Weibliche Kleidung – Neuer Sponsor bei Jitex BK

Jitex 2013 - bald schon viel "weiblicher"?

Jitex 2013 – bald schon viel “weiblicher”?

Jitex BK hat von der einen zur anderen Saison im Prinzip eine komplette Startformation verloren und sich hauptsächlich mit sehr jungen Spielerinnen mit vorwiegend Zweitligaerfahrung für das neue Jahr aufgestellt. Ob man damit diem Klasse erhalten kann, zumal man nur wenig bis gar kein Geld in der Kasse hat, erschien sehr fraglich und tut es auch weiterhin.

Im Frauenfußball fehlt es oft an Publizität, bestenfalls berichten die sogenannten “Main-Stream-Medien”, die Fernsehsender und großen Tageszeitungen noch über die Topclubs, Jitex tauchte im letzten Jahr vor allem dann in den Zeitungen auf, wenn es um das stofflige Verhalten der Gemeinde Mölndal um ihren Club ging.

Das könnte sich alles ändern, denn nun hat man mit Panos Papadopoulos einen neuen Sponsor gefunden. Der Gründer und Chef der Modefirma Panos Emporio wird bei Jitex BK als Hauptsponsor einsteigen, eventuell soll das auch bis zu einem Wechsel des Vereinsnamens gehen, wie wir das etwa in Malmö schon zwei Mal in den letzten zehn Jahren erlebt haben.

Von 1997-2002 hat der Schwede mit griechischem Migrationshintergrund schon die Männermannschaft Ljungskile gefördert. Da Panos sich hauptsächlich vom Verkauf von Bademoden für weibliche Klientel ernährt, liegt eine Frauenmannschaft natürlich näher. Jitex habe ihn seit einigen Jahren immer wieder angesprochen, sagte jetzt der Geschäftsmann. Das, was hierzulande Diskussionen ausgelöst hat, ist eine andere Äußerung von Papadopoulos: “Noch ist nichts entschieden, aber ich habe eine Vorstellung davon, wie die Matchkleidung aussehen soll. Ich glaube sogar, dass Frauen und Mädchen, die in der Welt Fußball spielen, sich gewünscht hätten, dass ihre Sachen etwas anders aussehen. Wir werden sicher während der nächsten Saison einige Überraschungen erleben. Wenn du repräsentativ aussiehst und hinreichend attraktiv bist, dann werden deine Tore noch schöner und die Leute werden sich an dich erinnern,” so Papadopoulos zur Zeitung Expressen.

Auf Twitter gab es dazu schon eine Diskussion, in der Mannschaftskapitänin Robyn Decker sagte, dass man nicht auf dem Platz stehe, um weiblich auszusehen. Viele andere stellten die Äußerung des Unternehmers in Frage und verwehrten sich dagegen, dass Frauen zu Sexobjekten degradiert werden sollten.

Wobei man aber zwei Dinge konstatieren muss: Noch niemand hat auch nur einen Entwurf von neuen Trikots und Hosen gesehen und meiner Meinung nach bedeutet eine gewisse Feminisierung von Sportbekleidung nicht notwendigerweise einen Trend zu Fußballerinnen als Sexobjekt.

Dennoch muss man natürlich bei der Vertragsunterzeichnung wachsam sein. Denn ein Bademodenhersteller hat vielleicht doch andere Vorstellungen. Ich erinnere mich noch an die Bikini-Aktion des russischen Meisters Rossiyanka vor einigen Jahren, als die russischen Spielerinnen auf dem Rasen bestimmte Fußballsituationen in Bikinis nachstellen mussten, um Werbung für ihre Heimspiele zu machen. Aber soweit muss und wird es in Schweden sicher nicht kommen.

Jitex verliert Rolfö und Rehn

Nachdem man durch das 1:0 über Kristianstad am Sonntag wohl den Klassenerhalt gesichert hat, verliert Jitex in der kommenden Saison zwei wichtige Persönlichkeiten.

Wie die Zeitung Expressen meldet, geht U19-Europameisterin (von 2012) Fridolina Rolfö kommende Saison zu Linköpings FC und leistet dort ihren Jahrgangsgenossinnen Lina Ringshamre, Jennie Nordin, Pauline Hammarlund und Magdalena Ericsson Gesellschaft. Keine Frage: Ein wichtiger und auch richtiger Schritt für die talentierte offensive Mittelfeldspielerin und Stürmerin. Ihre Verpflichtung setzt ein weiteres Fragezeichen hinter den Verbleib von Linda Sällström, deren Konkurrenz nach der zweiten Kreuzband-Reha noch größer wird.

Ja und Trainer Stefan Rehn, ehemaliger Fußballnationalspieler, soll fast mit dem Lokalrivalen Kopparberg/Göteborgs FC als Nachfolger des gestern offiziell zurückgetretenen Torbjörn Nilsson einig sein. Für den arg gebeutelten, finanziell schwachen Verein aus Mölndal ist das natürlich schon ein herber Schlag. Rehn war allerdings mit Jitex nicht sonderlich erfolgreich.

Drei wichtige Punkte

Mit einem überraschenden 3:1-Auswärtserfolg bei Umeå IK hat Jitex BK gestern Abend einen wichtigen Schritt zum Klassenerhalt getan. Nach einem Rückstand durch Emmelie Konradsson erzielten die Talente Fridolina Rolfö und Mimmi Löfwenius (2) die Tore für die Mannschaft aus Mölndal bei Göteborg.

Damit rutscht man sogar auf Rang 8 vor, allerdings mit einem Spiel mehr als der selbsternannte Meisterschaftskandidat Kristianstads DFF auf Platz 9. “Wir haben das Spiel verschenkt,” sagte die finnische Nationalspielerin Tuija Hyyrynen der Zeitung Västerbotten Kuriren.

Trainer Joakim Blomkvist sprach von individuellen Fehlern, die dazu geführt hätten, dass man die ganze Zeit “bergauf” habe spielen müssen.

Gehälter verspätet bei Jitex

In Deutschland waren und sind der FCR Duisburg und der SC Bad Neuenahr in finanziellen Problemen. Auch in Schweden ist Frauenfußball oft keinesfalls auf Rosen gebettet. Von den Problemen mit dem neuen Stadion habe ich hier schon früher berichtet. Jetzt fand das letzte Heimspiel (0:7 gegen Tyresö) endlich am neuen Åbyvallen statt, aber die Spielerinnen bekamen in der vergangenen Woche kein Gehalt – es war einfach kein Geld da.

Das kommt am Montag von einem Sponsor und so wird die eine oder andere aus dem Kader die eine oder andere Rechnung, die privat zu begleichen ist, erst verspätet bezahlen können.

Im April hatte der Verein die Stadt Mölndal um Hilfe gebeten, von 140.000 € war die Rede, aber die Stadt hatte lediglich eingeäumt, dass der Verein die restlichen Heimspiele dieses Jahres ohne Miete zu zahlen, absolvieren dürfe. Das macht etwas mehr als 300 € pro Spiel aus.

Vereinsboss Lars Claesson teilte mit, dass er in Gesprächen mit verschiedenen Sponsoren sei, um die Lage zu entspannen. Aber noch ist man weit von einer Lösung entfernt und spätestens zur nächsten Monatswende werden die Spielerinnen wieder zittern müssen.

Jitex in Schwierigkeiten

Die Probleme von Jitex BK aus Mölndal bei Göteborg sind noch immer nicht gelöst. Zuerst hatte die Gemeinde vor einigen Wochen mitgeteilt, dass das neue seit Jahren versprochene Stadion nicht rechtzeitig zur Saisoneröffnung fertig wird, sondern vermutlich erst zur Sommerpause.    

Jitex muss seine ersten “Heimspiele” nun im 11 km südlich gelegenen Lindome austragen, was bei den ohnehin nicht rosigen Zuschauerzahlen katastrophal ist und ausserdem direkte Auswirkungen auf das Engagement von lokalen Sponsoren hat.

Der Verein bettelte die Gemeinde um 1,2 Millionen SEK (rund 145.000 €) an, um finanziell die entstehenden Verluste decken zu können und den laufenden Betrieb aufrecht erhalten zu können, Aber wie schon in der Arena-Frage gab es vonseiten der Lokalpolitiker die kalte Schulter und beinahe spiessbürgerlich dumme Antworten.

Weil das Stadion nicht fertig wurde, bietet die Gemeinde an, dass Jitex für den gesamten Rest des Jahres keine Platzmiete für den noch nicht fertigen Åbyvallen zahlen muss. Pro Spiel würde die Gemeinde somit auf gut 230 € (!!) verzichten. Sehr grosszügig, aber keine Lösung und nicht einmal entfernt das, womit man beim sechsfachen schwedischen Meister gerechnet hatte.

“Bekommen wir keine Kompensation für all die entstehenden Verluste, weiss ich nicht, wie wir das Jahr überstehen sollen,” sagt denn auch Clubchef Anders Holmvén ratlos.

Das K-Wort – dieses Mal aus Mölndal

Jitex zu Besuch in Tyresö - bald nur noch Geschichte?

Jitex zu Besuch in Tyresö – bald nur noch Geschichte?

Als K-Wort bezeichnet man im Frauenfußball oft die leider allzu häufig auftretenden Kreuzbandrisse. Nein, keine Angst, noch hat sich nicht noch jemand verletzt und damit eine noch nicht begonne Saison beendet.

K wie Konkurs. Am Samstag noch beschwerte sich Jitex aus Mölndal darüber, dass das versprochene Stadion bis zu Beginn der Saison nicht fertig sein wird, Heute, einen Tag vor dem Presseauftakt der Damallsvenskan in Stockholm, malt der Club sogar einen Konkurs als mögliche Folge der Stadionpleite an den Göteborger Himmel.

Rund 140.000 €, so groß könnte das Minus von Jitex in diesem Jahr betragen und das wäre dann bei den strengen Regeln des Fußballverbands der Zwangsabstieg für den sechsfachen schwedischen Meister.

Clubdirektor Anders Holmvén: “Jetzt hängt sehr viel von der Gemeinde ab und welche Antworten wir von dort bekommen. Unserer Meinung nach wird das die Entscheidung sein,” so Holmvén zum schwedischen Fernsehen.

Schon vergangenes Jahr hatten LdB FC Malmö und KIF Örebro mit Konkursankündigungen ihre Gemeinden zum Eingreifen bewegt. Was nervt, ist, dass sie sich an die Presse wenden, die möge doch bitte über die drohende Gefahr berichten. Wenn die Gemeinde dann hilft, dann heißt es immer, die Medien hätten alles maßlos übertrieben, es hätte nie die Gefahr eines Konkurses bestanden.

Jitex ohne Stadion

Dem Göteborger Traditionsclub Jitex BK (sechsfacher schwedischer Meister) hatte die Gemeinde Mölndal für April ein neues, kleines Styadion versprochen. Entsprechend hatte der Verein geplant und sich auf elf Heimspiele auf einem niegelnagelneuen Åbyvallen eingestellt.

Aber nicht nur der Berliner Flughafen ist ein Bauprojekt, das länger dauert. Gemeindeboss Marcus Claesson hat dem Verein jetzt mitgeteilt, dass man vor Juni dort nicht spielen können wird. Für das am 24.04. geplante und angesetzte Lokalderby gegen Kopparberg/Göteborgs FC eine Katastrophe. Clubchef Anders Holmvén ist sowohl sauer wie auch verzweifelt, da zu einigen Spielterminen im Kalender von Jitex alle zugelassenen Plätze in der Region Göteborg ausgebucht sind

Die Gemeinde reagiert durch ihren Beamten Claesson bürokratisch und schrofff. Es gäbe ja noch Frejaplan und Lindevi in der Gemeinde und wenn diese beiden Sportplätze für Erstligaspiel nicht zugelassen seien, dann so ungeefähr, sei das ja nicht sein Problem. “Man kann sich Eishockey oder ähnliiches anschauen: da sind die Clubs Aktiengesellschaften und betreiben ihre Anlagen selber,” so der Beamte Claesson genervt. “Mich stört es auch wenn man von ‘seiner Anlage* redet, wenn es sich tatsächlich um eine kommunale Anlage handelt. Das muss sich ändern.”

Clubchef Holmvén glaubt, dass so etwas einem Männerverein niemals passieren würde und leider hat er damit vermutlich aucgh Recht.

Malmö verliert zum zweiten Mal in acht Tagen und üble Verletzung in Göteborg

In den letzten Tagen bin ich wenig dazu gekommen, hier aktuell zu sein. Zuerst war ich in Kalmar am Dienstag und Mittwoch und durfte unter anderem einen Blick in das völlig zugeschneite Stadion Guldfågeln Arena werfen, das dann im Juli Kalmar Arena heißen muss und in dem Deutschland auf Norwegen treffen wird.

Und am Donnerstag- und Freitagabend war ich auf Konzerten bei The Killers und Villagers, über die ich an anderer Stelle schreiben werde.

Heute dann habe ich Wache ei damfotboll.com geschoben, erstmals eigentlich, da meine Kollegen Thorsten Frennstedt (derzeit krank, gute Besserung!) und Anette Börjesson verhindert waren.

Wache schieben bedeutete heute, dafür zu sorgen, dass wir alle Ergebnisse von Testspielen reinbekommen, an denen Teams aus der Damallsvenskan und der Elitettan beteiligt sind. Und auch die Torschützinnen, was nicht immer einfach ist. Aber da muss ich mich bedanken bei den vielen Spielerinnen, die heute per SMS, Twitter, Facebookmail immer sehr schnell geantwortet haben. Toll! Das war eine neue Erfahrung, die aber wieder mal zeigt, dass der Frauenfußball eine recht kleine Szene ist.

Malmö spielte heute in Frankfurt. Ein echter Test vor dem Algarve-Cup im Vereinstrikot. Denn danach ist dann nur noch wenig Zeit zur Vorbereitung auf das Hinspiel bei Olympique Lyonnais am 20.03., gegen die scheinbar übermächtig starken Französinnen. Die gewannen am Abend ihr Spitzenspiel gegen Paris SG mit 3:0 und Lotta Schelin in Weltklasseform sorgte mit ihren beiden Toren für die Entscheidung.

Frankfurt schlug Malmö mit 2:1. Ich habe nach dem Spiel mit Erling Nilsson, dem Fußballverantwortlichen von Malmö gesprochen und später dann auch mit Anja Mittag. Beide waren zufrieden mit der Leistung. Individuelle Fehler hatten zu den Gegentoren von Kerstin Garefrekes und Tameka Butt geführt. Ramona Bachmann hatte den Anschlusstreffer gemacht und Sara Björk Gunnarsdottir die Latte per Kopfball getroffen. Anja lobte auch die Leistung von Frankfurts Torfrau Desi Schumann, die exzellent gehalten hätte. Erling Nilsson sagte, man habe Chancen gehabt, auszugleichen und sei in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft gewesen. Anja relativierte das etwas, weil sie einräumte, dass Frankfurt auch sicher etwas aus de Rhythmus gekommen wäre, da man oft ausgewechselt habe.

In Göteborg gewann Jitex gegen Falköping mit 5:0 und normalerweise würdet ihr das Ergebnis lediglich oben unter TESTSPIELE 2013 finden, aber in diesem Spiel verletzte sich die neue Außenverteidigerin Linn Andersson von Jitex schwer. Die 24-Jährige ging nach einem Tackling zu Boden und nach Angaben von Zuschauern sowie Mitspielerinnen glaubt man, dass sie sich das Schienbein gebrochen hat. Das Spiel wurde nach 82 Minuten abgebrochen. Die Spielerin durfte nicht weggegtragen werden, sondern wurde vom Platz direkt mit Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Unter den ca 20 Zuschauern ging sogar das Gerücht, dass man den Knochen hätte sehen können. Wir wünschen gute Besserung!

Und aus Tyresö noch schnell die Nachricht, dass Donnerstagabendgegner KIF Örebro beim überraschenden 3:3 die tschechischen Zwillinge Irena und Lucie Martinkova einsetzte und beide offenbar einen hervorragenden Eindruck hinterließen. Ich habe mich schon öfter gefragt, warum Vereine nicht häufiger Spielerinnen aus Mittelost- und Osteuropa einladen, denn dort sind einige sehr talentierte, entwicklungsfähige Spielerinnen zu finden. Bei den Martinkovas hat Örebros frühere tschechische Weltklassespielerin Pavlina Scasna Novikova mitgeholfen.

 

Die Woche

In der vergangenen Woche ist nicht so viel passiert in Sachen Frauenfußball und Schweden. Ich war drei Tage in München und staunte darüber, dass sich rund neun Millionen Deutsche anschauen wollen, wie ein magersüchtiges Model einen gekochten Kamelpenis isst und große Zeitungen wie BILD (nicht erstaunlich) und SPIEGEL ONLINE (oft SPON genannt) ausführlichst damit beschäftigen, aber das wäre ein anderes Thema für einen anderen Blog.

Pia Sundhage hat hierzulande bald (naja, ich übertreibe) Zlatan Ibrahimovic in Sachen Popularität eingeholt. Zumindest hamstert die bald 53-Jährige einen Preis nach dem anderen ein. Im Januar holte sie sich den Titel beste Frauenfußballtrainerin der Welt der FIFA, Trainerin des Jahres auf der Sportler-des-Jahres-Gala in Schweden und Trainer des Jahres der Nachrichtenagentur TT, Einen Ehrendoktortitel gibt es auch noch in diesem Jahr und wie immer ist Sundhage bescheiden und teilt diesen akademischen Würdentitel “mit allen, die sich wie ich für den Frauenfußball einsetzen”.

Mallbacken, das kleine, aber sympathische Dörfchen, das 2013 wieder in der höchsten Spielklasse anwesend sein wird, dürfte seinen Namen ändern. Auf der Jagd nach Sponsoren hat man mit der Gemeinde Sunne, zu der Mallbacken gehört, Verhandlungen geführt. Sven Eriksson, Boss des Vereins, der 2012 die Söderettan gewann und sich dann im Ausscheidungsspiel gegen Sirius durchsetzte, teilte mit, dass der Name des Vereins wohl Mallbackens IF Sunne lauten werde, wenn die Damallsvenskan beginnt. Dafür lässt die Gemeinde dann eine nicht näher genannte Summe springen.

Der neue US-Trainer Tom Sermanni hätte gerne drei Spielerinnen aus der Damallsvenskan in seinem nächsten Trainingslager gehabt. Da Meghan Klingenberg (Tyresö FF) jedoch verletzt ist, wurden es nur zwei: Erwartungsgemäß Christen Press (ebenfalls Tyresö) und dazu überraschend (weil von Pia Sundhage ignoriert) Mittelfeldspielerin Yael Averbuch von Kopparberg/Göteborgs FC. Die beiden Spielerinnen werden Anfang Februar zum 29-köpfigen Kader Sermannis stoßen, der zwei Spiele gegen Schottland bestreiten soll.Für das erste Spiel am 9. Februar in Jacksonville (Florida) sind übrigens schon 10.000 Karten verkauft. Christen Press wird noch vorher am 2. Februar ihr Debüt für Tyresö gegen den norwegischen Spitzenclub Stabaek geben. Das wird dann mein erstes Spiel in dieser Saison.

Im Kader Sermannis ist die 17-Jährige Torhüterin Jane Campbell von Concorde Fire South die größte Überraschung, auch wenn nicht damit zu rechnen ist, dass Campbell letztlich der Truppe gegen Schottland angehören wird. Denn mit Hope Solo, Ashlyn Harris, Jill Loyden und Nicole Barnhart sind vier etablierte Torfrauen aufgeboten.

Crystal Dunn ist nominiert. Sie gilt als DAS größte Talent im amerikanischen Fußball und studiert noch ein weiteres Jahr in North Carolina. Whitney Engen stößt wieder hinzu, die Abwehrspielerin, die vorletzte Saison ein paar Monate in Tyresö spielte, wird 2013 für den FC Liverpool spielen.

Die schwedische Nationalmannschaft wird am 6. April ein Vorbereitungsspiel gegen Island in Växjö bestreiten. Wie man hörte, wollte der isländische Trainer gerne in Växjö spielen, wo sein Team bei der EURO dann auf Deutschland treffen wird.

Rebecca Johnson, Mittelfeldspielerin mit Vergangenheit bei QBIK, Djurgården und Dalsjöfors hatte ein spektakuläres Jahr 2012. Zuerst ging ihr Verein Dalsjöfors in Konkurs, dann zog sie kurzentschlossen für ein paar Wochen in das isländische Örtchen Akureyri und gewann mit dem Verein Thor K/A ihren ersten Meistertitel. Aber keine Vereine meldeten sich bei ihr. Nach einem Interview mit damfotboll.com vor ein paar Wochen, begann aber das Telefon zu klingeln. Nun kann Johnson aus mehreren Angeboten wählen. Einiges spricht dafür, dass sie sich für Erstligist Jitex entscheiden wird, aber wir werden sehen…

 

 

Zugänge und Abgänge (Stand: 05.01.2013)

So allmählich füllen sich die Kader der Vereine in der Damallsvenskan. Es ist Zeit für einen ersten Überblick. Hier kommen die 12 Teams der Saison 2012 plus die beiden Neulinge.

Tyresö FF

Zugänge: Christen Press (Kopparberg/Göteborgs FC), Malin Diaz (AIK)

Abgänge: Helén Eke (Verein steht noch nicht fest)

Kommentar: Erstmals auf seiner Reise von der vierten Liga zum Meistertitel gibt es in Tyresö keine wesentlichen Personalwechsel. Marta, Vero Boquete, Caroline Seger hatten allesamt laufende Verträge auch für 2013, obwohl es um Marta wieder einmal Wechselgerüchte gab und auch noch gibt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Brasilianerin Tyresö in diesem Jahr verlässt. Für die USA ist ihr Marktwert nicht groß genug und keiner der neuen Vereine könnte sie mit den erlaubten Budgets bezahlen. Christen Press wird den Stammplatz von Madelaine Edlund gefährden. Sowohl deren wie Elaines auslaufender Vertrag wurde verlängert. Tyresö ist ein Topteam mit erstklassigen Alternativen auf der Bank. Auch Meghan Klingenberg hat verlängert. Wunschelf (Linda Sembrant in der Reha nach Kreuzbandriss):

Carola Söberg, Meghan Klingenberg, Johanna Frisk, Karin Lissel, Line Röddik Hansen, Lisa Dahlkvist, Caroline Seger, Vero Boquete, Marta, Kirsten van de Ven, Christen Press.

Bank: Annica Svensson, Elaine, Malin Diaz, Madelaine Edlund, Jessica Höglander.

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LdB FC Malmö

Zugänge: Yoreli Rincon (XV de Piracicaba), Zecira Musovic (Stattena), Manon Melis (Linköping)

Abgänge: Emma Wilhelmsson (Jitex), Christina Öyangen Örntoft (Bröndby), Hilda Carlén (noch unbekannt)

Kommentar: Nach der finanziellen Rettung durch Milliardär Dan Olofsson nimmt auch Malmö Kurs auf den Meistertitel. Die Liga wird (wenn sich nichts wesentlich ändert) zu einem Zweikampf Malmö – Tyresö werden, in dem Tyresö abermals klarer Favorit ist, trotz der Verpflichtung von Melis. Rincon überrascht, riskant, eine 19-Jährige Kolumbianerin zu integrieren. Die 1,54 m kleine Filigrantechnikerin wurde mit Marta verglichen, muss das aber noch beweisen. Malmö hat aber immer gut eingekauft…

Voraussichtlich:

Thora Helgadottir, Lina Nilsson, Malin Levenstad, Amanda Ilestedt, Ali Riley, Sara Björk Gunnarsdottir, Therese Sjögran, Ramona Bachmann, Elin Rubensson, Anja Mittag, Manon Melis.

Reserve:

Zecira Musovic, Frida Nordin, Katrin Schmidt, Katrine Veje, Yoreli Rincon, Sofi Anker Kofoed.

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Linköpings FC

Zugänge: Lina Rinshamre (Sundsvalls DFF), Magdalena Ericsson (Djurgården), Stina Blackstenius (Vadstena GoIF), Renée Slegers (Djurgården), Emma Lennartsson (IFK Norrköping)

Abgänge: Manon Melis (LdB FC Malmö), Lisa DeVanna (Perth Glory), Emma Lundh (noch unbekannt, Hammarby?), Karen Bardsley (Lincoln LFC), Louise Fors (Western Sydney Wanderers, ab Frühjahr FC Liverpool Ladies), Nora Holstad Berge (Arna-Björnar), Matilda Agné (Hammarby DFF), Ingrid Schjelderup (Vålerenga), Josefine Alfsson (Kisa BK)

Kommentar: Linköping beendet nach einem Jahr seinen Versuch, mit Tyresö und Malmö zu konkurrieren und hat Sparmaßnahmen eingeführt. Neun Spielerinnen verlassen den Verein und fünf kommen neu hinzu, im Gespräch ist immer noch AIK:s U19-Europameisterin Jennie Nordin. Mit Ringshamre und Ericsson hat man zwei weitere junge Europameisterinnen verpflichtet. Linda Sällström, die gegen Ende der Saison noch gehen wollte (Jitex war eine Option), bleibt nun doch, vermutlich, weil die Konkurrenz in der Offensive nach ihrer Rehazeit nach dem Abgang von DeVanna, Melis und Lundh deutlich entspannter geworden ist. Linköping ist auch immer noch das bessere Team. Wichtig, dass Trainer Martin Sjögren zwei weitere Jahre bleibt.

Voraussichtlich:

Sofia Lundgren, Maja Krantz, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Jessica Samuelsson, Marianne Gajhede Knudsen, Renée Slegers, Petra Larsson, Pernille Harder, Jonna Andersson, Linda Sällström.

Hier und bei den weiteren Clubs erspare ich mir die potentielle Bankbesetzung, da lediglich Malmö und Tyresö um die Meisterschaft spielen werden.

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Kopparberg/Göteborgs FC

Zugänge: Jessica Landström (Djurgården), Marie Hammarström (KIF Örebro), Cathrine Dyngvold (Klepp),

Abgänge: Christen Press (Tyresö FF), Ingrid Wells (noch unbekannt)

Göteborg wollte eigentlich angreifen. Dann kam der Abgang von Press dazwischen. Tyresös Zampano Hans Löfgren schnappte die Amerikanerin den Göteborgern vor der Nase weg. Landström ist vom Typ her kein Press-Ersatz, aber sie ist eine Kämpfernatur mit einer enormen fysischen Kraft. Dennoch muss sich das Angriffsspiel ändern. Torbjörn Nilsson hat seinen Trainervertrag um 2 Jahre verlängert, weil ihm versichert wurde, dass die Mannschaft sukzessiv verstärkt wird. Mindestens eine Klassespielerin muss noch kommen.

Voraussichtlich: Kristin Hammarström, Catrine Johansson, Anna Ahlstrand, Stina Segerström, Camille Levin, Yael Averbuch, Anita Asante, Johanna Almgren, Olivis Schough, Cathrine Dyngvold, Jessica Landström.

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Kristianstads DFF

Zugänge: Josefine Öqvist (vereinslos), Marija Banusic (IK Sirius), Brett Maron (Valur), Elin Borg (AIK)

Abgänge: Elin Nilsen (Vittsjö), Katrin Ómarsdóttir, Becky Edwards (beide unbekannt), Emelie Johnsson (Borens IK),  Moa Pettersson (Wä IF), Anna Persson (Glimåkra IF), Lisa Petersson, Julia Molin (AIK)

Auf den Plätzen 5-12 und bei den Aufsteigern erspare ich mir die mögliche Aufstellung am ersten Spieltag. Maron wird sicher in den ersten Monaten im Tor stehen, da Hedvig Lindahl in der Reha nach dem Kreuzbandriss ist. Trainerin Beta Gunnarsdottir ist wie immer super ambitioniert und will sicher Meister werden. Mit der Verpflichtung von Banusic ist ihr ein Coup gelungen. Für mich das größte Talent im schwedischen Fußball VOR der allenthalben gepriesenen Lina Hurtig (Umeå). Dass Josefine Öqvist letztlich der Offensive maßgebliches Gewicht verleihen wird, steht außer Frage. Kristianstad hat jetzt den drittbesten Angriff der Liga.

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Vittsjö GIK

Zugänge: Elin Nilsen (Kristianstad), Jane Ross (Glasgow City)

Abgänge: Emma Kullberg (Umeå Södra), Josefine Mårtensson (Glimåkra IF)

Das zweite Jahr ist immer das Schwerste. Das wird auch für Sensationsaufsteiger Vittsjö GIK gelten. Niemand hätte das Team aus Skåne auf Rang 6 erwartet. Die Verpflichtung von Jane Ross deutet eventuell darauf hin, dass Danesha Adams geht. Die Amerikanerin war sehr wichtig. Möglich, dass Vittsjö, wie immer, von Beta Gunnarsdottir geschasste Spielerinnen überimmt. Becky Edwards?

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Umeå IK

Zugänge: Hanna Folkesson (AIK)

Abgänge: Erica Carlén (Morön)

Wenig passierte in Umeå. Keeperin Caroline Jönsson hat ihr Karriereende zur Saisonmitte angekündigt. Da braucht es Ersatz.

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Piteå IF

Zugänge: Clara Markstedt (AIK), Johanna Andersson (Assi)

Abgänge: Camilla Johansson, Jessica Olovsson (unbekannt), Ann-Mari Dovland (Klepp), Jennifer Nobis (Karriereende)

Piteå hat zwar die beste Torschützin Nobis durch Clara Markstedt ersetzt, aber es fehlt an einer weiteren offensiven Spielerin, die dem Angriff mehr Durchschlagskraft verleiht. Faith Ikidi hat ihren Vertrag bis einschließlich 2015 verlängert, eine finanzielle Deckung dafür gibt es noch nicht.

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Jitex BK

Zugänge: Emma Wilhelmsson (LdB FC Malmö)

Abgänge: Katri Nokso-Koivisto (LSK Kvinner), Nanna Jansson (Hovås Billdal), Caroline Lindblad (unbekannt)

Jitex wird weder schwächer noch stärker.

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KIF Örebro

Zugänge: Fehlanzeige

Abgänge: Marie Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Emelie Lundberg (Eskilstuna United), Hanna Ågren-Åhbom, Nina Fellbrant,  Fanny Persson (hören auf), Edda Garðarsdóttir,  Ólína Viðarsdóttir (beide zurück nach Island, , Linda Fransson (noch nicht klar)

Das sieht wieder nicht gut aus für Örebro, das erhebliche finanzielle Probleme hat.

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Sunnanå SK

Zugänge: Anikka Kukkonen (Djurgården), Hanna Glas (Sundsvalls DFF),  Carys Hawkins (Perth Glory

Abänge: Anna Bodén (Morön),  Yanru Zhang (China)

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Mallbacken

Zugänge: Sarah Bergman, Emmie Johansson (beide QBIK), Maija Saari (AIK), Hayley Lauder (Åland United)

Abgänge: Anna Arnfeldt (Karriereende)

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Djurgården

Abgänge: Gudbjörg Gunnarsdottir, Mia Jalkerud, Freja Hellenberg (alle Avaldsnes IL), Jessica Landström (Göteborgs FC), Renée Slegers (Linköping), Anna Lindblom (Hammarby), Katrine Petrous, Natalia Rickne, Annika Kukkonen (Sunnanå), Katrin Jonsdottir, Caroline Frånberg.

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AIK

Zugänge: Lisa Pettersson, Julia Molin (beide Kristianstad)

Abgänge: Maija Saari (Mallbacken), Elin Borg (Kristianstad), Nazanin Vaseghpanah (hört auf), Hanna Folkesson (Umeå), Malin Diaz (Tyresö), Clara Markstedt (Piteå), Lori Chalupny (unbekannt)

Tyresö bleibt dran

Marta in voller Fahrt gegen Jitex

Sie haben getan, was nötig war. Tyresö FF schlug Jitex mit 3:0 durch Tore von Vero Boquete (2) und Madelaine Edlund, aber man merkte dem Spiel an, dass Tyresö tief im Innern bereits den Meistertitel nicht mehr als möglich sieht.

Inszenierter Jubel für den neuen Werbefilm

2173 Zuschauer wurden offiziell vermeldet – wieder mal beim Frauenfußball eine Zahl, die man gerne einmal selber nachgerechnet hätte. Am Anfang drehte der ehemalige Sportchef Hans Löfgren (gestern Stadionsprecher) einen Werbefilm für 2013. Ein paar hundert Schulkinder, die in Tyresö, aber auch anderen Vereinen spielen wurden als Statisten eingesetzt und mussten eine Tribüne hinter dem Tor (siehe Foto) bevölkern. Auf Kommando war dann gemeinsames Jubeln angesagt, die Spielerinnen mussten kurz vor Anpfiff einmal raus und zur Tribüne laufen, damit auch alles echt und hübsch aussieht für gegenwärtige und neue Geldgeber. Vermutlich wurden alle Kinder, die gratis als Statisten fungierten, zur Zuschauerzahl hinzugerechnet. Sie froren brav eine Halbzeit, in der zweiten Hälfte waren nur noch sehr wenige von ihnen im Stadion.

Denn die Luft ist etwas raus aus dieser Saison in Tyresö. Pokalsieg und Meisterschaft hat man selber vergeigt und wieder einmal zeigt sich, dass man schnelle Erfolge nicht mit dem Scheckbuch erzielen kann. Nominell und mit Blick auf den Kader MUSS Tyresö schon in diesem Jahr Malmö klar hinter sich lassen. Eigentlich dürfte ein Mittelfeld mit Marta, Vero, Caroline Seger und Lisa Dahlkvist und all den großartigen Alternativen, die man dort noch hat, keinen einzigen Punkt abgeben.

Gestern tat man das auch nicht. Tyresö dominierte völlig in der ersten Halbzeit und schickte Angriffswelle auf Angriffswelle auf das Tor von Minna Meriluoto, die gestern unter den Augen ihres Nationaltrainers Andrée Jeglertz eine Klasseleistung zeigte und sich nachdrücklich als Nummer 1 für das finnische Tor bei der EURO 2013 empfahl.

Auch wenn die Sponsoren Lisa Dahlkvist zur besten Spielerin Tyresös erklärten, geht mein Votum an Vero, die Spaniern dominierte mit ihrem technisch einzigartigen Spiel in der ersten Halbzeit und schoss zwei Tore, bereitete das dritte vor. Während Marta eine Spielerin ist, die immer nach vorne drängt und den Raum sucht, ist Vero die ideale Ergänzung, da sie auf engstem Raum brilliert und agieren kann. Unglaublich wirklich, dass diese beiden nicht am Ende den Meisterpokal in die Höhe halten. Warum das so ist, erkläre ich nach dem Malmö-Spiel in Umeå heute Abend.

 

Theoretisch noch alles drin da unten

Vittsjös Torhüterin Lois Geurts beim Warmmachen vor dem Spiel gegen Djurgården

In einer halben Stunde wird der 20. Spieltag der Liga mit der Begegnung Erster gegen Letzter LdB FC Malmö gegen AIK abgeschlossen, da bleibt nicht viel Zeit, die gestrigen fünf Begegnungen zu summieren.

Hanna Persson, Ersatz für Kristianstads kreuzbandverletzte Nationalkeeperin Hedvig Lindahl, hielt gegen Tyresö FF einige fulminante Schüsse und musste dennoch nach zehn Minutenmit einer Fußverletzung hinkend das Spielfeld verlassen. Reserve? Fehlanzeige. Elisabet Gunnarsdottir entschied, dass Mittelfeldspielerin Katrin Omarsdottir sich mal schnell umziehen musste und das gegen das torgefährlichste Team der Liga. Am Ende gewann Tyresö verdient nach zwei Toren von Kirsten van de Ven mit 2:0 und hielt damit den Kampf um die Meisterschaft einigermaßen offen.

Kristianstads Torwarttrainer Benny Johansson war voll des Lobes über die unfreiwillige Torhüterin Omarsdottir: “Sie hat sich selbst übertroffen. Dass sie das Spiel so gut lesen konnte, war keine Überraschung, aber das Spiel in der Luft war euine große Überraschung. Sie zeigte Mut, Sprungkraft und Timing bei fast allen Ecken und Standards von denen.” Gleichzeitig äußerte er Mitleid mit Hanna Persson im Interview mit Kristianstadsbladet: “Sie hat lange auf so eine Chance gewartet und dann gleich im dritten Spiel selber verletzt zu werden, das ist bitter.”

Omarsdottir sagte, dass sie lieber im Mittelfeld spiele, aber falls Persson bis zum Ende der Saison ausfiele, würde sie da spielen wo Elisabet Gunnarsdottir sie haben will, notfalls auch im Tor. Wie eine Reihe Zuschauer bereits auf Twitter äußerten, war auch Katrin Omarsdottir der Ansicht, dass die 1:0-Führung Tyresös ein klares Abseitstor war.

Kristianstads Vorsitzender Mikael Forsberg glaubt, dass die Liga am 12. November in Stockholm mit Sicherheit über die angestrengte wirtschaftliche Situation vieler Vereine reden wird. “Dass die Liga in einer Saison, in der wieder viele der besten Spieler der Welt in der Liga spielen Zuschauer verliert, ist beunruhigend. Diesen Trend müssen wir wenden. Wir selber können jetzt auch nur den nächsten Schritt nach oben mit einer breiter angelegten Organisation schaffen,” so Forsberg.

In Göteborg trennten sich Jitex und Umeå 1:1. Umeå ging durch Ogonna Chukwudi in Führung und Sofia Skog glich wenig später aus. “Dieser Punkt kann wichtig sein,” sagte Jitex’ Trainer Stefan Rehn zu Göteborgs Posten. 174 Zuschauer bei Jitex bedeuteten wieder einmal die Minuskulisse der Liga. Jitex spielt und wenig mehr als Eltern, Geschwister und Freunde interessiert es. Schade.

99 Zuschauer zählte ich selber im Stockholmer Olympiastadion, fünf Minuten bevor das Spiel begann. Dabei schien die Sonne, aber das Wetter war sehr wechselhaft in den 90 Minuten, in denen Djurgården seinen dritten Heimsieg in Folge landen wollte. Aber Aufsteiger Vittsjö ging schnell mit 1:0 in Führung durch einen Treffer von Kapitänin Sofie Andersson. Keine sechs Minuten waren gespielt als Danesha Adams gute Vorarbeit leistete und Andersson einen Abpraller verwertete.

Daach hatte es Djurgården sehr schwer, erst in der zweiten Halbzeit kam man in Fahrt und dominierte die Begegnung und es dauerte bis zur 72. Minute, ehe Matilda Rosqvist der Ausgleich gelang. Die abschließende Druckperiode (Jessica Landström kämpfte um jeden Ball in Abwehr und Angriff) brachte dennoch keine klaren Torchancen mehr und der Punktgewinn gegen Vittsjö scheint zu wenig, besonders, wenn man die Punktgewinne der Konkurrenten Jitex und Piteå sieht und das Schlussprogramm von Djurgården und Hauptkonkurrent Örebro.

KIF Örebro kann nicht mehr nur von einer verkorksten Saison sprechen. Sie ist grottenschlecht und völlig misslungen. Früher und das ist höchstens ein Jahr her, konnte sich Örebro einer der besten Abwehrketten der Liga rühmen. Es war schwer gegen KIF Tore zu machen. 2012 aber ist der Tabellenzehnte die Schießbude der Liga mit den meisten Gegentoren. Zwar ging man gestern daheim gegen Mitkonkurrent Piteå (beide 19 Punkte vor dem Spiel) durch Linda Hallin mit 1:0 in Führung, zwar hielt Stephanie Labbé sogar einen Elfmeter von Piteå, aber am Ende stand dann doch 1:2 auf der Anzeigentafel. June Pedersen und Jennifer Nobis wendeten das Blatt und damit dürfte Piteå für dieses Mal gerettet sein. Örebro spielt nun in Göteborg (Djurgården in Kristianstad) und noch daheim gegen AIK (Djurgården gegen Piteå). Das Schlussprogramm verlangt von Djurgården mindestens vier Punkte, um die drei aufholen zu können. KIF Örebro wird wohl mit dem Schrecken davon kommen und Djurgården wird AIK Gesellschaft leisten beim Gang in die neue zweite Liga, die nun wohl Elitettan heißen wird, nachdem man Damettan nur als Arbeitsnamen geoutet hat.

Im Spitzenspiel des Tages schlug Linköping Göteborg mit 3:2. Nur zwei freie Tage zwischen den 120 Minuten Pokalfinale gegen Tyresö waren zu wenig für Göteborg. Aber Linköping ist mit dem neuen Trainer Martin Sjögren zu Saisonende auch gut drauf. Manon Melis schoss die Führung für Linköping und nachdem Christen Press mit zwei Toren das Spiel gedreht hatte, kam dann Lisa DeVanna immer besser in Form Zuerst besorgte die Norwegerin Nora Holstad Berge den Ausgleich und dann gelang DeVanna der Siegtreffer in einer sehenswerten Partie vor 407 (!) Zuschauern. Ein echtes Problem das kaum vorhandene Publikumsintereresse ein Jahr vor der EM. Hier schwant mir nichts Gutes.

 

 

AIK zieht Jitex in den Abstiegskampf

Die Saison bei Jitex aus Mölndal ist in vieler Hinsicht nicht so verlaufen, wie man sich das vorgestellt hatte. Stefan Rehn als neuer Trainer sollte neuen Wind bringen. Man wollte weg aus den Niederungen der Tabelle, in denen man sich 2011 aufgehalten hatte. Das Team war verstärkt worden, aber nicht alle erfüllten die Erwartungen. Die Kanadierin Christina Julien etwa kehrte nach den Sommerferien nicht mehr zurück. Eine U20-Nationalspielerin aus Nigeria wurde schon als Zugang gemeldet, nachdem sich mit Annica Sjölund eine Leistungsträgerin das Kreuzband gerissen hatte, taucht aber jetzt beim russischen Meister Rossiyanka im Kader auf.

Und AIK griff gestern den letzten Strohhalm wie Djurgården. Gewann nach 0:1 Rückstand durch Kristine Lindblom doch noch mit 3:1 nach Toren von Nazanin Vaseghpanah, Klara Markstedt und Lori Chalupny. 

Nur 186 Zuschauer kamen zu Skytteholms IP in Solna, AIK hat nun 13 Punkte und sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer bei noch neun insgesamt zu vergebenden Punkten. Zu spät kann man da wohl vermuten, zumal man noch nach Malmö muss.

Favoriten siegen

In beiden Sonntagsspielen setzten sich die Favoriten jeweils mit 3:1 durch. Erst war Malmö an der Reihe, das gezwungen war, Piteå auf dem heimischen Malmö IP zu schlagen, um Tyresö wieder die Tabellenführung abzuknöpfen.

Katrin Schmidt brachte Malmö in Führung in einer ersten Halbzeit, die recht ausgeglichen war. Malmö überzeugt keinesfalls so wie Tyresö das tut, aber während Hans Löfgrens Auswahl jedes Mal die Kür läuft tut Malmö eben seine Pflicht. Entscheidend wird es dann am 3. November in Malmö.

Anna Westerlund erzielte in der zweiten Hälfte den überraschenden Ausgleich und während man vermutlich südlich von Stockholm überlegte, was man wohl den Spielerinnen aus Piteå zu Weihnachten schenken könnte, markierte Sara Björk Gunnarsdottir mit einem fulminanten Schuss von der Strafraumgrenze die abermalige Führung für den Meister, die Anja Mittag noch auf 3:1 erweiterte.

Wermutstropfen gab es zwei und es betrifft die wohl wichtigsten Füße des Teams: Ramona Bachmann wurde in der ersten Halbzeit bereits nach einem Schlag gegen den Fuß ausgewechselt und Anja Mittag verließ kurz nach ihrem Treffer den Platz.

Krankengymnastin Malin Lundgren: “Bei Ramona ist der Fuß nicht verstaucht, keine größere Gefahr. Anjas Fuß ist allerdings verstaucht, aber auch da habe ich keine großen Sorgen.”

Am Mittwoch wartet das nächste Spiel daheim gegen MTK Budapest. Da dürften Bachmann und Mittag wohl pausieren, da man bereits ein 4:0 mit nach Hause gebracht hat.

Auf dem Valhalla IP in Göteborg haben in dieser Saison sowohl Kopparberg/Göteborgs FC wie auch Jitex Heimrecht. Die Mölndaler warten auf den Bau eines neuen Stadions. Das mit Spannung erwartete Derby bot den Fans freien Eintritt und immerhin kamen 1153 und sahen einen Sieg der favorisierten Innenstädter gegen den Vorort. Die englischsprachigen Muttersprachler sind immens wichtig für Göteborg, einem Team, das noch vor zwei Jahren lediglich mit der Norwegerin Ingvild Stensland eine Ausländerin im Team hatte.

Heute sind die Leistungsträgerinnen aus den USA. Yael Averbuch hat Lisa Ek im Mittelfeld mehr als ersetzt. Die Klassespielerin erzielte zwei Tore und den dritten machte die Engländerin Anita Asante, die ihrerseits eine Vergangenheit in der amerikanischen Liga WPS hat. Zwischendurch hatte Kristine Lindblom die  frühe Führung durch Averbuch (2. Minute) ausgleichen können.

Göteborg konsolidierte somit seinen dritten Platz, 16 Punkte hinter Malmö und 14 hinter Tyresö, die damit beide die Champions-League-Qualifikation für die Saison 2013/14 in der Tasche haben.

Torbjörn Nilsson zu Göteborgs Posten über Averbuchs zweiten Treffer, einem Schuiss aus knapp 25-30 Metern Entfernung: “Das war ein toller Schuss. Sie schießt so wie ein Pferd tritt.”

 

 

 

Jitex gewinnt zweimal in Piteå

Mimmi Löfwenius – hier kurz vor ihrer Einwechslung in Malmö vor zwei Wochen

Mimmi Löfwenius wechselte am 31.08. von Kopparbergs/Göteborgs FC zum Lokalrivalen Jitex, weil sie zu wenig Spielzeit bekam. Gestern, in Piteå, gelang der hochtalentierten 18-Jährigen U19-Europameisterin das Tor des Tages. Und Jitex sicherte sich nach dem 3:2 im Pokal den zweiten Sieg in der nördlichst gelegenen Stadt im schwedischen Frauenfußball (erste Liga) zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen das bessere Ende.

Dabei hatte Piteå mehr Ballbesitz und mehr Torchancen. “In der ersten Halbzeit waren wir total überlegen,” sagte Trainer Stellan Carlsson. “In der ganzen Saison waren wir noch nicht so überlegen, aber wir hatten das Glück nicht auf unserer Seite. In der zweiten Halbzeit gab es zu viele Standardsituationen mit Einwürfen und Freistößen. Da kann man schwer etwas dagegen tun, aber das zerstörte den Spielrhythmus.”

Hanna Pettersson traf den Pfosten für die Gastgeber, Mikaela Uthas hätte das 2:0 für Jitex machen können, aber der Ball ging an die Querlatte.

“Jitex muss einfach am Ende der Saison hinter uns liegen,” sagte Josefin Johansson enttäuscht.

Alle Zitate aus dem Spielbericht von Piteå-Tidningen.