Damallsvenskan – Mein Tipp für 2013

Heute Nachmittag geht es los, die Damallsvenskan in der EM-Saison 2013 startet mit der Begegnung zwischen KIF Örebro und Mallbacken. Morgen stehen dann weitere drei Partien auf dem Programm, bis der Spieltag am Mittwoch mit Göteborg – Linköping abgeschlossen wird.

Mein Tipp steht schon seit dem letzten Wochenende, hier ist er.

1. Tyresö FF: Das Herzschlag-Finale aus dem letzten Jahr, als Malmö alles in der Hand hatte, wird es dieses Jahr nicht geben. Tyresö hat den besten Kader, mit Abstand. Das Mittelfeld mit Marta, Vero Boquete, Caroline Seger und Lisa Dahlkvist lässt sich nicht toppen. Die Abwehr bleibt der schwächste Mannschaftsteil hier, aber die meisten Teams werden gar nicht viel zum Angreifen gegen Tyresö kommen. Für die Champions League jedoch muss dann 2014 aufgerüstet werden. Christen Press ist die beste Verpflichtung der ganzen Liga. Sie wird Anja Mittag dieses Jahr einen heißen Kampf um die Torjägerinnenkrone liefern.

2. LdB FC Malmö: Wie im Vorjahr Zweiter, dieses Mal aber auf Abstand. Malmö hat mit Manon Melis eine Weltklassestürmerin zurück “nach Hause” geholt, aber werden sich Mittag, Melis, Ramona Bachmann und Elin Rubensson da nicht auch auf den Füßen stehen. Wie klappt das Zusammenspiel? Kann man vor allem Bachmann-Mittag-Melis zu einer Einheit bringen mit sehr gutem Spielverständnis untereinander, kann Malmö sehr gefährlich werden. Therese Sjögran versucht ihr Comeback mit 36, in der Nationalmannschaft wohl zu spät. Wenn Yoreli Rincon (siehe Bachmann-Interview) sich akklimatisieren kann, dann kann sie mit ihrer einzigartigen Technik eins der Ausrufezeichen der Saison werden. Schwäche: Wie bei Tyresö die Abwehr. Zwar sind Lina Nilsson, Malin Levenstad und Amanda Ilestedt Nationalspielerinnen und auch Ali Riley für Neuseeland, keine von ihnen ist jedoch Weltklasse. Wird interessant sein zu sehen, wie Marta, Boquete und Press mit dieser Abwehr umgehen werden,

3. Kopparberg/Göteborgs FC: Jessica Landström kam für Christen Press. Kein Ersatz. Aber die später durch Vermittlung der hervorragenden Anita Asante gekommene Britin Jodie Taylor wird Landström den Startplatz streitig machen. Schnell, physisch und kopfballstark. “Von hinten sieht sie sogar wie Press aus,” scherzte Torbjörn Nilsson, mittlerweile der dienstälteste Trainer der Liga, auf dem Medientreffen am Dienstag. Die Norwegerin Cathrine Dyngvold ist ebenfalls ein großes Talent. Mit Yael Averbuch hat Göteborg darüber hinaus eine der besten Mittelfeldspielerinnen der Liga. Das sieht USA-Trainer Tom Sermanni sicher genauso, denn er hat Averbuch zurück ins USWNT geholt. Es reicht für Platz 3, leider kann sich Göteborg nicht einmischen weiter oben, wo es um die CL-Plätze geht. Da hätte Supersponsor Peter Bronsman seine Versprechung aus dem Herbst Ernst machen und etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Olivia Schough hat durch die Nominierung in die schwedische Natio einen Quantensprung gemacht.

4. Kristianstads DFF: Elisabet Gunnarsdottir arbeitet sich langsam, aber sicher nach oben. Seit fünf Jahren in Schweden strickt die charismatische Isländerin weiter an ihrer Meistermannschaft. “Ein paar Spielerinnen wollten wir nicht mehr haben,” sagte sie mir am Dienstag. In den nächsten Tagen wird KDFF, wie das Team in Kurzform genannt wird, mit einem neuen Youtube-Video von sich reden machen. “Hast du Regie geführt?” fragte ich die 36-Jährige. “Darauf kannst du Gift nehmen,” sagte sie. Offensiv sieht das sensationell aus. Josefine Öqvist gibt in zwei Wochen ihr Comeback nach Babypause, das meiner Meinung nach größte schwedische Fußballtalent seit ?, Marija Banusic, wird für Furore sorgen, wenn sie auf dem Teppich bleibt. Und Beta wies mich darauf hin, dass bald dem 90-Minuten-Einsatz von Margret Lara Vidarsdottir nichts mehr im Wege stehen wird. Beta glaubt an Margret und sieht ihre Rolle hinter Öqvist und Banusic. Und dann gibt es noch die starke Dänin Johanna Rasmussen. Nationaltorfrau Hedvig Lindahl ist nach ihrem Kreuzbandriss wieder voll im Training und wird im Mai wieder der Trainerin zur Verfügung stehen, sagt sie selber. Das kann weit reichen…

5. Linköpings FC: Voriges Jahr wollten sie mit der Brechstange nach oben. Lisa DeVanna, Manon Melis, Nilla Fischer… Es ging in die Hose, es gab finanzielle Probleme und geblieben ist erst mal nur Fischer. Geholt hat der unter der Saison gekommene Malmöer Meistertrainer Martin Sjögren aber sehr interessante junge Spielerinnen: U19-Europameisterinnen Magdalena Eriksson und Jennie Nordin für die Abwehr und vorne nach Banusic und Umeås Lina Hurtig wohl das dritte große Talent in der Offfensive: die noch 16-Jährige Stina Blackstenius, die in den Vorbereitungsspielen im Prinzip in jedem Spiel getroffen hat. Leider hat sich Finnlands Rakete Linda Sällström den zweiten Kreuzbandriss innerhalb eines Jahres im gleichen Knie eingefangen , was den Verdacht nahelegt, dass da was falsch gemacht wurde… Im Mittelfeld und offensiv wird die Dänin Pernille Harder der Star. Ich halte Harder ohnehin für eine der begabtesten Spielerinnen Nordeuropas. Charlotte Rohlin ist zurück, mal sehen. Nilla Fischer soll Mittelfeld spielen, sagt Sjögren, entgegen Pia Sundhages ausdrücklichem Wunsch, dass sie auch im Verein in der Abwehr spielen solle.

6. Umeå IK: Ich habe Umeå in Tyresö gesehen in der Vorbereitung (1:1) und hatte wieder mal einen sehr positiven Eindruck von Joakim Blomquists Team. Sein drittes Jahr, der Psychologe tut Umeå gut. Emma Berglund steuert die Abwehr, im Mittelfeld ist man mit Hanna Folkesson enorm verstärkt im zentralen Bereich. Nach oben (1-5) fällt die Offensive trotz Hurtig etwas ab, daher nur Platz 6, denn es wird auch wieder die Downs des letzten Jahres geben, auch wenn man jetzt mit Katrin Jonsdottir Routine in die Abwehr geholt hat.

7. Piteå IF: Anna Westerlund sagte mir (siehe Interview mit ihr) am Dienstag, dass man den achten Platz des Vorjahres unbedingt verbessern wolle. Aber wegen der starken Konkurrenz springt nicht mehr als ein Platz heraus. Ein sehr internationales Team, angefangen bei der australischen Torfrau Lydia Williams, im zweiten Jahr, aber eigentlich neu, da sie sich direkt im ersten Spiel 2012 einen Kreuzbandriss zuzog. Aufgehört bei der neuen nigerianischen Stürmerin Francesca Ordega, die sich sicher erst akklimatisieren muss. In der Abwehr ist Faith Ikidi eine Bank. Ein solides Team mit gutem Publikum.

8. Sunnanå SK: Vielleicht zu optimistisch getippt. Aber der Aufsteiger hat große Tradition in der Damallsvenskan und hat sich auch gut verstärkt. Susanne Nilsson im Tor ist wohl die beste schwedische Torfrau unter 30 (leider hat das Pia Sundhage noch nicht verstanden, Eile ist geboten, da Nilsson auch einen serbischen Pass hat) und mit Annika Kukkonen ist eine hart arbeitende zentrale Mittelfeldspielerin dazu gekommen. Die unverwüstliche und großartige Perpetua Nkwocha wird auch mit 37Jahren noch starke Akzente setzen. Und Carina Holmberg ist Nationalspielerin geworden, sie war schon immer gut, aber diese Nominierung hat ihr sicher noch zusätzlich Flügel verliehen.

9. Vittsjö GIK: Das zweite Jahr ist immer schwieriger als das erste, heißt es, wenn es einem Aufsteiger gelingt, sich in der Liga zu halten… Das klingt gemein, ist aber oft so. Leider hat die starke Amerikanerin Danesha Adams Vittsjö Richtung NWSL verlassen, aber dafür ist mit der Schottin Jane Ross gleichwertiger Ersatz gekommen, sagen die Trainer. Immerhin ist Kendall Fletcher geblieben und wenn es Ifeoma Dieke nach ihrem Kreuzbandriss wieder gelingt, die Vorjahresform zu erreichen und auch noch Sofie Andersson ihre sensationelle Hinrunde wiederholen kann… Ein bisschen zu viel wenn, um weiter oben zu landen, aber Vittsjö wird nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen.

10. Jitex BK: Leider. Das versprochene Stadion wird erst gegen Sommer fertig, anders als versprochen und nun müssen die ersten Heimspiele in Lindome gespielt werden, weit vom Schuss, vermutlich vor allem vor Freunden und Verwandten. Ein robustes, physisches Team mit zwei großen schwedischen Talenten, an die ich glaube: Fridolina Rolfö und Mimmi Löfwenius. Eine exzellente Torhüterin mit der Finnin Minna Meriluoto. Wenn Annica Sjölund nach ihrem Kreuzbandriss wieder zurückfindet, dann kann es besser als Rang 10 werden, aber die Konkurrenz ist stark.

11. KIF Örebro: Nochmal leider. Sie haben sich verstärkt mit dem tschechischen Zwillingspaar Lucie und Irene Martinkova, aber sie haben Marie Hammarström verloren, die wohl zentrale Spielerin des gesamten Teams. Das wird ihnen zu schaffen machen, ebenso, dass Edda Gardarsdottir, die hart schuftende Mittelfeldspielerin, mit ihrer Freundin Olina Vidarsdottir nach London gegangen ist. Sarah Michael kann an ihren guten Tagen Weltklasse sein. Örebro wird einige dieser Tage brauchen, um sich in der Liga zu halten.

12. Mallbacken: Wenn schon der eigene Trainer sagt, dass man einen äußerst dünnen Kader und auch schmale Ressourcen hat… Es gibt diese Überraschungsaufsteiger, die selber davon überrascht werden, auf einmal (wieder) in der ersten Liga zu sein. Wenn man dann nicht investieren kann, muss man auch mit dem Schlimmsten rechnen. Gerne hätte Mallbacken ja noch eine Stürmerin verpflichtet, aber Trainer Stefan Johansson sagte auf dem Pressetreffen, dass man keine gefunden habe… Ja, dann.

Bilder vom Supercup-Finale Tyresö FF – Kopparberg/Göteborgs FC

Annica_Svensson_Olivia_Schough

Ein Spiel mit harten Zweikämpfen. Hier Annica Svensson und Olivia Schough

Caroline_Seger

Caroline Seger – wie so oft weitgehend unsichtbar, wurde erst gegen Ende der Begegnung stärker

Johanna_Almgren

Johanna Almgren mit einer starken Partie

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Marta, längst nicht mehr so dominant wie früher, aber immer gefährlich. Hier mit der besten Göteborger Feldspielerin Anita Asante

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Tyresös Dominant: Veronica “Vero” Boquete - sie wird eine überragende Saison spielen, wenn sie von Verletzungen verschont bleibt

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Am Ende jubelte Göteborg. Hier: Yael Averbuch, Camille Levin, Olivia Schough

Heute Supercup-Finale

Der Supercup ist zwar nur eine sehr konstruierte Geschichte, wo der Meister des Vorjahres auf den Pokalsieger trifft, es wird aber sicher ein reizvolles Spiel werden. Um 16.00 Uhr spielen Tyresö FF und Kopparberg/Göteborgs FC um die Trophäe. ffschweden wird dabei sein, ihr bekommt einen Spielbericht, Bilder und hoffentlich auch ein Interview, anders als letzten Donnerstag, wo Lyon sehr schnell in den Bus verschwand und selbst Lotta Schelin brüsk von Trainer Patrice Lair aus der Pressekonferenz gebellt wurde.

Göteborg hat seine Startelf im Vergleich zum CL-Viertelfinale verändert. Statt Jessica Landström spielt nun die Engländerin Jodie Taylor ganz vorne. Für Anna Ahlstrand kommt Olivia Schough in die Mannschaft. Dennoch ist Göteborg bestenfalls Außenseiter.

Tyresö ist mein Goldfavorrit in diesem Jahr und zwar ganz eindeutig. Hans Löfgren hat systematisch verstärkt und jetzt mit Christen Press (ausgerechnet dem heutigen Gegner abgeluchst) eine der weltweit torgefährlichsten Spielerinnen engagiert. Mit Marta, Vero, Caroline Seger, Lisa Dahlkvist sollte da nichts anbrennen. Möglicherweise wird Tyresö allmählich in Lyons Sphären aufsteigen, wenn es nicht vorher zum wirtschaftlichen Kollaps kommt. Schaun mer mal…

Mein Tip für heute: 3:0.

Norwegen ist wieder da

Alle fünf nordischen Teams waren in den gestern zu Ende gegangenen Turnieren an der Algarve und auf Zypern beteiligt. Und am Ende schnitten nicht die favorisierten Schwedinnen am besten ab, sondern der ehemalige Olympiasieger, Welt- und Europameister Norwegen.

Nach den 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden. Schweden war zweimal in Führung gegangen, zweimal glichen die Norwegerinnen aus, zuletzt in der Nachspielzeit. Das fällige Elfmeterschießen gewann Norwegen mit 5:4.

Emma Berglund und Susanne Moberg verschossen ihre Elfmeter und Leni Laursen Kaurin verwandelte den entscheidenden Strafstoß.

Pia Sundhages erste Niederlage mit der schwedischen Mannschaft: “Ich bin sehr enttäuscht über das Ergebnis. Die zwei Tore, die wir zulassen, das ist nicht gut. Aher jetzt geht es darum, das hier zu etwas Positivem zu wenden. Am Anfang der Begegnung haben wir sehr gut gespielt. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass die, die das Spiel anfingen, am Ende nicht mehr dabei waren. Es gab Absprachen mit einigen Spielerinen und deren Vereinen. Wenn zum Beispiel Kosovare Asllani und Caroline Seger durchgespielt hätten, bin ich nicht sicher, ob wir dieses Ergebnis gehabt hätten. Man kann sagen, dass es mein Fehler war, aber die Spielerinnen verlassen die Algarve gesund und munter. Nilla Fischer etwa. Sie war fantastisch, spielte heute aber nur 45 Minuten und fährt gesund nach Hause. Ich verantworte die Auswechslungen und deshalb nehme ich die Niederlage auf mich,” so Pia Sundhage in einem Interview mit dem schwedischen Radio.

Schweden spielt seine EM-Elf ein

Nach dem 1:1 gegen die USA am Montag wird Schweden heute das Spiel um Platz 3 an der Algarve gegen Norwegen mit nur einer Personalveränderung beginnen.

Für Johanna Almgren kommt Marie Hammarström in die Mannschaft. Deremn Schwester Kristin steht dann also zum vierten Mal im Tor, der Stammplatz ist somit wohl sicher. Ebenso ist die Abwehr mit Nilsson, Fischer, Berglund und Thunebro inzwischen eindeutig gesetzt. Im zentralen Mittelfeld gibt es an Dahlkvist und Fischer kein Vorbeikommen und das Sturmpaar heißt Asllani und Schelin. Antonia Göransson scheint ebenso gesetzt zu sein, lediglich der Platz, den heute Marie Hammarström bekommt, ist wohl noch zu haben.

Düster sieht es jetzt wohl für Charlotte Rohlin und Therese Sjögran aus. Pia Sundhage hat viele großartige Eigenschaften, aber wenn sie sich für etwas entschieden hat, dann ist sie kaum noch umzustimmen. Auch die Youngster Elin Rubensson und Amanda Ilestedt dürften es jetzt sehr schwer haben. Ich denke, alle vier in diesem Abschnitt genannten haben nur noch eine Chance, wenn eine der vor ihnen liegenden sich in den kommenden Wochen ernsthaft verletzt.

Heute spiele Schweden gegen Norwegen mit: 12 Kristin Hammarström – 13 Lina Nilsson, 5 Nilla Fischer, 3 Emma Berglund, 6 Sara Thunebro – 20 Marie Hammarström, 17 Caroline Seger (K), 7 Lisa Dahlkvist, 11 Antonia Göransson – 9 Kosovare Asllani, 8 Lotta Schelin.

Sundhages Startformation gegen Island

Traditionsgemäß geben schwedische Trainer am Abend vor dem Spiel ihre Startformation auch der Öffentlichkeit bekannt – jedenfallsm, was Freundschaftsspiele angeht. Das hat Thomas Dennerby so gehalten und auch Pia Sundhage macht damit weiter.

Heute Abend um 18.00 Uhr Ortszeit (19.00 MEZ) wiord Schweden gegen Island mit folgender Formation auflaufen:

12 Kristin Hammarström – 13 Lina Nilsson, 3 Emma Berglund, 5 Nilla Fischer, 6 Sara Thunebro – 11 Antonia Göransson, 17 Caroline Seger [K], 7 Lisa Dahlkvist, 20 Marie Hammarström – 9 Kosovare Asllani, 8 Lotta Schelin.

Für viele Beobachter ist Sundhage damit sehr nah an der voraussichtlichen Startformation, mit der sie die EM bestreiten will. Nilla Fischer ist endgültig von der 6 zur Innenverteidigerin mutiert. Ob Charlotte Rohlin noch zurückkommt, scheint fraglich, denn Sundhage setzt auf Fischer, obwohl deren Positionsspiel noch oft zu wünschen übrig lässt und beim Gegentreffer gegen China auch ursächlich war. Auf den Außenbahnen in der Abwehr ist Sara Thunebro gesetzt und Lina Nilsson scheint sich im Konkurrenzkampf gegen Annica Svensson durchzusetzen. Schweden ist hier gut, aber keinesfalls mit internationaler Klasse besetzt. Überhaupt scheint mir die Abwehr noch ein Sorgenkind zu sein, denn mit einer ungelernten Fischer in zentraler Position, einer keine Spielzeit im Verein bekommenden Thunebro auf links und einer international eher durchschnittlichen Besetzung auf rechts sieht das nicht sonderlich überzeugend aus.

Im Mittelfeld sind Seger und Dahlkvist gesetzt. Positiv natürlich, dass die Beiden auch im Verein auf denselben Positionen spielen und jede Menge Zeit zum Einspielen hatten und sich sehr gut kennen. Lisa Dahlkvist allerdings ist meilenweit von ihrer Bestform entfernt und Caroline Seger war im letzten Jahr eine Spielerin, die oft 20 Minuten glänzte und 70 verschwand.

Auf den offensiven Außenbahnen kommen heute Göransson und Hammarström zum Einsatz. Göransson hat sich in Potsdam zu einer Rakete entwickelt. Hammarström ist eher die defensive Balance dazu. Offensiv stärker wäre Schweden mit Sofia Jakobsson oder Johanna Almgren.

Lotta Schelin ist die einzige völlig indiskutable Spielerin. Die einzige, der ich uneingeschränkt das Prädikat absolute Weltklasse geben würde. Sie hat das gerade erst am Wochenende noch im Spitzenspiel gegen Paris Saint-Germains unter Beweis gestellt, wo sie mit ihren beiden Toren das Spiel entschied.

Daneben bekommt Kosovare Asllani wieder eine Chance. Mal sehen wie das heute läuft, auch hier wäre natürlich Jakobsson eine Alternative, aber die neue Stürmerin von Chelsea London (im Mai werde ich sie bei Chelsea besuchen und dann auch hier darüber schreiben) ist meiner Meinung nach von der Spielanlage Schelin zu ähnlich und hat nicht so viele Überraschungsmomente wie die quirlige Asllani zu bieten.

Nilla Fischer über den Hass gegen Frauen

In Schweden gibt es mit Uppdrag Granskning (Auftrag: Recherche) eine seit vielen Jahren erfolgreiche Sendung im 1.Programm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, in der die Journalisten um Chefredakteur Janne Josefsson immer wieder gesellschaftliche Missstände aufdecken und manchmal sogar die öffentliche Diskussion zu wichtigen Themen beginnen.

Vor zweieinhalb Wochen war das Thema der sich im Internet verbreitende Hass gegen Frauen und wie Frauen oft von Männern im Netz gemobbt und auf das Übelste beleidigt oder gar bedroht werden.

Die Sendung führte dazu, dass sich alle ernstzunehmenden Zeitungen mit dem Thema befassten und auch andere Fernsehsender immer neue Beispiele fanden und darstellten, was unter dem Schutz der Anonymität im Internet in Sachen Diskriminierung und sogar Verfolgung von Frauen passiert.

Die 28-Jährige schwedische Nationalspielerin Nilla Fischer (Linköpings FC) berichtet am Samstag in einem Interview mit der Malmöer Regionalzeitung Sydsvenska Dagbladet von einer Morddrohung, die sie vor drei Jahren bekommen hat.

Fischer spielte damals noch bei LdB FC Malmö und wurde ins Clubhaus einbestellt. “Ich dachte, was habe ich den jetzt ausgefressen, aber sowas war es dann ja nicht,” so Nilla Fischer. Ein bis heute unbekannter Mann hatte einen persönlichen Brief an Fischer geschrieben und ihr mit dem Tode gedroht, wenn sie nicht tun würde, was er von ihr wolle.

Die Nationalspielerin sagt, dass dies das einzige Mal gewesen sei, wo sie ernsthaft bedroht wurde und erzählt, dass sie eigentlich von so etwas verschont bleibe. Es göbe andere in der Nationalmannschaft, die viel häufiger Opfer von unflätigen oder gar bedrohlichen Kommentaren würden.

Nilla Fischer spricht darüber, dass es in den Kommentarfeldern bei Artikeln zum Frauenfußball in den großen Zeitungen immer wieder viele Männer geben würde, die grundsätzlich in Frage stellten, dass Frauen Fußball spielen. Fischer sagt, sie lese das nicht mehr, aber sie wisse, dass es da ist. Manchmal träfe man jemanden der einem flüchtig bekannt ist und der spreche dann von kleineren Toren und engeren Kleidungsstücken, die Frauen tragen sollten.

“Unabhängig davon, was wir tun, so ist die Lösung immer, dass man uns sexuelle Gewalt antun soll oder misshandeln soll. Und dass wir dann getötet werden sollen.”

In der Web-TV-Sendung Bollklubben der Zeitung Aftonbladet sprach Nilla Fischer erstmals über das Problem: “Fußball ist ei männlich dominierter Sport und vielleicht glauben einige Männer, dass wir da eindringen. Die Gesellschaft ist nach wie vor männlich dominiert und irgendwo scheint das so zu sein, dass die glauben, dass wir auf ihrem Terrain sind und sie wollen ihr Revier markieren.”

Auch Caroline Seger berichtet in der Sendung über sehr negative Erlebnisse, die ihren Höhepunkt erreichten, als sie während des Sommers 2012 als Studioexpertin bei der Männer-EM in Polen und der Ukraine beim Fernsehsender TV4 arbeitete.

“Naja, da war man ja einige Stunden im Fernsehen und es gab da eine Menge Druck in den sozialen Medien, vor allem bei Twitter,” erzählt Seger. “Ich bin nicht wie viele andere, die sowas annehmen und einfach an sich abprallen lassen, das geht einem dann schon an die Nieren. Es ist schade, dass man Menschen solchen Dingen aussetzt. Ich glaube, das Schlimmste für mich war, dass man mein Aussehen kommentierte. Das war so persönlich, das wird einem direkt geschickt und das spürt man schon, das war schwer zu hantieren,” so Caroline Seger.

Lotta Schelin, die Studiogast in der Sendung von Aftonbladet war, sagte, dass sie bisher von solchen Attacken weitgehend verschont geblieben sei. “Ich muss aber auch sagen, dass ich meist einfach nicht lese, was in den Medien über mich geschrieben wird, ich interessiere mich einfach nicht dafür, das ist sicher auch manchmal gut so.”

Sundhages Algarve-Kader

Rubensson

Nachdenklich – Elin Rubensson ist nicht im Algarve-Kader von Pia Sundhage

Pia Sundhage hat mehrere Monate lang mit der schwedischen Nationalmannschaft Lehrgänge durchgeführt. Einige Namen fehlten, einige neue kamen hinzu. Gespielt wurde monatelang nur gegen Jungenmannschaften. Bald geht es an die Algarve zum Traditionsturnier im portugiesischen Frühjahr und da stehen dann vier Länderspiele auf dem Programm, man spielt gegen China (06.03.), Island (08.03.) und gegen Olympiasieger USA (11.03.) sowie gegen einen noch unbekannten Gegner (je nachdem wo man in der eigenen Gruppe landet) am 13. März.

Hier ist der heute in der EURO2013-Stadt Norrköping bekannt gegebene Kader:

Tor: Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Carola Söberg

Abwehr: Emma Berglund, Nilla Fischer, Malin Levenstad, Lina Nilsson, Jessica Samuelsson, Annica Svensson, Sara Thunebro

Mittelfeld und Angriff: Johanna Almgren, Kosovare Asllani, Lisa Dahlkvist, Hanna Folkesson, Antonia Göransson, Marie Hammarström, Carina Holmberg, Sofia Jakobsson, Emmelie Konradsson, Susanne Moberg, Lotta Schelin, Olivia Schough, Caroline Seger.

Mit Folkesson, Holmberg und Schough enthält der Kader drei potentielle Debütantinnen. Etwas überraschend nicht dabei sind Malmös junge U19-Europameisterinnen Elin Rubensson und Amanda Illestedt. Meine Spekulation: Entweder will Malmö sie vor dem CL-Viertelfinale gegen Lyon extra schonen oder aber sie sind nicht mehr aktuell, weil Oldtimer wie Charlotte Rohlin und Therese Sjögran nach ihren Kreuzbandverletzungen auf dem Weg zurück sind.

Schaut man sich die Vereinsbilanz an, dann sind die 23 Spielerinnen aus insgesamt beeindruckenden zwölf Vereinen. Jeweils vier Spielerinnen kommen von Pokalsieger Kopparberg/Göteborgs FC (K Hammarström, M Hammarström, Almgren und Schough) und Meister Tyresö (Söberg, Svensson, Dahlkvist und Seger). Fünf (Jakobsson, Thunebro, Asllani, Schelin und Göransson) spielen im Ausland.

Die älteste Spielerin im Kader ist Frankfurts Abwehrspielerin Sara Thunebro (33) und die jüngste Jessica Samuelsson (21) aus Linköping. Das Team hat ein Durchschnittsalter von 26,3 Jahren beim Start des Turniers. Sechs Spielerinnen (K Hammarström, M Hammarström, Lundgren, Söberg, Svensson, Thunebro) sind über 30 Jahre alt.

Lotta Schelin: “Für mich hat sich nichts verändert”

Lotta_09022013

Lotta Schelin

Ich komme noch einmal zurück auf den letzten Samstag und meinen ersten Besuch in der Friends Arena. Hier wird am 28.07.2013 um 16.00 Uhr das Endspiel der EURO 2013 gestartet und hier hat Pia Sundhage am 09.02. zum ersten Mal ein Training angesetzt.

Jonas Nystedt, Pressechef des schwedischen Fußballverbands, ist da. Bevor die Nationalmannschaft einmarschiert, um sich zunächst mit Mädchen von Danderyds SK und dann mit uns Journalisten zu unterhalten, geht Jonas umher und fragt, mit wem wir reden wollen. Emma Berglund, Emmelie Konradsson, sagt Blogautor Anders Nilsson. Jonas notiert schnell auf einem behelfsmäßigen Zettel. “Elin Rubensson und Amanda Ilestedt, am liebsten beide zusammen,” sagt Alva Nilsson, die wie ich für damfotboll.com schreibt.

Jonas schreibt weiter, sieht mich an. “Lotta Schelin”, sage ich. Jonas schreibt nicht, murmelt etwas wie “die kommt ja sowieso”.

Lotta Schelin ist der unumstrittene Star dieses 22 Personen umfassenden Kaders. Die anwesenden Mädchen von Danderyds SK wollen alle ein Foto mit der 28-Jährigen Fußballerin des Jahres haben, sie bekommen es auch. Lotta lächelt. Lotta schreibt. Lotta posiert. Für jedes der Kinder hat sie ein freundliches Wort, einen Klaps auf den Rücken, eine Geste.

“Hast du Instagram,” fragt eine 12-Jährige und Lotta lacht, es ist ein offenes, ehrliches Lachen. “Nein, das hab ich nicht,” sagt sie. “Haben wir nicht vorhin schon ein Bild zusammen gemacht,” fragt sie zwei Mädchen mit denen sie in die Hocke geht und Wange an Wange posiert. Es ist eh egal, sie lässt sich nochmals fotografieren, inzwischen scheinen alle Kinder in diesem Land IPhones zu haben. Instagram sowieso. Und so erscheinen vermutlich innerhalb weniger Minuten etliche Lotta-Bilder im Internet. Auf Instagram, Facebook und sonstwo.

Pia Sundhage hat in den Wochen und Monaten nach ihrer Amtsübernahme das Land im Sturm erobert. Sie hat so gut wie alle erdenklichen Preise gewonnen, ist nebenbei auch noch Welttrainerin des Jahres geworden und ihr Charisma füllt auch die Halle, in der wir uns an diesem Samstag mit der Nationalelf Schwedens aufhalten. Pia hat offen und deutlich immer wieder in der Öffentlichkeit ihre Erwartungen an Lotta Schelin formuliert. Nicht nur im direkten Gespräch, sondern eben auch in Interviews in Printmedien, im Radio, im Fernsehen. Lotta ist der Star der Mannschaft, so Sundhage. Sie muss liefern. Sie muss Spiele entscheiden. Ich erwarte noch mehr von ihr.

An diesem Samstag sind immerhin gut 25 Akteure versammelt. Aber es ist das Charisma von Pia Sundhage, das den Raum füllt. Und das von Lotta Schelin. Mit einem Mal geht mir auf, das da zwei wahrlich große Persönlichkeiten sind in einem Team, zu dem viele gehören.

An diesem Samstag bin ich zur Friends Arena gekommen, weil ich mit Lotta Schelin über die Erwartungen an sie reden will. Wie sie damit klar kommt. Deshalb lasse ich sie nicht aus den Augen, als Funktionäre am anderen Ende des Saals mit ihren Presseerklärungen beginnen.

Wir werden lediglich maximal 15 Minuten haben mit der Mannschaft, bis das Training beginnt. “Verwaltet irgend jemand deine Interviews,” frage ich sie vorsichtig. “Sprich mit ihm da,” sagt Lotta und deutet auf einen Pressevertreter des Verbands. Der weiß es selber nicht so genau, sein Notizbuch ist in beeindruckender Weise mit Krakeleien gefüllt.

Schelin geht mit einer anderen Spielerin in die Arena. Übrig bleiben die anderen, die zu Interviews abkommandiert sind. Rubensson, Berglund, Caroline Seger, Sara Thunebro.

Dann ist der offizielle Teil 1 vorbei und wir dürfen die Spielerinnen sprechen, aber Lotta ist noch im Stadion. Als sie dann kommt, bin ich sofort da, aber dann sagt der neue Pressemann, dass sich die Spielerinnen uns erst einmal vorstellen sollen. Im Halbkreis stellen sie sich auf und Lotta beginnt. “Ich heiße Lotta Schelin und bin Stürmerin.” Und auf der anderen Seite des Halbkreises endet es mit “Ich bin Pia Sundhage, ich bin die Trainerin der schwedischen Frauenfußballnationalmannschaft.”

Da sind ein paar, die auch zu Schelin wollen, aber ausnahmsweise bin ich mal penetranter und schneller. Wäre auch blöd gewesen, wenns jetzt doch nicht geklappt hätte.

Lotta, du bist schon so etwas wie der Star der Mannschaft. Alle Kinder wollen dein Autogramm, wollen mit dir fotografiert werden.

Naja, ich weiß nicht. Ich schreibe Autogramme für alle, die eins haben wollen, antwortet Lotta Schelin ganz Schwedisch bescheiden. Mir ist klar, dass ihr auch meine nächste Frage nicht gefallen wird.

Wie gehst du damit um, dass Pia Sundhage dich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund stellt und so klare Erwartungen auch öffentlich formuliert?

Was soll ich sagen? Ich bin wie immer. Etwas trotzig klingt die Antwort auf die Frage, die sie sicher nicht zum ersten Mal hört. Ich glaube, dass ich auch schon vorher eine ziemlich klar definierte Rolel hatte, für mich hat sich nichts verändert. Ich weiß, was ich kann und das versuche ich so gut wie möglich zu tun.

Naja, dass das alles jetzt auch ganz öffentlich an dich herangetragen wird durch Pia?

Aber was soll sich denn da verändern? Es gibt überhaupt keinen Grund etwas zu ändern. Sie darf doch machen und sagen, was sie will und mit “sie” meint sie die Trainerin Sundhage aber wir sind nun mal elf Spielerinnen auf dem Platz und x Spielerinnen auf der Bank. Wir haben immer von der Mannschaft gesprochen. Ich denke, dass das das Wichtigste ist. Natürlich gibt es immer eine Zahl x von Spielerinnen, die eine mehr hervortretende Rolle haben. Das kaufe ich ab, aber das ist nichts Neues, so war das auch vorher. Der einzige Unterschied ist, dass Pia klarer ist, und Klarheit ist immer gut. Sie weiß, was sie will und sie weiß auch, was sie von jeder einzelnen Spielerin will.

Du bist jetzt seit 3-4 Jahren in Lyon. Es ist schon mein fünftes Jahr, korrigiert sie mich. Oh, mein Gott ja, die Zeit vergeht. Lotta lacht, sie wird jetzt entspannter, bilde ich mir ein. Hat dich die Zeit in Frankreich verändert, nicht nur im Hinblick auf den Fußball, sondern mehr auf das Land bezogen?

Darüber könnten wir sehr lange reden. Klar, dass mich diese Zeit verändert hat. Man entwickelt sich als Mensch, als Spielerin, wenn man ins Ausland zieht. Ich spiele in einem fantastischen Team mit vielen, vielen Weltklassespielerinnen. Das bewirkt, das man sich auch auf einem bestimmten Niveau befindet. Dann haben wir auch einen Trainer, der sehr hohe Ansprüche stellt und der viel von uns will.

Am 28. März wirst du in Malmö spielen, das ist wohl das erste Vereinsspiel auf schwedischem Boden für dich, seit du Schweden verlassen hast?

In meinem zweiten Jahr spielten wir gegen Umeå, aber im Rückspiel war ich verletzt, du hast also Recht. Das wird toll. Wir haben ein gutes Selbstvertrauen und wir brauchen vor nichts Angst zu haben. Natürlich ist Malmö eine supergute Mannschaft. Aber ich denke, dass wir trotzdem leicht favorisiert sind, wir müssen jedoch in beiden Spielen 100% geben.

Sicher. Wie soll eine Mannschaft, die zweimal in Serie die Champions League gewonnen hat und die sich gerade noch mal eben mit Weltstars wie Shinobu Ohno und Megan Rapinoe verstärkt hat, nicht favorisiert sein.

Ihr habt in der Liga aus 14 Spielen 14 Siege und 90:4 Tore. Sehr überlegen, beginne ich.

Dazu kannst du ein Tiorverhältnis von 39:1 in der Champions-League Saison 2011/12 legen, ergänzt Lotta Schelin. Das sagt etwas über unser Team, nicht alles über die französische Liga, die ist sicher nicht gleichmäßig stark, absolut nicht, aber das ist schwer für mich zu beurteilen, weil wir einfach eine so unglaublich gute Mannschaft sind. Wir lassen es nie zu, uns zu entspannen und das kann dann dazu führen, das manche Spiele 10:0 enden.

Wenn man all das addiert, kommt man auf 129:5 Tore in Meisterschaft und Champions League und auch in der mit zwei Runden gestarteten Saison hat man gegen den finnischen Meister PK-35 und den russischen Vizemeister Zorkij insgesamt weitere 23:0 Tore produziert.

Ist es eigentlich wirklich immer noch gleich spannend, in dieser Mannschaft zu spielen, wenn man allen anderen so überlegen ist? Vermisst du nicht manchmal die engen Spiele mit knappen Siegen oder Niederlagen?

Ich kriege diese engen Spiele doch und ich habe eine faszinierende Trainingsumgebung mit allen Möglichkeiten. Da gibt es für mich nichts, über das ich nachdenken müsste. Wir sind eine der besten Mannschaften der Welt.

Ganz schließt sie eine Rückkehr nach Schweden nicht aus und ich denke mir, dass ich spätestens dann wieder mal mit Lotta Schelin reden will, dann mit mehr Zeit und darüber, wie Frankreich auf sie gewirkt hat, welche Dinge sie dort schätzen gelernt hat und wie sich die Wahlheimat vom Leben in Göteborg unterscheidet. Sie hat ja selber gesagt, dass sie dazu viel zu sagen hätte, denke ich, als ich zum ersten Mal die Treppen der Friends Arena hochsteige zu den Presseplätzen, um mir das Training anzuschauen.

Schwedische Nationalmannschaft besuchte Friends Arena

Unbenannt

Schwedische Nationalspielerinnen in der Friends Arena. Von links: Elin Rubensson, Sofia Lundgren, Emma Berglund, Sofia Jakobsson, Marie Hammarström, Kristin Hammarström, Annika Svensson, Amanda Ilestedt

Am Samstag gab es einen exklusiven Pressetermin in der Friends Arena in Solna, wo am 28.07.2013 das Finale der EURO 2013 angepfiffen wird. Es war mein erster Besuch in dem letztes Jahr fertig gestellten Stadion.

Außer uns Berichterstattern waren auch die Mädchen des Jahrgangs 2000 vom Stockholmer Vorortclub Danderyds SK eingeladen, die sich Autogramme und gemeinsame Fotos der Nationalmannschaft abholten. Lotta hier, Lotta da. Die 28-Jährige Stürmerin von Olympique Lyonnais, Lotta Schelin also, ist unter den Mädchen mit Abstand am begehrtesten. Auch Caroline Seger musste das eine oder andere Bildchen machen, erledigte das auch souverän und gern, aber Schelin war wohl diejenige, die sich mit ALLEN kleineren Besucherinnen ablichten lassen musste.

Fünf Tage vor dem Verkaufsbeginn der Tickets war das eine insgesamt gelungene Veranstaltung in einem der modernsten Stadien Europas. Nach einer knappen Stunde ging es dann auf den Rasen, die ganze Arena duftet danach, bis auf die Pressetribüne hinauf. Das Dach geschlossen und Temperaturen über 20 Grad ließen mich an die Heizrechnung denken und auch an Ökologie.

Sofia Lundgren war zwar Samstag noch dabei, aber sie humpelte merklich und ist wie berichtet erst einmal weg vom Fenster. Morgen endet das Trainingslager der Nationalelf auf der Insel Bosön und dann gehen alle erst einmal wieder in die Mannschaften zurück. Am Montag gewannen die Schwedinnen ein abermaliges Spiel gegen eine männliche Juniorenauswahl (Jahrgang 1998) mit 2:1. Kosovare Asllani und Lotta Schelin schossen die Tore.

Ich habe Lotta Schelin vors Mikrofon bekommen, das Interview mit ihr könnt ihr in einigen Tagen lesen, wenn es auch auf Schwedisch erschienen ist.