Tyresö holt zweite Spaniern, Rohlin spielt 45 Minuten und Segerström wird nachnominiert

Seit Wochen war es immer wieder von den Dächern gepfiffen worden und im Frauenfußball ist es auch üblich, dass man da ne alte Freundin kennt, die auch noch gut zur Mannschaft passen würde. Das finde ich manchmal unprofessionell, aber Verbindungen und Kontakte sind schließlich alles. Sie haben mir heute Abend auch ein Türchen nach London aufgestoßen, aber dazu später in diesem hoffentlich bald beginnenden Frühling.

Natürlich kommt die spanische Nationalspielerin Jennifer Hernoso auf Empfehlung ihrer Landsfrau Vero Boquete nach Tyresö. Der Club gab zwei Tage nach Schließen des Transferfensters bekannt, dass Hernoso mit sofortiger Wirkung für Tyresö spielen wird. Sie kommt vom spanischen Erstligistin Raya Vallecano und ist 22 Jahre alt. Laut Tyresös Homepage soll sie gleich drei Spielerinnen ersetzen, wie immer das gehen soll: Madelaine Edlund, Lisa Klinga und Pauline Hammarlund.

Südlich von Tyresö, in Småland, hat Charlotte Rohlin ein Jahr nach ihrem Kreuzbandriss erstmals wieder eine Halbzeit absolviert, im Trainingsspiel gegen Öster in Växjö. Das Ergebnis (4:0 für Linköping) ist Nebensache. “Man weiß nicht, was man erwarten soll, wenn man elf Monate nicht gespielt hat,” sagte Rohlin. “Aber es war eingutes Gefühl, ich hatte ein paar Aktionen in meiner Rolle in der Innenverteidigung und habe mich dabei sicher gefühlt.”

Dass es ihr ähnlich gehen könnte wie ihrer finnischen Mannschaftskameradin Linda Sällström, davor hat Rohlin keine Angst. Sällström war nur wenige Wochen nach dem Comeback wieder mit einem Kreuzbandriss im selben Knie ausgefallen. Rohlin sagte, sie habe  mit Söällström darüber gesprochen und offenbar sei bei ihr etwas falsch gelaufen.

Und noch eine Abwehrspielerin jenseits der 30 machte heute von sich reden. Stina Segerström aus Göteborg, die man längst für die EM abgeschrieben hatte, wurde von Pia Sundhage für das Länderspiel am Donnerstag gegen Island nachnominiert für die verletzte Jessica Samuelsson. Möglicherweise könnte das altbewährte Innenduo Segerström/Rohlin zumindest zeitweise zum Einsatz gegen zuletzt harmlose Isländerinnen kommen.

Bei denen fehlt immer noch die in Schweden bekannte zweite Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir, inzwischen beim ehrgeizigen norwegischen Aufsteiger Avaldsnes IL unter Vertrag. Wie die isländische Zeitung Morgunbladid berichtet, lag Gunnarsdottir im Februar wegen einer Hirnhautentzündung eine Woche im Krankenhaus und flog dann zuerst mit der isländischen Nationalmannschaft zur Algarve und dann mit dem Verein nach La Manga. Bei beiden Lagern konnte die 27-Jährige jedoch nicht mittrainieren geschweige denn spielen und ihr Arzt hat ihr jetzt Ruhe verordnet.

Die Woche in Schweden

Zur Zeit ist es weiterhin relativ ruhig. In Stockholm schneit es und Fußballtraining draußen scheint im Moment Lichtjahre weit entfernt zu sein. Dennoch tut sich das eine oder andere und ich liefere es euch hier in der Wochenzusammenfassung. Sollten große Nachrichten kommen, gibt es selbstverständlich aktuelle Posts. Es sind auch diverse Interviews in Vorbereitung bzw. abgeschlossen, die ich in den nächsten Wochen hier einstreuen werde. Ich habe mich länger mit Anja Mittag, Christen Press und Vero Boquete unterhalten für einen Artikel, der jetzt gerade in der schwedischen Frauenfußballzeitschrift MARTA fotbollsmagasin erschienen ist und obwohl die Gespräche länger zurückliegen, haben viele Antworten daraus einen eher Saison-zusammenfassenden Charakter, weshalb sie sicher noch interessant sein dürften. Das kommt vielleicht schon nächste Woche.

Ein paar aktuellere Interviews wird es auch noch geben. Außerdem will ich noch für mich und für euch auf die Saison 2012 in Schweden zurückblicken und schon eine kleine Vorschau auf 2013 wagen, auf das wir uns besonders freuen, denn hier wird, wie alle wissen, die EURO stattfinden.

Eine meiner Lieblingsspielerinnen (ja, auch als schreibender und meist zumindest nach außen neutraler Mensch muss man sowas haben dürfen) hat ihren Vertrag mit Linköpings FC nun doch verlängert. Finnlands zweimalige Fußballerin des Jahres Linda Sällström bleibt und geht doch nicht, wie Gerüchte besagten nach Mölndal zu Jitex BK. Die 24-Jährige, die sicher ohne Übertreibung zu den schnellsten Spielerinnen der Welt gehört, ist nach ihrem Kreuzbandriss im Frühjahr wieder im vollen Training und mir sagte sie kurz, dass sie nach ausführlichen Überlegungen doch eine bessere sportliche Zukunft in Linköping sieht. Und Recht hat sie. Denn auch wenn Linköping zwar deutliche Schnitte in seinem außergewöhlich starken Kader gemacht hat, ich werde all die Abgänge nicht mehr hier auflisten, so sieht das Team mit Stützen wie Sofia Lundgren, Charlotte Rohlin, Nilla Fischer und nicht zuletzt dem dänischen Supertalent Pernille Harder immer noch recht stark aus und sollte in der oberen Hälfte der Tabelle locker mitspielen können.

Nicht nur “Sällis” bleibt in Linköping, sondern auch der mitten in der Saison gekommene Trainer Martin Sjögren. Der Mann, der Malmö zu zwei Meistertiteln geführt hat, hat einen 2+1 Vertrag unterschrieben. Für alle bislang erwähnten dürfte es sicher auch eine tolle Saison in einem funkelnagelneuen Stadion werden, das nächstes Jahr bei der EURO von der Frankreich-Gruppe bespielt werden wird.

Eine, die Linköping nach nur einer, für sie missglückten, Saison verlässt ist Matilda Agné. Sie geht zurück zu ihrem früheren Verein Hammarby und sie ist nicht alleine. Ein paar Tage vorher unterschrieb auch Anna Lindblom nach einem Intermezzo bei Djurgården in der zweiten Liga bei ihrem früheren Verein, der durch diese beiden Verstärkungen offenbar Ambitionen hat, um die Spitzenplätze der neugegründeten Elitettan zu spielen. Nach einer Saison in Linköping geht ja auch Emma Lundh zurück nach Stockholm und auch wenn ihr neuer Club noch nicht feststeht, ein Wechsel zu Hammarby würde die grünweiße Traditionsmannschaft zu den Mitfavoriten um den Aufstieg machen…

Emma hat schon bei allen wichtigen Teams in Stockholm gespielt. Sie war bei AIK, Hammarby, Tyresö, Brommapojkarna und auch bei Djurgården. Der ehemalige Meister und Women’s Cup Finalist geht ungewissen Zeiten entgegen. Inzwischen hat wohl die gesamte Startformation des letzten Spiels gegen Piteå am 03.11. den Verein verlassen. Gestern wurde bekannt, dass Norwegens Aufsteiger Avaldsnes mit Abwehrspielerin Freja Hellenberg nach Gudbjörg Gunnarsdottir und Mia Jalkerud die dritte Spielerin aus Stockholm nach Westnorwegen importiert. Der Öffentlichkeit nahezu unbekannt ist die Tatsache, dass sich mit Sofia Nilsson, einer der auffälligsten Spielerinnen Djurgårdens, die achtzehnte Spielerin der Liga im vorletzten Spiel gegen Kristianstad einen Kreuzbandriss zuzog. Noch offiziell bei Djurgården, da nichts anderes verlautet ist, sind Jessica Landström und Susan Varli, aber beide dürften für viele andere Vereine interessant sein und wohl 2013 anderswo spielen.

Auf außerordentlichen Jahreshauptversammlungen haben die beiden Vereine LdB FC Malmö und FC Rosengård die Fusion beschlossen. Wie schon vorher berichtet, soll der neue Verein FC Rosengård heißen und dann eben Männer- wie Frauenfußball unter seinem Dach vereinen. Bei Rosengård war das bisher schon so, aber LdB war ein reiner Frauenfußballverein. Die Fusion ist Voraussetzung für das wirtschaftliche Überleben von LdB als Spitzenverein. Neben seinem neuen Cheftrainer Jonas Eidevall hat Anja Mittags Team nun auch einen neuen Assistenztrainer: Markus Tilly, 36 Jahre alt, kommt aus der Region vom Männerfußballverein Ängelholm.

Hauptkonkurrent und Meister Tyresö FF hat bislang keine Neuverpflichtungen bekanntegeben, aber in der Szene ist bekannt, dass Tyresö an einer offensiven Verstärkung interessiert ist und auch Gespräche geführt hat und führt. Manon Melis geht nach Malmö und Christen Press allem Anschein nach zurück in die USA, aber mit beiden hat Tyresö gesprochen. Ein heißer Name ist der der kanadischen Sportlerin des Jahres Christine Sinclair, aber auch das dürfte schwer werden, da der kanadische Fußballverband wie früher berichtet, 16 Spielerinnen seiner A-Mannschaft voll in der neuen amerikanischen Profiliga finanzieren wird. Abby Wambach dagegen dürfte ganz kalt sein, denn Wambach wird mit großer Sicherheit für Western New York Flash spielen und nächstes Jahr auch eine Familie gründen und seßhaft werden. Alles deutet auf Rochester im Staat New York hin, wo Wambach auch aufgewachsen ist.

Viel wichtiger aber die Nachricht, dass sich Tyresö FF in eine Gesellschaft verwandeln wird. Wichtigster Punkt dabei nach dem Vorsitzenden Hans Lindberg ist, dass man die Frauenmannschaft vom Breitensport im Verein juristisch trennen will. Zwei Clubs haben das schon einmal gemacht in der Damallsvenskan, nämlich Bälinge IF und Djurgården/’Älvsjö und beide Clubs sind in Konkurs gegangen. Djurgården lebte als Djurgården damfotboll weiter. Inzwischen hat Tyresö mit 15 Millionen Kronen (1,714 Millionen €) den höchsten Umsatz in der Damallsvenskan. Der große Zampano des Vereins, der scheinbar im Hintergrund agierende Hans Löfgren, hat ein einzigartiges Netzwerk aus rund 150 kleinen, mittleren und großen Firmen gebastelt, das die Frauenmannschaft unterstützt und damit den Weg von der vierten Liga zum Meistertitel geschafft. “Für uns bedeutet das auch eine Sicherheit für die restlichen Aktivitäten des Vereins, wenn das Spitzenteam des Frauenfußballs getrennt ist. Wir werden nach der nächsten Saison evaluieren, im Augenblick glaube ich aber, dass dies die beste Lösung ist,” so Hans Lindberg. Tyresö ist eben ein großer Verein mit Dutzenden von Kinder- und Jugendmannschaften.

Eines der ewigen Talente des schwedischen Frauenfußballs wechselt zu einem Verein, dessen Name vor allem im Männerfußball große Geschichte hat. Louise “Lollo” Fors, die vielleicht den besten Linksfuß der Damallsvenskan hat, ist nach einer enttäuschenden Saison bei Linköpings FC gegenwärtig in Australien, hat aber jetzt für den FC Liverpool Ladies unterschrieben. Fors wurde früher bei ihrem ersten Verein in der Damallsvenskan Lollodinho genannt, weil sie immer wieder brasilianisch anmutende geniale Momente hatte. Leider ist ihr Talent über die Jahre nicht richtig entwickelt worden. Die ersten Spiele mit ihr habe ich gesehen, als sie mit 15 in der Damallsvenskan debütierte. Inzwischen ist Fors 23 und noch immer könnte sie den entscheidenden Schritt tun.

Manchmal sind auch Vertragsverlängerungen wichtige Nachrichten. Zwei will ich hier hervorheben: Sofie Andersson bleibt in Vittsjö, sie war die herausragende Akteurin der letzten beiden Jahre beim Aufsteiger und ihre Bedeutung ist unstrittig. Ebenso wichtig, dass Nationalspielerin Sara Larsson in Örebro bleibt. Bei dem wirtschaftlich und sportlich in diesem Jahr gebeutelten Tabellenzehnten könnte dies ein Signal für andere Spielerinnen sein, ebenfalls zu Kugelschreiber zu greifen und zu bleiben, nachdem mit  Marie Hammarström bereits eine Schlüsselspielerin gegangen ist (nach Göteborg).

 

 

 

Maija Saari zieht aufs Dorf, Ulf Palmqvist steigt ab

Immerhin stimmen die Abmessungen – das “Stadion” von Avaldsnes in Norwegen (Foto: Avaldsnes IL)

Finnlands Nationalmannschaftskapitänin Maija Saari verlässt wie angekündigt den Absteiger AIK und Stockholm und begibt sich nach Mallbacken zum Aufsteiger nach Värmland. Auf dessen Platz führt eine Schotterstraße, Asphalt noch immer Fehlanzeige und wenn man sich die Wechsel mancher Spielerinnen anschaut, dann fragt man sich, ob sie wirklich so klug beraten sind. Das gilt für Saari beim Aufsteiger, bei dem sie als Abwehrspielerin allerdings genug zu tun haben dürfte. Das gilt aber auch für Gudbjörg Gunnarsdottir und Mia Jalkerud, die zum norwegischen Aufsteiger Avaldsnes wechseln, da geht immerhin auch die norwegische Nationalspielerin Cecilie Pedersen nach einem Jahr in Lilleström wieder hin,aber Pedersen ist da groß geworden am Fjord, wo es mehr regnet als anderswo.

Ulf Palmquist, mit Thomas Mårtensson unlängst noch Trainer des Jahres geworden, weil er den Aufsteiger Vittsjö GIK auf einen sensationellen sechsten Platz führte, geht in die sechste Liga der Männer. Sein Nachfolger heißt Simon Sjögren und kommt aus der vierten Liga der Herren und aus der Region.

 

 

Sällström bleibt, Ericsson kommt,Gunnarsdottir geht und Press kommt nicht wieder

Es tut sich auf einmal einiges in der Silly Season. Linda Sällström bleibt nun doch in Linköping. Zunächst hatte es lange geheißen, dass die 24-Jährige Finnin, die sich nach einem Kreuzbandriss inmitten der Rehabilitation befindet, Linköping verlassen würde, aber vor einigen Tagen sickerte durch, dass die Zeichen nun doch gut stünden dafür, dass die zweifache finnische Fußballerin des Jahres in Linköping bleibt.

Aber nachdem in Linköping sowohl Lisa DeVanna wie auch Manon Melis das Weite suchten weil der Verein sparen will und muss, sah es im Angriff mit einem Mal dünn aus, zumal auch das ewige Talent Emma Lundh die Stadt verlassen hat. Nun ist Sällström der offensive Star. Auch eine Rückkehr von Jessica Landström, die mit Linköping 2009 Meister wurde, kann nicht ganz ausgeschlossen werden.

Neben der Verlängerung für Sällström werden auch die beiden U19-Europameisterinnen Lina Ringshamre (kommt von Sundsvalls DFF) und Magdalena Ericsson (Djurgården) in Linköping auflaufen. Ringshamre nimmt dabei den frei werdenden Platz von Karen Bardsley ein – die englische Nationaltorhüterin war es leid, ständig hinter Sofia Lundgren auf der Bank sitzen zu müssen.

Nicht nur Magdalena Ericsson verlässt den künftigen Zweitligisten Djurgården. Auch Gudbjörg Gunnarsdottir und Mia Jalkerud packen ihre Kofffer. Das Duo wird den norwegischen Aufsteiger Avaldsnes IL verstärken. Avaldsnes liegt an der norwegischen Küste, nördlich von Stavanger und südlich von Bergen und scheint ein Ort zu sein, an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Die nächstgelegene größere Stadt ist Haugesund mit seinen 35.000 Einwohnern. Da scheint selbst Piteå, der nördlichste Verein der Damallsvenskan, noch eine Metropole zu sein. Aber zweifelsohne wird das ein spannendes Abenteuer für Islands Torfrau Nummer 2. Jalkerud geht zum ersten Mal in ihrer Karriere weg von Stockholm. Wir behalten die norwegische Liga etwas mehr im Auge in der nächsten Saison.

Auch Katrin Jonsdottir und Caroline Frånberg verlassen das sinkende Djurgården-Schiff, man darf gespannt sein, mit welchem Team und welchen Ressourcen man in der zweiten Liga antreten wird.

Den größten Verlust erleidet die Damallsvenskan mit Christen Press. Die 23-Jährige Weltklassestürmerin, die hinter Anja Mittag Zweite der Torschützenliste 2012 wurde, verlässt Pokalsieger Kopparberg/Göteborgs FC nach nur einer Saison. Grund: Göteborg war nicht bereit, Press regelmäßig zu Trainingslagern der amerikanischen Nationalmannschaft freizugeben. Das kann man angesichts der kurzen Saison in Schweden auch verstehen – zu oft hätte man Press über den Atlantik schicken sollen. Beide Seiten jedoch und vor allem das Publikum in der Liga dürften das bedauern. Mir gegenüber hatte Christen Press noch vor knapp drei Wochen geäußert, das sie hoffe, das sich alles lösen wird. Tat es also nicht. Angeblich sucht Göteborg nun nach Ersatz für Press in England und Norwegen. Da fallen einem zuvorderst Namen wie Eniola Aluko und Isabell Herlovsen ein. Bleiben tut dagegen Olivia Schough. Die 23-Jährige, die zuletzt überraschend in das 28er-Aufgebot von Pia Sundhage nominiert worden war, hatte unter anderem ein Angebot aus Umeå gehabt.

 

 

 

 

 

Ruhiger November

Bislang ist es auffallend ruhig im Wechselkarussell der Damallsvenskan. Viele Spielerinnen nutzen die Pause nach der Saison 2012 und reisen nach Thailand, Vietnam oder Ägypten. Dementsprechend ist in der Silly Season noch nicht so viel passiert.

Djurgårdens finnische Nationalspielerin Annika Kukkonen geht nach nur einer Saison und zieht ins kleine Skellefteå, 773 km nördlich von Stockholm gelegen. Nur noch Piteå ist ein wenig weiter im Norden Schwedens gelegen. In Skellefteå ist zwar nicht der Bär los (oder vielleicht doch?), aber Aufsteiger Sunnanå SK rüstet sich nach zwei Jahren Abstinenz für eine weitere Saison im Oberhaus und bislang sieht das gut aus. Wichtig, dass die unverwüstliche Perpetua Nkwocha noch ein Jahr dran hängt.

Katrine Petrous wird Djurgården verlassen, konnte man heute lesen. Auch Gudbjörg Gunnarsdottir wird wohl nach vier Jahren in Stockholm notgedrungen woanders ihre Zelte aufschlagen müssen. Jessica Landström kann kaum in der zweite Liga stürmen, wenn sie ihre Fußballkarriere nicht aufgeben will und um einen Platz in Pia Sundhages Nationalmannschaft konkurrieren will. Auch das spät von AIK gekommene Talent Susan Varli wird wohl anderweitig spielen müssen, wenn sie nicht stagnieren will. U19-Europameisterin Magdalena Ericsson dürfte eine begehrte Beute sein und ihre beste Freundin Anna Lindblom ist zwar privat an Stockholm gebunden, hat aber (eigentlich) zu viel Talent, um hier zu versauern. Islands Nationalmannschaftskapitänin Katrin Jonsdottir wird es mit ihren 35 Lenzen nicht ganz so einfach haben, einen neuen Verein zu finden, aber bei allen Spielerinnen mit EURO-Ambitionen ist die zweite Liga eigentlich keine Alternative.

Hollands Weltklassestürmerin Manon Melis ist derzeit bei ihrem Freund in Groningen, aber ihr Agent verhandelt nach Aussagen von Melis mit Tyresö, Göteborg und Malmö und Insider favorisieren Malmö, jenen Verein bei dem Melis in fünf Spielzeiten 84 Tore schoss. Aber kann sich Malmö auch noch die Holländerin leisten? Zumal Caroline Segerf schon öffentlich erklärt hat, dass sie gerne nach Malmö gehen würde. Aber Tyresös starker Mann Hasse Löfgren lässt Seger wohl nur gehen, wenn er etwas Gleichwertiges bekommt.

Ob Christen Press in Göteborg bleibt, ist noch nicht sicher. Die Amerikanerin könnte eine von 24 Spielerinnen werden, deren Gehalt vom amerikanischen Fußballverband in der sich neu gründenden Liga 2013 gezahlt wird. 24 Amerikanerinnen, 16 Kanadierinnen und 12 Mexikanerinnen sollen jeweils von ihren nationalen Verbänden in der neuen Liga finanziert werden, das würde dann wohl ausschließen, dass namhafte US-Girls nach Europa kommen. Auch für einen Umzug der Kanadierin Christine Sinclaiur dürften die Aktien dann tief fallen.

 

 

 

Das Wunder von Kristianstad blieb aus

In Kristianstad konnte Djurgården das Wunder von Berlin nicht wiederholen. Jetzt kann nur noch eine Steigerung des Begriffes den Traditionsverein vor dem Abstieg retten. Nach 48 Minuten lag Djurgården gegen die Gastgeberinnen von Kristianstads DFF mit 0:3 hoffnungslos zurück.

Emelie Johnsson, Margret Lara Vidarsdottir und Johanna Rasmussen hatten getroffen und als die Niederländerin Renée Slegers den Anschlusstreffer erzielte, schien das eher ein Ehrentreffer zu sein, denn Rasmussen erhöhte kurz darauf auf 4:1.

Djurgården, das schon ab der sechsten Minute Sofia Nilsson durch Anna Lindblom ersetzen musste, warf nun alles nach vorne und kam in der Tat zum Erfolg. Nochmal Slegers und Mia Jalkerud und sieben Minuten vor dem Ende hieß es nur noch 3:4 aus Sicht der Stockholmerinnen, dabei blieb es aber dann.

Der Abstieg dürfte die Konsequenz sein und was dann aus den Schlüsselspielern Gudbjörg Gunnarsdottir, Sofia Nilsson, Katrin Jonsdottir, Renée Slegers, Annika Kukkonen, Jessica Landström und Susan Varli wird, wird man abwarten können. Jonsdottir hat vor kurzem gesagt, dass sie auf jeden Fall die EURO 2013 für Island spielen will. Dazu braucht sie aber dann einen guten Verein. In Stockholm wird sie nicht mehr erstklassig spielen können. Gleiches gilt für Kukkonen und Slegers, die für Finnland und Holland EM spielen wollen. Susan Varli hat kürzlich beim D23-Länderspielsieg gegen Norwegen beide Tore geschossen und dürfte ebenfalls auf sich aufmerksam gemacht haben. Und auch Kapitänin Gunnarsdottir sollte nach vier Jahren Stockholm wohl die Koffer packen, wenn sie sich fußballerisch weiterentwickeln will. Sie ist bei vier Jahren Altersunterschied die designierte Nachfolgerin der Klassetorhüterin Thora Helgadottir in der isländischen Nationalmannschaft.

And the nominees are… – Die Nominierungen zur Fussballgala

Traditionell werden im Frauken- und Männerfussball im November auf einer live im Fernsehen übertragenen Gala die besten Fussballer des Jahres ausgezeichnet. Am Freitagnachmittag wurden die Nominierungen bekanntgegeben, Hier sind die für den Frauenfussball:

Beste Torhüterin: Thora Helgadottir, Hedvig Lindahl, Kristin Hammarström, Gudbjörg Gunnarsdottir. 

Beste Abwehrspielerin: Emma Berglund, Linda Sembrant, Sara Thunebro, Line Röddik Hansen

Beste Mittelfeldspielerin: Anita Asante, Vero Boquete, Caroline Seger, Marta 

Beste Stürmerin: Christen Press, Ramona Bachmann, Anja Mittag, Lotta Schelin

Beste Spielerin der Damallsvenskan: Vero Boquete, Ramona Bachmann, Marta, Anja Mittag

Newcomer des Jahres: Amanda Ilestedt, Lina Hurtig, Jennie Nordin, Elin Rubensson

Trainer des Jahres: Elisabet Gunnarsdottir, Peter Moberg, Thomas Mårtensson und Ulf Palmqvist, Torbjörn Nilsson

Djurgården mit neuer Hoffnung

Renée Slegers

Lange, lange sah es so aus, als ob Djurgården mehr oder weniger sang- und klanglos den Weg in die neue, einteilige zweite Liga würde antreten müssen. Aber nach zwei Heimsiegen in Folge (3:1 gegen KIF Örebro und 2:0 gegen Tyresö FF) stehen 15 Punkte auf dem Konto der Stockholmerinnen. Vier Punkte davor rangieren plötzlich drei Mannschaften, die noch in den Abstiegskampf einbezogen werden: Piteå IF, Jitex BK und KIF Örebro. Örebro und Piteå spielen Sonntag gegeneinander und werden sich Punkte abnehmen.

Gelegenheit für Djurgården, gegen den jetzt schwächelnden Aufsteiger Vittsjö einen weiteren Schritt auf die drei Teams zu tun. Ich habe mich mit Djurgårdens holländischer Nationalspielerin Renée Slegers getroffen und über die aktuelle Situation, Frauenfußball in Holland, Kreuzbandverletzungen und vieles mehr gesprochen.

Lass uns noch einmal zurückblicken auf euren sensationellen Sieg gegen Tyresö letzten Samstag. Irgendwo hörte ich, dass ihr euch vorgenommen hattet, zu gewinnen?

Nein, so war das nicht. Ich habe auch im Internet gelesen, dass unsere Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir gesagt haben soll, dass wir Tyresö schlagen werden. Aber wir wissen, dass Tyresö eine wesentlich bessere Truppe hat als wir. Wir haben einfach gesagt, dass wir unser Bestes geben wollen. Alle haben erwartet, dass wir dieses Spiel verlieren. Jeder Punkt ist wichtig in unserer Situation, wir haben drei geholt und das war total verrückt.
Tyresö hat viele Spielerinnen, die sehr gerne dribbeln und wir haben uns darauf konzentriert, dass wir einander helfen, also wenn eine von denen an einer vorbeikam, dann sollte da schon die nächste von uns stehen.

Vor ein paar Wochen wollte ich schon einmal mit Renée sprechen. Damals lehnte sie ab. Das Team stand auf dem letzten Tabellenplatz, mehr oder weniger hoffnungslos und sie sagte, dass sie kaum positive Dinge würde sagen können, deshalb solle ich mich später mal bei ihr melden. Ich erwähnte das in unserem Gespräch, das wir in einem Stockholmer Café führten und fragte die Niederländerin, was sich denn nun eigentlich geändert habe?

Ich glaube, wir haben unsere Sichtweise geändert. Wir wollten immer schönen Fußball spielen, mussten aber einsehen, dass wir so keine Spiele gewinnen können. Jetzt haben wir auch Susan Varli in der Mannschaft. Sie ist jemand, der den Ball halten kann. Wenn wir den Ball nach vorne schlagen, dann kann sie ihn da im Spiel halten oder sogar selber etwas machen.

Renée Slegers im Zweikampf mit Landsfrau Kirsten van de Ven im Spiel gegen Tyresö

Nun spielt ihr am Sonntag gegen Vittsjö? Deine Gedanken zu dem Spiel?

Naja, die haben seit der Sommerpause nicht so viele Punkte gewonnen. Als wir unser Auswärtsspiel da absolviert haben, waren wir besser als die, aber haben verloren. Man muss die ganze Zeit sehr eng bei denen sein. Das haben wir damals nicht gemacht, jetzt aber sind wir als Team viel besser.

Es gab tatsächlich Momente, da dachte Renée Slegers über die nächste Saison nach und dass sie sich vermutlich anders orientieren müsse.

Ich glaube, das ist ganz natürlich. Aber wenn ich bei Djurgården bin, dann ist der Fokus ganz auf das Team eingestellt. Ich bin Fußballspielerin und will mich noch weiterentwickeln.

Mit Sichherheit gehört ein großes internationales Turnier zur Weiterentwiucklung einer Fußballspielerin. Holland hat sich als bester Gruppenzweiter aberals für die EURO qualifiziert, die 2013 in Schweden stattfinden wird.

Als wir gegen Schweden gespielt haben [1:2 in Göteborg], spielten später am Abend Wales und Schottland. Wenn Wales da gewonnen hätte, wären wir schon bester Gruppenzweiter gewesen und hätten eine Party gemacht. Aber nun hat unser Trainer Roger Reijners uns alle nach Hause zu sich eingeladen, da werden wir ein bisschen nach unserem Spiel nächste Woche gegen Frankreich feiern.

Wie denn der holländische Frauenfußball dasteht will ich wissen.

Gerade erst heute morgen rief mich mein Vater an und erzählte, dass in den Medien bei uns immer mehr über Frauenfußball geschrieben wird. Das ist ganz anders als vor ein paar Jahren. Und du hast vielleicht gehört, dass jetzt auch Ajax und PSV mehr in den Frauenfußball investieren wollen und ich glaube, dass das ein sehr wichtiger Schritt ist. Für alle kleinen Mädchen, die irgendwo in Holland Fußball spielen und jetzt träumen, dass sie einmal bei Ajax spielen könnten.

Letztes Mal Halbfinale bei der EURO in Finnland. Wie hoch sind die Erwartungen jetzt?

Ich denke, wir sind Underdogs. Aber Schweden können wir zum Beispiel schlagen, das haben wir in Göteborg gelernt. Deutschland dagegen ist sicher noch ein gutes Stück voraus, da haben wir letztes Jahr 0:5 und vorletztes gar 0:6 verloren. Aber immerhin sind wir jetzt 14. der Weltrangliste.

Wir reden über einen Artikel, den Max Wiman dieser Tage in Sydsvenska Dagbladet geschrieben hat. Während die Männervereine 8,6 Millionen Euro als Startgeld für die Champions League bekommen, erhalten die Frauen 20 000. Da sind wir uns einig, dass zwar ein größerer Unterschied aufgrund des Öffentlichkeitsinteresses berechtigt ist. Aber auch Renée findet, dass die UEFA schon allein aus politischen Gründen mehr in die Entwicklung des Frauenfußballs investieren sollte.

Seit dem Frühjahr ist die 23-Jährige jetzt wieder im Spiel nach einem Kreuzbandriss im vergangenen Jahr. Die hohe Zahl der Kreuzbandrisse in Schweden (16 bislang nur in der Damallsvenskan) kann sie auch nicht erklären. Ich habe von einigen ausländischen Spielerinnen gehört, dass in Schweden mehr mit Maschinen auf Kraft trainiert wird als in den jeweiligen Heimatländern. Das kann Renée Slegers bestätigen. Auch in Holland werden mehr natürliche Übungen gemacht als hier. Ein wesentlicher Grund aber dürfte auch sein, dass die medizinischen Abteilungen im Frauenfußball oftmals lediglich aus einer Person bestehen. Letztlich also wieder eine Frage des Geldes.

Am Sonntag spielt Renée Slegers im Stockholmer Stadion gegen Vittsjö. Das Stadion ist das alte Olympiastadion von 1912 und fasst rund 30.000. Meist sind aber höchstens 500 da. Ist das nicht etwas deprimierend?

Nein, ich spiele da sehr gerne. Es ist ein toller Rasen und ein sehr schönes Stadion. Der Platz aber ist ein bisschen groß.

Das bringt mich auf das abschließende Thema, ob Frauen nicht doch andere Regeln implementieren sollten, um den Fußball attraktiver zu machen. Man hat über kleinere Tore gesprochen, ein Thema allerdings bei dem Torfrauen allergisch werden.

Ich glaube auch nicht, dass kleinere Tore gebraucht werden. Aber ich habe tatsächlich durchaus daran gedacht, dass man den Platz für uns etwas kleiner machen könnte. Das wäre vielleicht eine Option.

Vom Spiel Djurgården – Vittsjö könnt ihr morgen Abend in diesem Blog lesen.

Landström schießt Tyresö ab

Debriefing nach dem 0:2 bei Djurgården – Marta und Elaine

Es war die wohl größte Überraschung der Saison.Man kann fast das seltsam zu gebrauchende Wort Sensation in den Mund nehmen.

Der haushohe Favorit Tyresö FF verlor am Samstagnachmittag in einem strahlend sonnigen Stadion in Stockholm gegen den Tabellenvorletzten Djurgården mit 0:2 und es sieht ganz so aus, als ob dieses Spiel die Meisterschaft in Schweden entschieden haben könnte.

“Wir haben darüber gesprochen, dass wir Tyresö schlagen werden. Niemand hat an uns geglaubt, aber wir selber haben das wirklich getan,” so Trainer Patrick Eklöf nach dem Spiel in einer Pressekonferenz, in der vier Vertreter zweier Vereine zwei Journalisten gegenübersaßen. In einem Raum, der sicher 120 – 150 Quadratmeter groß war. Regeln sind Regeln. Der Verband hat den Vereinen mitgeteilt, dass sie Pressekonferenzen abhalten sollen, egal wie viele Medienvertreter anwesend sind. Aber das ist ein anderes Thema.

Djurgården war wirklich bis in die Haarspitzen geladen. Man sieht es auf den Bildern, die ich gemacht habe. Man sah es auf dem Feld, in den Dialogen der Spielerinnen untereinander. Aber Tyresö hatte wesentlich mehr Chancen. Caroline Seger, Marta, Kirsten van de Ven und natürlich immer wieder Madelaine Edlund. Aber die Abwehr kämpfte schon fast heldenhaft. Noch nie habe ich Annika Kukkonen so stark gesehen. Die kleine Finnin stand Marta auf den Füßen, verfolgte sie auf Schritt und Tritt und brachte sie manchmal an den Rand der Verzweiflung. Katrin Jonsdottir brachte ihre Routine aus mehr als 110 Länderspielen für Island in die Waagschale und selbst eine Stürmerin wie Jessica Landström arbeitete defensiv wie selten zuvor.

Apropos, Landström. Selten habe ich die 27-Jährige so gut gesehen wie gestern. Rackerte in der Defensive und warf sich vorne in die Zweikämpfe und – wichtig für eine Stürmerin: Sie schoss die Tore. Caroline Segers Schuss streifte die Querlatte in der 55. Minute, knapp 90 Sekunden später schoss Landström Djurgården in Führung und brachte damit Tyresö in große Verlegenheit. Meist hatte man diese Spiele klar gewonnen, wo man am Anfang Probleme hatte, weil halt alle gegen Tyresö ihr Kämpferherz auspacken. Aber irgendwann ließ die Kraft nach bei den Gegnern. Am Samstag war das anders.

“Wir wussten, dass Tyresö irgendwann einen schlechten Tag haben würde. einen Tag, an dem es bei denen nicht so läuft. Das war heute und wir haben das ausgenutzt,” so Eklöf weiter nach der Begegnung.

Auf der Tribüne stützte Tyresös starker Mann Hans Löfgren in der letzten halben Stunde seinen Kopf auf die Arme auf und als Jessica Landström in der 71. Minute gar auf 2:0 erhöhte, war dem ehemaligen Sportchef wohl klar, dass man heute drei Punkte liegen lassen würde.

Tony Gustavsson versuchte es. Verordnete der Mannschaft eine Dreierkette, aber Marta handelte sich noch eine gelbe Karte ein, die für sie die Sperre im Match gegen Kristianstad am kommenden Wochenende bedeutet.

Gudbjörg Gunnarsdottir. Eine fehlerlose Leistung der 27-´Jährigen Keeperin, die mit einigen unglaublichen Reaktionen wesentlich Anteil daran hatte, dass Djurgården am Ende gewann.

Jessica Höglander. Im Tor von Tyresö stand die U19-Europameisterin und nicht Stammtorfrau Carola Söberg. Aber an Landströms platzierten Schüssen in die rechte Ecke hätte wohl kaum jemand etwas machen können.

Mit dieser Niederlage ist Tyresös Traum von der Meisterschaft wohl ausgeträumt, vorausgesetzt, dass Malmö am Sonntag in Göteborg gewinnt. Während Djurgården, das alle auf der Absteigerliste hatten nun auf einmal wieder Tuchfühlung nach oben bekommen hat nach seinen Heimsiegen gegen Örebro und Tyresö.

AIK und Djurgården verlieren – Stockholm bald ohne Erstligafußball

Ingrid Wells aus den USA – eine von vier Amerikanerinnen in der Startelf von Göteborg

Mit jedem Spieltag verdichtet sich die Gewissheit, dass Stockholm (und Solna) im nächsten Jahr ohne Erstligafußball sein werden und dass Stockholmer Frauenfußballfreunde dann die 20 km nach Tyresö fahren müssen, um die Stars der Damallsvenskan zu sehen.

Während AIK sang- und klanglos mit 0:3 in Piteå verlor, hatte letztlich auch Djurgården beim 0:2 daheim gegen Kopparberg/Göteborgs FC kaum eine Chance. Sechs Spieltage vor Schluss steht man damit sechs bzw. sieben Punkte hinter dem rettenden zehnten Platz.

Und da auch der dritte Traditionsverein Hammarby nach dem Abstieg 2011 nicht den Direktwiederaufstieg schaffen wird (drei Spieltage vor dem Ende der Saison hat man 17 Punkte Rückstand auf einen Platz, der zu einem Qualifikationsspiel berechtigt), wird es somit in der 2013 neu gegründeten Superettan, der landesweiten zweiten Liga viele Derbys geben.

Piteå ging gegen AIK schnell durch eine direkt von der Norwegerin June Pedersen verwandelte Ecke mit 1:0 in Führung. Die Mannschaft spielte mit Trauerflor, um den 29-Jährigen Victor Brännström vom lokalen Männerverein Piteå IF zu ehren. Brännström war vor einer Woche bei einem Spiel der dritten Liga auf dem Platz der LF Arena (in der auch die Frauen spielen) mit Herzversagen tot zusammengebrochen.

In der Schlussphase der Begegnung erhöhten Jennifer Nobis (nach Ecke Pedersen) per Kopf auf 2:0 und Hanna Pettersson auf 3:0 für den Gasteber gegen AIK, das auf seine Innenverteidigerin Jennie Nordin verzichten musste. Nach vier Niederlagen in Folge konnte sichj Piteå mit diesem Sieg deutlich von der Abstiegszone absetzten., Der Abstand auf AIK beträgt nun neun Punkte.
Djurgården musste im “heimischen” Olympiastadion von Stockholm (Yael Averbuch: “Das schönste Stadion, in dem ich je gespielt habe.”) auf Jessica Landström zunächst verzichten. Die hatte Fieber und saß auf der Bank, spielte aber die letzten 22 Minuten. Statt ihrer versuchte es Trainer Patrik Eklöf mit der von AIK gekommenen Susan Varli. Die hatte durchaus ein paar gute Szenen, aber die beste Gelegenheit hatte Magdalena Ericsson, die die Latte traf. Im Tor stand doch Kristin Hammarström trotz mutmaßlicher Gehirnerschütterung aus dem Spiel gegen Piteå vor Wochenfrist.
Göteborg hatte mehr Ball und kontrollierte das Geschehen, ohne jedoch nur annähernd sein Potential zu erreichen. Abgemeldet auch weitgehend Christen Press. Bis zur 43. Minute. Da setzte sich Johanna Almgren auf der rechten Seite durch, flankte nach innen und Press wurde für einen Moment allein gelassen, nahm den Ball an und ein paar Zehntelsekunden später hatte sie Djurgården dafür bestraft und ihren 14. Saisontreffer erzielt.
Yael Averbuch, die bei Göteborg Lisa Ek ersetzen soll und die mir, ehrlich gesagt, nach zwei Spielen, die ich von ihr gesehen habe, als deutliche Verstärkung erscheint (eine Spielmacherin mit Power) konnte aus ungefähr 18 Metern ins linke untere Eck von Gudbjörg Gunnarsdottir schießen. ‘Gugga’, die Kapitänin Djurgårdens, redet offiziell noch nicht vom Abstieg, aber beim kurzen Gespräch nach dem Spiel kam sie mir doch recht zweifelnd vor.
Nationalspielerin Johanna Almgren lief mir noch vor das Mikrofon meines IPhones. “Wenn wir etwas Glück haben und die restlichen Spiele gewinnen, können wir Dritter werden. Aber die Meisterschaft und ein CL-Platz haben sich erledigt. Aber wir wollen weiterhin in guter Form bleiben, denn mit der Champions League und dem Pokalfinale haben wir trotz allem noch vieles, um das wir spielen können in diesem Jahr,” so Johanna Almgren.