Schweden 2014: Die Lage im Januar

In 98 Tagen beginnt die neue Saison der Damallsvenskan. Sollte das Wetter so bleiben, wie es derzeit in Süd- und Mittelschweden ist, nämlich schneefrei und außergewöhnlich mild, könnte es erstmals seit vielen Jahren, eine Vorsaison geben, in der z.B. in Stockholm sogar relativ problemlos draußen trainiert werden kann.

Was hat sich bis dato getan in den 12 Vereinen der ersten Liga? Was machen die Absteiger, welche Entwicklungen gibt es in der zweiten Liga?

Das Transferfenster ist geöffnet und mit Sicherheit wird sich der Kader hier und dort noch verändern. Einige Teams sind mehr aktiv gewesen als andere. Hier ist der Zwischenstand und die Vereine sind so sortiert, wie sie nach heutigem Stand und meiner Meinung abschneiden würden, wenn die Saison nächste Woche beginnen würde.

1. FC Rosengård

Nach der zweiten Umbenennung des einstigen Frauenteams von Malmö FF steht der Meister von 2013 mit neuem Sponsor im Rücken äußerst stark da. Die Vereinsführung und Sportchef Niclas Carlnén haben die Strategie, Spielerinnen möglichst langfristig an den Verein zu binden und auch primär nur solche Spielerinnen anzuwerben, die zum Verein und zur Mannschaft passen.

Scouting war schon immer eine Stärke Malmös in den letzten Jahren. Das beste Beispiel hierfür die Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir, die mittlerweile Schlüsselspielerin ist. Bei Annika Kukkonen und Katrine Veje hat man sich aber doch offenbar verrechnet. Kukkonen wechselte bereits vorletztes Jahr und Veje musste jetzt gehen, über den Öresund nach Kopenhagen. Auch die Kolumbianerin Yoreli Rincon hat es nicht geschafft, sie war bei Aufsteiger Eskilstuna im Gespräch, hat aber noch keinen neuen Verein. Ihre technischen Finessen konnten nicht die physischen Mängel überdecken.

Mit Kapitänin Malin Levenstad hat eine Führungsspielerin den Verein verlassen. Sie ist zwar nur sechs Monate an Aufsteiger AIK ausgeliehen, aber es ist nicht anzunehmen, dass sie zurückkehrt. Als Innenverteidigerin fehlt es ihr letztlich auch an der internationalen Klasse, die man braucht, um die Champions League zu gewinnen.

Sowohl gegen Olympique Lyon im März 2013 wie gegen den VfL Wolfsburg im Spätherbst war man letztlich chancenlos. Gegen Wolfsburg zwar glücklos, aber eben nach 180 Minuten erfolglos. Um den nächsten Schritt auch international zu machen, holte man sich mit der robusten und spielintelligenten Engländerin Anita Asante eine Spielerin, die nicht nur die Champions League bereits mit dem FC Arsenal gewonnen hat und über große internationale Erfahrung verfügt, sondern auch jemanden, der multifunktionell einsetzbar ist: sowohl im Zentrum der Abwehr wie auch im zentralen defensiven Mittelfeld.

Der Abgang von Manon Melis zum angeblich wesentlich besser zahlenden Ligakonkurrenten Kopparberg/Göteborgs FC könnte die Südschweden mehr schwächen, als man das gemeinhin erwartet. Im erfolgreichen Herbst, in dem Malmö letztlich den Spieß umdrehte und Tyresö den Titel mit deutlichem Abstand wegschnappte, war es immer wieder Melis im Zusammenspiel mit Veteranin Therese Sjögran, die entscheidende Tore schoss.

Man hat jedoch mit Melis’ Landsfrau Kirsten van de Ven von Gegenspieler Tyresö eine äußerst ehrgeizige Flügelflitzerin mit hoher Sozialkompetenz geholt. 2014 müsste aber auch die Saison von Megatalent Elin Rubensson werden, falls nicht, würde ich der 20-Jährigen raten, sich einen neuen Verein zu suchen, um ihre Begabung nicht zu verschwenden.

Rosengård ist erster Anwärter auf den Meistertitel im neuen Jahr. Der Konkurrent Nummer eins derzeit ist meiner Meinung nach

2. Linköpings FC

Zampano Anders Mäki und Trainer Martin Sjögren haben in Linköping schon letztes Jahr ein kleines Meisterstück vollbracht. Mit Nilla Fischer gab man die teuerste Spielerin mitten in der Saison an den VfL Wolfsburg ab und man merkte es nicht. Denn Linköping siegte sich souverän durch den Herbst und das mit einem äußerst jungen Team, das man auch noch verstärkt hat für dieses Jahr.

Vor zwei Jahren sollte es noch das Geld und die erfahrenen Spielerinnen machen. Lisa DeVanna, Manon Melis, Nilla Fischer und andere tummelten sich in der 100.000-Einwohnerstadt, anderthalb Zugstunden südlich von Stockholm und das Experiment ging in die Hose. Trainer Jörgen Pettersson (vor Sjögren Trainer in Malmö) ging und Sjögren kam, das hatte es genauso schon in Malmö gegeben. Sjögren holte dann auf Anhieb den Titel.

In Linköping schaffte er das zwar nicht, aber sowohl Rosengård wie auch Tyresö haben mit Sicherheit gehörigen Respekt vor den Blauen.

Mäki und Sjögren “sammeln” offenbar U19-Europameisterinnen. Aus der Mannschaft die 2012 in der Türkei für Schweden Gold holte, spielen jetzt vier in Linköping, nachdem man sich von Jitex Fridolina Rolfö für das offensive Mittelfeld gesichert hat. Sofia Lundgren wird ihre Karriere als Torhüterin wohl nach einem Bandscheibenvorfall beenden. Aufgrund der Ungewissheit ihrer sportlichen Zukunft hatte man der 32-Jährigen auch keinen neuen Vertrag mehr angeboten und sich schließlich die Amerikanerin Katie Fraine von Absteiger Mallbacken geholt. Möglicherweise ist Fraine die beste Torhüterin der Liga. Sollte es der Niederländerin Renée Slegers im Mittelfeld nochmals gelingen, das fortzusetzen, was sie in der zweiten Saisonhälfte geboten hat und Welttalent Pernille Harder sich so weiterentwickeln wie anzunehmen ist, dann ist die Quali für die Champions League im Bereich des Möglichen für Linköping.

3. Tyresö FF

Eine Personalpolitik, die ich nicht verstehe. Fünf Amerikanerinnen hat der Verein um den ehemaligen Assistenztrainer der USA, Tony Gustavsson, geholt. Alle fünf müssen nun spätestens Anfang Juni gehen. Die vielen Wechsel in der zweiten Jahreshälfte 2013 und die Verletzung von Marta haben Tyresö den Titel gekostet und mit dem, was vermutlich nun wieder ansteht, neue Spielerinnen, die sich schnellstens akklimatisieren sollen, wird man es wieder nicht schaffen. Kann es sein, dass sich Fädenzieher Hasse Löfgren zurückzieht, wenn er sein 2006 definiertes Ziel Champions League erreicht hat. Auch die Verträge von Caroline Seger, Vero Boquete und Marta laufen im Juni aus, die Saison geht aber bis Ende Oktober. Mit soviel Unstetigkeit wird nicht mehr als Platz 3 drin sein.

4. Umeå IK

Der neue Trainer Jonas WIkström findet eine reformierte Organisation vor und eine starke Truppe. Umeå musste einsehen, dass die finanziellen Abenteuer des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts nicht mehr möglich waren. Man gab die Devise aus, dass man nun auf einheimische Talente setzen würde.

Umeå steht heute in der Tat da mit sechs Spielerinnen, die entweder in der schwedischen Nationalmannschaft spielen oder aber Lehrgänge bei Pia Sundhage besucht haben. Lina Hurtig ist eines der größten Talente im Lande, von ihr dürfte man sehr viel hören in diesem Jahr. Hanna Folkesson im zentralen Mittelfeld ist eine Arbeitsbiene, die ihresgleichen sucht und wenn Kapitänin Emma Berglund nun nach überstandener Kreuzband-Reha wieder in der Inenverteidigung spielten wird, dann hat Umeå eine äußerst starke zentrale Linie.

5. Vittsjö GIK

Der aus Finnland nach Südschweden ausgewanderte Calevi Hämäläinen stellt mit seinem Unternehmen Wiwood Spanplatten her. Da er aber auch noch fußballverrückt ist, sponsort er den örtlichen Frauenfußballverein Vittsjö GIK. In der ersten Saison noch sensationell guter Aufsteiger hatte man vergangenes Jahr das verflixte zweite Jahr, bedingt unter anderem durch mehrere Verletzungen, kriegte am Ende aber doch noch die Kurve. Für 2014 hat man sich bestens verstärkt.

Göteborg schnappte den Kleinstädtern die holländische Torhüterin Loes Geurts weg. Dafür holte man sich die bessere Minna Meriluoto, ein Gewinn für Vittsjö. Ebenso ist die Schottin Hayley Lauder von Absteiger Mallbacken ein Gewinn. Mit der wohl endlich wieder genesenen Ifeoma Dieke und Goalgetterin Jane Ross bildet Lauder ein schottisches Trio in Skåne.

 

6. KIF Örebro

Lediglich Umeås nigerianisches Mittelfeldas Ogonna Chukwudi steht auf der Liste der Neuzugänge. Im Kader hat sich wenig getan und wenn, wie anzunehmen, die tschechischen Zwillinge Lucia und Irene Martinkova eine weitere Saison in Närke absolvieren, dann sollte einem Platz in der oberen Hälfte nichts entgegen stehen.

 

7. Kopparberg/Göteborgs FC

Die Zwillinge Hammarström haben aufgehört. Olivia Schough geht zum FC Bayern, Yael Averbuch und Anita Asante sind weg – und statt Torbjörn Nilsson sitzt Stefan Rehn auf der Bank, den man vom Lokalkonkurrenten Jitex wegholte. Göteborg hat mehr abgegeben an Kompetenz als es sich bislang geholt hat. Manon Melis steht auf der Habenseite, aber die anderen Neuverstärkungen sind eher solide als überragend. Holländerinnen sind im Gespräch in Göteborg, unter ihnen die Duisburgerin Lieke Martens. Seit mehreren Jahren verspricht Sponsor und Klubboss Peter Bronsman, dass Göteborg sich wieder ganz nach oben orientiert. Aber bislang ist das noch nicht passiert. Eine Melis macht noch keinen Sommer.

 

8. Piteå IF

Nach Jahren mit ausländischen Torfrauen versucht man es endlich mal mit einer einheimischen: Hilda Carlén ist in zwei Schritten von Malmö über Hammarby (Stockholm) nach Norden gezogen.

Das solide Gerüst mit Faith Ikidi in der Abwehr steht. Nach vorne gibt es mit den jungen Schwedinnen Pauline Hammarlund und Jennifer Egelryd zwei interessante Neuverstärkungen, die beide via Tyresö gekommen sind, aktuell aber jetzt aus Linköping und Uppsala.

 

9. Kristianstads DFF

Im Kader von Elisabet Gunnarsdottir, der seit Jahren einzigen Frau auf einer erstklassigen Trainerbank, hat sich kaum etwas getan bisher. Viel weiter nach oben wird es deshalb auch nicht gehen, auch wenn Gunnarsdottir möglicherweise wieder die Meisterschaft als Saisonziel ausgeben wird. Aber ich bin sicher, dass sich hier das Karussell noch drehen wird.

 

10. Eskilstuna United

Der Aufsteiger wird seine erste Saison im Oberhaus spielen und dank der Geldspritze eines lokalen Sponsors, der umgerechnet 280 000 Euro zuschießt, sollte es auch gehen, das Experiment Damallsvenskan.

Ein schönes Stadion am Tunavallen, Sara Thunebro als vermutete Spielführerin und vorne soll die Kamerunerin Gaelle Enganamouit für Furore sorgen, neben der in Malmö einst ausgesiebten Felicia Karlsson.

Das sollte reichen für Jahr 1.

 

11. AIK

Mit Malin Levenstad und Maija Saari hat man sich ein routiniertes Paar in der Innenverteidigung geholt. Aber ist Saari wieder fit nach ihrem Kreuzbandriss, der sie die EM-Teilnahme kostete? Und kann die talentierte, aber verletzungsanfällige Sarah Storck vorne wirklich die Tore machen, die man braucht, um in Liga 1 zu bleiben? Zweifelhaft.

 

12. Jitex BK

In Mölndal im südlichen Göteborg haben sie letztes Jahr versucht, der sturen Gemeinde die Schuld an der Finanzmisere zu geben. Aus Spielerinnenkreisen weiß ich jedoch, dass die Organisation des Vereins viel zu wünschen übrig lässt. Das erklärt die Abgänge von insgesamt 12 Spielerinnen (!`), ein Exodus, den normalerweise nur ein Absteiger erlebt.

Elf neue Spielerinnen hat man jetzt geholt, von denen aber keine (!) aus der Damallsvenskan kommt. Eine aus Island und eine aus Kanada. Neun abewr aus der zweiten Liga Elitettan, durchaus Talente darunter wie Filippa Curmark. Aber das wird vorn und hinten nicht reichen und Jitex wird durchgereicht nach unten

Chukwudi verlässt Umeå, Holmvén übernimmt Jitex und Eidevall spricht wieder von Zirkus

Nachdem es aus beruflichen Gründen ein paar Tage lang ruhig hier war, fasse ich jetzt einiges zusammen, was sich in der vergangenen Woche ereignet hat.

Ogonna Chukwudi verlässt Umeå. Die 25-Jährige nigerianische Mittelfeldspielerin wird in der kommenden Saison Mannschaftskameradin von Sarah Michael bei KIF Örebro. An Michael waren unter anderem Göteborg und Umeå interessiert, die Stürmerin verlängerte aber ihren Vertrag. “Mit ihrer Zweikampfstärke und ihrer Schnelligkeit kann sie uns viel bringen,” freut sich der künftige Trainer Richard Nilsson.

Nachdem Stefan Rehn Jitex nach zwei Jahren verlässt, wechselt Sportchef Anders Holmvén den Job und wird selber Trainer. Finanziell ist Jitex nach wie vor nicht auf Rosen gebettet. Fridolina Rolfö geht nach Linköping, Kathlene Fernström und Frida Höglund haben verlauten lassen, dass sie den Verein ebenfalls verlassen und zu befürchten ist, dass die eine oder andere noch folgen wird. “Wir sind gezwungen, Talente zu finden. Davon gibt es reichlich in der Elitettan,” sagt Holmvén. Ein Abstiegskandidat dürfte damit für 2014 bereits leider feststehen.

Meistertrainer Jonas Eidevall hat schon früher das Wort Zirkus benutzt und meinte damit, die kurzfristigen Verpflichtungen amerikanischer Spielerinnen bei Hauptrivale Tyresö. Jetzt benutzte er dasselbe Wort für Linköping, das am letzten Spieltag aus Torhüterinnenmangel von Beginn an Mittelfeldspielerin Petra Larsson ins Tor stellte und dennoch 4:1 gewann. Sofia Lundgren verletzt, Lina Ringshamre ebenso und Briana Davey reiste zu einem Länderspiel ihrer australischen Mannschaft in die USA. “Für mich ist das Zirkus. Die haben zwei Torfrauen und schicken die eine zu einem Länderspiel und als sich dann die andere verletzt, haben sie keinen Ersatz. Genauso mit Tyresö, ich weiß nicht, wie viele Spielerinnen dir vor dem Spiel zu Länderspielen geschickt haben. Solange die Vereine die Liga nicht ernst nehmen, ist es schwer, vom Publikum dasselbe zu erwarten,” so Eidevall zur Zeitung Expressen. Die Situation des Spiels Linköping – Tyresö erklärt sich daraus, dass für beide Teams der schließliche Tabellenplatz feststand. Es ging um nichts mehr. Linköpings Boss Anders Mäki gab Eidevall Contra: “So ist das nun einmal. Tyresö hatte drei Spielerinnen zu einem Länderspiel abgestellt. Ich halte das für völlig normal. In manchen Clubs setzen wir das Individuum an erste Stelle und auch wir sind so ein Club. Ich weiß nicht mal, wer Eidevall ist, ich habe nie mit dem geredet,” so Mäki.

 

Jitex verliert Rolfö und Rehn

Nachdem man durch das 1:0 über Kristianstad am Sonntag wohl den Klassenerhalt gesichert hat, verliert Jitex in der kommenden Saison zwei wichtige Persönlichkeiten.

Wie die Zeitung Expressen meldet, geht U19-Europameisterin (von 2012) Fridolina Rolfö kommende Saison zu Linköpings FC und leistet dort ihren Jahrgangsgenossinnen Lina Ringshamre, Jennie Nordin, Pauline Hammarlund und Magdalena Ericsson Gesellschaft. Keine Frage: Ein wichtiger und auch richtiger Schritt für die talentierte offensive Mittelfeldspielerin und Stürmerin. Ihre Verpflichtung setzt ein weiteres Fragezeichen hinter den Verbleib von Linda Sällström, deren Konkurrenz nach der zweiten Kreuzband-Reha noch größer wird.

Ja und Trainer Stefan Rehn, ehemaliger Fußballnationalspieler, soll fast mit dem Lokalrivalen Kopparberg/Göteborgs FC als Nachfolger des gestern offiziell zurückgetretenen Torbjörn Nilsson einig sein. Für den arg gebeutelten, finanziell schwachen Verein aus Mölndal ist das natürlich schon ein herber Schlag. Rehn war allerdings mit Jitex nicht sonderlich erfolgreich.

U23: Barrlings Truppe für La Manga

Drei Spiele wird die schwedische U23 im Rahmen ihres Lehrgangs im spanischen La Manga bestreiten. England (28.02.), die USA (02.03.) und Norwegen (04.03.) sind die Gegnerinnen.

Die Malmöerinnen Amanda Ilestedt und Elin Rubensson sind weder in der A-Auswahl von Pia Sundhage noch in Calle Barrlings 20-Köpfiger Truppe für die Spiele in Spanien dabei. Beobachter haben deshalb ihre Chancen für die EM in Frage zu kommen (immerhin waren sie in mehreren Lehrgängen von Sundhage), abgeschrieben.

Dass sie nun nicht einmal bei Barrling auftreten dürfen, liegt aber an LdB FC Malmö. Malmö reist zu einem Trainingslager nach Frankfurt und mit Blick auf das Ende März anstehende K.O.-Duell gegen Olympique Lyonnais will man beide Spielerinnen im Malmöer Team haben und hat deshalb eine Freigabe für Barrlings Mannschaft abgelehnt.

Unter den 20 Spielerinnen sind nicht weniger als 8 (1) Debütantinnen.

Tor: Emelie Almesjö, Jessica Höglander

Abwehr: Elin Borg, Mia Carlsson, Sara Eliasson, Magdalena Ericsson, Hanna Glas, Catrine Johansson, Jennie Nordin

Mittelfeld und Angriff: Jonna Andersson, Petra Andersson, Emilia Appelqvist, Therese Boström, Malin Diaz, Jennifer Egelryd, Pauline Hammarlun, Jenny Hjohlman, Kristin Karlsson, Fridolina Rolfö, Hanna Terry

Die großé Unbekannte im Kader ist die Schwedisch-Amerikanerin Hanna Terry, die in den USA lebt und für Northwestern Athletics spielt. Im November sprach Pia Sundhage davon, dass es eine Schwedin in den USA gäbe, von der sie sehr viel hält. Terry sagt, dass sie Schwedisch nicht sprechen, aber sehr gut verstehen könne. Ihr Traum ist es, in der Nationalmannschaft zu spielen. Das dürfte bald Wirklichkeit werden, zumindest in der U23.

Djurgården ging baden

Sie hatten sich viel vorgenommen, die Spielerinnen vomn Djurgården, gegen einen Gegner, der in den letzten Monaten schwere Zeiten durchlebt hat. Nach einem akzeptablen Saisonstart hatte Jitex BK zuletzt in fünf Spielen kein Tor mehr geschossen und war immer weiter Richtung Abstiegsplätze gerutscht. Dazu hatte sich noch Torgarantin Annica Sjölund bei der 0:1-Niederlage in Örebro vor Wochenfrist das Kreuzband gerissen und auch Christina Julien, die Stürmerin aus Kanada ist (noch?) in der Heimat.

Aber die 19-Jährige Fridolina Rolfö war zurück im Team aus Mölndal und Djurgårdens Neuzugang Susan Varli saß auf der Tribüne ihres alten Vereins AIK anstatt mit nach Westschweden zu reisen. Rolfö war es auch, die mir zwei Toren entscheidenden Anteil am höchst wichtigen und nie gefährdeten 3:0 der Gastgeberinnen hatte. Zwischen den Rolfö-Toren erhöhte Elin Karlsson auf 2:0. Die Schussstatistik weist 22:6 für Jitex aus, das nennt man gern drückend überlegen. Jitex ist damit dem Letzten Djurgården um sieben Punkte enteilt und das acht Spieltage vor Schluss.

Es wird nun immer wahrscheinlicher, dass Djurgården den bitteren Gang in die zweite Liga antreten muss.

Halbzeit (8): Jitex BK

Jitex’ Riesentalent, U19-Europameisterin Fridolina Rolfö

Ein neuer Trainer mit dem ehemaligen Nationalspieler Stefan Rehn, der insgesamt neun schwedische Meisterschaften als Spieler und Trainer (der Männer von Djurgården) gewinnen hat und Verstärkungen im Kader: in der Finnin Minna Meriluoto eine Klassetorhüterin und mit Katri Nokso-Koivisto (Wolfsburg) und Leena Puranen (Hammarby) zwei weitere finnische Nationalspielerinnen und vorne die talentierte Kanadierin Christina Julien. Jitex zeigte sich durch diese Verpflichtungen vor der Saison ambitioniert und wollte deutlich machen, dass man aufbricht in höhere Tabellenregionen, nachdem 2011 nur Platz 9 herausgesprungen war.

Ich sah die Mannschaft beim Auswärtsspiel bei Djurgården, das allerdings möglicherweise kein Maßstab ist. Das sah sicher und sehr solide aus, da kam ein Team, das schon sehr gut eingespielt war, das allerdings auch eine überragende Akteurin hatte: die inzwischen frischgebackene U19-Europameisterin Fridolina Rolfö. Sie ist das mit Abstand größte Talent des Clubs und man sollte viel tun, um sie behalten zu können. Die 18-Jährige war im offensiven Mittelfeld die spielbestimmende Kraft und man hat bei Jitex schmerzlich erfahren, wie es ohne Rolfö läuft: zuletzt vier Niederlagen in Folge und 1:8 Tore, zweimal verlor man gegen Aufsteiger Vittsjö.

Wie Lokalrivale Kopparberg/Göteborgs FC spielt man nun auf dem Valhalla IP mitten in Göteborg und nicht mehr im Stadtteil Mölndal, aus dem der ehemalige Rekordmeister eigentlich kommt. Genutzt hat das freilich nicht, da ist Jitex größtes Problem, das allerdings auch für Kopparberg geht: das Zuschauerinteresse am Frauenfußball in Göteborg ist sehr bescheiden, oftmals spielen die Damen von Jitex vor 200 und ein paar mehr Zuschauern. Und das in der Stadt, der der schwedische Fußballverband mit dem Stadion Nya Gamla Ullevi die Nationalarena für Frauenfußball stiftete – das war fast ironisch gemeint oder eben der Versuch, ein nicht vorhandenes Interesse zu wecken.

Göteborg hat in der Männerliga drei Erstligisten, von denen BK Häcken (3870) den schlechtesten und IFK Göteborg (11092) den besten Schnitt hat, weit von den 200 entfernt, die sich wohl zumeist aus Verwandten und Freunden der Spielerinnen zusammensetzen dürften.

Die Mannschaft hat Potential und es wird interessant sein, zu sehen, ob Jitex in der Rückrunde noch Punkte sammeln kann, die dazu reichen, mehr als “nur” den achten Platz in der Serie zu belegen. Und mit Fridolina Rolfö (welch Name) würde ich mich als Sportdirektor JETZT schon mal hinsetzen und über eine Vertragsverlängerung von wenigstens zwei Jahren reden.

Schweden ist Europameister: Malin Diaz schiesst goldenes Tor

Malin Diaz zwei Tage vor der Abreise in die Türkei

Nicht unerwartet wurde die schwedische U19-Nationalmannschaft am späten Samstagabend Europameister. In einem ausgeglichenen Finale genügte ein später Treffer vin Malin Diaz (AIK), nachdem Spaniens Keeperin Dolores Gallardo einen Schuss von Elin Rubensson (Malmö) nicht festhalten konnte.

Trainer Calle Barling hatte schon im April nach dem Sieg gegen Deutschland in Västerås gesagt, dass diese Mannschaft so begabt sei, dass sie “den ganzen Weg” gehen könnte. “Natürlich ist das ein tolles Gefühl. Wir haben das Spiel toll durchgeführt und haben auch bei 34 Grad Hitze 120 Minuten lang unsere Strategie verfolgt. Wir haben uns früh dafür entschieden, dass wir bei diesem Jahrgang auf die technisch versierten Spielerinnen setzen wollen. Das haben wir getan und sie dann in der Defensivarbeit geschult. Normalerweise geht man von den defensiv talentierten Spielerinnen aus, um Stabilität zu bekommen,” so Calle Barling. “Hier haben wir es genau andersrum gemacht und dass die technisch beste Spielerin Malin Diaz die Gelegenheit bekommt, das Spiel zu entscheiden, ist meiner Meinung nach Beweis dafür, dass unsere Idee von Anfang an richtig war und Malin symbolisiert wirklich von Anfang an unsere Gedanken um diese Mannschaft.” fasste Barling unmittelbar nach dem Spiel zusammen.

Beide Teams hatten im Verlauf der 120 Minuten Gelegenheit, in Führung zu gehen, Rubensson traf in der ersten Halbzeit den Pfosten und Spaniens Alexia Putellas die Querlatte.

Bei Temperaturen von rund 30 Grad in Antalya setzten sich am Ende die Schwedinnen durch, die nach dem Treffer von Diaz die Führung sicher über die Zeit brachten. Mit fünf Treffern in ebenso vielen Spielen wurde Elin Rubensson unangefochten Torschützenkönigin.

Mit seiner U19-Mannschaft hat Schweden eine Reihe von bemerkenswerten Talenten für die Zukunft, von denen einige schon bald in die A-Nationalmannschaft aufrücken können, insbesondere dann, wenn wie alle erwarten Pia Sundhage nach der Olympiade die Nationalmannschaft übernimmt.

Die Europameisterinnen:

Tor: Jessica Höglander (Tyresö FF), Lina Ringshamre (Sundsvalls DFF)

Abwehr:Alice Nilsson (Kristianstads DFF), Jennie Nordin (AIK), Amanda Ilestedt (LdB FC Malmö), Magdalena Ericsson (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF), Saga Fredriksson (LdB FC Malmö)

Mittelfeld: Therese Boström, Petra Andersson (beide AIK), Julia Wahlberg (Tölö IF), Lina Hurtig (Umeå IK), Malin Diaz (AIK), Fridolina Rolfö (Jitex BK), Jonna Andersson (Linköpings FC)

Angriff: Mimmi Löfwenius (Kopparberg/Göteborgs FC), Elin Rubensson (LdB FC Malmö), Pauline Hammarlund (Tyresö FF)

Schweden schlägt England – Halbfinale zum Greifen nah

Elin Rubensson

Zum Auftakt der U19-EM in Antalya (Türkei) gewann Schweden gestern Abend sein Auftaktspiel gegen England mit 1:0. Malmös Elin Rubensson erzielte das Tor des Abends in der ersten Halbzeit per Strafstoß. Es handelte sich um einen Handelfmeter, der gegeben wurde, nachdem eine Engländerin eine Flanke von Therese Boström mit dem Arm gestoppt hatte.

Das Spiel begann um 19.30 Uhr Ortszeit bei einer Temperatur von ca. 28 Grad Celsius. Tagsüber herrschen in Antalya gegenwärtig 40 Grad.

Trainer Calle Barling: “Diese Mädchen sind ungeheuer professionell. Mehrere von ihnen spielen in der Damallsvenskan und sind in ihrer Karriere bereits soweit gekommen, dass sie sich auf die bestmögliche Weise vorbereiten: physisch, mental und taktisch. Und das braucht man auch, um solch ein Spiel zu gewinnen.”

Schweden spielte mit folgender Mannschaftsaufstellung: Jessica Höglander (Tyresö FF), Alice Nilsson (Kristianstads DFF), Amanda Ilestedt (K, LdB FC Malmö), Jennie Nordin (AIK), Magdalena Ericsson (Djurgården), Therese Boström, Petra Andersson, Malin Diaz (alle AIK), Pauline Hammarlund (Tyresö FF) [81., Mimmi Löfwenius (Kopparberg/Göteborgs FC), Elin Rubensson (LdB FC Malmö) (91.; Jonna Andersson (Linköpings FC), Fridolina Rolfö (Jitex) [69., Lina Hurtig, UmeåIK)

Anja Mittag trifft gleich beim Ligadebüt

Mit einem weiteren Sieg und einem weiteren Tor ging es heute weiter für Anja Mittag. Beim Auswärtsspiel ihres neuen Vereins LdB FC Malmö beim Göteborger Club Jitex BK gab es einen letztlich nie gefährdeten 4:1-Sieg. Amanda Ilestedt und Lina Nilsson hatten Malmö in Führung gebracht, ehe Annica Sjölund verkürzen konnte. Anja erhöhte auf 3:1 und nach Ilestedt gelang auch der zweiten U19-Nationalspielerin in Malmös Reihen, Elin Rubensson, ein Treffer.

Aber in der Anfangsphase hielten die Gastgeberinnen gut mit. Mit Fridolina Rolfö hätte sich in der 10. Minute beinahe eine weitere U19-Nationalspielerin in das Torprotokoll eingetragen, sie traf aber nur die Querlatte für Jitex. Jitex’ neuer Trainer Stefan Rehn: “Vieles hat gut funktioniert. Ich bin zufrieden mit den ersten 20 Minuten und mit dem Beginn der zweiten Halbzeit. Dann lassen wir nach und wenn man mit zwei Toren gegen den schwedischen Meister zurückliegt, dann wird es schwer. Aber wir kommen zurück.”

 

Silly Season (5): Jitex wird finnisch

Bis vor vier Jahren war Jitex BK aus dem Göteborger Vorort Mölndal noch schwedischer Frauenfußballrekordmeister. Das allerdings ist lange her. 2010 stieg das Team mit seinem Trainer Hans Prytz wieder in die Damallsvenskan auf, gewann die Söderettan während Tyresö sich durch die Norrettan durchwalzte. Und in seinem ersten Jahr schaffte Jitex es beinahe, das wirtschaftlich wesentlich stärkere Tyresö auszustechen. Mit einfachem, geradlinigen Fußball, den man bisweilen auch gerne britisch nennt, kam man auf 33 Punkt und einen sehr respektablen sechsten Platz.

Und bekanntlich ist das zweite Jahr immer schwieriger als das erste, oder oft jedenfalls. Jitex war sich des Klassenerhalts 2011 lange nicht sicher, auch wenn Dalsjöfors und Hammarby doch mehr oder minder souverän auf den Abstiegsplätzen landeten. Statt 33 gewann Jitex nur 19 Punkte und statt des sechsten Ranges stand am Ende Platz neun.

Genug, um zu Änderungen zu kommen. Von Trainer Prytz trennte man sich nach vier Jahren und stattdessen verpflichtete man den ehemaligen Nationalspieler Stefan Rehn als neuen Trainer. Und das gleich für drei Jahre. Der 45-Jährige bringt Erfolgsjahre bei den Männerclubs Djurgården und IFK Göteborg mit und gerade letzterem Verein gehörte auch Lokalrivalentrainer Torbjörn Nilsson einmal an. Beide Göteborger Vereine haben nur geringe Zuschauerzahlen, Jitex steht mit Abstand am schlechtesten da.

Und hat sich vor der neuen Saison dadurch ausgezeichnet, dass man drei Finninnen geholt hat und ein großes Talent gehalten. Die 17-Jährige Fridolina Rolfö war sicher von mehreren Clubs umworben, bleibt aber Jitex erhalten. Von Absteiger Hammarby kommt Klassetorfrau Minna Meriluoto und Mittelfeldspielerin Leena Puranen und aus Wolfsburg holte man die zuletzt dort nicht mehr zum Einsatz kommende Katri Nokso-Koivisto. Drei Nationalspielerinnen aus dem östlichen Nachbarland.

Aus Norwegen kehrte auch Weltenbummlerin Amelie Rydbäck zurück an die schwedische Westküste. Sie hatte vorher auch schon mit Lotta Schelin bei Olympique Lyon gespielt.

Mit dem Abstieg dürfte Jitex mit dieser Truppe eigentlich wenig zu tun haben. Aber auch nach oben ist wenig Luft, da die Spitzenclubs über ganz andere Voraussetzungen verfügen.

Isländerinnen sorgen für weiteren Sieg

Erla Arnardottir schoss das 1:0 für KDFF

Dass Kristianstad in Südwestschweden zumindest die grösste Ansammlung von isländischen Fussballerinnen ausserhalb Islands beherbergt, ist eine unumstössliche Tatsache. Zumal die Trainerin Beta (Elisabet) Gunnarsdottir nun mal den Stamm des schwedischen Teams auf Landsfrauen aufgebaut hat.

Heute schossen Erla Arnardottir und Margret Lara Vidarsdottir zwei schnelle Treffer bei Vorjahresaufsteiger Jitex, der im zweiten verflixten Jahr ordentlich Federn lässt, sich aber wohl vor dem Abstieg retten können wird.

Fridolina Rolfö gelang der Anschlusstreffer, dabei blieb es aber dann.

“Es war ein ausgeglichenes Spiel, aber wir müssen besser spielen, um zu gewinnen,” sagte Jitex’ Trainer Hans Prytz.

Kristianstadsbladet sah ein langweiliges Spiel, aber konstatiert, dass Elisabet Gunnarsdottir in der zweiten Halbzeit erfolgreich das Tempo aus dem Spiel nehmen liess.

 

Umeå verliert wichtige Punkte – Piteå kassiert Ausgleich in der 95.

Fridolina Rolfö schoss den Ausgleich für Jitex in der 95. Minute

Niemand hat gesagt, dass das Auswärtsspiel in Kristianstad leicht für Umeå würde. Und was vielversprechend mit einem sehr schnellen Tor von Hanna Pettersson begann, endete nach zwei Gegentreffern der Isländerin Margret Lara Vidarsdottir mit einer bitteren Niederlage, die den Abstand auf Tabellenführer Malmö auf drei Punkte anwachsen liess.

Im Spiel der Tabellennachbarn weiter unten trennten sich Piteå und Jitex mit 1:1 und liegen damit weiterhin mit jeweils 13 Punkten oberhalb der gestrichelten Linie. Der Abstand nach unten (zu Hammarby) beträgt nunmehr sechs Punkte. Piteå musste auf seine Nigerianerinnen Faith Ikidi und Ulunma Jerome verzichten, die Olympia-Quali spielen.

Die Norwegerin June Pedersen besorgte Piteås vielumjubelte Führung vor wieder einmal ausgezeichneten 1.862 Zuschauern in der LF Arena, aber Jitex glich aus in der 95. Minute (!!) durch die 17Jährige Kandidatin für den Titel Enteckung der Saison, Fridolina Rolfö.

Ein höchst umstrittener Treffer. Denn Schiedsrichterin Annika Andric entschied zunächst auf Tor, dann auf Abseits und dann noch einmal und endgültig au Tor. Da das Spiel danach sofort zu Ende war, kann man nachvollziehen, dass es gelinde gesagt Unmut in den Reihen von Piteå gab, zumal lediglich zwei Minuten Nachspielzeit angekündigt waren…

 

U18 nominiert für Länderspiele in Norwegen

Am 23. und 25.08. spielt Schweden zwei U18-Länderspiele gegen Norwegen – in Steinkjer und in Stjördal, beides in Norwegen.

Trainer Calle Barling gab heute vor wenigen Minuten sein Aufgebot bekannt. Dabei sind folgende Spielerinnen aus der Damallsvenskan:

Magdalena Ericsson (Hammarby), Saga Fredriksson, Amanda Illestedt (beide LdB FC Malmö), Alice Nilsson (Kristianstads DFF), Jonna Andersson (Linköping), Mimmi Löfwenius (Dalsjöfors), Fridolina Rolfö (Jitex BK), Elin Rubensson und Elena Sadiku (beide LdB FC Malmö).

Halbzeit

Die Hälfte der Saison ist vorbei  Schweden. Mit der 1:4-Heimniederlage von Linköping gegen Tyresö haben nun alle Teams jeweils elf Begegnungen absolviert. Am Samstag geht es schon weiter in einer Liga, die Aufwind verspürt nach dem dritten Platz der Nationalmannschaft bei der WM und in der eine ganze Reihe von Vereinen das am Montag geöffnete Transferfenster ausnützt, um sich vor der Rückrunde, die mit den Spielen gegen die Gegner des 11. Spieltags am Samstag beginnt,

Die Kurzanalyse für alle Vereine:

Sara Björk Gunnarsdottir

Ldb FC Malmö: Trotz der Abgänge von Therese Sjögran (kommt nach der WPS-Saison zurück), Kathryn Gill und Pavlina Scasna weiterhin Spitze. Mit Manon Melis hat man eine der weltbesten Stürmerinnen. Malmö hat nicht nur Geld, sondern macht auch was damit. Exzellentes Scouting: Alle nationalen und internationalen Talente sind gut ausgewählt. Sara Björk Gunnarsdottir und Annika Kukkonen etwa. Jetzt kommt mit der Dänin Katrine Veje ein weiteres Grosstalent und nach dem Ende der WPS wohl auch Caroline Seger.

 

 

Umeå IK: Trainer Blomqvist sprach beim Auftaktmeeting davon, dass Umeå Top 3 sein will. Nach der Hälfte der Saison sind sie zweiter und haben Tuchfühlung nach ganz oben. Mit Ramona Bachmann und Sofia Jakobsson ist der Angriff vielleicht noch einen Tick besser besetzt als bei Malmö. Aber der Gesamtkader spricht für den Meister. Mit Umeå jedoch ist wieder zu rechnen. Tendenz klar positiv. Negativ: Ausmusterung von Anna Paulson, das war taktlos und unnötig.

Sarah Michael (Foto: Mikael Sundberg/Skillnad AB)

KIF Örebro: Der neue Trainer Mikael Fahlén hatte versprochen, dass man endlich mal versuchen wolle, attraktiven Fussball zu spielen. Das hat nicht unbedingt geklappt, am Anfang sah es unverändert aus. Örebro hat seit einigen Jahren eine stabile Truppe, Sara Larsson und Sarah Michael sind hervorragende Neuzugänge. KIF wird ein sehr unangenehmer Gegner bleiben.

Tyresö FF: Ursprünglich mein Meisterschaftsfavorit. Mit einer imponiernden Startformation. Aber man kann Erfolg nicht kaufen und man muss Teams erst einmal einspielen. Hatte ein gefährliches Zwischentief, das wahrscheinlich den Titel gekostet hat. Kann aber nun nach drei Siegen in Folge und 10:1 Toren Richtung Platz 3 marschieren, ohne 100% überzeugt zu haben.Sportchef Hans Löfgren droht abzuheben und wird sicher alles tun, das Team nächste Saison noch einmal deutlich zu verstärken.

Kopparbergs/Göteborg: Viele glaubten, dass Torbjörn Nilssons Team Malmö ernsthaft Konkurrenz machen könnte. Aber ein Fehlstart und zuletzt die Niederlage gegen Örebro haben das verhindert. Auch Göteborg ist weit von den Champions League Plätzen weg, darf aber im Herbst erstmals in der Königsklasse spielen. Verstärkt mit der Norwegerin Ingvild Stensland, die nach Ausflug nach Lyon wieder in ihre zweite Heimat zurückkehrt. Ob sie wieder fit ist, wird sich zeigen.

Kristianstads DFF: Wieder gut gestartet, wieder mit einem Tief ab dem Sommer, aber die Verpflichtung der Schweizerin Sandra Betschart und vor allem der Klassedänin Johanna Rasmussen sollten spielerisch wieder Auftrieb geben für die isländische Filiale in Skåne. Torhüterin Hedvig Lindahl heiratet Ende August und sucht noch Spielideen sowie eine Band, die auf der Hochzeit spielt. Die beiden Fehlgriffe gegen Japan zu kritisieren, findet sie oberflächlich.

Djurgården: Fünf Siege und nichts mit dem Abstieg zu tun. Mit Emma Lundh und Mia Jalkerud ein Sturmduo, das Torinstinkt hat und auch trifft, insgesamt elf Mal bisher. Das ist gut für ein im Prinzip zusammengewürfeltes Team, das von der Vereinsführung nicht strategisch ausgesucht wurde. Dora Maria Larusdottir zieht im Mittelfeld inzwischen die Fäden und Gudbjörg Gunnarsdottir kocht für alle, ist DJ und inzwischen auch Führungsfigur. Mal sehen, ob das Geld reicht. Sicherer Mittelfeldplatz.

Linköpings FC: Achter Platz. Katastrophe. Linköping spielte selbst im  Meisterjahr langweiligen Fussball, aber immerhin erfolgreich. Mit Trainer Pettersson verschwand jedoch der Erfolg. Das Team steht am Scheideweg, denn ie professionelle Organisation und die Investitionen verlangen nach Siegen. Wird weiterdümpeln, aber wenn sich hier nichts ändert, sollte sich die eine oder andere Spielerin mit dem Gedanken tragen, wegzugehen.

Jitex BK: Das die zweite Saison für einen Aufsteiger oft schwieriger ist als die erste, bewahrheitet sich nicht unerwartet bei Jitex. Letzte Saison konnten sie noch viele überraschen mit ihrem geradlinigen, schnörkellosen, kampfbetonten Spiel, in dem die begrenzten spielerischen Möglichkeiten optimal ausgenutzt wurden, dieses Jahr ist das anders. Jitex bleibt aber in der Liga und im Clubhaus sollten sie schon mal nachdenken, was für nächste Saison zu tun ist. Riesentalent: Fridolina Rolfö.

Stephanie Labbé

Piteå IF: Dürfte eigentlich mit seinem Kader nicht da stehen, vier Punkte vor dem Abgrund. Aber die Verletzungen von Keeperin Stephanie Labbé und Faith Ikidi haben das Team verunsichert. Am Sonntag beim Rückspiel bei Djurgården sind mit Melissa Tancredi und Carmelina Moscato zwei weitere kanadische Nationalspielerinnen dabei. Das müsste für den Klassenerhalt reichen.

 

 

 

Mami Yamaguchi

Hammarby DFF: In der schwedischen Frauenfussballszene gelten sie als die Unabsteigbaren. Der von Tyresö gekommene Trainer Tino Katsoulakis wollte ein spielendes Team machen aus den Grünweissen und hat nun doch erkennen müssen, dass alleine der Kampf Punkte bringen kann. Nach vorne noch harmloser als im Vorjahr. Zwei Tore in elf Spielen. Selbst bei Aufsteiger Dalsjöfors konnte man nicht gewinnen. Jetzt wird schnell schnell auf dem Transfermarkt zugeschlagen, aber eher unprofessionell. Das geht nicht gut. Hammarby ist 2012 in der Norrettan trotz einer internationalen Klassetorhüterin wie der Finnin Minna Meriluoto.Sensationsverpflichtung Mami Yamaguchi hätte es bei einem anderen Club vielleicht in die Weltmeistersmannschaft geschafft.

Dalsjöfors GoIF: Nach 2:44 Toren und mit nur einem Punkt aus elf Spielen hoffnungslos am Ende. Das wird nichts mehr, auch wenn wohl schon am Samstag gegen Tyresö Kanadas Erin McLeod im Tor steht und Emily Zurrer neben Alex Singer in der Abwehr. Riesentalent: Mimmi Löfwenius. Aber Dalsjöfors sollte schon mal heimlich für die Söderettan planen.