in Finnland fand Ende August / Anfang September statt. Immerhin ist allgemein bekannt, dass etwa 80-90% der Zuschauer eines internationalen Sportereignisses aus dem Gastgeberland kommen.

Am Nachmittag hatte man dann wie immer Gelegenheit, sich mit Trainern und Spielerinnen individuell zu unterhalten. Wie immer verschwand Kopparberg/Göteborgs FC schon fünfzehn Minuten nach Beginn (Zeit für eine Beschwerde), aber die anderen nahmen sich sehr viel Zeit. Und so kann ich in diesem Blog für die kommenden Tage vor Saisonstart Interviews mit Ramona Bachmann (LdB FC Malmö), Anna Westerlund (Piteå IF), Susanne Nilsson (Sunnanå SK) und last, but not least Josefine Öqvist (Kristianstads DFF) ankündigen.

U23: Barrlings Truppe für La Manga

Drei Spiele wird die schwedische U23 im Rahmen ihres Lehrgangs im spanischen La Manga bestreiten. England (28.02.), die USA (02.03.) und Norwegen (04.03.) sind die Gegnerinnen.

Die Malmöerinnen Amanda Ilestedt und Elin Rubensson sind weder in der A-Auswahl von Pia Sundhage noch in Calle Barrlings 20-Köpfiger Truppe für die Spiele in Spanien dabei. Beobachter haben deshalb ihre Chancen für die EM in Frage zu kommen (immerhin waren sie in mehreren Lehrgängen von Sundhage), abgeschrieben.

Dass sie nun nicht einmal bei Barrling auftreten dürfen, liegt aber an LdB FC Malmö. Malmö reist zu einem Trainingslager nach Frankfurt und mit Blick auf das Ende März anstehende K.O.-Duell gegen Olympique Lyonnais will man beide Spielerinnen im Malmöer Team haben und hat deshalb eine Freigabe für Barrlings Mannschaft abgelehnt.

Unter den 20 Spielerinnen sind nicht weniger als 8 (1) Debütantinnen.

Tor: Emelie Almesjö, Jessica Höglander

Abwehr: Elin Borg, Mia Carlsson, Sara Eliasson, Magdalena Ericsson, Hanna Glas, Catrine Johansson, Jennie Nordin

Mittelfeld und Angriff: Jonna Andersson, Petra Andersson, Emilia Appelqvist, Therese Boström, Malin Diaz, Jennifer Egelryd, Pauline Hammarlun, Jenny Hjohlman, Kristin Karlsson, Fridolina Rolfö, Hanna Terry

Die großé Unbekannte im Kader ist die Schwedisch-Amerikanerin Hanna Terry, die in den USA lebt und für Northwestern Athletics spielt. Im November sprach Pia Sundhage davon, dass es eine Schwedin in den USA gäbe, von der sie sehr viel hält. Terry sagt, dass sie Schwedisch nicht sprechen, aber sehr gut verstehen könne. Ihr Traum ist es, in der Nationalmannschaft zu spielen. Das dürfte bald Wirklichkeit werden, zumindest in der U23.

Linköping verjüngt

Manon Melis - eine von vielen, die Linköping verlassen

Manon Melis – eine von vielen, die Linköping verlassen

Dass es in Linköping im nächsten Jahr eine finanzielle Rosskur geben wird, darüber habe ich schon in diesem Blog berichtet. Serienweise verlassen Spielerinnen den Verein, der auslaufende Verträge nicht erneuert hat und denen, die man behalten will oder wollte, Verträge zu deutlich verschlechterten finanziellen Bedingungen anbietet.

Es gehen: Karen Bardsley, Lisa DeVanna, Manon Melis, Emma Lundh, Louise Fors, Nora Holstad Berge, Matilda Agné, Ingrid Schjelderup.

Verlängert haben Torhüterin Sofia Lundgren (spielt  2013 ihre fünfte Saison in Linköping) und Mariann Gajhede Knudsen. Dennoch muss dann doch die eine oder andere neuverpflichtet werden. Hartnäckige Gerüchte platzieren nun zwei U19-Europameisterinnen in Linköping: Innenverteidigerin Jennie Nordin von Absteiger AIK und Magdalena Ericsson von Absteiger Djurgården sollen demnach in Verhandlungen mit dem Tabellendritten der vergangenen Saison stehen.

Abgestiegen – AIK wird zum JoJo-Team

Nilla Fischer wird sowohl im Verein wie auch in der Nationalmannschaft zur Innenverteidigigerin umgeschult

Aufgestiegen, abgestiegen, aufgestiegen, abgestiegen. So sind die letzten vier Spielzeiten für AIK (Solna) in Schweden verlaufen. Nur mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen bei gleichzeitig zwei Niederlagen für KIF Örebro und gleichzeitig höchstens einem Sieg für Djurgården hätte AIK den Abstieg in die neue zweite Liga Elitettan noch vermeiden können.

Trotzdem glaubten die Spielerinnen natürlich noch an ihre Chance. Nicht mehr die Zuschauer. Die offizielle Zahl von 84 Besuchern ist in der Liga 2012 der absolute Minusrekord. Dabei glaube ich dieses Mal durchaus, dass es vielleicht 120 waren, es wäre der erste Fall, bei dem man als Veranstalter weniger statt mehr Zuschauer angibt. Aber es hatte ja auch eh keinen Sinn mehr.

Ich kam pünktlich zum Anpfiff ins Stadion. Das Spiel in Tyresö war um 15.50 Uhr zu Ende, also verzichtete ich auf das geplante Interview mit Tyresös Amerikanerin Meghan Klingenberg (ich hoffe, das klappt noch später) und legte die 23 km mit Bus und U-Bahn in einer guten Stunde zurück, um zum Anpfiff um 17.00 Uhr in Solna zu sein. Am Abend fiel mir dann auf, dass das eine Premiere war – zwei Spiele der Damallsvenskan in voller Länge an einem Tag. Check.

Gast Linköping kam mit fünf Siegen in Folge nach Solna. Obwohl man im nächsten Jahr wohl Sparmaßnahmen zu erwarten hat, wie ich berichtet habe, hängt man sich ganz professionell noch voll rein, um wenigstens Dritter zu werden. Auch hier hätte man nominell wohl eher mit Malmö und Tyresö konkurrieren müssen. Aber Kreuzbandrisse bei Linda Sällström und Charlotte Rohlin und eine sehr schwache Trainerleistung im ersten Halbjahr der Saison sorgten dafür, dass 2012 eine enttäuschende Saison ist, die man nun am Ende mit dem “kleinen Silber”, wie der dritte Platz aus unerfindlichen Gründen schöngeredet wird, abschließen will.

0:0 nach 45 Minuten mit einer deutlich überlegenen Mannschaft aus Linköping, die zweimal die Latte traf. Aber AIK besser als jemand, der Letzter wird. Man kämpfte, rannte und bemühte sich defensiv gut zu stehen und Konter zu setzen. Das zahlte sich in der zweiten Halbzeit zunächst aus – Clara Markstedt brachte AIK mit einem Kopfball in Führung, bei dem Nationalkeeperin Sofia Lundgren überlobt wurde und somit nicht gut aussah.

Hoffnung keimte auf, sollte das Wunder doch möglich sein, zumal AIK im letzten Spiel dann beim direkten Konkurrenten KIF Örebro antreten würde?

Nein, ein Kopfball der kleinsten Spielerin brachte den Ausgleich. Lisa DeVanna (1,56 klein) machte den Ausgleich, die Australierin, die gehen wird, zeigte ohnehin an ihrer alten Wirkungsstätte eine ansprechende Leistung. Pernille Harder, Dänemarks größtes Talent seit Jahren, brachte die Führung und Manon Melis sorgte am Ende mit einem Knaller aus 15 Metern für den Endstand von 3:1 für Linköping, das nun zu Hause gegen Umeå beim letzten Spiel im alten Stadion Folkungavallen (für die EM 2013 wird neu gebaut) den dritten Platz klar machen kann.

Bei AIK natürlich betretene Mienen und traurige Gesichter. Bitter, dass die neben Djurgården wohl einzige Mannschaft, die ihre Finanzen in Ordnung gehalten hat und vor allem auf den eigenen Nachwuchs setzt, absteigen muss. Dieses Mal werden andere Vereine stark an manchen der großen Talente ziehen: Susanne Nilsson (bei Potsdam im Gespräch), Jennie Nordin und Malin Diaz dürften besonders interessant sein. Zweifelhaft ob Dauertalent Nazanin Vaseghpanah und Daniella Chamoun Stockholm verlassen wollen. Gleiches gilt für Arbeitstier Hanna Folkesson im Mittelfeld, die beruflich (und nicht nur) an Stockholm gebunden ist. Mit Sicherheit dürfte die finnische Nationalmannschaftskapitänin Maija Saari anderswo einen Arbeitsplatz suchen, während Lori Chalupnys Engagement eh nur begrenzt war.

And the nominees are… – Die Nominierungen zur Fussballgala

Traditionell werden im Frauken- und Männerfussball im November auf einer live im Fernsehen übertragenen Gala die besten Fussballer des Jahres ausgezeichnet. Am Freitagnachmittag wurden die Nominierungen bekanntgegeben, Hier sind die für den Frauenfussball:

Beste Torhüterin: Thora Helgadottir, Hedvig Lindahl, Kristin Hammarström, Gudbjörg Gunnarsdottir. 

Beste Abwehrspielerin: Emma Berglund, Linda Sembrant, Sara Thunebro, Line Röddik Hansen

Beste Mittelfeldspielerin: Anita Asante, Vero Boquete, Caroline Seger, Marta 

Beste Stürmerin: Christen Press, Ramona Bachmann, Anja Mittag, Lotta Schelin

Beste Spielerin der Damallsvenskan: Vero Boquete, Ramona Bachmann, Marta, Anja Mittag

Newcomer des Jahres: Amanda Ilestedt, Lina Hurtig, Jennie Nordin, Elin Rubensson

Trainer des Jahres: Elisabet Gunnarsdottir, Peter Moberg, Thomas Mårtensson und Ulf Palmqvist, Torbjörn Nilsson

Sundhage oder Dennerby?

In Schweden gibt es die Debatte schon ein ganzes Jahr und eine überwältigende Mehrheit der am Frauenfussball interessierten will, dass Pia Sundhage die schwedische Nationalmannschaft vor der EURO 2013 übernimmt. Und dass Thomas Dennerby aufhört.

Vergangenes Jahr, als die US Soccer Federation ihren Vertrag mit Sundhage um vier weitere Jahre verlängern wollte, lehnte die Schwedin ab. Nach so vielen Jahren im Ausland (China und USA) wolle sie nun wirklich endlich wieder in ihrer Heimat leben und arbeiten.

Der Vertrag der charismatischen Trainerin läuft im November aus, der Vertrag von Thomas Dennerby mit dem schwedischen Fussballverband geht bis Ende Dezember.

Karl-Erik Nilsson, der Vorsitzende des schwedischen Fussballverbands, hat unter der Woche in einem Interview mit der Zeitung Aftonbladet die Tür für Sundhage geöffnet und die für Dennerby scheint sich nach sieben Jahren zu schliessen.

Sieben Jahre hat Dennerby die schwedische Mannschaft betreut, sein grösster Erfolg die Bronzemedaille bei der WM 2011 in Deutschland. Doch die Spielerinnen gehen allmählich etwas auf Distanz. Lotta Schelin wirkte schon nach dem Kanada-Soiel in der Vorrunde (2:2) frustriert und klagte darüber, dass sie vorne ganz allein sei. Deutlicher wurde sie nach dem Ausscheiden gegen ihre französischen Vereinskameradinnen. 4-2-3-1 sei zu unflexibel gespielt worden, wenn der Gegner Druck mache, dann bekäme sie einfach keine Bälle mehr. Das war vorsichtige Kritik Richtung Trainerteam Dennerby / Ann-Helen Grahm, die stur an einem System festhielten.

Viel deutlicher wurde Caroline Seger am Tag nach dem Aus im Viertelfinale. Es sei Zeit für einen Trainerwechsel nach sieben Jahren. Dennerby habe das getan, was zu tun gewesen sei, aber nun seien auch mal neue Ideen gefragt.

Dabei müsste ein neuer Trainer gerade Spielerinnen wie Seger entweder neu motivieren oder auch einfach mal auf die Bank setzen. Die ehemalige Mannschaftskapitänin hat immer wieder mal zehn erstklassige Minuten, verschwindet dann aber in der Regel für eine gute Stunde in die Anonymität. Überhaupt wäre mehr Konkurrenzdruck gefragt. Logisch, dass Hedvig Lindahl ihren Platz als unumstrittene Nummer 1 im Tor räumen muss unter einem neuen Trainer. Trotz eklatanter Fehler in nahezu jedem Turnier bekam Lindahl immer wieder die Rolle der Nummer 1. Vermutlich wagte Dennerby nicht, der nicht unproblematischen Keeperin (bei Linköping und Göteborg wollte man sie jeweils nicht mehr haben) zu sagen, dass sie mindestens auf die Bank gehört.

Im Mittelfeld sind Spielerinnen wie Seger, Lisa Dahlkvist, Marie Hammarström und Nilla Fischer gesetzt gewesen und verkörpern eher den robusten schwedischen Spielstil. Was in Schweden unter Dennerby überhaupt nicht funktioniert, ist die schnelle Transition von den Jugendnationalmannschaften in die A-Mannschaft. Als sich Charlotte Rohlin und Sara Larsson aufgrund von Verletzungen von Olympia verabschieden mussten, rückten mit Emma Berglund und Linda Sembrant zwar gute Reservistinnen nach, aber Dennerby fehlte immer der Mut, wenigstens in den zahlreichen Vorbereitungsspielen einmal junge Nachwuchsspielerinnen zu nominieren, um auf die Arrivierten mehr Druck zu machen: Jennie Nordin, Amanda Ilestedt, Jessica Samuelsson in der Abwehr, Elin Rubensson und Malin Diazsollten in etwas weniger als einem Jahr unter vermutlich Pia Sundhage wenigstens im Gespräch sein.

Schon nach der EM 2009 soll gegen Dennerby aus Spielerinnenkreisen gemeutert worden sein. Man war bei der EM in Finnland gegen Norwegen klar ausgeschieden und der Spielerrat schrieb einen Brief an die stellvertretende Vorsitzende des Fusballverbands Susanne Erlandsson. Und bekam keine Antwort. Und schrieb noch einen Brief. Während der WM 2011, so behauptet ein Insider, hätte ein Kern der Mannschaft sich selber vor den Spielen zusammengesetzt und taktische Details ohne den Trainer besprochen und festgelegt. Harter Tobak, wenn das stimmen sollte.

Aber die voraussichtliche Nachfolgerin Pia Sundhage ist bei allem Respekt, den man vor ihr hat, auch keine Wunderheilerin. Mit der chinesischen Mannschaft ist sie an der Seite von Marika Domanski-Lyfors 2007 bei der WM gescheitert. Das lag wesentlich auch an dem Aufeinanderprallen der Kulturen der schwedischen demokratischen Mannschaftsführung und den anderen Vorstellungen des chinesischen Fussballverbands.

Als man Sundhage dann in die USA holte, wo sie mit den Boston Breakers den Meistertitel gewann, erhielt sie zu Recht den Traumjob im Frauenfussball. Und bedankte sich mit einer Silbermedaille bei der WM 2011 sowie zwei olympischen Goldmedaillen. Aber – bei der US Soccer Federation handelt es sich auch um eine Organisation, die den Frauenfussball ganz hoch ansiedelt und die eine hervorragende Struktur mit allen notwendigen Ressourcen anbietet. Darüber hinaus ist Frauenfussball in den USA vergleichsweise hoch angesehen und es gibt ein schier unerschöpfliches Reservoir an hervorragenden Spielerinnen und Talenten.

In Schweden ist das alles eine Nummer kleiner, der Verband ist in Wirklichkeit auch nicht so sehr am Frauenfussball interessiert, er generiert ja auch (fast) kein Geld.

Gestern Abend stand Pia Sundhage nach dem Spiel und der Siegerehrung alleine auf dem Rasen des Wembley-Stadions als ihre Spielerinnen Hope Solo, Alex Morgan, Carli Lloyd, Megan Rapinoe und Abby Wambach ausgelassen feierten und sich von Zuschauern fotografieren liessen.

Was ihr in diesem stillen Moment durch den Kopf gegangen sei, wollten Journalisten später von ihr wissen: “Ich habe mir selber klar gemacht, dass wir im Wembley-Stadion sind. Dass wir das Finale gespielt haben und die Spielerinnen ihr Gold gewonnen haben. Es ist schwer, das auf Englisch, selbst auf Schwedisch zu erklären. Ich hab auch gedacht, dass wir ein Teil einer richtig grossen Sache im Frauenfussball waren. Und dass wir nur der Anfang von etwas ganz Fantastischem sind.”

 

Halbzeit (11): AIK

U19-Europameisterin Therese Boström im Spiel gegen Malmö

Jennie Nordin, Malin Diaz, Petra Andersson, Therese Boström, Elin “Lulle” Bragnum.

Diese fünf Spielerinnen standen im Aufgebot der U19-Europameisterschaften in der Türkei, die kurz vor der Olympiade zu einem schwedischen Triumpf führten, einem nicht unerwarteten Sieg. Elin Bragnum musste ihre Teilnahme unmittelbar vor der Abreise absagen. Wäre sie auch mitgeflogen, wären fünf Spielerinnen von AIK Jugendeuropameisterinnen geworden.

Das ist die erste gute Nachricht. Es gibt noch mehr.

Aber erst einmal liegt AIK nach der Hälfte der Saison auf dm elften Rang, mit vier Punkten Rückstand auf KIF Örebro (10.). Das würde am Ende der Saison zum Abstieg führen. Zu einem nicht unerwarteten Abstieg. Der Meister der Norrettan hat sich nur unwesentlich verstärkt. Madeleine Tegström, man könnte sie auch “Lunge” nennen, kam vom Stockholmer Absteiger Hammarby. Eine neue Torfrau in der sicheren Susanne Nilsson, in der Abwehr noch Elin Borg und die finnische Kapitänin der Nationalmannschaft Maija Saari (die früher in Umeå und in Norwegen gespielt hat). Das würde nicht reichen, da das Gerüst der Mannschaft zu jung sei, zu unerfahren. Man muss mehr investieren, um am Ende erfolgreich die Klasse zu erhalten.

Die Abwehr ist erstaunlich gefestigt. Das ist die zweite gute Nachricht. Nur Tyresö, Malmö, Linköping und Göteborg haben weniger Gegentreffer kassiert und das waren oder sind allesamt Meisterschaftsfavoriten. Jennie Nordin, die 19-Jährige, die mit Maija Saari die Innenverteidigung organisiert, wird irgendwann in der A-Nationalmannschaft landen, wenn sie ihren Weg weitergeht. Wie schon vor ihr Linda Sembrant, die auch bei AIK wichtige Erfahrung gesammelt hat. Aber eben auch Saari, Borg und die wieselflinke Sarah Fredriksson auf der Außenposition rechts tragen dazu bei.

Das Problem liegt vorne. Denn belegt man auf der Negativseite, den Gegentreffern einen überaus guten fünften Platz liegt man in der Liste der selber erzielten Tore nur auf Platz 11 eben. Neun Tore in elf Spielen. Das ist mehr als noch vor einem Jahr Hammarby und Dalsjöfors in fast der ganzen Saison geschafft haben, aber immer noch nicht genug,

Superdribblerin und Messi-Fan Daniella Chamoun kämpft sich mit 22 Jahren von ihrem zweiten Kreuzbandriss zurück und fehlt. Susan Varli ist eine gute Stürmerin für die zweite Liga aber für einen Stammplatz in der ersten Liga fehlt ihr eigentlich noch die Erfahrung und die Durchschlagskraft. Alternativen gibt es keine, vielleicht doch, aber die ebenfalls sehr talentierte Nazanin Vaseghpanah scheitert zu oft für eine inzwischen 25-Jährige an ihrem Temperament und sie spielt auch einfach nicht mehr so weit vorn wie früher bei Hammarby, wo sie für 8-12 Tore gut war als es noch lief bei den Grünweißen.

Ein Spiel von elf hat AIK gewonnen. Das ist auch zu wenig. Aber eigentlich hätte es für diesen Sieg auch sechs Punkte geben können. LdB FC Malmö wurde zu Hause mit 2:0 geschlagen – eine der größten Überraschungen der Hinrunde nach einer kämpferisch einwandfreien und vorbildlichen Leistung. Wer Malmö schlagen kann, der müsste doch auch Punkte gegen schlechtere Vereine machen können? Zu wenig. Drei Unentschieden gegen Linköping, Göteborg und Umeå.

Wenn sich das Team nicht mit wenigstens einer gestandenen Stürmerin in der Pause verstärkt, dann wird nichts aus dem Klassenerhalt. Trotz des immensen jugendlichen Potentials, das für die Nachwuchsarbeit spricht. Und natürlich wäre es nicht gut für den Fußball in Stockholm mit so vielen Vereinen und so vielen Spielerinnen, wenn es keinen Club im Oberhaus geben würde.

Schweden ist Europameister: Malin Diaz schiesst goldenes Tor

Malin Diaz zwei Tage vor der Abreise in die Türkei

Nicht unerwartet wurde die schwedische U19-Nationalmannschaft am späten Samstagabend Europameister. In einem ausgeglichenen Finale genügte ein später Treffer vin Malin Diaz (AIK), nachdem Spaniens Keeperin Dolores Gallardo einen Schuss von Elin Rubensson (Malmö) nicht festhalten konnte.

Trainer Calle Barling hatte schon im April nach dem Sieg gegen Deutschland in Västerås gesagt, dass diese Mannschaft so begabt sei, dass sie “den ganzen Weg” gehen könnte. “Natürlich ist das ein tolles Gefühl. Wir haben das Spiel toll durchgeführt und haben auch bei 34 Grad Hitze 120 Minuten lang unsere Strategie verfolgt. Wir haben uns früh dafür entschieden, dass wir bei diesem Jahrgang auf die technisch versierten Spielerinnen setzen wollen. Das haben wir getan und sie dann in der Defensivarbeit geschult. Normalerweise geht man von den defensiv talentierten Spielerinnen aus, um Stabilität zu bekommen,” so Calle Barling. “Hier haben wir es genau andersrum gemacht und dass die technisch beste Spielerin Malin Diaz die Gelegenheit bekommt, das Spiel zu entscheiden, ist meiner Meinung nach Beweis dafür, dass unsere Idee von Anfang an richtig war und Malin symbolisiert wirklich von Anfang an unsere Gedanken um diese Mannschaft.” fasste Barling unmittelbar nach dem Spiel zusammen.

Beide Teams hatten im Verlauf der 120 Minuten Gelegenheit, in Führung zu gehen, Rubensson traf in der ersten Halbzeit den Pfosten und Spaniens Alexia Putellas die Querlatte.

Bei Temperaturen von rund 30 Grad in Antalya setzten sich am Ende die Schwedinnen durch, die nach dem Treffer von Diaz die Führung sicher über die Zeit brachten. Mit fünf Treffern in ebenso vielen Spielen wurde Elin Rubensson unangefochten Torschützenkönigin.

Mit seiner U19-Mannschaft hat Schweden eine Reihe von bemerkenswerten Talenten für die Zukunft, von denen einige schon bald in die A-Nationalmannschaft aufrücken können, insbesondere dann, wenn wie alle erwarten Pia Sundhage nach der Olympiade die Nationalmannschaft übernimmt.

Die Europameisterinnen:

Tor: Jessica Höglander (Tyresö FF), Lina Ringshamre (Sundsvalls DFF)

Abwehr:Alice Nilsson (Kristianstads DFF), Jennie Nordin (AIK), Amanda Ilestedt (LdB FC Malmö), Magdalena Ericsson (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF), Saga Fredriksson (LdB FC Malmö)

Mittelfeld: Therese Boström, Petra Andersson (beide AIK), Julia Wahlberg (Tölö IF), Lina Hurtig (Umeå IK), Malin Diaz (AIK), Fridolina Rolfö (Jitex BK), Jonna Andersson (Linköpings FC)

Angriff: Mimmi Löfwenius (Kopparberg/Göteborgs FC), Elin Rubensson (LdB FC Malmö), Pauline Hammarlund (Tyresö FF)

Schwedens U19 im EM-Halbfinale

Malin Diaz (AIK) – Spielmacherin der schwedischen U19

Schweden und Spanien haben bei der U19-Europameisterschaft in der Türkei beide schon vor dem letzten Gruppenspiel (gegeneinander) das Halbfinale erreicht. Den Schwedinnen gelang ein 5:1 gegen Serbien, Spanien schlug England mit 4:0.

“Serbien ist ein technisch sehr versiertes Team,” sagte Schwedens Trainer Calle Barling. “Als wir gegen die in der ersten Runde der Qualifikation 7:0 gewonnen haben, hatten sie schon sehr viel Ballbesitz und heute hatten sie, glaube ich, noch mehr. Sie haben eine große Ballsicherheit, aber sie sind nach wie vor übermütig. Im Großen und Ganzen produzieren sie keine Torchancen, und wir können uns nach vorne durcharbeiten und unsere Tore machen.”

Schwedens Tore schossen Elin Rubensson (2), Pauline Hammarlund und Malin Diaz (Foto), dazu kam ein Eigentor der Serbinnen.

In der anderen Gruppe setzten sich ebenfalls vorzeitig Dänemark und Portugal durch.

Schwedens U19 vor dem Deutschlandspiel im April 2012. Stehend vlnr: Magdalena Eriksson, Jennie Nordin, Pauline Hammarlund, Therese Boström, Fridolina Rolfö, Julia Wahlberg. Vorne vlnr: Amanda Ilestedt, Hanna Glas, Jessica Höglander, Malin Diaz, Elin Rubensson

“Dänemark ist vermutlich die beste Mannschaft der anderen Gruppe. Aber wir freuen uns auf die Fortsetzung des Turniers, die Mannschaft, die wir haben, ist ungeheuer vielseitig. Wir spielen einen sehr guten Fußball, dass muss man sagen. Das ist wunderbar anzuschauen, die können nach hinten auf Sicherheit spielen, sie können angreifen und auf Konter spielen. Diese Mädchen hier sind in ihrer Ausbildung weit gekommen und das haben wir natürlich ihren Vereinen zu verdanken. Besonders auch, dass die Mädchen ausgeruht und fit zur EM gekommen sind, daran haben wir viel Freude,” sagte Calle Barling der Homepage des schwedischen Fußbvallverbands nach dem Spiel gegen Serbien.

Ähnlich enthusiastisch hatte sich Barling schon nach dem 1:0 Sieg gegen Deutschland in der Quali in Västerås im April geäußert. Da hatte er davon gesprochen, dass diese U19 wohlk diejenige mit dem besten Zuspiel sei, das er je bei diese3r Altersgruppe erlebt habe. In der Tat spielen in der schwedischen Mannschaft (Archivbild vom Spiel gegen Deutschland in Västerås) viele Talente, die bereits Stammplätze in ihren Vereinen haben: Magdalena Eriksson (Djurgården), Jennie Nordin (AIK) und Amanda Ilestedt (LdB FC Malmö) spielen Woche für Woche gegen Stürmerinnen wie Marta, Manon Melis, Christen Press und Anja Mittag. Stürmerin Elin Rubensson hat inzwischen auch einen Stammplatz beim schwedischen Meister und geht im AUgust sogar in die Champions League.

Petra Andersson: Das ist logisch

Petra Andersson

Vor einer Woche traf ich fünf schwedische U19-Nationalspielerinnen auf dem Weg vom Training zur Spielanalyse. Leider konnte dann Elin “Lulle” Bragnum nicht mitfahren, weil sie verletzt ist. Die anderen vier spielten gestern alle von Anfang an. Ich fragte Petra Andersson, warum AIK das größte Kontingent in dieser Nationalelf der Jahrgänge 1993/94 stellt.

“Weil wir individuell talentierte Spielerinnen sind. Außerdem haben wir schon ziemlich lange zusammen gespielt, was mit sich bringt, das wir sehr gut zusammenarbeiten. Das ist logisch.”

Jennie Nordin berichtete, dass einige der fünf von AIK zusammen in einem Team spielen, seit sie 12 Jahre alt sind. Das ist fast das halbe Leben der jungen Spielerinnen.

Petra, du hast jetzt gerade Abitur gemacht, was machst du nach den Sommerferien und wo siehst du dich in fünf Jahren?

Ich werde nach den Ferien arbeiten. Was ich in fünf Jahren machen werde, hängt davon ab wie jede Woche, jeder Monat und jedes Jahr mich als Menschen formt. Natürlich möchte ich in fünf Jahren Fußball auf so hohem Niveau wie möglich spielen.  

Schweden schlägt England – Halbfinale zum Greifen nah

Elin Rubensson

Zum Auftakt der U19-EM in Antalya (Türkei) gewann Schweden gestern Abend sein Auftaktspiel gegen England mit 1:0. Malmös Elin Rubensson erzielte das Tor des Abends in der ersten Halbzeit per Strafstoß. Es handelte sich um einen Handelfmeter, der gegeben wurde, nachdem eine Engländerin eine Flanke von Therese Boström mit dem Arm gestoppt hatte.

Das Spiel begann um 19.30 Uhr Ortszeit bei einer Temperatur von ca. 28 Grad Celsius. Tagsüber herrschen in Antalya gegenwärtig 40 Grad.

Trainer Calle Barling: “Diese Mädchen sind ungeheuer professionell. Mehrere von ihnen spielen in der Damallsvenskan und sind in ihrer Karriere bereits soweit gekommen, dass sie sich auf die bestmögliche Weise vorbereiten: physisch, mental und taktisch. Und das braucht man auch, um solch ein Spiel zu gewinnen.”

Schweden spielte mit folgender Mannschaftsaufstellung: Jessica Höglander (Tyresö FF), Alice Nilsson (Kristianstads DFF), Amanda Ilestedt (K, LdB FC Malmö), Jennie Nordin (AIK), Magdalena Ericsson (Djurgården), Therese Boström, Petra Andersson, Malin Diaz (alle AIK), Pauline Hammarlund (Tyresö FF) [81., Mimmi Löfwenius (Kopparberg/Göteborgs FC), Elin Rubensson (LdB FC Malmö) (91.; Jonna Andersson (Linköpings FC), Fridolina Rolfö (Jitex) [69., Lina Hurtig, UmeåIK)

Jennie Nordin – Abwehrchefin in einem starken schwedischen Team

Gestern endete die Männer-EM in Kiew mit einer Demonstration des spanischen Fußballs. Heute beginnt in Antalya die U19-EM der Frauen und Schweden spielt in einer Gruppe mit England (19.30 Uhr heute), Serbien und Spanien.

Favorisiert in dem Achtländerturnier sind wie in Polen und der Ukraine das Team Spaniens, das vor zwei Jahren mit ungefähr demselben Team die U17-EM gewonnen hat.

Jennie Nordin von AIK wird heute Abend gegen England das Innenverteidigungs-Paar mit Malmös Amanda Ilestedt bilden.

Wie hast du die EM in Polen und der Ukraine erlebt? Viele Leute meinten, dass der Standard nicht so hoch war.

Ich habe fast alle Spiele gesehen und bin der Meinung, dass manche Teams wie etwa Deutschland und Spanien richtig guten Fußball gespielt haben. Ich klage nicht über die EM 2012. Natürlich fand ich es schade, dass Schweden so früh ausgeschieden ist.

Die Spanierinnen sind Favorit auf den Titel. Was musst du als Innenverteidigerin beachten, um sie zu stoppen?

In so einem Spiel musst du 90 Minuten lang volle Konzentration haben und darfst ihnen keine Gratischancen durch eigene Fehler geben. Als Innenverteidigerin muss ich immer 100% geben und meine Zweikämpfe in der Luft und auf dem Boden gewinnen. Wenn wir dann hart, aber fair spielen und wenn wir unangenehm für sie sind, dann werden sie die gute Laune verlieren.

Wie ist das für dich jetzt mal aus dem Alltag von AIK wegzukommen? Wie ist die Stimmung in der U19?

Das wird sehr schön. Wir haben die EM in der Türkei schon lange als Ziel vor Augen und jetzt endlich da zu sein, darauf freuen sich alle. Wir haben in unserer Gruppe auch einen sehr guten Teamgeist, das gilt nicht nur für einzelne, sondern wirklich für alle untereinander. Hier können wirklich alle mit allen anderen was unternehmen, das merkt man auch, wenn man uns sieht. Und weil wir so gern zusammen sind, spiegelt sich das auch auf dem Platz wider, wir versuchen diese Stimmung mitzunehmen, um so guten Fußball wie möglich zu spielen.

Morgen Abend

bin ich gleich mal mit fünf schwedischen Nationalspielerinnen verabredet! Ich treffe mich mit Malin Diaz, Therese Boström, Elin Bragnum, Jennie Nordin und Petra Andersson (alle AIK), die am Donnerstag in die Türkei fliegen, wo am Montag dann die U19-EM der Frauen beginnt. Später diese Woche gibt es dann Fotos und ein Interview mit allen fünf Spielerinnen, wobei ich mich noch frage, wie das gehen soll mit so vielen auf einmal zu schnacken.

Fest vorgenommen habe ich mir jetzt übrigens, bald schon ein Interview mit Jessica Landström zu machen, die ja noch eine kleine Chance hat, diese Woche in den Olympiakader zu kommen.

Nächste Woche bin ich bei zwei Spielen: Tyresö – Kopparberg/Göteborgs FC und Djurgården – Linköping und fest im Plan ist ein Interview mit Göteborgs schneller Amerikanerin Christen Press. Ob Lisa DeVanna sich dann noch an mich erinnert, sehen wir nächsten Mittwoch, sie redet wohl nicht mit jedem, habe ich gehört, hat schlechte Erfahrungen gemacht.