Kalmar

Gerade bin ich in der EM-Stadt Kalmar angekommen, nach einer fast sechstündigen Reise aus Stockholm. Hier werde ich morgen mit Vertretern des lokalen Organisationskomitees reden, wir planen für den Sommer ein einwöchiges Sprach- und Fußballcamp in der Stadt. Daran sollen 20 Schüler und Schülerinnen aus Island, Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland teilnehmen. Die deutsche Nationalmannschaft wird nur ein paar Kilometer von hier über die Brücke nach Öland wohnen und trainieren.

Kalmar ist auch Austragungsort des Spiels Deutschland – Norwegen in der Vorrunde und wird auch das Viertelfinalspiel des Gruppensiegers der Gruppe B (Deutschland, Norwegen, Niederlande, Island) veranstalten.

Morgen Abend gibt es denn auch ein paar Fotos von Kalmar, einer Stadt, die sicher viele von euch im Sommer besuchen werden.

Übrigens hörte ich, dass jetzt insgesamt 44.000 Karten für die EURO verkauft sind. Über 10.000 für das erste Schweden-Spiel gegen Dänemark in Göteborg, 8.500 für das Finale. Danach kommen die beiden Schweden-Spiele gegen Italien und Finnland. Auf Platz 5 dann folgt das Spiel Deutschland – Norwegen in Kalmar.

 

Traumhaftes Comeback für Linda Sällström

Nach ihrem Kreuzbandriss vor gut einem Jahr bestritt Linköpings finnische Nationalspielerin Linda Sällström am Nachmittag ihr Comeback. Finnland schaffte ein überzeugendes 5:0 gegen eine enttäuschende Mannschaft Russlands in Eerikkilä. Dabei schossen Spielerinnen aus der finnischen Liga vier der fünf Tore: Marianna Tolvanen, Jaana Lyytikainen, Adelina Engman und Emmi Alanen. Das 4:0 aber besorgte Linda Sällström, gerade mal drei Minuten, nachdem Trainer Andrée Jeglertz sie in der 46. Minute eingewechselt hatte.

Finnland spielt bei der EURO in einer Gruppe mit Schweden, Dänemark und Italien. Russland trifft auf England, Frankreich und Spanien.

Termine und Uhrzeiten

Zwei wichtige Datensammlungen sind erschienen bzw. spezifiziert worden. Zum einen ist der Spielplan der Damallsvenskan 2013 da. Meister Tyresö FF empfängt im ersten Spiel der Saison Umeå IK und muss am elften Spieltag nach Malmö zum ersten Gipfel. Vermutlich wird der Gegner dann LdB FC Malmö heißen und noch nicht FC Rosengård.

Los geht es am 13.04. mit dem Spiel KIF Örebro – Mallbacken, sicher nicht unbedingt der Straßenfeger.Der komplette Spielplan kann hier eingesehen werden. Änderungen wird es noch geben, aber vor allem den Fernsehübertragungen auf TV4 SPORT in Schweden geschuldet. Der Sender wird auch 2013 wieder 22 Spiele live zeigen.

Vor der EM schaffen wir exakt die Hälfte der Saison. Am 04.06. ist dann erst einmal Schluss. Damit haben alle fünf Wochen Pause bis zum Beginn der EURO 2013.

Spätestens am 20.10. wissen wir dann, wer Meister wird und wer absteigt.

Auch für die EURO 2013 wurde eine wichtige Info offiziell: Die Termine der Spiele kannten wir schon, jetzt kamen die Uhrzeiten hinzu: Die Gruppenphase wird immer um 18.00 Uhr bzw. 20.30 gespielt, das Finale in der Friends Arena wird am 28.07. um 16.00 Uhr angepfiffen. Die Zeiten sind schon seit dem 06.12. veröffentlicht. Der Kartenvorverkauf beginnt am 14. Februar.

Pia Sundhage hat wieder 28 Spielerinnen zu einem Trainingslager nach Bosön eingeladen. Nicht dabei sind die Routiniers Sara Larsson und Jessica Landström. Neu dabei erstmals das 17-Jährige Supertalent Lina Hurtig.

 

 

Pia Sundhage eckt an

Erster Zusammenstoß zwischen Pia Sundhage und den schwedischen Trainern in der Damallsvenskan: Sundhage erklärte, dass sie die Nationalmannschaft insgesamt wenigstens 100 Tage vor der EM beisammen haben möchte.

Das weisen die meisten der Trainer als zu viel zurück. Göteborgs Torbjörn Nilsson erklärte das auch zu einer Frage der Gerechtigkeit. Man habe einem internationalen Spielschema zu folgen und da wäre es ungerecht, wenn ein Land mehr Zugang zu seinen Nationalspielerinnen hätte als ein anderes. Sundhage dagegen ist aus ihrer Zeit in den USA daran gewöhnt, dass der Verband den Vereinen seine Wünsche weitgehend diktieren kann. Auch eine Sache des Vertrauens: Vertraut Sundhage der Kompetenz ihrer Ligatrainer, das richtige Training durchzuführen?

Im Januar treffen sich die Parteien, mal schaun wer sich durchsetzt.

Bezahlbar

Das Organisationskommitee der EURO 2013 hat heute die Kartenpreise bekanntgegeben. Demnach wird es zu jedem Spiel von der Gruppenphase angefangen bis zum Finale drei gleichbleibende Preiskategorien in allen Stadien geben: 200, 150 und 100 Kronen. Die Finalkarte für den 28.07. In Solna ist also für umgerechnet 23,30 Euro in der besten, 11,65 Euro in der günstigsten Kategorie zu haben.

Kinder und Jugendliche zahlen immer umgerechnet rund sechs Euro für alle drei Kategorien.

Ab dem 14.02.2013 gibt es Karten zu kaufen.

Schweden, Deutschland und Frankreich gesetzt

Am 9. November werden die drei Gruppen der EURO 2013 ausgelost und bereits gestern wurde das Losverfahren bekanntgegeben. Oft geschieht dies erst unter der Woche vor Auslosungen.

Wenig überraschend dürfte sein, dass Gastgeber Schweden, Titelverteidiger Deutschland und der WM- und Olympiavierte Frankreich gesetzt sind. Bei Schweden steht bereits seit langem fest, dass die Mannschaft ihre Gruppenspiele in Göteborg und Halmstad an der Westküste bestreiten wird.

Frankreich und Deutschland werden in Gruppe B (Växjö und Kalmar) oder Gruppe C (Norrköping und Linköping) gelost. Für Fußballfans, die möglichst viele Spiele sehen wollen, kommen da leicht einige tausend Reisekilometer in der Vorrunde zustande. In Finnland war das geographisch begrenzter.

In einem zweiten Topf werden sich England, Norwegen und Italien befinden. Die übrigen sechs Länder (Holland, Finnland, Island, Dänemark, Russland und Spanien) landen in einem dritten Topf und können frei zugelost werden. Theoretisch wäre somit eine skandinavische Gruppe mit Schweden, Norwegen, Dänemark und Island möglich.

Spanien zur EM nach Krimi

In einem fussballerisch gesehen eher schwachen Spiel entstand am Ende grosse Dramatik. In Madrid gewann Spanien mit 3:2 nach Verlängerung und Tyresö FF:s Vero Boquete schoss ihr Land damit erstmals zu einer EURO-Endrunde und das buchstäblich in allerletzter Sekunde.

Als Vero in der 122. Minute die glückliche Führung erzielte, pfiff die deutsche Schiedsrichterin Bibiane Steinhaus gar nicht erst wieder an. Zweimal waren angstfrei aufspielende Schottinnen durch Tore von Emma Mitchell (62.) und Kim Little (98.) in Führung gegangen und sah eigentlich wie der sichere Sieger aus.

Aber Adriana (74.) und Silvia Meseguer (113.) schafften zweimal den Ausgleich. In der vorletzten Minute schien Vero zur tragischen Heldin zu werden. Steinhaus entschied nach einem (wie immer diskutablen) Handspiel im 16er auf Strafstoss und Vero schoss den Ball in die linke Ecke, da tauchte die exzellente Gemma Fay auf und boxte das Ding raus. In der letzten Sekunde sah Fay dann nicht so gut aus und die Rollen wurden vertauscht.

Aber keiner braucht vor Spanien Angst zu haben. Die Mannschaft von Ignacio Quereda hat deutliche Schwächen in der Abwehr und eine Weltklassespielerin macht noch keinen Sommer – auch nicht in Schweden. Vero Boquete treffe ich übrigens nächste Woche wieder zu einem Interview, das dann vor dem Spiel in Malmö (3.11.) hier erscheinen wird.

Mal sehen, ob die Schwedin Anna Signeul nun Trainerin in Schottland bleibt oder ob sie, wie Gerüchte besagen nach Schweden kommt und im Team Pia Sundhage arbeiten wird.

Qualifiziert für die EURO 2013

Nach den letzten Gruppenspielen am Mittwoch stehen folgende Teilnehmer an der EURO 2013 fest:

Schweden (Gastgeber)
Italien
Deutschland
Finnland
Norwegen
Dänemark
England
Frankreich
Niederlande (bester Gruppenzweiter)

Am Freitag werden drei Playoff-Spiele ausgelost, deren Sieger auch bei der EURO dabei sein werden. Hierfür qualifiziert sind: Schottland, Spanien, Island, Österreich, Russland und die Ukraine.

Österreich – Dänemark 3:1

Im Frauenfußball kann man für gewöhnlich ziemlich genau voraussagen, wer die Qualifikationsgruppen in Europa für die EUROs oder FIFA-WM-Turniere gewinnt. Die Leistungsdichte ist noch nicht so groß wie bei den Männern.

Um so erfreulicher, wenn es mal Überraschungen gibt, selbst wenn es nordische Teams trifft. Bis gestern lagen die Däninnen mit 25:0 Toren und 18 Punkten mit einer blütenweißen Weste an der Spitze von Gruppe 7.

In St.Pölten führte Österreich durch Tore von Verena Aschauer (18 Jahre, spielt beim deutschen Zweitligisten BV Cloppenburg) und Nina Burger (24, traf gleich zweimal und spielt beim österreichischen Dauermeister SV Neulengbach) gar schon mit 3:0 ehe Nadia Nadim in der Nachspielzeit noch der Ehrentreffer gelang.
2700 Zuschauer (mehr als doppelt so viele wie bei EM-Gastgeber Schweden gegen Holland) sahen in St.Pölten eine tolle Leistung des österreichischen Teams von Trainer Dominik Thalhammer. Erfreulich auch der sehr positive Artikel in der Zeitung Der Standard.

USA holen Volvo Winners Cup nach 4:1 gegen den Weltmeister

Abby Wambach und Alex Morgan erzielten je zwei Tore beim souveränen 4:1 Sieg der USA beim Volvo Winners Cup im schwedischen Halmstad. Gegner kein Geringerer als Weltmeister Japan, das nie zu seinem Spiel fand und regelrecht überrannt wurde. Nach dem 3:1 gegen Schweden am Samstag steht das Team von Pia Sundhage damit vorzeitig als Sieger des Dreiländerturniers fest.

Für mich war der Aufwand einer Reise nach Westschweden leider zu groß. Urlaub nehmen, Hotel, Hundepension, Anreise, Aufenthalt hätte leider in keinem Verhältnis gestanden. Aber die Berichte zweier Kollegen, die das Spiel gesehen haben, lassen leider keine sonderlich positiven Rückschlüsse auf den kommenden EM-Arrangeur Schweden zu. Die Namen beider Aufstellungen wurden furchtbar verstellt vorgelesen, am schlimmsten “Saki Kuma, Kuma, Kuma, Kumagajjjj heisst sie jawohl”, da wurde vorher nicht geübt und dann passieren solche grandiosen Peinlichkeiten.

Die Zuschauerkulisse von 1300 am Montagnachmittag verwundert nicht, aber die frühe Anstosszeit wurde damit begründet dass zwei japanische Fernsehstationen das Spiel zur Prime Time nach Ostasien ausstrahlten. Aber auch bei Schweden – USA waren am Samstag, wo die meisten frei hatten nur 2700. Das sieht nicht gut aus, aber wie gedankienlos kann man sein, wenn man das Turnier mitten in die EM der Männer legt, wo alle Zeitungen nur über Polen und die Ukraine schreiben. Sicher, das Turnier ist sportlich wichtig für die drei Teams, die alle an der Olympiade teilnehmen, aber man muss ein Jahr vor der EURO auch mal an Marketing denken. Denn wie viele Leute sollen sich dann Spiele von Italien gegen Finnland in Kalmar, Halmstad oder Linköping anschauen? Es kann eine grandiose Peinlichkeit werden, die das schlechte Marketing der finnischen Nachbarn noch in den Schatten stellt. Dabei wollte man von Deutschland lernen und sich anschauen, wie man dort das Turnier WM 2011 präsentiert hat. So wird die EURO 2013 ein Publikumsfiasko, aber der schwedische Fußballbund interessiert sich nur sehr sekundär für Frauenfußball und wir haben auch keinen Theo Zwanziger, sondern einen Karl Erik Nilsson, der schon im April einen mehr als peinlichen Einstand auf dem Pressetreffen der Damallsvenskan abgab, als er die Pokale verwechselte.

Ach so, das japanische Tor erzielte Potsdams Yuki Nagasato.