Schwedens Startelf steht

Nun hat Thomas Dennerby sich entschieden. Morgen beginnt in China die Fussball-WM der Frauen mit der Begegnung zwischen Titelverteidiger Deutschland und Argentinien. Vizeweltmeister Schweden spielt seine erste Partie am Dienstag gegen Nigeria.

Ein Platz war noch vakant und Sara Thunebro von Djurgården durfte sich Hoffnungen machen. Aber Dennerby hat sich für die routiniertere Frida Östberg entschieden. Sowohl Thunebro wie Östberg spielen in ihren Vereinen auf der rechten Seite. Östberg spielt aber am Dienstag auf der linken Seite der Abwehr.

Die Startformation am Dienstag:

Hedvig Lindahl (Linköping), Frida Östberg (Linköping), Stina Segerström (Örebro), Hanna Marklund (Sunnanå), Anna Paulson (Umeå), Nilla Fischer (Malmö), Caroline Seger (Linköping), Victoria Svensson (Djurgården), Therese Sjögran (Malmö), Hanna Ljungberg (Umeå), Lotta Schelin (Göteborg).

Wieder nix für Hammarby


Nach dem 15. Spieltag der Damallsvenskan, der heute mit der Begegnung Sunnanå – QBIK abgeschlossen wird, geht die Liga erst einmal knapp drei Wochen in eine weitere Pause und die meisten Spielerinnen in Urlaub, so sie nicht mit ihren Nationalmannschaften zusammentreffen, um sich auf die WM im September vorzubereiten.

Gestern sah ich mein siebzehntes Spiel in der laufenden Saison. Hammarby empfing Göteborg und natürlich wollte man das Heimspiel gewinnen, natürlich wusste man um die Gefährlichkeit und Klasse von Lotta Schelin. Aber wie so oft in dieser für die Hammarby-Frauen völlig verkorksten Saison, begann man zwar engagiert, aber mehr oder weniger ohne Konzept. Die Bälle wurden (wie immer) in britischer Manier nach vorne gedroschen, in der Hoffnung, dass Sara Johansson oder Jessica Landström sie erreiche würden. Anders Göteborg, das mit der schlanken, grossgewachsenen Lotta Schelin eine Weltklassestürmerin hat, die mich in Bewegung und Technik und Gefährlichkeit an Thierry Henry erinnert. Schelin war immer eine Gefahr, sobald sie den Ball bekommt, wird jede Abwehr nervös, denn es sind nicht nur ihre Torgefährlichkeit, auch ihr Spielüberblick und ihre Passgenauigkeit, die sie zu einer kompletten Spielerin machen. Eine ausführliche Huldigung der 24-Jährigen in Dagens Nyheter…

Lotta markierte mit ihren Saisontoren 19 und 20 die 2:0 Führung der Gäste und Hammarby, so etwas wie der Club der Herzen in Stockholm, das St.Pauli oder 1860 der schwedischen Hauptstadt, schien geschlagen. Da machte endlich Lollo Fors ihr erstes Saisontor. Sara Johansson immer besser auf rechts, hatte die 17-Jährige im Strafraum gefunden und die technisch begabteste Nachwuchsspielerin der Liga traf mit ihrem starken linken Fuss. Wenn Louise Fors auch nur 20% schneller laufen lernen würde, sie wäre auf dem Weg zur Mittelfeldkönigin der Liga… Schnell wie Jessica Landström etwa. Nur zwölf Minuten nach dem Anschlusstreffer wird auch sie von Sara Johansson freigespielt und auch sie schlägt mit links zu und die nur knapp 400 Zuschauer jubeln endlich einmal aus vollem Hals: 2:2. Jessica Landström ist ein weiteres Juwel in dieser Mannschaft, grossgewachsen und sehr athletisch mit einem deutlichen Schub im Vergleich zur Vorsaison, ist sie Stammspielerin der U23/21-Nationalmannschaft geworden.

Aber dann kam es wie so oft, wi viel zu oft in dieser Saison. Auf einmal taucht Sara Lindén frei vor der exzellenten Neuverpflichtung Kathrin Lehmann auf und macht im Nachschuss das Siegtor für Göteborg. Hammarby-Anhänger zu sein, verlangt Leidensfähigkeit, sagte mir unlängst einer, der es wissen muss. Man bleibt im Abstiegskampf. Drei Wochen Pause und dann Schicksalsspiel in Falköping, das gestern 0:3 in Örebro verlor.

Umeå brauchte lange, um in Uppsala zu treffen, aber dann kam man durch Tore von Elaine und Ramona Bachmann doch noch zum 2:1 Erfolg, der Treffer von Heidi Matinlassi in der 90. Minute war ein Ehrentor.

Djurgården führte souverän mit 3:0 in Linköping (Sara Thunebro und zweimal Linda Forsberg), ehe das in dieser Saison enttäuschende und von Verletzungen geplagte Heimteam noch durch Kosovare Asllani und Caroline Seger auf 2:3 herankam. In Linköping machte die verletzte Josefine Öqvist durch Kritik am Traning von sich reden. Öqvist meint, dass das Training Ursache für die vielen Verletzungen sei und wird sich sicher ernsthaft mit ihrem Trainer auseinandersetzen müssen. Der häufige Wechsel von Kunstgras und Naturrasen könne ein weiterer Grund sein, meinte Öqvist, aber das beträfe dann alle Teams.

Malmö besiegte AIK mit 3:0, 15 Spiele und nur sechs Tore für die Truppe aus Solna und es wundert schon, wenn deren Coach immer wieder davon spricht, dass die Stimmung gut ist und man auf dem richtigen Weg sei… Immerhin Platz 9 für AIK, aber noch lange nicht sicher.

Jetzt ist Pause und weiter geht es am 31. Juli mit dem Pokalhalbfinale zwischen AIK und Örebro, bevor die Liga noch einmal ein paar Spiele macht, um dann abermals Pause einzulegen – aber dann ist nicht Urlaub, sondern Weltmeisterschaft angesagt.

Trio an der Spitze


Die Damallsvenskan ist in dieser Saison spannender als im Vorjahr. Durch zwei Niederlagen von Meister Umeå war Djurgården bis auf einen Punkt herangekommen.

Am Samstag legte Umeå mit einem 4:0 gegen Linköping vor. Die Zuschauer auf dem Gammliavallen in Umeå sahen dabei ein eigentlich sehr ausgeglichenes Match, in dem der Meister dann innerhalb von nur acht Minuten durch drei Tore alles klar machte. Das klare Ergebnis täuscht über den eigentlichen Spielverlauf, aber kann man solche Spiele für sich entscheiden, dann kann man natürlich auch Meister werden.

Djurgården hatte dann am Sonntag gegen Sunnanå den erwartet schweren Gegner. Das Team aus Skellefteå hatte sich im Pokal gegen die Stockholmerinnen im Elfmeterschiessen durchgesetzt und zuletzt auch Umeå mit 3:2 nach Hause geschickt. Das hieraus resultierende Selbstvertrauen war den Frauen um Nationalverteidigerin Hanna Marklund deutlich anzumerken. Der Führung in der 15. Minute durch Hannas SChwester Mirjam nach schöner Vorarbeit von Lina Johansson lief der Gastgeber eine geschlagene Stunde hinterher. Erspielte sich genügend Torchancen, die beiden besten durch einen Schuss von Dorte Dalum, den die Keeperin über die Querlatte zur Ecke lenkte und Victoria Svensson, die nach einer Hereingabe Zeit zum Kopfball hatte, aber knapp links neben das Tor köpfte. Sunnanå hatte kaum Torchancen, wehrte sich aber dennoch sehr tapfer und verdiente sich, wenn auch glücklich, das Unentschieden. Abstand zu Umeå jetzt drei Punkte. Nach dem Spiel traf ich Djurgårdens norwegische Nationaltorhüterin Bente Nordby und die dänische Nationalverteidigerin Dorte Dalum, die sich beide mit dem Spiel sehr unzufrieden zeigten. Bente hatte bei dem einzigen Ball, der auf ihr Tor kam, keine Chance und Dorte sagte, man hätte insgesamt verkrampft gewirkt, die Torchancen einfach nicht ausgenutzt, die normalerweise rein gehen würden. Am Mittwoch muss Djurgården zu einem schweren Auswärtsspiel nach Linköping, wo zwar Nationalspielerin Jossan Öqvist fehlt, aber auch ohne sie genügend Offensivkraft vorhanden ist, um es Djurgården schwer zu machen. Das ist ein sehr wichtiges Spiel für die Stockholmerinnen.

Svenska Dagbladet spekuliert über eine eventuelle Rückkehr der 37-Jährigen Kicki Bengtsson in die schwedische Nationalelf. Aufgrund der Verletzungen von Josefine Öqvist, die garantiert für die WM ausfällt und Hanna Ljungberg, deren rechtzeitige Genesung noch in den Sternen steht, plagen den schwedischen Coach Personalprobleme vor allem in der Offensive, wo er nun mit Victoria Svensson, Sara Johansson, Lotta Schelin und Therese Lundin “nur” noch vier Spielerinnen hat. Kicki Bengtsson ist auf vielen Positionen einsetzbar und hatte nach der EM 2005 ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt.

Im Nacken sitzt dem Tabellenzweiten nun LdB Malmö FC. Die in rosa spielenden Südschwedinnen fertigten Hammarby erwartungsgemäss mit 4:0 ab, wobei die eingewechselte Emma Stålhammar ihre ersten beiden Tore in dieser Saison schoss. Hammarbys Verteidigerin Annica Svensson, die ich am Samstag beim Spiel AIK – QBIK traf, hatte auf ein 0:0 gehofft, war sich aber der Schwere der Aufgabe durchaus bewusst. Malmö ist einen Punkt hinter Djurgården und Hammarby weiterhin im Abstiegskampf, wo es eigentlich vor der Saison niemand erwartet hatte.

Das Kellerduell bestritten am Samstag AIK und QBIK. Das 0:0 Unentschieden nützt eher den Gastgeberinnen etwas, denn QBIK hätte gewinnen müssen, um die Chancen auf den Klassenerhalt zu verbessern. QBIK machte ein insgesamt gutes Spiel, liess jedoch in der ersten Halbzeit dem Gastgeber die Initiative übernehmen, vor allem die wiedergenesene Laura Kalmari hatte Torchance um Torchance und scheiterte immer wieder an der alles überragenden Maria Yatrakis, die mit mehreren Glanzparaden die Niederlage verhinderte. QBIK fährt zum letzten Spiel vor einer gut dreiwöchigen Pause am Donnerstag nach Sunnanå wo es (siehe oben) sicher alles andere als leicht wird, wo man aber unter keinen Umständen verlieren darf. Auf dem Foto oben Laura Kalmari in Begleitung einer Verteidigerin von QBIK. Jennifer Meier, QBIK:s Stürmerin mit der Rückennummer 23 sagte mir nach dem Match, man hätte gewinnen müssen, aber angesichts der Chancen von AIK müsse man dann leider mit dem Unentschieden zufrieden sein.

Göteborg hätte gewinnen müssen gegen Pia Sundhages ehemaligen Club KIF Örebro, um Anschluss an die Spitze zu halten, aber durch u.a. zwei Tore der hervorragenden Emelia Erixon führte Örebro mit 3:0 in Göteborg, ehe der Gastgaber sich zusammenriss und tatsächlich noch den Ausgleich schaffte.

Immer schlechter sieht es für Aufsteiger Falköping aus, das gegen Bälinge zu Hause sang- und klanglos mit 0:3 verlor. Zweimal traf dabei Bälinges Mittelfeldstar Anne Mäkinen. Zuletzt hatte Bälinge nach einer guten Serie arg enttäuscht und sich im Pokalviertelfinale gegen AIK (ohne Mäkinen) beim 1:4 ordentlich blamiert.

Halbzeit


Nach elf Spieltagen und zweieinhalb Monaten ist Halbzeit in der Damallsvenskan. Zeit ein wenig Bilanz zu ziehen und das Geschehene mit den Prognosen und Erwartungen zu vergleichen.

Ich habe zwölf Spiele mit insgesamt elf Mannschaften gesehen, lediglich Linköpings mit so grossen Erwartungen gestartete Elf habe ich noch nicht gesehen.

Es gab viele, die vor der Saison geschrieben haben, dass Titelverteidiger Umeå in diesem Jahr nicht so stark sei wie im vergangenen. Sicher, Anna Sjöströms und vor allem Malin Moströms Rücktritt hatten Lücken hinterlassen. Hinzu kam, dass mit Sofia Lundgren, Sanna Valkonen und Anne Mäkinen weitere tragende Stützen das Team verlassen hatten. Aber man hatte sich entsprechend verstärkt im Norden. Aus Sunnanå kam Madelaine Edlund, aus der Schweiz das junge Talent Ramona Bachmann und sensationell aus China die 19-Jährige Ma Xiaoxu.

Dass Djurgården mitspielen wurde um die Spitze schien den Experten klar, der etwas überraschende Weggang von Laura Kalmari sollte durch die von Hammarby kommenden Emma Lundh und Linda Forsberg aufgefangen werden. Hinzu eine ebenfalls spektakuläre Neuverpflichtung auch in Stockholm. Mit Ariane Hingst spielt erstmals eine deutsche Weltmeisterin in der schwedischen Liga. Die 27-Jährige hatte einen 2-Jahresvertrag unterschrieben.

Malmö und Linköping wurden genannt, vor allem Linköping sah sich selbst als klaren Konkurrenten für Umeå. Bei beiden Clubs spielen jeweils fünf schwedische Nationalspielerinnen, die beiden ersten in der Liga gleichen das durch ausländische Stars aus. Malmö kam ins Gespräch. Der hoch verschuldete Club Malmö FF, der dem grossen Verein angehörte, wechselte kurz nach Beginn der Saison den Namen und heisst jetzt LdB Malmö FC. Neben neuem Logo und Namen führte das auch zu neuen Trikots und Socken, jeweils in Rosa, was dem Klischee, dass sich viele vom Frauenfussball machen wollen, ganz nahe kommt.

Linköping sorgte für die Überraschung. Das mit Stars wie Frida Östberg, Josefine Öqvist gespickte Team verlor seine ersten vier Spiele und verabschiedete sich damit sicher vom Kamp um die Meisterschaft. Trotz teils sehr guter Leistungen beim 0:2 gegen Umeå ist das mehr als peinlich, insbesondere, wenn man vorher den Mund so weit aufgemacht hat.

QBIK uberraschte mich im Auswärtsspiel bei Djurgården, das man zwar 1:3 verlor, aber das Team bot eine so kompakte Leistung, basierend auf einem funktionierenden Mannschaftsgefüge und einer taktisch glänzend aufgestellten Elf, dass ich zwar mit meiner These Recht behielt, dass das Team nicht so lange wie 2006 au den ersten Sieg warten müsste – am Ende der Tabelle stehen sie nach elf Runden denn doch. Au dem Weg dorthin ist Falköping. Der Aufsteiger hatte fulminant begonnen, hat auch mit Sandra Krantz und Linnea Liljegärd sowie der neu hinzugekommenen Nigerianerin Cynthia Uwak gute Offensivkräfte, die Abwehr aber ist erschreckend schwach. 0:2 verloren sie auf Skytteholms IP gegen AIK, dem sonst in zehn weiteren Spielen nur ein Tor gelang.

AIK Solna. Aufsteiger. Souveräner Sieger in der Norrettan des Vorjahres und dann mit sicherlich beträchtlichem finanziellen Aufwand für die Verhältnisse im Frauenfussball verstärkt mit Sofia Lundgren im Tor, Sanna Valkonen und Jessica Juhlin in Abwehr und Mittelfeld und vorn mit Laura Kalmari. Von Djurgården kamen auch Linda Lekander und Sofia Simonsson, zwar nicht erste Wahl beim Vizemeister, aber immerhin.

Selbst nach elf Spielen versucht Trainer Jörgen Zetterström immer noch Optimismus zu verbreiten. Es bestehe kein Grund zur Sorge. Nach dem ersten Spiel gegen Djurgården (0:3) war ich mir sicher, diese Truppe muss sich nur einspielen, das braucht ein paar Wochen. Elf Spiele haben nicht gereicht in Solna ist etwas grundlegend falsch. Es gibt Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfussball – einer davon ist, dass man bei den Männern dem Trainer nach einer solch enttäuschenden Hinserie schon Feuer unter dem Stuhl gemacht hätte. Wenn bei AIK nicht bald der Knoten platzt, kann es zu spät sein und dann wird der Verein bei einem weiteren Jahr in der zweiten Liga sicher nicht noch einmal so viel Geld investieren wollen.

Umeå marschierte dann doch wie gewohnt. Zwar war Hanna Ljungbergs Saison immer wieder durch Verletzungen unterbrochen, aber dennoch gelangen ihr acht Tore. Das Women’s Cup Finale gegen Arsenal London als haushoher Favorit angetreten, endete mit einer Niederlage, ebenso wie das letzte Spiel der Hinrunde gegen Djurgården. Aber im Ganzen gesehen ist Umeå nach wie vor relativ unbestritten das beste Team der Liga. Der wesentliche Unterschied ist Marta Vieira da Silva. Die Brasilianerin spielt in der besten Liga der Welt, aber eigentlich alleine in einer anderen Liga. Sie hebt den Frauenfussball in eine neue Dimension und ist ihrer Zeit voraus. Überragende Technik, unbändiger Ehrgeiz, aber sie ist nicht nur die technisch versierteste, sie ist auch die schnellste Spielerin der Damallsvenskan und dazu noch ungeheuer zweikampfstark. Martas 14 Tore in elf Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Statistisch liegt mir nicht vor, wie viele weitere Treffer ihrer Mannschaftskameradinnen sie vorbereitet hat.

Vier Punkte beträgt der Abstand auf Djurgården, das sich nach dem Auswärtssieg in Umeå, der ersten Niederlage in einem Ligaspiel der Nordschwedinnen nach 56 Begegnungen, Hoffnungen macht. Aber trotzdem wäre Djurgården auf Mithilfe angewiesen und dürfte selber keine Punkte mehr abgeben. Und das wird nicht eintreten. Djurgården verlor in Göteborg, wo Lotta Schelin einen Hattruick erzielte und gab wichtige Punkte gegen Bälinge und Sunnanå ab.

Sehr stark ist Malmö. Wie Linköping mit fünf blaugelben Nationalspielerinnen ausgestattet, dazu aber noch mit den beiden Sturmspitzen Helgadottir und Melis. Die Stärken der Isländerin sind hinreichend bekannt. Die junge Holländerin Manon Melis wird in der Liga noch von sich reden machen. Fünf Tore in der Hinrunde – Melis ist pfeilschnell, explosiv und eine klare Verstärkung. Malmö kann die Meisterschaft mit beeinflussen, aber nicht gewinnen, der Rückstand ist zu gross.

AIK hat gezeigt, dass massive Verstärkungen nicht notwendigerweise zum Erfolg führen, wenn es nicht gelingt, daraus ein Kollektiv zu bauen. Bälinge hat das Gegenteil bewiesen. Im vergangenen Jahr noch mit einer mageren Torausbeute, in dieser Saison spielt Bälinge in der oberen Hälfte mit und liegt völlig zu Recht auf Rang 5. Es sind die Finninnen, die hier am meisten aufallen, die hervorragend miteinander kombinieren. Heidi Matinlassi, Anne Mäkinen, Sanna Talonen und Katri Nokso-Koivisto sind das Quartett, das Bälinge einen deutlichen Schub gegeben hat – das jetzt im zehnten Spiel gar noch wie im Vorjahr die Amerikanerin Kacey White hinzugestossen ist, macht das Team noch stärker.

Hammarby hatte vor der Spielzeit mit Emma Lundh und vor allem Linda Forsberg zwei seiner Nachwuchshoffnungen an Djurgården abgegeben und dazu noch den Trainer gewechselt. Der charismatische En Perlskog fehlt nicht nur dem Publikum am Kanalplan auf Södermalm mit seinem Temperament und seinen humorvoll-bissigen Kommentaren, er scheint auch dem Team zu fehlen. Zur Halbzeit ist Hammarby lediglich neunter mit Siegen nur gegen Falköping und bei QBIK. Das ist zu wenig, der Anspruch ist höher und angesichts eines recht ausgeglichen stark besetzten Teams mit guten Offensivkräften muss mehr drin sein. Jessica Landström und Sara Johansson nutzen ihre Torchancen zu wenig und Riesentalent Louise „Lollo“ Fors (siehe Foto) hat sich in dieser Saison bislang nicht weiterentwickelt. Aber die bald 18-Jährige geht noch zur Schule und man darf nicht vergessen, dass die beruflichen Voraussetzungen bei Männern und Frauen gravierend unterschiedlich sind. An Lollodinho wird der schwedische Frauenfussball sicher noch viel Freude haben.

Dass Göteborg im Konzert der grossen mitspielen kann, hatte man erwartet, das Team ist aber zu unbeständig. Glanzvolle Siege wie der (glückliche) gegen Djurgården stehen teils hohe Niederlagen z.B. in Örebro gegenüber. Der Auftritt der Westschwedinnen bei AIK endete zwar mit einem 2:0-Sieg, war aber nicht sonderlich überzeugend.

Der Abstiegskampf wird sich in der Rückrunde vor allem um Falköping, QBIK und AIK drehen. Sollte der Knoten bei AIK platzen, wird es fast unmöglich für die beiden anderen. Dabei spielen Falköping und QBIK beide sehr gefälligen Fussball und können prinzipiell fast allen Teams Punkte abnehmen. Aber besonders die Defensive weist markante Schwächen bei beiden Vereinen auf.

Alles andere als ein Hattrick von Umeå wäre eine Überraschung. Aber davor gibt es noch mehrere Pausen, u.a. eine lange mit der WM in China im September

Achter Spieltag


Sieben Spiele und nur ein Tor. Letzter Tabellenplatz.

Am achten Spieltag gelang dann AIK endlich der erste Sieg. Im Duell der Aufsteiger setzte sich der Gastgeber auf Skytteholms IP mit 2:0 gegen Falköping durch. Die ganz in rot spielenden Gäste imponierten dennoch durch schnelles Passspiel, gutes Verständnis der Offensivkräfte. Die Abwehr dagegen sehr unsicher, was zu den beiden Toren von Jessica Julin und Nazanin Vaseghpanah führte.

Auf dem Foto eine der besten Gastspielerinnen – Camilla Sanderheim beim Eckball.

Morgen spielen Djurgården – Malmö um Platz zwei und QBIK – Hammarby um Punkte im Kellerduell.

Sehenswerter Fussball am Kanalplan


Der sechste Spieltag der Damallsvenskan in einer “englischen” Woche brachte mit der Begegnung von LdB Malmö – Umeå zwei der Spitzenteams zusammen. Der schwedische Meister gewann dieses Auswärtsspiel mit 2:1 und hat nach sechs Spielen nun optimale 18 Punkte.

QBIK mit der deutschen Spielerin Jennifer Meier unterlag nur knapp mit 0:1 bei Örebro. Überraschend führte Aufsteiger Falköping zur Halbzeitpause mit 1:0 in Göteborg, aber die zweite Hälfte gehörte dann ganz den Gastgeberinnen, von deren fünf Toren vier von den Schwestern Schelin erzielt wurden – dreimal Lotta und einmal Camilla.

Sunnanå beisst sich in der oberen Hälfte fest und holte einen Punkt in Uppsala beim 2:2 gegen Bälinge. AIK unterlag abermals ohne einen Treffer zu erzielen – dieses Mal 0:2 in Linköping.

Heute Abend kam es dann zu einem von sechs Stockholmer Derbys in dieser Saison. Dabei siegte die routiniertere Elf von Vizemeister Djurgården mit 2:1 bei den Grünweissen von Hammarby. Elin Ekblom und Victoria Svensson trafen für die Gäste, während das sehenswerteste Tor des Abends auf das Konto von Jessica Landström ging, die eine scharfe Flanke von Andrea Comaneci volley zum Anschlusstreffer versenkte. 1001 Zuschauer sahen ein alles in allem sehenswertes Erstligaspiel.

Apropos routiniert: Das Durchschnittsalter der Startelf auf beiden Seiten war bei Hammarby 24,0 und bei Djurgården 27,4 Jahre. “Gammal var äldst” konstatiert deshalb das Svenska Dagbladet und auch weil Hammarby mit etwas provozierenden Slogans für seine jeweiligen Heimspiele wirbt.

Knapper Heimsieg für Djurgården


Als ich gestern zu Kristinebergs IP aufbrach, um mir das Erstligaspiel zwischen Djurgården und KIF Örebro anzusehen, regnete es und ein kühler Maiwind blies mir um die Ohren. Kein Wunder, dass nur 437 Personen sich ins Stadion aufmachten.

Dreimal trafen die Gastgeberinnen die Querlatte (Ariane Hingst, Emma Lundh, Sara Thunebro) und einmal das Tor: Victoria Svensson, die am Freitag 30 Jahre alt wurde, erhielt eine massgerechte Flanke von Elin Ekblom und köpfte das goldene Tor des Tages.

Gleichzeitig spielte Meister Umeå gegen Hammarby und lag nach zehn Minuten schon sensationell mit 0:2 zurück. Aber Umeå vermied die erste mögliche Niederlage nach 52 Spielen ohne Verlust und wendete das Blatt noch mit 5:2.

Sunnanå bewies mit dem 1:1 daheim gegen Linköping, dass es in dieser Saison einen oberen Mitelfeldplatz anstrebt.

Bälinge – Djurgården= 1:1

Ein Spiel der Damallsvenskan, der besten Frauenfussballliga der Welt, fand am Sonntag statt.

Auf dem Sportplatz Studenternas IP, knapp 800 Meter vom Zentrum Uppsalas entfernt, empfing Bälinge den schwedischen Vizemeister Djurgården.

Bälinge hat sich vor der Saison enorm verstärkt, vor allem in Finnland. Mit Petra Vaelma, Anne Mäkinen, Katri Nokso-Koivisto und Sanna Talonen stehen gleich vier Finninnen in der Stammformation. Mäkinen gilt als eine der besten Mittelfeldspielerinnen der Welt.

Dennoch ist Djurgården nominell stärker besetzt.

Die Begegnung endete 1:1, die Tore fielen innerhalb von einer Minute, zunächst passierte das, was gegen Djurgården nicht passieren darf: die Nummer 16 steht frei im Strafraum und eine Weltklassestürmerin wie Victoria Svensson trifft in solchen Situationen (fast) immer. 0:1. Aber schon nach dem Wiederanpfiff schafft Bälinge den Ausgleich. Eine rein finnische Angelegenheit. Anne Mäkinen sieht Katri Nokso-Koivisto auf der linken Seite, deren Flanke erreicht die im Strafraum frei stehende Sanna Talonen, die mit einem harten Schuss Norwegens Nationaltorfrau Bente Nordby keine Chance lässt.

Auf dem Foto sieht man Djurgårdens Team kurz vor dem Anpfiff (leider fehlt Victoria Svensson auf dem Bild.


Von links nach rechts: Bente Nordby, Jane Törnqvist, Elin Ekblom, Sara Thunebro, Linda Forsberg, Dorte Dalum Jensen, Kristin Bengtsson, Emma Lundh, Ariane Hingst, Therese Brogårde.

Umeå marschiert

Vor der Saison hatte man Linköping als einen der Hauptkonkurrenten von Umeå IK um die schwedische Frauenfussballmeisterschaft auserkoren.

Nach drei Spieltagen ist Linköping mit drei Niederlagen Tabellenletzter und Umeå führt mit 9:0 Toren und 9 Punkten das Feld wieder souverän an. Lediglich LdB FC Malmö ist ebenfalls noch ohne Punktverlust.

Das vermeintliche Spitzenspiel gewannen die Nordschwedinnen durch zwei Tore von Neuzugang Madeleine Edlund (früher Sunnanå) mit 2:0 in Linköping.

Beeeindruckend auf der Seite von Linköping lediglich die Zuschauerzahl: 3210.
Durch den gleichzeitigen Punktverlust (1:1) von Vizemeister Djurgården bei Sunnanå (Torschützin für die Stockholmerinnen war Deutschlands Weltmeisterin Ariane Hingst) ist es den beiden Spitzenteams gelungen, sich etwas abzusetzen.

Göteborgs gestrige klare 0:3 Niederlage in Örebro (Hattrick durch die eingewechselte Emma Erixon) hat einen weiteren Aussenseiterkandidaten straucheln lassen. Schwedens Fussballerin des Jahres, Lotta Schelin (Götebrog), war offenkundig noch müde von der anstrengenden Reise nach China, wo sie in einer Weltelf spielen durfte.