Rote Karte für Anja Mittag

Im Hallenturnier Skånecupen verlor der schwedische Meister LdB FC Malmö (FC Rosengård) heute gegen den Zweitligisten LB 07 mit 2:4. Die Tore für Malmö erzielten Elin Rubensson und Ebba Wieder.

Anja Mittag wurde im Finale des Feldes verwiesen. Sie spielte auf einer ungewohnten Position: im Tor. Schon in der vierten Spielminute passierte das Missgeschick. Bei einem gegnerischen Angriff kam Anja aus dem Tor und fing den Ball mit der Hand – die Unparteiischen kannten keine Gnade und schickten die Europameisterin in die Kabine.

Anschließend zog sich dann Therese Sjögran die Torwarthandschuhe an, kassierte vier Dinger, ehe Rubensson und Wieder zwar noch Ergebniskosmetik lieferten, aber am Sieg von LB 07 (LB= Limhamn Bunkeflo, ein Vorort von Malmö) nichts mehr ändern konnten.

 

 

Es war das letzte Spiel des schwedischen Meisters unter seinem “alten” Namen. In Zukunft ist dann nur noch vom FC Rosengård die Rede.

Anja Mittag spielt ab 2014 für den FC Rosengård

Nein, keine Angst. Anja Mittag und alle anderen Spielerinnen, die der schwedische Meister 2013 gegenwärtig unter Vertrag hat, werden auch 2014 noch in Malmö wohnen, trainieren und spielen. Aber auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend wurde die Fusion oder besser Verschmelzung von LdB FC Malmö in den FC Rosengård endgültig beschlossen.

2016, so die Ambition, will man in Malmö die beste Frauenfußballmannschaft Europas haben. In den Vorstand gewählt wurde im Übrigen auch die ehemalige Nationalspielerin Karolina Westberg, die in Umeå ihre größten Erfolge feierte, aber aus Malmö stammt.

In welchem Trikot der FC Rosengård 2014 auflaufen wird, bleibt noch abzuwarten. Die neuen Vereinsfarben jedenfalls sind rot und blau.

Bis zuletzt hatte es intensive Diskussionen gegeben, ob es möglich sei, dass der Verein den Stadtnamen Malmö im Vereinsnamen behält, etwa FC Rosengård Malmö. Rosengård ist ein Stadtteil in Malmö, der in Schweden ein Synonym für die multikulturelle Gesellschaft ist. Ca. 85% der rund 20.000 Einwohner haben Migrationshintergrund. Lediglich 39% der Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren sind berufstätig. Prominentester Bewohner von Rosengård war der schwedische Weltklassespieler Zlatan Ibrahimovic.

Die Vertreter des FC Rosengård aber setzten sich bei der schließlichen Namensvergabe durch. Bis auf Weiteres wird FC Rosengård auch auf dem Malmö IP trainieren und spielen, der bis gestern Nachmittag noch Heim des historischen LdB FC Malmö war, der selber erst fünf Jahre vorher aus dem Frauenteam von Malmö FF entstanden war.

Melis geht, van de Ven kommt

Links: Kirsten van de Ven im Spiel gegen Göteborg (rechts Beata Kollmats)

Links: Kirsten van de Ven im Spiel gegen Göteborg (rechts Beata Kollmats)

Nachdem Manon Melis Meister Malmö Richtung Göteborg verlassen wird, kommt nun mit Kirsten van de Ven eine andere niederländische Nationalspielerin nach Skåne. Van de Ven wechselt von CL-Viertelfinalist Tyresö FF zum direkten Konkurrenten und wird damit in Saison 2014 wieder zusammen mit Katrin Schmidt spielen. Schmidt, van de Ven, die Finnin Sanna Talonen (KIF Örebro) und Mami Yamaguchi (früher Umeå und Hammarby) haben vor Jahren zusammen an der Florida State University in Tallahassee studiert und sind sehr gut miteinander befreundet. Mir erzählten sie einmal, dass der Plan wäre, die Karriere des Kleeblatts gemeinsam in Spanien zu beenden.

In Tyresö saß van de Ven im letzten Jahr zunehmend auf der Bank und wurde als Qualitätsjoker eingewechselt. Offenbar war selbst die Aussicht auf ein CL-Viertel- und Halbfinale von der Ersatzbank aus wenig verlockend für die mittlerweile 28-Jährige.

“Nach vier guten Jahren in Tyresö Efter 4 fina år i Tyresö bin ich bereit für eine neue Herausforderung. Malmö ist ein großer Club mit einer erfolgreichen Mannschaft, guten Führungspersönlichkeiten und tollen Fans. Ich freue mich darauf, in Malmö zu spielen und einen weiteren Schritt in meiner Entwicklung zu machen,” so Kirsten van de Ven auf der Homepage ihres bald neuen Vereins.

Die Niederländerin unterschrieb einen 2-Jahresvertrag.

Malmö noch nicht reif

Die beiden Spiele (1:2, 1:3) gegen den VfL Wolfsburg haben es gezeigt: LdB FC Malmö ist noch (lange) nicht reif, eine große Rolle in Europa zu spielen.

Sicher, im Hinspiel versemmelte man eifrig Chancen und auch am Mittwochabend hätte wieder einmal Manon Melis dem Spiel einen anderen Verlauf geben können. Aber seien wir dennoch ehrlich: Die kurze Phase Malmös in der zweiten Halbzeit kam wesentlich zu spät und über weite Strecken wirkten die Wolfsburgerinnen reifer und physisch stärker.

Wenn es um die “big points” geht, um die Spiele gegen die großen europäischen Teams wie Champions League Sieger Wolfsburg oder Olympique Lyonnais werden Fehler gnadenlos bestraft. Ein peinliches Geschenk wie Thora Helgadottirs katastrophaler Fehler beim 0:1, als der Ball über sie ins Tor sprang, und ein Topteam wie Wolfsburg nutzt das gnadenlos aus. Da gab es noch einen haarsträubenden Fehlpass von Kapitänin Malin Levenstad wenig später, der zu einem Schuss führte, den Helgadottir, dann wiederum in Normalform, mit einer Glanzparade zur Ecke klärte. Und nach 26 Minuten verhaute sich Amanda Ilestedt in der Innenverteidigung, es gab eine völlig unnötige Ecke und die führte zum 0:2. Das Spiel war nach zwei individuellen Fehlern gelaufen.

Eigene Chancen wurden nicht genutzt. Während Sara Björk Gunnarsdottir nicht nur wegen ihres Tores eine tolle zweite Halbzeit spielte, kamen die meisten Malmöerinnen nur dazu, einen Bruchteil ihres Potentials abzurufen. Elin Rubensson zeigte eine tolle Partie als Außenverteidigerin, sie war die beste Spielerin auf dem Platz. Ramona Bachmann und Anja Mittag waren bemüht, aber die starke Wolfsburger Defensive um Nilla Fischer (die wegen eines Migräneanfalls ausgewechselt werden musste) hatte beide überwiegend sicher im Griff.

Und dann gab es auf der Bank auch zu wenig Alternativen. Da kam die Kolumbianerin Yoreli Rincon zum Einsatz, die den Verein bald verlassen muss. Sie machte wohl ihr letztes Spiel. Wenn man also eine Spielerin bringt, die man nicht mehr haben will, dann muss auf der Bank auch für das nächste Jahr verstärkt werden. Anita Asante wird kommen und wird dem Team einen Schub geben. Aber sie allein macht noch keinen Sommer. Um mit Tyresö zu konkurrieren, dessen Truppe für 2014 noch ungewiss ist, da nicht bekannt ist, was aus den fünf Amerikanerinnen wird, reicht das. Das haben wir gesehen. Aber im europäischen Topgefüge scheint Malmö nach zwei empfindlichen Niederlagen innerhalb eines Jahres (0:5 und 0:3 gegen Lyon und eben nun 1:2 und 1:3 gegen Wolfsburg) noch in der guten zweiten Reihe zu stehen.

 

Lorbeeren für Wolfsburg

In einem Interview mit Expressen hat Malmös nicht mundfauler Trainer Jonas Eidevall gestern wieder einmal Klartext gesprochen. Wolfsburg sei besser als jede andere Mannschaft, gegen die man in der schwedischen Liga spiele. Kleiner Seitenhieb auf Tyresö. Auf den Vergleich zu PSG, das Tyresö ja ausgeschaltet hat, angesprochen, sagt Eidevall, dass PSG im Vergleich zu Wolfsburg oder Lyon bestenfalls Mittelmaß sei.

“Das kann man gar nicht vergleichen. Wolfsburg ist Titelverteidiger, während PSG nicht einmal einen einzigen Titel gewonnen hat. Ein großer Unterschied. Für mich gibt es in Europa zwei große Mannschaften heute und das sind Lyon und Wolfsburg. Alle anderen sind ein paar Schritte dahinter. PSG ist ein sehr guter Vereinsname und ein Projekt, das mit der Zeit aufgrund seiner finanziellen Mittel besser werden wird. Ich glaube, dass man sich aber blenden lässt vom Namen und der gegenwärtigen Überlegenheit der Männermannschaft von PSG. Falls es und gelingen sollte, Wolfsburg auszuschalten, wäre das das Größte, was eine schwedische Vereinsmannschaft in den letzten fünf Jahren erreicht hat. Aber wir müssen 90 Minuten plus Nachspielzeit fehlerlos spielen.” So Eidevall. Los geht es um 16.00 Uhr im Stadion von Malmö. In Schweden überträgt ein winziger Spartensender (TV4 Sport Xtra), den kaum jemand sehen kann, weil Eurosport Schweden, das ursprünglich das Übertragungsrecht hatte, beide Kanäle mit deutscher Männerbundesliga bespielt…

Achtes Gold für Malmö – Stimmen

Zum achten Mal hat Malmö die Meisterschaft gewonnen, fünf Mal siegte man als Malmö FF und nach der Umbenennung gewann dann drei Mal LdB FC. Und nächstes Jahr heißt man FC Rosengård.

“Jetzt empfinde ich nur Freude, große Freude,” sagte Trainer Jonas Eidevall dem schwedischen Radio. “In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel einfach nur abgespielt, ohne Absicht, aber es kam einfach so. Am meisten bin ich damit zufrieden, dass wir dem Druck so gut Stand gehalten haben. Wir führten hochverdient mit 2:0, gewinnen die Meisterschaft und spielen unser Spiel.”

Tora Helgadottir ist Garant im Tor Malmös. 14 von 22 Spielen spielte man zu Null. “Das ist schon verrückt. Seit ich hierher gekommen bin, waren wir nicht in der Nähe dieser Zahl. Heute hatten wir bei Ecken und Freistößen etwas Probleme, aber das liegt daran, dass es so nass ist. Man hat nicht immer sehr viel zu tun bei so einem Team, aber mit den Leuten hier wird es dir trotzdem nie langweilig. Wir gewinnen, weil wir alle hart für die anderen arbeiten, wir sind ein Team.”

“Es ist ein tolles Gefühl. Das ganze Jahr arbeitet man hart für so einen Moment und ihn dann erleben zu können, das ist einfach großartig. Heute Abend werden wir ein wenig Feiern und Spaß haben, aber wir nehmen es dennoch ruhig, denn am Mittwoch haben wir noch einmal Champions League,” sagte Ramona Bachmann.

Tyresös Trainer Tony Gustavsson: “Ich gratuliere Malmö und ziehe meinen Hut. Zehn Spiele hintereinander zu gewinnen nach der Sommerpause, da muss man einfach die Größe haben, zu gratulieren. Wir waren zwölf Minuten davon entfernt, alles in unseren Händen zu haben, so ist Fußball. Wir führten mit 2:1 gegen Malmö zwölf Minuten vor Schluss, hatten darüber hinaus noch eine Spielerin mehr auf dem Feld. Hätten wir das gehalten, hätten wir die gleiche Punktzahl gehabt und das bessere Torverhältnis vor dem letzten Spieltag. Natürlich ist das frustrierend, alles in eigener Hand gehabt zu haben zwölf Minuten vor Schluss. Weder für Malmö noch für Tyresö geht es um Damallsvenskan oder Champions League, es geht um Damallsvenskan UND Champion League, so ist das für uns. Die zwölf Minuten gegen uns, als sie es geschafft haben aus dem 1:2 aus ihrer Sicht ein 3:2 zu machen waren völlig entscheidend. Letztes Jahr hatte Malmö aus 20 Spielen sechs Punkte mehr als wir, aber wir haben beide Spiele gegen die gewonnen und hatten das bessere Torverhältnis. Nein, die 12 Minuten tun weh, aber aller Respekt für Malmö,” sagte Gustavsson in einem Interview mit SR Radiosporten.

 

 

Ramona Bachmann beste Spielerin

Erstmals hat die Spielerinnenvereinigung der zwölf Clubs der Damallsvenskan die beste Spielerin der Saison gekürt. Nicht unerwartet geht der Preis im ersten Jahr an die 22-Jährige Schweizerin Ramona Bachmann in Diensten des frischgebackenen neuen Meisters LdB FC Malmö.

Der übrigens seinen definitiv letzten Titel unter diesem Namen gewonnen hat. Unlängst beschloss man nämlich im Vorstand des Vereins, dass Malmö ab dem kommenden jahr unter dem Namen FC Rosengård antreten wird. Man fusioniert wie schon früher berichtet mit dem auch Männerfußball spielenden Verein aus dem in Schweden berüchtigten Stadteil, aus dem auch Superstar Zlatan Ibrahimovic stammt. Für Malmö ging es dabei um das wirtschaftliche Überleben, denn hinter Rosengård steht der Milliardär Dan Olofsson.

Sollte Malmö das Viertelfinale der Champions League erreichen, müsste er aber noch einmal als FC Malmö antreten, da man während des laufenden Wettbewerbs nicht den Namen ändern darf. Davor steht aber im November erst einmal der Titelverteidiger VfL Wolfsburg mit Malmös Ex-Spielerin Nilla Fischer.

 

LdB FC Malmö – Schwedischer Meister 2013

Amanda Ilestedt setzt sich den goldenen Hut auf

Amanda Ilestedt setzt sich den goldenen Hut auf

Vor einem Jahr fast, am 3. November 2012, verlor Malmö seinen Titel im eigenen Stadion gegen den direkten Konkurrenten Tyresö FF.

Heute holte sich LdB FC Malmö den Titel an gleicher Stelle zurück. Nach dem 2:0 gegen Umeå setzten sich die Spielerinnen die in Schweden traditionellen goldenen Hüte auf und ließen den Sekt spritzen. Manon Melis und Sara Björk Gunnarsdottir schossen beide Tore bereits in der ersten Halbzeit.

Erstmals gewannen damit auch gleich drei deutsche Spielerinnen den Meistertitel in Schweden: Anja Mittag, Katrin Schmidt und Kathleen “Paula” Radtke. Für Mittag und Schmidt sicherlich eine besondere Genugtuung. Anja verschoss vor einem Jahr gegen Tyresö den Elfmeter, der ihre Mannschaft auf den Weg hätte bringen können und Katrin wurde vor zwei Jahren von Tyresö für nicht mehr gut genug befunden und mehr oder weniger ausgemustert zugunsten von Lisa Dahlkvist.

Schmidt hatte nun wesentlichen Anteil daran mit ihrem unermüdlichen Einsatz im zentralen defensiven Mittelfeld. Eine Ballgewinnerin, deren Rolle oft und meistens unterschätzt wird.

Natürlich ist Malmös offensives Spiel das Aushängeschild. Entscheidend für die Siegesserie im Herbst, dass Manon Melis in Gang kam. Auch ich hatte die Niederländerin schon im Frühjahr kritisiert, gefordert, dass Trainer Jonas Eidevall sie mal auf die Bank setzt, denn sie fand nicht hinein in das Zusammenspiel mit Anja Mittag und Ramona Bachmann. Ganz anders im Herbst, in dem Melis’ Tore lebenswichtig für Malmö waren. Die Niederländerin profitierte aber sicher auch von der Rückkehr Therese Sjögrans in die Stammformation. Sjögran und Melis kennen sich bestens aus den Jahren vor Melis Wechsel nach Linköping.

 

Malmö bald gegen Wolfsburg

Nach dem gestrigen 3:1 beim (noch)norwegischen Meister Lilleström SK nach Toren von Therese Sjögran, Manon Melis und Ramona Bachmann ist der wohl baldige schwedische Meister fast ebenso sicher im Achtelfinale gegen den Titelverteidiger im Wettbewerb wie die Wolfsburgerinnen nach dem schon eher (für den Wettbewerb) peinlichen 14:0 in Estland.

“Sie haben in den ersten zehn Minuten richtig gut gespielt und hohes Pressing ausgeübt. Als wir dann unser Zuspiel unter Kontrolle bekamen, haben wir sie allmählih zurückgedrängt und als wir dann in die Tiefe gespielt haben, lief es richtig gut,” fasste Malmös Trainer Jonas Eidevall zufrieden zusammen.

“Ein tolles Resultat. Vor dem Spiel habe ich gesagt, es wäre gut, wenn wir ein Ergebnis bekommen würden, das sie zwingt, in Malmö zu gewinnen. Das 3:1 zwingt sie, drei Tore zu machen. So ist es noch besser.”

Beim Rückspiel kommende Woche kann Malmö schon als frisch gebackener schwedischer Meister einlaufen, falls man am Sonntag auch zu Hause gegen Umeå IK wenigstens ein Unentschieden holen sollte.

Anita Asante nach Malmö?

neetzZwei Spieltage vor Ende der Saison ist die Silly Season, die Zeit der Transfergerüchte und -tatsachen offenbar eröffnet.

Was schon länger gerüchteweise kolportiert wurde, stand gestern erstmals in der gedruckten Ausgabe einer Zeitung.

Die englische Nationalspielerin Anita Asante verlässt wahrscheinlich Kopparberg/Göteborgs FC nach eineinhalb Jahren und schließt sich dem wohl kommenden schwedischen Meister LdB FC Malmö an. Noch hat “Neetz”, wie die 28-Jährige im Freundeskreis genannt wird, nicht unterschrieben, aber angeblich ist man kurz davor.

Asante könnte die erste von Verstärkungen des Kaders sein, den auch Anja Mittag zuletzt öffentlich einmal gefordert hatte, als sie noch in Vertragsverlängerungen steckte. Mir sagte Anja übrigens auch auf die Frage, wer denn ihre unangenehmste Gegenspielerin in der Liga sei: “Anita Asante.” Etwas, das auch für die Engländerin spricht, denn die Zweikampfstärke Asantes ist gemeinhin bekannt. Gerade in der Abwehr gibt es bei Malmö Verbesserungspotential. Meiner Meinung nach vor allem auf der Position von Kapitänin Malin Levenstad, die als Innenverteidigerin physisch zu wünschen übrig lässt und sich auch bisweilen in gefährlichen Situationen verschätzt.

Zwar spielte Asante, die eine Fußverletzung hat, die sie bis zum Ende der Saison ausfallen lässt, in Göteborg im defensiven Mittelfeld, hat aber in der englischen Nationalelf immer wieder in der Innenverteidigung gespielt.

“Ich entscheide mich nächste Woche. Malmö hat mit mir und meinem Agenten gesprochen. Noch habe ich meine Zukunft nicht entschieden, aber Malmö ist ein fantastischer Verein, der vermutlich Meister wird. Falls ich mich entscheide, dorthin zu gehen, wäre das ein guter Schritt in meiner Karriere.”

Das sehe ich genauso. Im Mai bat mich Chelseas Trainerin Emma Hayes noch: “Wenn du Neetz wieder mal siehst, sag ihr, sie soll zurückkommen, wir warten auf sie.” Und Eniola Aluko stimmte zu. Aber beim Blick auf die englische Liga in ihrem derzeitigen Zustand, in dem gerade Chelsea in den letzten Wochen und Monaten vier ausländische Profis verloren hat, die mit der Organisation und dem Trainingspensum unzufrieden waren, sollte Asante eher noch die eine oder andere Spitzenspielerin überreden, ins Ausland zu gehen.

 

Alles entschieden in Schweden?

Zwei Spieltage vor dem Ende der Saison 2013 scheinen alle relevanten Entscheidungen in der Damallsvenskan gefallen zu sein. Im Fokus steht ab heute erst einmal die erste Hauptrunde der Champions League.

Nach dem gestrigen 1:1 von (Ex-?)Meister Tyresö FF bei Piteå konnte Malmö heute mit einem Heimsieg auf sechs Punkte davon ziehen.

Im Fernsehspiel dieser Runde gewann Malmö denn auch mit 4:2 über KIF Örebro. Ein ereignisreiches Spiel. In der ersten Halbzeit stand Anja Mittag mehrfach im Mittelpunkt des Geschehens vor lediglich 805 Zuschauern.

Aber erst einmal fiel das 1:0 für Malmö, eine typische Szene als Therese Sjögran sich auf der linken Seite auf engstem Raum gegen mehrere Gegenspielerinnen durchsetzte und dann schräg zurück nach innen passte. Da sah Manon Melis, was Sjögran vorhatte, lief in die Lücke und schoss das Führungstor.

Anja Mittag hätte dann auf 2:0 erhöhen können, wurde leicht am Arm gezogen und flog dann in hohem Bogen durch den Strafraum. Pernilla Larsson war aufgrund des Falls wohl überzeugt worden, zeigte auf den Elfmeterpunkt und Mittag lief selber an, schoss besser als vor Jahresfrist gegen Tyresö und Carola Söberg, aber Stephanie Labbé rettete mit einem beherzten Satz in die linke Ecke.

Vier Minuten später konnte Anja sich dann wieder bei Larsson bedanken. Nach einem Zweikampf mit der Nigerianerin Sarah Michael gingen beide zu Boden und reflexartig trat Anja der Nigerianerin leicht gegen den Oberschenkel. Etwas, das sie später in der Halbzeitpause schon arg bedauerte und zum Fernsehsender TV4 Sport sagte sie, dass sie sich selber gewundert habe, dass Pernilla Larsson ihr nur die gelbe Karte zeigte. Auch Michael reagierte zurück und sah ebenfalls nur gelb.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff zeigte Malmö dann seine Stärke, ein blitzschneller Angriff, ein brillanter Pass von Ramona Bachmann nach rechts außen auf Lina Nilsson, die aus vollem Lauf nach innen flankte und dort stand Kathleen “Paula” Radtke und versenkte das Leder zum 2:0. Ähnlich schnell ging es zu, als Manon Melis dann Bachmann gar zum 3:0 auflegte. Und alles sah rosig aus.

Dass es heute nicht Anja Mittags Tag war, bescherte uns dann aber das Tor des Tages und wer kann so etwas besser schießen als Sarah Michael? Ein Kopfball zurück in die eigene Defensive von Anja landete vor den Füßen der Nigerianerin, die nicht fackelte und aus 22 Metern direkt und knallhart in den linken Winkel abzog.

Fast im Gegenzug dann das 4:1 durch ein Eigentor, wieder nach einer blitzartigen Attacke. Das sieht gut aus.

Was nicht gut aussieht vor der Champions-League ist, dass Örebro in den letzten 20 Minuten immer wieder Chancen bekam. Mittag und Bachmann gingen, für sie kamen Elin Rubensson und Yoreli Rincon. Und dann verletzte sich Lina Nilsson auch noch. Die Rechtsverteidigerin wurde ersetzt durch die erst 15-Jährige Sarah Mellouk.

Örebro kam zu mehreren Chancen, weil Malmö unter Druck durchaus anfällig ist für Flüchtigkeitsfehler. Hat der Gegner eine Klassestürmerin wie es Michael ist und auf europäischer Ebene gibt es mehr davon, dann ist Malmö verwundbar.

In der 87. Minute hat man das Spiel schon gewonnen und ist mit dem Gedanken in der Kabine oder gar zu Hause auf dem Sofa. Da gibt es Freistoß für Örebro und Marina Pettersson Engström zirkelt den von rechts in den Strafraum. Da steigt Malmös Ali Riley hoch, um sie herum aber drei (!) Örebroerinnen, die nur eine Gegnerin haben und Elin Magnusson kann schön zum 2:4 einköpfen.

Die Meisterschaft ist verdient. Die Meisterschaft MUSS in noch zwei ausstehenden Spielen nun mit einem Pünktchen gegen Umeå oder in Mallbacken gesichert werden, aber spätestens im Achtelfinale der Champions League gegen den VfL Wolfsburg braucht Malmö mehr als es in den letzten drei Spielen gezeigt hat. Die Spielerinnen sind jedoch fokussiert auf Lilleström SK, das gerade im norwegischen Pokal knapp an Stabæk gescheitert ist.

Auch der dritte Platz ist vergeben. Denn Pokalsieger Kopparberg/Göteborgs FC versemmelt ein Spiel nach dem anderen und bezog heute eine bittere 0:3-Pleite bei Umeå IK. 0:7 Tore und ein Punkt aus den letzten vier Spielen, da kann man bei dem zwar kleinen, aber doch guten Kader schon von Krise sprechen und sollte Ursachenforschung betreiben. Die Verletzung von Johanna Almgren und vor allem der Weggang von Jodie Taylor haben das Team geschwächt. Aber was sagt das über Jessica Landström und Cathrine Dyngvold aus?

Den dritten Platz sicher hat Linköping nach seinem 2:1 Sieg bei Vittsjö. 16:3 Tore und 15 Punkte aus den letzten fünf Spielen, da hat man Göteborg elf Zähler abgenommen und holt sich das sogenannte “kleine Silber” in Schweden. Theoretisch wäre auh noh Platz 2 drin, aber da müsste Tyresö völlig einbrechen und daheim gegen just Göteborg verlieren.

Und ganz unten ist auch fast alles entschieden. Denn zwei Runden vor Schluss liegt Jitex jetzt dank des Siegtores von Annica Sjölund gegen Kristianstad fünf Punkte vor Mallbacken, das sollte es also gewesen sein.

Zwei Runden vor Schluss. Zwölf Spiele stehen noch aus in der Liga und leider haben die Zuschauer kaum noch Dramatik zu erwarten. Malmös Meisterfeier müsste allem Ermessen nach am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Umeå besiegelt werden.

Vorher warten aber noch die LSK Kvinner und auf Tyresö am Mittwochabend Paris Saint-Germains. Am Dienstagnachmittag besuche ich die Pressekonferenz der Französinnen und halte euch auf dem Laufenden.

Ungewohnte Töne

Normalerweise werden im schwedischen Frauenfußball keine offenen Konflikte ausgetragen. Aber nach dem gestrigen 4:0 gegen Linköping zog Malmös Trainer Jonas Eidevall doch mal einen vom Leder: “Ich bin ein großer Fan des Modells, nach dem wir in Malmö arbeiten. Mit Langfristigkeit verglichen mit der anderen Mannschaft, mit der wir konkurrieren. Die kaufen und holen sich eine Menge Spielerinnen mit kurzfristigen Verträgen. Für mich ist das Zirkus. So arbeiten wie die, so will ich nicht in einem Fußballverein arbeiten.”

Deutliche Worte an Tyresö FF, das derzeit mit kurzfristigen Verträgen Sara Thunebro, Ashlyn Harris, Ali Krieger und bald auch Whitney Engen verpflichtet hat.

Anja Mittag bleibt in Malmö

AnjaNoch vor dem gestrigen Spiel stand gestern in Sydsvenska Dagbladet eine Nachricht zu lesen, die alle Fans von LdB FC Malmö freut: Anja Mittag wird in Malmö bleiben. In der nächsten Woche wird ein neuer Vertrag unterschrieben, es wären nur noch Details zu klären. Das hatte Anja mir aber auch schon selber am Sonntag am Telefon gesagt.

Die 28-Jährige fühlt sich wohl, obwohl der ständige Wind in Malmö schon etwas nerven kann (mich jedenfalls als gelegentlichen Besucher, sie hat sich vermutlicherweise dran gewöhnt).

Dem Sydsvenska Dagbladet sagte sie: “Ich mag die Stadt. Die Leute sind so entspannt hier, es ist ruhiger als in Deutschland wo alles so stressig ist.”

 

Malmö siegt im TV-Spiel

Dienstags um 19.20 Uhr gibt es einen freien Slot beim Sender TV4 Sport. Deshalb wird das Spiel der Woche oft zu dieser Zeit ausgetragen.

Gestern Abend waren LdB FC Malmö und Linköpings FC an der Reihe. Die Story ist schnell geschrieben. Nach dem Weggang von Nilla Fischer wirkte die Abwehr von Linköping unsicherer und Malmö kombinierte blitzschnell, ließ den Gegner gar nicht erst zu Zweikämpfen kommen, der Ball war immer schon weg, wenn eine Abwehrspielerin an ihre Gegnerin ran wollte.

1:0 Anja Mittag, ein blitzschneller Schuss nach einem herrlichen Zuspiel von Ramona Bachmann.
2:0 Manon Melis in einer für sie typischen Weise, 1-1 Situation nach Pass in die Tiefe, Lob über Torhüterin Lina Ringshamre
3:0 Ramona Bachmann nach Vorarbeit von Therese Sjögran auf dem linken Flügel und diagonaler Hereingabe in die Mitte
4:0 Katrin Schmidt mit einem herrlichen Schuss aus der Drehung an den Pfosten und von da ins Tor kurz vor Schluss.

Anja Mittag hatte noch einen Schuss, den Ringshamre an die Querlatte retten konnte. Große Überlegenheit Malmös, das jetzt nur noch vermeintlich leichte Gegner hat bis zum Saisonende und zwei Punkte vor und zwei Tore hinter Tyresö liegt.