Faith Ikidi hat sich akklimatisiert

Christen Press (links) und Faith Ikidi im Zweikampf

Christen Press (links) und Faith Ikidi im Zweikampf

Wenn es um Stabilität in der Abwehr geht, Athletik und ein intuitiv geradezu geniales Stellungsspiel, dann kommt zumindest in Schweden schnell der Name Faith Ikidi ins Gespräch. Die inzwischen 26 Jahre alte Nigerianerin in Diensten von Piteå IF kam schon 2005 nach Norwegen und landete dann etwas später beim schwedischen Erstligisten QBIK aus Karlstad, wo teilweise vier Nigerianerinnen unter Vertrag standen.

2009 spielte sie für Linköpings FC und verteidigte in der Mitte mit Charlotte Rohlin, Linköping holte seinen bislang einzigen Meistertitel und ließ nur elf Gegentore in 22 Spielen zu. Der Wechsel nach Piteå 2011 kam dann etwas überraschend, im Frühjahr 2013 unterschrieb die Nigerianerin schließlich einen 3-Jahresvertrag in Piteå, der also bis einschließlich 2015 geht.

Nach dem Spiel in Tyresö am Mittwochabend habe ich mich mit Faith Ikidi unterhalten.

Kurz vor Schluss lagst du mit großen Schmerzen am Boden, hast schon das Zeichen zur Auswechslung gemacht, was ist passiert?

Naja, das war noch aus dem Spiel gegen Mallbacken, da bekam ich eine Wunde auf dem Spann des linken Fußes. Und vorhin ist jemand draufgetreten, das btat höllisch weh, ist aber schon besser jetzt.

Was sagst du zum Spiel heute?

Wir haben fantastisch gestanden in der Defensive, ich bin vom Ergebnis her beeindruckt, 1:2 in Tyresö kann sich doch sehen lassen. Aber: wie soll ich das sagen, verloren ist verloren. Wir können aber trotzdem mit einem guten Gefühl nach Hause fliegen, wir haben gut gespielt gegen Tyresö. Denen will ich auch gratulieren.

Und jetzt geht es gegen KIF Örebro zu Hause, ein starker Gegner.

Ja, sicher, aber wir müssen weiter kämpfen. Die haben eine Menge erfahrener Spielerinnen, die den Ball halten können und auch solche, die wirklich Tore schießen können.

Faith, du bist vor acht Jahren nach Skandinavien gekommen, eine schöne lange Zeit.

Ja, das ist eine lange Zeit. Jedes Jahr war sehr spannend mit dieser Liga hier in Schweden. Da gibt es keinen Tiefpunkt, sondern sportlich wird das die ganze Zeit besser und auch immer härter im Wettbewerb.

Du wolltest unbedingt in Piteå bleiben und hast drei Jahre verlangt?

Ja, weißt du, das war letztes Jahr. Jedes Jahr habe ich immer eine Verlängerung oder einen Vertrag für ein Jahr bekommen. Piteå ist eine Stadt, die mir sehr gut gefällt. Und da hab ich eben um einen längeren Vertrag gebeten, da kann man dann auch mal etwas entspannen. Es stimmt, dass Piteå eine kleine Stadt ist, aber ich mag keine großen Menschenmengen. Stockholm ist eine schöne Stadt, aber ich mag dieses Gedränge nicht, ich mag es ruhiger. Die Leute in Piteå lieben unsere Mannschaft, ich weiß nicht, wie ich dir das erklären kann, aber die Leute lieben uns. Egal ob wir gute oder schlechte Zeiten haben, die Fans sind immer da für uns.

Was ist das Ziel für Piteå in diesem Jahr?

Wir wollen natürlich besser sein als in der letzten Saison. Und ich denke mal, das ist überall so. In jeder Mannschaft, jede Spielerin. Auch individuell will man doch besser sein als letztes Jahr. Wir sagen nicht, dass wir Meister werden wollen oder unter den ersten 5 landen, aber wir wollen besser sein als letztes Jahr.

Wenn ich das sagen darf. Du beeindruckst mich schon seit Jahren mit einem einzigartigen Stellungsspiel. Du weißt einfach immer in jeder Situation, wohin der Ball kommen wird und dann bist du einfach da und stehst richtig. Kann man das lernen?

Ich denke, dass das wirklich ein Talent ist und es kommt auch dank Gottes Hilfe. Was immer ich tue, ich bete immer zu Gott. Und natürlich hat der Trainer was damit zu tun. Denn wenn du ein Talent hast und du hast jemanden, der dich anleitet und dir Tips und Hilfen gibt, dann ist das einfach, wenn du Talent hast. Ich bin sehr dankbar dafür.

Was kann man über die nigeranische Nationalmannschaft sagen?

Wir haben keine Spiele in diesem Sommer. Erst nächstes Jahr haben wir Qualifikationsspiele und die afrikanischen Meisterschaften, die uns hoffentlich zur WM 2015 bringen werden. In Afrika kann man derzeit nicht sagen, dass wir die stärksten sind, da gibt es eine Menge anderer Länder, die im Kommen sind. Letztes Jahr war Äquatorial-Guinea Afrikameister und wir wurden nur Vierter. Du siehst, dass da viele gute Mannschaften sind.

 

 

 

Sunnanå wird absteigen

Dreieinhalb Spieltage in der Damallsvenskan liegen hinter uns und zumindest die Abstiegsplätze scheinen klar vergeben. Die beiden Aufsteiger Mallbacken und Sunnanå dürften kaum eine Chance haben, auch nur um den Klassenerhalt mitzuspielen.

Zum dritten Mal bekam Sunnanå heute fünf Gegentore. 2:5 Niederlage bei Jitex, das bisher auch nur einen Punkt geholt hatte. Das reicht einfach nicht. Ebensowenig hat Mallbacken bislang den Eindruck erwecken können, erstklassig zu sein. Spielerinnen wie Annika Kukkonen (Sunnanå) und Maija Saari (Mallbacken) können einem Leid tun, sind sie doch vom Regen in die Traufe gekommen.

Kristianstad gewann nicht unerwartet mit 4:1 bei Vittsjö in einem weiteren Skåne Derby. Diese Saison wird es Vittsjö bedeutend schwerer haben, ähnlich zu überraschen wie im Vorjahr. Josefine Öqvist und dreimal Margret Lara Vidarsdottir machten die Tore für die Gäste, die den Dreier auch dringend brauchten, um sich Richtung Spitze zu orientieren.

Spitzenspiel in Göteborg. Nach einer halben Stunde führte der Gastgeber vor nur 741 Zuschauern mit 2:0 gegen den Meister Tyresö FF durch Tore von Jodie Taylor (möglicherweise die “Entdeckung” der Saison, nicht zuletzt für die englische Nationaltrainerin Hope Powell) und Anita AsanteDann machte Tyresö sehr viel Druck und konnte nach zwei Abwehrfehlern durch Kirsten van de Ven und Christen Press ausgleichen. In der zweiten Halbzeit erwartete man eigentlich, dass Tyresö da weitermachen würde, wo es aufgehört hatte, aber Göteborg hielt dagegen und beide Teams hatten gute Chancen, den Siegtreffer zu erzielen. Defensiv gab es klare Fehler auf beiden Seiten, aber für Tyresö reicht die Defensive, um in der Liga Spitze zu sein. Allerdings scheint mir die Abwehr jetzt verwundbarer zu sein, wo Sara Thunebro auf der linken Abwehrseite spielt und Line Röddik Hansen in die Mitte gestellt wird. Unverständlich, dass man die beste Linksverteidigerin der Liga zugunsten einer schwedischen Nationalspielerin von ihrer Position nimmt.

Tyresö bleibt vorn

Christen Press' Schuss geht an die Unterkante der Latte

Christen Press’ Schuss geht an die Unterkante der Latte

Kannst du uns dein Tor beschreiben? fragte ich Christen Press nach dem Spiel. Welches? fragte sie. Leicht verunsichert antwortete ich Öh, das zweite.

Zu diesem Zeitpunkt wusste die Amerikanerin schon mehr als der große Teil des Publkums und die Fernsehzuschauer, nämlich, dass sie beide Tore beim 2:0 über Linköping gemacht hatte.

Es war eine aufopfernde Abwehrleistung, die Linköping zeigte und zu Beginn der zweiten Halbzeit schien das Spiel sogar Augenhöhe anzunehmen, als Jessica Samuelsson den Ball an die Latte schoss. Aber insgesamt war Tyresö die bessere Mannschaft.

Pia Sundhage war da, natürlich. Sie wollte sehen, wie ihr neues Innenverteidigerduo, das bei Linköping unter Vertrag ist, spielt. Nach dem Kreuzbandriss von Umeås Emma Berglund hat Sundhage im Prinzip keine andere Wahl, als da hinten Charlotte Rohlin und Nilla Fischer aufzustellen. Fischer ist Sundhages Favoritin, die wird auf ihre alten Tage umgeschult und in die Abwehr gestellt. Und heute überragte Fischer, gewann bis auf einen alle Zweikämpfe. Auch stark auf der linken Abwehrseite: U19-Europameisterin Magdalena Eriksson, von Djurgården Anfang des Jahres gekommen.

Tyresö wollte aber die Punkte. Und Christen Press ist wohl einer der größten Fehler Sundhages, der nur nicht auffiel, weil die USA so viele gute Spielerinnen hat. Die 24-Jährige ist eine der weltbesten Stürmerinnen und auch wenn sie heute nicht so zur Geltung kam, schoss sie am Ende doch beide Tore.

Das 1:0 in der 88. Minute aus vielleicht acht Metern, ein Schuss an die Unterkante der Latte. Auf den Fernsehbildern sieht man, dass der Ball drin war, bevor ihn die eingewechselte Kirsten van de Ven endgültig reinschießt. Offiziell führt der Fußballverband weiter van de Ven. Mal sehen, ob sich das noch ändert, denn van de Ven war abseits. Wäre Press’ Schuss nicht drin gewesen, handelte es sich um ein irreguläres Tor.

Das 2:0 dann ein Tor Prädikat absolute Weltklasse: “Ich bekam den Ball da draußen und wusste ja, dass nicht mehr lang zu spielen ist,” erzählte mir die Torschützin. Es gelang mir, hinter die Abwehrspielerin zu kommen und wenn man in so eine Situation kommt, ist es fast klar, dass das ein Tor wird. Ich finde, es ist wichtig, dass man die Energie des Spiels spürt und eine meiner Stärken ist es, zu fühlen, wenn der Gegner verletzbar ist und nachdem wir kurz vorher das erste Tor gemacht hatten, wusste ich, dass es möglich sein würde, schnell noch einen draufzulegen.” So weit Christen Press, die mit einem enormen Antritt zunächst Rohlin und Ericsson und dann Nilla Fischer ganz alt aussehen lässt, bevor sie dann, kurz nachdem sie an Fischer unwiderstehlich vorbeigezogen ist mit einem satten Schuss in die linke Ecke Sofia Lundgren keine Chance ließ.

Mit hängenden Köpfen schlichen die LFC-Spielerinnen vom Platz. Ein Spiel dauert neunzig Minuten plus eventueller Nachspielzeit, das mussten sie am Samstag schmerzlich noch einmal verinnerlichen.

Damallsvenskan – Mein Tipp für 2013

Heute Nachmittag geht es los, die Damallsvenskan in der EM-Saison 2013 startet mit der Begegnung zwischen KIF Örebro und Mallbacken. Morgen stehen dann weitere drei Partien auf dem Programm, bis der Spieltag am Mittwoch mit Göteborg – Linköping abgeschlossen wird.

Mein Tipp steht schon seit dem letzten Wochenende, hier ist er.

1. Tyresö FF: Das Herzschlag-Finale aus dem letzten Jahr, als Malmö alles in der Hand hatte, wird es dieses Jahr nicht geben. Tyresö hat den besten Kader, mit Abstand. Das Mittelfeld mit Marta, Vero Boquete, Caroline Seger und Lisa Dahlkvist lässt sich nicht toppen. Die Abwehr bleibt der schwächste Mannschaftsteil hier, aber die meisten Teams werden gar nicht viel zum Angreifen gegen Tyresö kommen. Für die Champions League jedoch muss dann 2014 aufgerüstet werden. Christen Press ist die beste Verpflichtung der ganzen Liga. Sie wird Anja Mittag dieses Jahr einen heißen Kampf um die Torjägerinnenkrone liefern.

2. LdB FC Malmö: Wie im Vorjahr Zweiter, dieses Mal aber auf Abstand. Malmö hat mit Manon Melis eine Weltklassestürmerin zurück “nach Hause” geholt, aber werden sich Mittag, Melis, Ramona Bachmann und Elin Rubensson da nicht auch auf den Füßen stehen. Wie klappt das Zusammenspiel? Kann man vor allem Bachmann-Mittag-Melis zu einer Einheit bringen mit sehr gutem Spielverständnis untereinander, kann Malmö sehr gefährlich werden. Therese Sjögran versucht ihr Comeback mit 36, in der Nationalmannschaft wohl zu spät. Wenn Yoreli Rincon (siehe Bachmann-Interview) sich akklimatisieren kann, dann kann sie mit ihrer einzigartigen Technik eins der Ausrufezeichen der Saison werden. Schwäche: Wie bei Tyresö die Abwehr. Zwar sind Lina Nilsson, Malin Levenstad und Amanda Ilestedt Nationalspielerinnen und auch Ali Riley für Neuseeland, keine von ihnen ist jedoch Weltklasse. Wird interessant sein zu sehen, wie Marta, Boquete und Press mit dieser Abwehr umgehen werden,

3. Kopparberg/Göteborgs FC: Jessica Landström kam für Christen Press. Kein Ersatz. Aber die später durch Vermittlung der hervorragenden Anita Asante gekommene Britin Jodie Taylor wird Landström den Startplatz streitig machen. Schnell, physisch und kopfballstark. “Von hinten sieht sie sogar wie Press aus,” scherzte Torbjörn Nilsson, mittlerweile der dienstälteste Trainer der Liga, auf dem Medientreffen am Dienstag. Die Norwegerin Cathrine Dyngvold ist ebenfalls ein großes Talent. Mit Yael Averbuch hat Göteborg darüber hinaus eine der besten Mittelfeldspielerinnen der Liga. Das sieht USA-Trainer Tom Sermanni sicher genauso, denn er hat Averbuch zurück ins USWNT geholt. Es reicht für Platz 3, leider kann sich Göteborg nicht einmischen weiter oben, wo es um die CL-Plätze geht. Da hätte Supersponsor Peter Bronsman seine Versprechung aus dem Herbst Ernst machen und etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Olivia Schough hat durch die Nominierung in die schwedische Natio einen Quantensprung gemacht.

4. Kristianstads DFF: Elisabet Gunnarsdottir arbeitet sich langsam, aber sicher nach oben. Seit fünf Jahren in Schweden strickt die charismatische Isländerin weiter an ihrer Meistermannschaft. “Ein paar Spielerinnen wollten wir nicht mehr haben,” sagte sie mir am Dienstag. In den nächsten Tagen wird KDFF, wie das Team in Kurzform genannt wird, mit einem neuen Youtube-Video von sich reden machen. “Hast du Regie geführt?” fragte ich die 36-Jährige. “Darauf kannst du Gift nehmen,” sagte sie. Offensiv sieht das sensationell aus. Josefine Öqvist gibt in zwei Wochen ihr Comeback nach Babypause, das meiner Meinung nach größte schwedische Fußballtalent seit ?, Marija Banusic, wird für Furore sorgen, wenn sie auf dem Teppich bleibt. Und Beta wies mich darauf hin, dass bald dem 90-Minuten-Einsatz von Margret Lara Vidarsdottir nichts mehr im Wege stehen wird. Beta glaubt an Margret und sieht ihre Rolle hinter Öqvist und Banusic. Und dann gibt es noch die starke Dänin Johanna Rasmussen. Nationaltorfrau Hedvig Lindahl ist nach ihrem Kreuzbandriss wieder voll im Training und wird im Mai wieder der Trainerin zur Verfügung stehen, sagt sie selber. Das kann weit reichen…

5. Linköpings FC: Voriges Jahr wollten sie mit der Brechstange nach oben. Lisa DeVanna, Manon Melis, Nilla Fischer… Es ging in die Hose, es gab finanzielle Probleme und geblieben ist erst mal nur Fischer. Geholt hat der unter der Saison gekommene Malmöer Meistertrainer Martin Sjögren aber sehr interessante junge Spielerinnen: U19-Europameisterinnen Magdalena Eriksson und Jennie Nordin für die Abwehr und vorne nach Banusic und Umeås Lina Hurtig wohl das dritte große Talent in der Offfensive: die noch 16-Jährige Stina Blackstenius, die in den Vorbereitungsspielen im Prinzip in jedem Spiel getroffen hat. Leider hat sich Finnlands Rakete Linda Sällström den zweiten Kreuzbandriss innerhalb eines Jahres im gleichen Knie eingefangen , was den Verdacht nahelegt, dass da was falsch gemacht wurde… Im Mittelfeld und offensiv wird die Dänin Pernille Harder der Star. Ich halte Harder ohnehin für eine der begabtesten Spielerinnen Nordeuropas. Charlotte Rohlin ist zurück, mal sehen. Nilla Fischer soll Mittelfeld spielen, sagt Sjögren, entgegen Pia Sundhages ausdrücklichem Wunsch, dass sie auch im Verein in der Abwehr spielen solle.

6. Umeå IK: Ich habe Umeå in Tyresö gesehen in der Vorbereitung (1:1) und hatte wieder mal einen sehr positiven Eindruck von Joakim Blomquists Team. Sein drittes Jahr, der Psychologe tut Umeå gut. Emma Berglund steuert die Abwehr, im Mittelfeld ist man mit Hanna Folkesson enorm verstärkt im zentralen Bereich. Nach oben (1-5) fällt die Offensive trotz Hurtig etwas ab, daher nur Platz 6, denn es wird auch wieder die Downs des letzten Jahres geben, auch wenn man jetzt mit Katrin Jonsdottir Routine in die Abwehr geholt hat.

7. Piteå IF: Anna Westerlund sagte mir (siehe Interview mit ihr) am Dienstag, dass man den achten Platz des Vorjahres unbedingt verbessern wolle. Aber wegen der starken Konkurrenz springt nicht mehr als ein Platz heraus. Ein sehr internationales Team, angefangen bei der australischen Torfrau Lydia Williams, im zweiten Jahr, aber eigentlich neu, da sie sich direkt im ersten Spiel 2012 einen Kreuzbandriss zuzog. Aufgehört bei der neuen nigerianischen Stürmerin Francesca Ordega, die sich sicher erst akklimatisieren muss. In der Abwehr ist Faith Ikidi eine Bank. Ein solides Team mit gutem Publikum.

8. Sunnanå SK: Vielleicht zu optimistisch getippt. Aber der Aufsteiger hat große Tradition in der Damallsvenskan und hat sich auch gut verstärkt. Susanne Nilsson im Tor ist wohl die beste schwedische Torfrau unter 30 (leider hat das Pia Sundhage noch nicht verstanden, Eile ist geboten, da Nilsson auch einen serbischen Pass hat) und mit Annika Kukkonen ist eine hart arbeitende zentrale Mittelfeldspielerin dazu gekommen. Die unverwüstliche und großartige Perpetua Nkwocha wird auch mit 37Jahren noch starke Akzente setzen. Und Carina Holmberg ist Nationalspielerin geworden, sie war schon immer gut, aber diese Nominierung hat ihr sicher noch zusätzlich Flügel verliehen.

9. Vittsjö GIK: Das zweite Jahr ist immer schwieriger als das erste, heißt es, wenn es einem Aufsteiger gelingt, sich in der Liga zu halten… Das klingt gemein, ist aber oft so. Leider hat die starke Amerikanerin Danesha Adams Vittsjö Richtung NWSL verlassen, aber dafür ist mit der Schottin Jane Ross gleichwertiger Ersatz gekommen, sagen die Trainer. Immerhin ist Kendall Fletcher geblieben und wenn es Ifeoma Dieke nach ihrem Kreuzbandriss wieder gelingt, die Vorjahresform zu erreichen und auch noch Sofie Andersson ihre sensationelle Hinrunde wiederholen kann… Ein bisschen zu viel wenn, um weiter oben zu landen, aber Vittsjö wird nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen.

10. Jitex BK: Leider. Das versprochene Stadion wird erst gegen Sommer fertig, anders als versprochen und nun müssen die ersten Heimspiele in Lindome gespielt werden, weit vom Schuss, vermutlich vor allem vor Freunden und Verwandten. Ein robustes, physisches Team mit zwei großen schwedischen Talenten, an die ich glaube: Fridolina Rolfö und Mimmi Löfwenius. Eine exzellente Torhüterin mit der Finnin Minna Meriluoto. Wenn Annica Sjölund nach ihrem Kreuzbandriss wieder zurückfindet, dann kann es besser als Rang 10 werden, aber die Konkurrenz ist stark.

11. KIF Örebro: Nochmal leider. Sie haben sich verstärkt mit dem tschechischen Zwillingspaar Lucie und Irene Martinkova, aber sie haben Marie Hammarström verloren, die wohl zentrale Spielerin des gesamten Teams. Das wird ihnen zu schaffen machen, ebenso, dass Edda Gardarsdottir, die hart schuftende Mittelfeldspielerin, mit ihrer Freundin Olina Vidarsdottir nach London gegangen ist. Sarah Michael kann an ihren guten Tagen Weltklasse sein. Örebro wird einige dieser Tage brauchen, um sich in der Liga zu halten.

12. Mallbacken: Wenn schon der eigene Trainer sagt, dass man einen äußerst dünnen Kader und auch schmale Ressourcen hat… Es gibt diese Überraschungsaufsteiger, die selber davon überrascht werden, auf einmal (wieder) in der ersten Liga zu sein. Wenn man dann nicht investieren kann, muss man auch mit dem Schlimmsten rechnen. Gerne hätte Mallbacken ja noch eine Stürmerin verpflichtet, aber Trainer Stefan Johansson sagte auf dem Pressetreffen, dass man keine gefunden habe… Ja, dann.

Göteborg holt den Supercup

GöteborgJa, dann habe ich mich eben geirrt. Wahrscheinlich sollte man nicht tippen. Statt des von mir erwarteten klaren Siegs für Tyresö im Heimendspiel um den schwedischen Supercup gewann Pokalsieger Göteborg nun auch den Supercup durch ein 6:4 nach Elfmeterschießen (2:2 nach Verlängerung).

Am enttäuschendsten war wohl die Kulisse. Gottlob war das protzige Gerede von der Friends Arena schon seit Wochen kein Thema mehr, denn bei herrlichem Wetter, aber kalten Temperaturen um 0 Grad am Ostermontag kamen rund 600 Zuschauer auf den Tyresövallen. Eine offizielle Zuschauerzahl wurde auch wohlweislich nicht genannt.

Aber TV4 Sport übertrug live und an den Bildschirmen sahen sicherlich wesentlich mehr Menschen eine recht biedere erste Halbzeit, in der Tyresö wie erwartete mehr Ballbesitz hatte. Die beste Chance aber hatte Göteborg: Jodie Taylor traf die Querlatte des von Carola Söberg gehüteten Gehäuses.

Fünf Minuten in der zweiten Halbzeit waren vergangen, als Marta, die über weite Strecken recht unsichtbar blieb, zeigte, dass man sie eben nicht vergessen sollte, auch wenn sie kaum zu sehen ist. 1:0 für Tyresö und nun schien alles seinen gewohnten Gang zu gehen, aber Göteborg hielt dagegen. Und wie: Einspiel von Olivia Schough, Schuss von Anita Asante – 1:1. Nur unwesentlich später Freistoß von Yael Averbuch und Olivia Schough erzielte die Führung für die Gäste. Die Christen Press ausglich. Dabei blieb es dann. Verlängerung. Elfmeterschießen.

Kristin Hammarström, die ihr Team mit zahlreichen Paraden in die Verlängerung gebracht hatte, hielt Elfer von Lisa Dahlkvist und Marta und die eingewechselte Norwegerin Cathrine Dyngvold verwandelte den entscheidenden Elfer für die Gäste. Damit gewinnt Göteborg auch das dritte Cupfinale gegen Tyresö, zweimal im Elfmeterschießen und einmal durch einen Elfmeter.

Tyresö ist trotz optischer Dominanz und bisweilen hoher Aggressivität besiegbar. Das ist die wohl wichtigste Erkenntnis des Tages. Und: Mit Göteborg sollte man rechnen. Averbuch und Asante machten ein großes Spiel und mit Schough auf Außen und Taylor in der Mitte könnte passieren, dass Jessica Landström auch hier öfters die Bank wird drücken müssen.

 

Heute Supercup-Finale

Der Supercup ist zwar nur eine sehr konstruierte Geschichte, wo der Meister des Vorjahres auf den Pokalsieger trifft, es wird aber sicher ein reizvolles Spiel werden. Um 16.00 Uhr spielen Tyresö FF und Kopparberg/Göteborgs FC um die Trophäe. ffschweden wird dabei sein, ihr bekommt einen Spielbericht, Bilder und hoffentlich auch ein Interview, anders als letzten Donnerstag, wo Lyon sehr schnell in den Bus verschwand und selbst Lotta Schelin brüsk von Trainer Patrice Lair aus der Pressekonferenz gebellt wurde.

Göteborg hat seine Startelf im Vergleich zum CL-Viertelfinale verändert. Statt Jessica Landström spielt nun die Engländerin Jodie Taylor ganz vorne. Für Anna Ahlstrand kommt Olivia Schough in die Mannschaft. Dennoch ist Göteborg bestenfalls Außenseiter.

Tyresö ist mein Goldfavorrit in diesem Jahr und zwar ganz eindeutig. Hans Löfgren hat systematisch verstärkt und jetzt mit Christen Press (ausgerechnet dem heutigen Gegner abgeluchst) eine der weltweit torgefährlichsten Spielerinnen engagiert. Mit Marta, Vero, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist sollte da nichts anbrennen. Möglicherweise wird Tyresö allmählich in Lyons Sphären aufsteigen, wenn es nicht vorher zum wirtschaftlichen Kollaps kommt. Schaun mer mal…

Mein Tip für heute: 3:0.

Zu viele Ausländerinnen in der Damallsvenskan?

Pia Sundhage hat sich aufgeregt. Das tut sie eigentlich oft und gerne und das macht sie auch sympathisch, das sie Gefühle zeigt und voll bei der Sache ist. Manchmal allerdings frage ich mich inzwischen, ob sie sich nicht ein wenig zurückhalten sollte, zumindest in den Medien.

Denn die schnappen dankbar jede Silbe der angehenden Ehrendoktorin, Gastprofessorin, Frau des Jahres 2012, Welttrainerin des Jahres und was weiß ich nicht noch alles, auf.

Am Donnerstagabend war sie wie ich auf dem Malmö IP und sprach anschließend wie immer frank und frei ins Mikrofon der Reporter von Sydsvenska Dagbladet. Dass sie mal besser nichts gesagt hätte, war ihr dabei aber offenbar schon selber klar, denn: “Das jetzt sollte ich eigentlich nicht sagen,” begann Sundhage ihre Ausführungen und echauffierte sich darüber, dass sie zu einem Champions-League-Spiel käme und alles, was sie als Nationaltrainerin beobachten könnte, wären drei Spielerinnen bei Malmö und eine Spielerin des Gegners.

In der Tat begann Malmö die Begegnung mit nicht weniger als acht Ausländerinnen: Thora Helgadottir, Ali Riley, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Sara Björk Gunnarsdottir, Manon Melis, Ramona Bachmann, Anja Mittag.

Bei Olympique Lyonnais dagegen standen in der Anfangsformation nicht weniger als neun Französinnen und lediglich Lara Dickenmann und Lotta Schelin haben einen ausländischen Pass.

Eines ist klar. Pia Sundhage hat sich nicht darin einzumischen, wie die Vereine ihre Kader bestücken und welchen Pass die Spielerinnen haben. Und wenn sie in dem oben genannten Interview sagt, dass alles noch vor 5-6 Jahren (bevor sie zuerst nach China und dann in die USA ging) anders gewesen wäre, dann muss sie eigentlich besser als viele andere wissen, dass sich Frauenfußball in 5-6 Jahren enorm entwickelt hat und auch weiter entwickeln wird.

“In Lyon werden ausländische Spielerinnen nur dann verpflichtet, wenn ihre Qualität definitiv besser ist als das, was man auf dem franösischen Markt bekommen kann”, schrieb mir gestern ein Fan aus Frankreich via Twitter.

In Schweden, und da hat Sundhage Recht, ist das augenscheinlich nicht der Fall, auch wohl nicht in Deutschland.

Ich habe mir die aktuellen Kader in der Damallsvenskan angesehen und komme auf folgende Liste ausländischer Spielerinnen. Es sind 66 Spielerinnen. Sie verteilen sich auf: 1. Finnland 9, 2. Island, Nigeria, USA je 7, 5. Dänemark, Holland je 5 und auf zwölf weitere Länder. Bei den Vereinen liegt Malmö klar vorn.

10 LdB FC Malmö: Thora Helgadottir, Ali Riley, Paula Radtke, Katrine Veje, Sara Björk Gunnarsdottir, Katrin Schmidt, Yoreli Rincon, Ramona Bachmann, Manon Melis, Anja Mittag

7 Tyresö FF: Line Röddik Hansen, Meghan Klingenberg, Elaine Moura, Kirsten van de Ven, Vero Boquete, Christen Press, Marta

7 KIF Örebro: Stephanie Labbé, Marie-Eva Nault, Susanna Lehtinen, Irena Martinkova, Lucie Martinkova, Sanna Talonen, Sarah Michael

7 Kristianstads DFF: Brett Maron, Sif Atladottir, Nicole Sykes, Gudny Odinsdottir, Margret Lara Vidarsdottir, Johanna Rasmussen, Lorca van de Putte

6 Vittsjö GIK: Lois Geurts, Kendall Fletcher, Ifeoma Dieke, Mandy van den Berg, Kirsty Yallop, Jane Ross

6 Piteå IF: Lydia Williams, Faith Ikidi, Hallbera Gisladottir, Anna Westerlund, June Pedersen, Francesca Ordega

5 Kopparberg/Göteborgs FC: Camille Levin, Anita Asante, Yael Averbuch, Cathrine Dyngvold, Jodie Taylor

4 Linköpings FC: Marianne Gajhede, Renée Slegers, Pernille Harder, Linda Sällström

4 Umeå IK: Katrin Jonsdottir, Ogonna Chukwudi, Rita Chikwelu, Tuija Hyyrynen

4 Sunnanå SK: Carys Hawkins, Helene Ukaonu, Annika Kukkonen, Perpetua Nkwocha

3 Mallbacken: Kaitlynn Fraine, Maija Saari, Hayley Lauder,

3 Jitex BK: Minna Meriluoto, Annica Sjölund, Leena Puranen

Bald Champions League

An diesem Wochenende spielten immerhin sieben der zwölf Vereine der Damallsvenskan Testspiele. Die Ergebnisse sowie die Torschützen der Erstligavereine trage ich immer relativ zeitnah auf der Seite TESTSPIELE ein.

Das für mich aufsehenerregendste Resultat an diesem Wochenende. Damallsvenskan Absteiger Djurgården verlor sein Freundschaftsspiel beim finnischen Vizemeister Åland United mit sage und schreibe 1:8. Das lässt für das augenscheinlich vorwiegend aus 16-18-Jährigen Nachwuchskräften bestehende Team in der neugegründeten Elitettan (eingleisige zweite Liga) nichts Gutes erahnen.

Ich werde über die drei Stockholmer Clubs AIK, Djurgården und Hammarby vor dem Beginn der Saison am 14.04., schreiben, habe bereits Hammarbys Training besucht und auch zwei Testspiel der Mannschaft. Dazu später. Aber von Djurgården kommt derzeit weder von Spielerinnen noch Sportchefin Maria Jensen auch nur eine Silbe als Antwort. Auch das kein gutes Zeichen.

Viele befürchten, dass der ehemalige schwedische Meister und Europapokalfinalist nach dem Abstieg aus der Damallsvenskan direkt in die dritte Liga durchgereicht werden könnte. Das heutige Resultat jedenfalls tut weh´.

Am Mittwoch schon stehen die mit großer Spannung erwarteten Viertelfinals in der Champions League auf dem Programm. Malmö reist schon morgen zu seiner “mission impossible” nach Lyon gegen den französischen Serienmeister und zweifachen Titelverteidiger, der seit zwei Jahren und ein paar zerquetschten kein Fußballspiel mehr verloren hat.

Nicht dabei sein werden Therese Sjögran und Frida Nordin, aber nach Auskunft von Coach Jonas Eidevall haben beide Spielerinnen vergangene Woche dreimal voll trainiert. Mal sehen wie sich Malmö in der Höhle der Löwinnen schlägt. Der Gastgaber ist für mich 80:20 Favorit fürs Weiterkommen.

Eröffnen werden den Spieltag am Mittwoch jedoch Arsenal Ladies und Torres aus Italien. Bei allem Respekt vor den unbequemen Italienerinnen (deren Nationalelf in Zypern enttäuschte), auch hier ist Arsenal 80:20 Favorit. Ich werde im Mai beim Finale an der Stamford Bridge sein und falls Arsenal das erreichen sollte, kann man sicher mit einem fast vollen Stadion rechnen.

Keine Probleme auch dürfte Wolfsburg gegen Rossiyanka bekommen. Der russische Meister befindet sich nach zahlreichen Spielerabgängen und Trainerwechsel in einem chaotischen Zustand und Wolfsburg ist für mich 90:10 Favorit.

Erst um 20 Uhr spielen dann Juvisy und der schwedische Pokalsieger Göteborg. Und diese Begegnung könnte relativ offen sein. Man wird sehen, was Göteborg nach dem Abgang von Christen Press noch wert ist. In der Offensive stehen dann die Norwegerin Cathrine Dyngvold und Jessica Landström. Stars bei Juvisy sind Nationalmannschaftskapitänin Sandrine Soubeyrand und Mittelfeld-As Gaetane Thiney. Göteborg hat sich im Mittelfeld mit Marie Hammarström gut verstärkt und Yael Averbuch ist immer für ein Tor gut. Ich würde Göteborg leicht favorisieren: 45-55.

 

 

 

 

Schweden demontiert Island

Schweden gewann am Freitagabend mit 6:1 gegen Island. Zweimal Kosovare Asllani, je einmal Sara Thunebro, Lotta Schelin, Kristin Hammarström und Susanne Moberg erzielten die Tore in einer Begegnung, die leider mehr über Island als über Schweden aussagt.

Erschreckend schwach präsentierte sich der Endrundenteilnehmer der EURO und machte deutlich, wie groß die Unterschiede im internationalen Frauenfußball noch sind. Dabei spielen fast alle Isländerinnen in europäischen Topligen, in Norwegen oder Schweden vor allem.

Und so ist dieser hohe Sieg gut für das Selbstvertrauen der Schwedinnen, aber erst am Montag, nach dem Spiel gegen die USA, werden wir sagen können, was Schweden unter Pia Sundhage bisher erreicht hat. Man darf gespannt sein, welche Spielerinnen dann zum Einsatz kommen.

Ein klares Ausrufezeichen hinter Antonia Göransson, die auf der rechten Seite wirbelte und hochmotiviert war. Auch Kosovare Asllani nutzte ihre Chance als Spitze neben Lotta Schelin. Die Abwehr, möglicherweise die Achillesferse, wurde keiner Prüfung ausgesetzt. Nilla Fischer verschätze sich einmal grob, ein Fehler, den sie sich bei Abby Wambach, Alex Morgan oder Christen Press in 72 Stunden nicht leisten darf. Was Thunebro und Lina Nilsson leisten können, wenn die Gegnerinnen Weltklasse sind, steht auch noch zu sehen aus.

Aber immerhin ist man auf dem richtigen Weg. Wie weit, das kann man eben nach dem heutigen Kantersieg nicht sagen.

Umeå IK stark beim 1:1 in Tyresö

Malin

Umeås Keeperin Malin Reuterwall hat das Nachsehen bei Lisa Dahlkvists Schuss 1-1

Es war das erste Heimspiel von Marta 2013, es war der mit Spannung erwartete Gastauftritt der erst 1995 geborenen Norwegerin Caroline Graham Hansen, die Tyresö derzeit testet. Aber das 1:1 vom schwedischen Meister Tyresö FF gegen Umeå IK war vor allem eine beeindruckende Demonstration der Gäste.

Sicher, die haben mit Emmelie Konradsson, Emma Berglund und Hanna Folkesson immerhin drei Spielerinnen in Pia Sundhages Algarve-Kader, aber Tyresö hat die geballte Übermacht von zahlreichen Nationalspielerinnen, einige davon zur absoluten oder erweiterten Weltklasse gehörend.

Die ersten Minuten gehörten Tyresö und vor allem die gerade 18 Jahre alt gewordene Norwegerin wollte sich von ihrer besten Seite zeigen, und das obwohl Cheftrainer Tony Gustavsson heute mit Abwesenheit glänzte und von Assi Leif Edeborg vertreten wurde. Im Publikum u.a. Pia Sundhage und Tyresös verletzte Stars Kirsten van de Ven, Christen Press und Carola Söberg.

Graham Hansen brillierte in ein paar Szenen auf rechts. Die Norwegerin ist beidfüßig, sehr technisch und hat einen beeindruckenden Antritt und gutes Spielverständnis. Viele bezeichnen sie als das größte Talent des norwegischen Fußballs seit vielen Jahren.

Aber je länger das Spiel dauerte, desto besser wurde Umeå, desto besser auch Graham Hansens Gegenspielerin in der ersten Hälfte, Elin Landgren, selber erst 21 Jahre alt.

Der Führungstreffer durch Konradsson in der neunten Minute kam noch wie eine kalte Dusche, danach hätte man erhöhen können und traf auch zum 2:0 durch Jenny Hjohlman, aber dieser Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben.

Tyresö kämpfte sich zurück, traf durch Lisa Dahlkvist zum Ausgleich und schien nun auch das Kommando endgültig zu übernehmen, aber dann war Pause und in der zweiten Halbzeit war Umeå einen Tick besser, hätte in der 54. Minute Elfmeter bekommen müssen, als Hjohlmann im Strafraum von Elaine zu Boden gezogen wurde. Und hatte weitere Chancen durch u.a. Lina Hurtig. Es blieb aber beim alles in allem durchaus gerechten 1:1, ein Ergebnis, das natürlich vor allem Umeå als Positivum mitnehmen kann, das für Tyresö ein Warnsignal sein sollte. Denn eindeutig war es Umeå, das mehr wollte und die Koordination in Tyresös Abwehr, vor allem zentral, sah heute nicht so gut aus.

Interviews nach dem Spiel waren leider nicht drin. Ich hätte gern etwas länger mit Umeå-Spielerinnen gesprochen, aber wie mir Emma Berglund sagte, müsse man schon bald wieder zum Flughafen. Man war eine Stunde vor dem Spiel angekommen und wollte eine halbe Stunde nach Abpfiff schon wieder zurück, um ins eine Stunde nördlich gelegene Umeå nach Hause zu fliegen.

Mit Umeå wird in der kommenden Saison zu rechnen sein. Nicht als Topteam, das werden wieder nur Tyresö und Malmö sein, aber in der oberen Hälfte müsste dieses starke Team landen können. Wie es dem Club gelungen ist, gute Talente selber zu entwickeln (Beispiel: Konradsson) oder andere Talente an sich zu binden (Beispiel: Hurtig), das ist beeindruckend. Trainer Joakim Blomkvist macht im dritten Jahr exzellente Arbeit in Umeå. Man darf darauf gespannt sein, wie sich das Team bei der Premiere der Damallsvenskan präsentieren wird. Dann geht es auswärts gegen – Tyresö FF.