England ein Desaster

Vor vier Jahren hatte England noch im Finale von Helsinki gestanden. 2:6 gegen ein anderes, stärkeres Deutschland verloren, dass mit Birgit Prinz, Inka Grings, Kerstin Garefrekes noch wesentlich dominanter sein konnte als dass in Schweden der Fall war.

Vor dem Turnier gab es die verhagelte Generalprobe. Zwar ging man durch einen gut herausgespielten Treffer von Ellen White in Führung, danach aber zerpflückten Pia Sundhages Schwedinnen England nach Belieben. Hope Powell, seit 15 Jahren im Amt, meinte, dass man aus diesem Spiel keine Schlussfolgerungen ziehen sollte. Beim Turnier, das eine Woche später begann, würde man ein anderes England sehen.

Man sah ein England, das gegen Spanien (2:3) und Frankreich (0:3) verlor und dass gegen Russland mit Müh und Not ein 1:1 schaffte, als der schwer angeschlagene Superstar Kelly Smith in der 94. Minute der jungen Toni Duggan vom FC Everton den Ausgleich auflegte.

England als Gruppenletzter ausgeschieden mit einem Gnadenpünktchen.

Und das wo daheim viel über die seit langem ersehnte Veredelung der Liga, der FA WSL (Women’s Super League) geredet wird.

Dabei sind die Engländerinnen oft nicht mal Halbprofis. Eni Aluko etwa arbeitet ganztags als Anwältin und trainiert nur dreimal die Woche mit den Chelsea Ladies. Deren Trainerin Emma Hayes sagte mir, dass die englische Liga in fünf Jahren die beste der Welt sein werde.

Kaum eine Engländerin präsentierte sich in Normalform. Karen Bardsley zeigte gegen Spanien warum sie während ihrer Zeit in Linköping fast nie spielen durfte, die bei Olympia noch überragende Steph Houghton war nur ein Schatten ihrer selbat.

Was sagt man in England, wo die BBC immerhin brav alles zeigte, als das Team schon längst daheim war? Sind die Tage von Hope Powell gezählt, die Göteborgs Torschützenkönigin Jodie Taylor etwa nicht mit in den Kader nahm?

Powell klammert sich an ihren Sessel, will weiter machen als sei nichts geschehen, aber es rumort im Gebälk auf der Insel. In wenigen Wochen will der englische Fußballverband, die mächtige FA erstmals eine Chefposition für die Entwicklung des Frauenfußballs als Leistungssport benennen. Manche glauben, dass Powell diesen Job bekommen könnte, um sie als Trainerin loszuwerden.

Mögliche Nachfolger könnten Kanadas englischer Trainer John Herdman (der aber vermutlich nicht zu haben sein dürfte) oder Maureen “Mo” Marley sein, die derzeit die U19 betreut.

Schlüssel aber für Verbesserungen ist die längst überfällige strukturelle Aufrüstung im englischen Frauenfußball. Kelly Smith trainierte nur zweimal die Woche mit Arsenal, ihre Rehabzeiten absolvierte sie andernorts, weil die Arsenal Ladies keinen Zugang zu einem Physiotherapeuten haben.

“Wir müssen einfach Vollzeit trainieren,” sagt Casey Stoney. “Es ist doch kein Zufall, dass die französischen Spielerinnen zweimal pro Tag trainieren und wir zweimal pro Woche,” sagte Englands Kapitänin. “Hoffentlich werden einige Teams in der Super League nächstes Jahr auf Vollzeit gehen. Das ist von fundamentaler Wichtigkeit, um den Frauenfußball voranzubringen. Auf internationalem Niveau musst du heute Profi sein, und was immer wir tun müssen, um dahin zu kommen, wir müssen es tun.”

So ist es am Ende wohl weniger die Trainerin schuld als vielmehr die im englischen Frauenfußball noch geradezu antiken Strukturen, die in den führenden Ländern längst Geschichte sind. Viel zu tun und vielleicht gilt ja immer noch was Kelly Smith in ihrer Autobiografie schrieb: Wenn du dich weiterentwickeln willst als Engländerin, musst du leider ins Ausland gehen.

Heia Norge!

Ich gebe es zu. Ich bin für Norwegen. Nicht gegen Deutschland. Aber für Norwegen. Seit vierzehn Tagen bin ich im Turnier und seit vierzehn Tagen habe ich nun mit der norwegischen Mannschaft zu tun. Ich habe mit zahlreichen Spielerinnen geredet, konnte das Training der Mannschaft beobachten und habe wie viele andere die entspannte, familiäre Atmosphäre im norwegischen Team untereinander, aber auch mit den Fans beobachtet und genossen.

Da wird nicht abgeschirmt, quotiert, ausgesperrt, verweigert. Da wird das norwegische Fernsehen NRK natürlich mit Interviews gefüttert, aber die anderen, die sich für den Frauenfußball einsetzen, werden nicht stiefmütterlich behandelt und lediglich zu nichtssagenden und langweiligen Pressekonferenzen eingeladen. Die Norweger freuen sich über jeden, der Interesse zeigt und hilft, den Sport zu fördern.

Många bäckar små, sagen wir in Skandinavien. Viele kleine Rinnsale werden zum Fluss.

Die norwegische Pressekonferenz fand voillständig auf Englisch statt, damit alle Journalisten gleichermaßen teilnehmen konnten und die norwegischen Medien wurden keineswegs bevorzugt. In Deutschland gibt es Vorfahrt für Deutschland. Auch die öffentlichen Kanäle und Zeitungen führen sich oft dementsprechend auf. Das fällt auf. Wie angenehm dagegen die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Norwegen.

Nach dem Training dann Mixed Zone. Gelegenheit, ohne vorher in jahrelangen Beziehungsgeflechten zwischen Presseabteilung und Journalisten ausgehandelte Privilegien mit Spielerinnen zu sprechen. Regel: Wer zuerst steht, mahlt zuerst.

Maren Mjelde

Maren Mjelde

Maren Mjelde. Am Donnerstag haben wir uns zuzletzt getroffen. Da warst du sehr müde nach dem Spiel. Wie sieht das heute aus?

“Ja, da war ich schon sehr müde. Aber jetzt bin ich wieder fit. Ich bin erwartungsvoll und richtig glücklich. Diese Arena ist einfach Wahnsinn. Eine fantastisch schöne Arena. Das wird ein unglaublich schönes Erlebnis, hier spielen zu dürfen.

Morgen sind dann ja auch viele Leute hier, da geht dann wirklich ein Traum für mich in Erfüllung. Heute Abend werden wir nicht mehr so viel machen. Ausruhen, uns auf das Spiel mental vorbereiten. Ich schlafe normalerweise sehr gut, ich glaube, das wird auch heute Abend klappen. Nach dem Finale habe ich dann noch eine Woche frei, gehe nach Norwegen und dann ist es wieder Zeit für das Training in Potsdam.”

Ada Hegerberg

Ada Hegerberg

“Für mich war das bisher ein geradezu unglaubliches Jahr,” erzählte mir Norwegens Supertalent Ada Hegerberg.

“Ich habe gleich ein paar Schritte als Fußballspielerin getan und mich doch sehr weiterentwickelt. Es ist nicht einfach, auf diesem Niveau zu bleiben, um dann auch hier spielen zu können. Man kann wirklich sagen, dass das ein arbeitsreiches Jahr ist,” so Ada.

Ada, die mit gerade einmal 18 Jahren und 18 Tagen unglaublich reif wirkt. Ada, die nach dem Training immer eine der Letzten ist, die noch trainieren. Schüsse aufs Tor. Liegestütze und Balanceübungen mit Händen und Füßen auf Bällen. Eine fleißige Arbeiterin ohne Allüren mit dem fußballerischen Talent und, viel wichtiger dem Charakter, den es braucht, um eine ganz Große zu werden. Eine uneingebildete, herrlich normale junge Frau, die mit beiden Beinen auf der Erde steht.

Ich habe in den Jahren, in denen ich nun Frauenfußball verfolge und darüber schreibe, viele Talente gesehen. Das, was letztlich die Spreu vom Weizen trennt, ist der Charakter. Jedenfalls bilde ich mir das ein. Der Fleiß, die Energie, aber nicht zuletzt auch die Demut. Ada Hegerberg hat das Zeug dazu. Es wird sehr interessant sein, ihren weiteren Weg zu verfolgen. Wenn sie sich nicht schwer verletzt und wenn sie am Boden bleibt, dann wird man sehr viel von ihr hören.

Genug des Lobes.

Sowohl meine Schwester Andrine als auch ich sind im Januar bei Mutter und Vater ausgezogen und haben unsere Eltern erst einmal alleine gelassen. Aber uns geht es gut in Deutschland und wir haben schon viel Besuch bekommen,” erzählt sie mir. “Natürlich entwickelt man sich dadurch auch weiter als Mensch.”

Ingrid Hjelmseth

Ingrid Hjelmseth

Wesentlich routinierter dagegen die 33-Jährige Torfrau Ingrid Hjelmseth. Sie schaut sich mein Namensschild genau an, als ich sie gefühlt zum fünften Mal während des Turniers anspreche.

Ich denke, das Niveau der Torhüterinnen hat sich deutlich erhöht. Wir haben in diesem Turnier wirklich eine ganze Reihe guter Torfrauen gesehen,” sagt Hjelmseth und ist nach Meinung vieler, die ich getroffen habe, die Beste von allen, nicht erst seit ihren beiden Glanzparaden im Elfmeterschießen gegen Dänemark.

Nein, ich habe noch nicht geschaut, wie die Deutschen Elfer schießen,” beantwortet sie meine Frage. “Aber ich gehe davon aus, dass unser Trainerteam sich das angesehen hat. Spielerisch gesehen glaube ich, dass wir ein ähnliches Spiel wie das in Kalmar sehen werden. Jetzt hatten alle von uns Gelegenheit, wieder Kräfte zu sammeln und ich glaube auch, dass selbst wenn jemand müde sein sollte, so wird sie beflügelt werden beim Gedanken an das Finale und die 50.000 Zuschauer, die da morgen auf uns warten.”

Solveig Gulbrandsen

Solveig Gulbrandsen

Und schließlich läuft mir noch Solveig Gulbrandsen über den Weg, eine Spielerin, die ich extrem schätze, ein Genuss, sie am Ball zu sehen. Sie kann das Spiel langsam oder schneller machen, den Ball halten, andere in Szene setzen und selber Tore schießen.

Wird das dein größtes Spiel morgen? Du hast ja doch schon einiges in deiner Karriere erlebt.

Es ist schwer, diese Spiele alle miteinander zu vergleichen,” sagt Solveig Gulbrandsen. “Es wird ein großes Spiel, keine Frage, das ist ein tolles Stadion und das wird ein großer Spaß werden. Ich habe schon einige FInals gespielt und wie gesagt ist es schwer, das zu vergleichen. Wir sind wirklich wie eine große Familie in unserem Team. Wir haben einen großartigen Zusammenhalt. Für mich ist das unglaublich, denn vor einem halben Jahr wusste ich wirklich nicht, dass ich heute hier sein würde.”

 

Stimmen aus Schweden

Ich weiß nicht, wie es in Deutschland ist, aber in Schweden gibt es im Internet und vor allem in den sozialen Medien, in Foren, auf Facebook und Twitter eine ausgebreitete Abneigung, ja Hass gegen Frauenfußball. Er wird nahezu ausschließlich von Männern artikuliert.

Ein großes mediales Ereignis wie die EM schafft mehr Aufmerksamkeit, manche beginnen sich für unseren Sport zu interessieren und bleiben dabei, einige schauen EM und WM und schenken der Bundesliga oder der Damallsvenskan dann kaum Beachtung. Das ist alles in Ordnung.

Aber was sich gestern Abend und heute Nacht zum Beispiel auf Twitter abspielte, spottet jeder Beschreibung. Nach den zwei verschossenen Elfmetern im Spiel gegen Dänemark gestern Abend, hagelte es Kommentare auf Twitter. Kinder sollten jetzt nicht weiterlesen.

Ein paar aktuelle Beispiele (die Originale waren jeweils auf Schwedisch):

Wenn die schwedische Frauenfußballnationalmannschaft Abendessen mit ihren Partnern hat, sitzen da 40 Frauen und 4 Männer

Warum tut man sich das an, 22 Lesben anzuschauen, die so tun als ob sie Fußballspielerinnen wären…

Also Schwedens Huren wie können die solche Elfmeter schießen hahah was für verdammte Nullen das sins

Frauennationalmannschaft… Lesbische Huren, das seid ihr

Frauenfußball, das bedeutet kleine Brüste, lesbisch und kurze Haare

“Damen” sollen nicht Fußball spielen. Die sehn ja aus wie Männer. Lesben alle zusammen

69% der Frauennationalmannschaft sind Lesben. 72% der Frauennationalmannschaft hatten Sex auf Lehrgängen, miteinander. 0% der Frauennationalmannschaft kann Fußball spielen

Bald an der Zeit für alle faulen Kühe auf den Acker zu gehen und ein bisschen Fußball zu spielen #frauenfußball

Ihr vergewaltigt das Stadion Gamla Ullevi, ihr Lesben!

Der Journalist Jack Werner hat diese Tweets gestern Abend und heute Nacht gesammelt und auf Twitter anonymisiert veröffentlicht, um auf das Phänomen aufmerksam zu machen.

“Da gibt es viel Sexualisierendes, wenn es um Frauen geht. Männer drohen nicht homosexuellen Männern mit Vergewaltigung, aber man macht das bei Frauen, vielleicht nachdem man sie lesbisch genannt hat. Meine Hoffnung ist, dass man auf diese Leute aufmerksam wird, dass Leute, die diese Leute kennen, sich bei denen melden und sagen, dass das nicht akzeptabel ist. Und ich weiß, dass das teilweise auch schon geschehen ist. Aber ich bin keine Spur überrascht über diese Äußerungen. Das ist einfach die bittere Wahrheit da draußen.

Die Männer oder soll man nicht besser die Täter sagen stehen dabei mit ihren vollständigen Namen im Netz, ohne Probleme kann man ihre Identität entschlüsseln. Das zeigt, dass man selbst hier, im angeblich so gleichgestellten Schweden noch weit davon entfernt ist, dass Frauen wirklich dieselben Rechte haben. Sie werden sexualisiert, gedemütigt und sollen möglichst klein gehalten werden. Und zur Verfügung stehen müssen sie auch noch. Und nicht miteinander ins Bett steigen. Manchmal könnte man kotzen.

Jetzt geht’s los

In sechs Stunden und siebenunddreißig Minuten beginnt die Partie Italien – Finnland auf dem Örjans wall in Halmstad und damit auch die EURO 2013.

Natürlich sind in Schweden alle Blicke auf Göteborg gerichtet. Nya Ullevi, 20.30 Uhr. Schweden – Dänemark. Die Erwartungen sind riesengroß und der Hype ist in der letzten Woche ungemein gewachsen. Beim skandinavischen Schwestern-Spiel heute Abend sind nicht weniger als 200 Journalisten und Fotografen akkreditiert, ein neuer EURO-Rekord. Insgesamt sind über 700 Journalisten beim Turnier akkreditiert, rund 250 mehr als in Finnland 2009.

Dass im September auch erstmals eine Fußballerin des Jahres in Europa ausgerufen wird, habt ihr sicher schon anderswo gelesen.

Allein von Montag auf Dienstag wurden 5.000 Karten verkauft und zwar nicht für die bereits ausverkauften Schweden-Spiele. Aus Växjö verlautet, dass Deutschland – Holland (morgen Abend) schon bei 6.000 verkauften Tickets liegt.

Schweden wird übrigens aller Voraussicht nach mit derselben Mannschaft auflaufen, die vor weniger als einer Woche England mit 4:1 geschlagen hat, also mit Jessica Samuelsson auf der rechten Abwehrposition und mit Josefine Öqvist im rechten Mittelfeld. Öqvist erhielt bei ihrem letzten Meisterschaftsauftritt in Sinsheim gegen Frankreich im Spiel um Platz 3 bei der WM die rote Karte und wurde anschließend zu zwei Spielen Sperre verurteilt. Die UEFA teilte großzügig mit, dass diese Sperre abgegolten sei und für Olympia gegolten habe.

Da hat Jossan aber gar nicht teilgenommen, weil sie gerade Mutter geworden war.

Assistenztrainer schmeisst hin – fünf Tage vor der EM

Gerade habe ich noch über die gute Stimmung geschrieben, da erreicht uns die Nachricht, dass einer der beiden Assistenztrainer Pia Sundhages, Birger Jacobsson nur fünf Tage vor Beginn der EM von seinem Amt zurücktritt.

“Der Beschluss ist mit der Zeit herangewachsen,” erklärte Jacobsson, “und deshalb will ich aufhören, bevor die EM anfängt.”

Unter der Woche hatte die Boulevardzeitung Aftonbladet enthüllt, dass es Spielerinnen im Team gäbe, die sich kritisch über Jacobsson geäußert haben sollen. Dieser hatte auch gesagt, es sei nicht leicht gewesen, in die Gruppe hineinzukommen.

Das wurde Anfang der Woche noch alles glatt gebügelt und gegenseitig versichterte man sich, dass das nun alles bestens sei. Offenbar also nicht, denn der Rücktritt eines Assistenztrainer fünf Tage vor einem Turnier, noch dazu im eigenen Land, ist schon ein starkes Stück.

Jacobsson sagte, es habe Uneinigkeit darüber gegeben, wie seine Rplle sein sollte. Pia Sundhage bedauerte den Schritt und würdigte Jacobsson als Fußballfachmann.

 

Gute Stimmung beim Gastgeber

Dass die Schwedinnen untereinander eine sehr gute Stimmung haben, das merkt man schnellm wenn man mal ein Training, eine Pressekonferenz und ein Spiel mit der Mannschaft verbracht hat.

Das folgende Video entstand vor dem Brasilien-Spiel und Hauptfiguren sind die beiden Stimmungskanonen Olivia Schough und Josefine Öqvist. Das Video kommt vom schwedischen Fußballverband, ist also für die Öffentlichkeit zurechtgemacht und geschnitten, aber es zeigt dennoch die gute Laune, die im Team herrscht. Im Spielerinnenhotel stehen die Zimmertüren jeweils immer offen, so dass jeder jeden besuchen kann und Josefine Öqvist erzählt, dass das auch tatsächlich passiert, eine Grundvoraussetzung dafür, dass man auch auf dem Platz alles geben kann.

Auch wenn man kein Schwedisch kann, so lässt sich die Stimmung spüren, hoffe ich.

Stimmen zum Spiel Schweden – England

Antonia Göransson: “Ich denke, dass wir zusammen ganz viele Chancen erspielt haben, die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert und wir haben deren Schwachstellen hinter den Außenverteidigerinnen ausgenutzt. Genau darüber hatten wir vor dem Spiel gesprochen. Natürlich ist das ein tolles Gefühl, dass es so gut gelaufen ist.”

Therese Sjögran: “Ich bin zufrieden mit meinem Einsatz. Ich habe ja schon lange nicht mehr in der Nationalelf gespielt, da sind 45 Minuten natürlich toll. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel doch sehr dominiert. In der ersten Halbzeit hattren beide Teams ihre Phasen, aber in der zweiten Halbzeit haben wir das Ruder übernommen und verdient gewonnen. Wir wissen, dass wie aber noch arbeiten müssen, in den ersten 20 Minuten lief das nicht so gut, eine trügerische Sicherheit nehmen wir nicht mit aus diesem Spiel.”

Lotta Schelin: “Ich denke, wir hatten ein ordentliches Tempo im Angriff, wir haben die richtigen Räume gefunden und ausgenutzt, wenn die Engländerinnen den Ball im Mittelfeld verloren haben. In der zweiten Halbzeit kamen die kaum noch in unsere Hälfte und waren müde. Wir dagegen haben uns viel bewegt, waren schnell im Angriff und heute hat das Mittelfeld hervorragend gespielt. Wir dürfen aber nicht übermütig werden. Selbstbewusstsein können wir sicher aus diesem Spiel ziehen. Ich glaube, dass die Dänen keine Angst bekommen jetzt, aber die sehen, dass wir was erreichen wollen.”

Pia Sundhage: “Ich bin zufrieden, mit dem was wir gesehen haben. England hat eine Menge Spielerinnen in der zweiten Halbzeit ausgewechselt, das haben wir auch getan und ich bin froh darüber, dass die Debütantinnen Hjohlman und Ilestedt spielen konnten. Sjögran hat aufs GTor geschossen und ich möchte gerne noch mehr Schüsse von Antonia Göransson sehen, sie produziert so viele Chancen und sollte mehr schießen. Wir genießen das das, was wir trainieren, gut funktioniert hat. Eine gute Geeralprobe gibt uns, glaube ich, gute Voraussetzungen, auch im Turnier guten Fußball zu spielen.”

Hope Powell: “Gratulation an Schweden, die haben toll gespielt, besonders wenn man bedenkt, dass sie mit einem Tor hinten lagen. Das war ein sehr guter Test für uns. Physisch waren wir über weite Strecken des Spiels ganz schön daneben. Teilweise haben wir es gut gemacht, aber Schweden hat es bedeutend besser gemacht. Die waren sehr quirlig und schnell und haben unsere Viererkette ganz schön zurückgedrückt. Das hat so fünf bis zehn Minuten gedauert, bis wir auf die Beine gekommen sind. Dann bekamen wir einen Griff um das Spiel, dachte ich. Aber Schweden hat sich zurückgekämpft und uns bezwungen. Man wäre beunruhigt, wenn das ein Spiel im Turnier gewesen wäre, aber es war ein Vorbereitungsspiel.”

 

 

ENDSTAND: Schweden – England 4:1

lottaMit einer beeindruckenden Generalprobe und einem auch in dieser Höhe verdienten 4:1 gegen Vize-Europameister England hat Schweden sechs Tage vor dem Beginn der EURO 2013 in Halmstad und Göteborg ein Zeichen gesetzt.

Die Schwedinnen wechselten gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit drei Mal aus. Herein kamen Sofia Jakobsson für Josefine Öqvist, Lisa Dahlkvist für Marie Hammarström und Therese Sjögran für Antonia Göransson, die heute Fieber gehabt hat.

Und wie zu Beginn der ersten Halbzeit spielten die Schwedinnen den ihnen auferlegten Nach-vorne-Fußball. Und England, das auch mehrfach gewechselt hatte, brach zusehends ein und konnte letztlich nicht mehr dagegen halten.

Caroline Seger erzielte lässig das 3:1 nach brillantem pass von Lotta Schelin und Schelin selber erfüllte ihren Auftrag “Tore schießen” bestens, als sie dann noch das vierte Tor drauflegte. Charlotte Rohlin traf mit einem Kopfball die Latte und die insgesamt eher schwach wirkende Rachel Brown-Finnis boxte dennoch zwei kräftige Schüsse aus den Ecken, einen von Sjögran die sehr bemüht war, alle Ecken trat und rackerte wie eine 20-Jährige. Am besten die Szene, als sie versuchte einen Ball an der Seitenlinie noch zu erlaufen, den man mit gutem Auge nicht mehr verfolgt hätte und dabei zwei Fotografen umrannte.

Pia Sundhages Truppe hat ein Zeichen gesetzt, voller Energie gespielt und den Gegner letztlich klar beherrscht. Nilla Fischer hatte Stellungsprobleme in der ersten Halbzeit, Josefine Öqvist musste mehr defensiv als offensiv arbeiten, was ihr möglicherweise den Startplatz gegen Jakobsson kostete. Lediglich auf der rechten Mittelfeldposition scheint es jetzt noch Diskussionen zu geben, denn auch die Abwehrleistung von Jessica Samuelsson war so stark auf rechts, dass Lina Nilsson sich schon mal einen Bankplatz in Göteborg aussuchen kann.

Probleme hingegen hat Hope Powell und wohl einiges Kopfzerbrechen. Ihr Team konnte gegen Schweden höchstens eine Viertelstunde auf Augenhöhe mitspielen. Da gibt es gute Ansätze einer Ellen White und auch der eingewechselten Toni Duggan, die als einzige Kristin Hammarström in der zweiten Halbzeit prüfen konnte. Eniola Aluko war bemüht, aber sie ist unglücklich im Abschluss und konnte sich überhaupt nicht in Szene setzen. Auch die hereingekommene Karen Carney hat man schon besser gesehen.

Fazit: Schweden ist ein Favorit auf den Finaleinzug, zumal mit dem vermeintlich leichten Weg nach Solna, während England sich gewaltig steigern muss, um auch schon Spanien am Donnerstag nächste Woche zu bezwingen. Von Frankreich gar nicht zu reden.

Morgen gegen England

Fischer

Kopfbälle von Nilla Fischer wie hier gegen Brasilien wird man bei der EM wohl öfter sehen

Morgen spielt Schweden seine Generalprobe gegen England. Und wie es in Schweden auch unter Vorgänger Thomas Dennerby Tradition war, so gab auch Pia Sundhage heute ihre Startelf bekannt, die wohl der EM-Truppe sehr nahe kommen dürfte, die am kommenden Mittwoch gegen Dänemark das Turnier eröffnen wird.

Es spielen:

1 Kristin Hammarström, 18 Jessica Samuelsson, 5 Nilla Fischer, 2 Charlotte Rohlin, 6 Sara Thunebro, 14 Josefine Öqvist, 20 Marie Hammarström, 16 Caroline Seger, 11 Antonia Göransson, 8 Lotta Schelin, 9 Kosovare Asllani.

Da Sundhage vor einigen Wochen gesagt hatte, dass niemand an der EM teilnehmen werde, der noch kein A-Länderspiel hätte, wird fest mit dem Einsatz von Amanda Ilestedt und Jenny Hjohlman gerechnet. Innenverteidigerin Ilestedt könne aber duchaus im zentralen defensiven Mittelfeld spielen, so die Trainerin, die ihrem Abwehrpaar Rohlin/Fischer so viele Spielminuten wie nur möglich geben will.

Nilla Fischer wurde ja erst von Pia Sundhage zur Innenverteidigerin umgeschult, war vorher Mittelfeldspielerin. Die 28-Jährige wird übrigens dieses Jahr auch noch ihre langjährige Freundin heiraten, vermeldet Aftonbladet. “Wir heiraten im Winter und dem sehen wir schon jetzt mit großer Freude entgegen, so Fischer.

Die offenherzige Trainerin – noch eine Woche

Dass Pia Sundhage aus ihrem Herzen keine Mördergrube macht (was für eine Klasse-Redewendung), wissen mittlerweile die meisten, die sich mit Frauenfußball in Schweden beschäftigen. Sie sagt, was sie denkt und manchmal kann einen das wie ein kleiner Hammer treffen.

Die Boulevardzeitung Aftonbladet hat Schwedens Nationaltrainerin über die Stärken und Schwächen ihrer voraussichtlichen Startformation ausgefragt, zu jedem wollte man Plus und Minus hören und dass Schweden und Nordkorea zwei Welten sind, zeigte sich spätestens hier.

Da bekam jede ein Plus und ein Minus und da das Ganze so schön ist, durften und sollten die Spielerinnen auch über ihre Trainerin offenherzig sprechen. Kritik gab es da kaum, die meisten zollten der 53-Jährigen hohen Respekt. Lediglich die zumindest nach außen eher schüchterne Sara Thunebro überraschte mit der Äußerung, dass Pia Sundhage sich ruhig ein wenig mehr reinhängen könnte im Training und die wunderbare Josefine Öqvist sagte: “Ich glaube, dass Pia und ich uns ziemlich ähnlich sind irgendwie. Ich glaube, dass sie oft genauso verwirrt ist wie ich.”

 

Babys in Stenungsund

Josefine Öqvist

Josefine Öqvist

Im idyllischen Badeörtchen Stenungsund an der Westküste bereitet sich die schwedische Mannschaft in ihrem letzten Trainingslager auf die in acht Tagen beginnende EM vor. Und auf die Generalprobe am Donnerstag gegen England.

Selten wohl sind die schwedischen Medien so zahlreich vertreten gewesen wie jetzt und das ist wohl das untrügliche Anzeichen dafür, dass zumindest das mediale EM-Fieber ausgebrochen ist.

Noch am Samstag schrieb Dagens Nyheter, dass Pia Sundhage, darauf angesprochen, ob denn wie bei den Männern vor der EM in Polen/Ukraine 2012 auch die Freunde, Freundinnen und Kinder ins Trainingslager gelassen würden, dies radikal verneint hätte. Man könne jetzt auch mal einen Monat ohne seine Familie sein, so soll Sundhage gesagt haben.

Tags drauf dann aber das genaue Gegenteil in Aftonbladet. Sofia Lundgren und Josefine Öqvist hätten Freundin resp. Freund dabei und vor allem Sophn bzw. Tochter. Die Kosten für den Aufenthalt jedoch müssten selbstverständlich privat gezahlt werden.

Da sieht man wieder einmal, wie unterschiedlich Presseberichterstattung laufen kann. Allerdings werden wohl Lundgrens Sohn und Öqvists Tochter bei Beginn des Turniers aus dem Kreis der Mannschaft ausziehen und Mutter Kate Svensson bzw. Vater Stefan Lassen mitnehmen.

Noch elf Tage

Die schwedische Mannschaft hat heute Quartier bezogen in Stenungsund an der Westküste.

Männerfußballtrainer Erik Hamrén erlaubte vor einem Jahr, als sich die Männerfußballnationalmannschaft auf die EURO 2012 in Polen/Ukraine vorbereitete, den Besuch von Freundinnen, Frauen und Familie im Vorbereitungscamp.

Pia Sundhage sagte nein zum Besuch von Freunden, Freundinnen und Familien. Sofia Lundgren, zweite Torhüterin und seit einigen Monaten Mutter eines Sohnes, hat damit keine Probleme. Ihre Lebensgefährtin und der Sohn würden zu den Spielen kommen und dabei habe man immer die Möglichkeit, sich zu treffen.

Josefine Öqvist, Mutter einer ein Jahr alten Tochter, hingegen bedauert die Entscheidung, respektiert sie aber natürlich. Sie sei einfach besser drauf, wenn sie mit ihrer Familie zusammen sein könne, so Öqvist.

Lotta Schelin hat keine Kinder, aber auch sie war heute in den Schlagzeilen. Die 29-Jährige vom französischen Meister und Pokalsieger Olympique Lyonnais ist erkältet und konnte nicht bei der ersten Einheit dabei sein.

Gleichzeitig hat Schwedens U23 heute das Viernationenturnier in England gewonnen. Im letzten Spiel besiegten die Schützlinge von Calle Barling Norwegen mit 4:2. Tore durch Piteås Neuzugang Emilia Appelqvist, Kristin Karlsson, Sarah Storck und Jonna Andersson.

EM vor vollen Häusern?

Am Dienstag wurde nicht nur die 23-köpfige Truppe von Pia Sundhage vorgestellt, der anwesenden Presse in Göteborg wurde auch berichtet, dass der Verkauf der Tickets für das in 13 Tagen beginnende Turnier über die Maßen gut laufe.

Die drei schwedischen Gruppenspiele seien schon nahezu ausverkauft und auch für das Finale sind bereits 20.000 Tickets abgesetzt, damit seien 2/3 der Friends Arena in Solna gefüllt.

Das muss leider etwas relativiert werden. Denn wenn Schweden zweimal das Göteborger Stadion Nya Gamla Ullevi und den altbackenen Örjans Vall in Halmstad gefüllt hat und wenn man hierzu die Finaltickets addiert dann hat die Organisation 58.000 Karten für vier (4!) Spiele verkauft und ca. 24.000 für die restlichen 21 Begegnungen. Da das einen Schnitt von ca. 1.300 bedeutet, wie ein Kommentator auf einer schwedischen Internet-Seite ausgerechnet hat, kann man sich ausrechnen, dass einige Spiele unter dem Schnitt von 1300 liegen werden. Zumal man mir in Kalmar mitteilte, dass man bei Deutschland Norwegen bei inzwischen 4.000 Tickets liegen würde. Das macht dann 62.000 für 5 Spiele und verbleibende 20.000 für 20 Spiele, inklusive der beiden Halbfinals in Göteborg und Norrköping.

Mit anderen Worten noch viel Arbeit für das Organisationskomitee. Schade, dass man dabei ist, sich selbst in die Tasche zu lügen, denn wenn Spanien und Russland einlaufen, spätestens dann wird man sehen, ob das Haus wirklich voll ist.

Und die Behauptung, dass man 2/3 der Friends Arena für das Finale gefüllt hat: In das neue Stadion gehen 53.000 Zuschauer und von vorn herein hat man das Stadion für den 28.07. auf eine maximale Kapazität von 30.000 geplant.

Gute Nachricht für alle Fans in Deutschland zum Schluss: Aufgepasst, denn ab nächste Woche Mittwoch werden vom Kartenanbieter www.ticnet.se nun doch noch einige Hundert Karten auf beiden Längstribünen für das Finale verkauft, die bislang wegen eines noch bevorstehenden Umbaus nicht im Verkauf waren. Ich hatte gehört, dass es unlängst keine Karten mehr in der besten Kategorie gab (200 SEK), am Mittwoch geht es wieder.

 

Elise Thorsnes hat 3038 Follower

3038 Konten folgen dem Twitter-Konto der norwegischen Nationalspielerin Elise Thorsnes. Für die 24-Jährige, die bei Stabaek spielt und im Kader für die EM ist, ist das eine recht hohe Zahl.

In den letzten Tagen dürften sehr viele hinzugekommen sein, denn Thorsnes machte mit einem Foto von sich reden, das Antwort auf Nachfragen über eine Verletzung geben sollte und nun via Internet bereits rund um die Welt gegangen ist. Hier ist das Bild.

Es zeigt mal wieder, dass man Bilder, die man von sich oder anderen ins Internet stellt, nicht mehr kontrollieren kann. In diesem Fall ist es nicht mehr aufzuhalten und noch in einem Jahr wird es Leute geben, die verspätet von dem “Skandal” lesen und durch diverse Suchbegriffe genau hier landen.

Da ich zwei Spiele der Norwegerinnen bei der EM sehen werde, werde ich Thorsnes dann auch mal interviewen und sie nach ihrem Verhältnis zu sozialen Medien befragen. Versprochen.

 

Schwedens Kader – wenig Überraschungen

Therese Sjögran, Fußballerin des Jahres 2010 (Archivbild)

Therese Sjögran, Fußballerin des Jahres 2010 (Archivbild)

Beim großen chinesischen Automobilhersteller Volvo (die einstmals urschwedische Automarke gehört der chinesischen Zhejiang Geely Holding Group) in Göteborg gab Pia Sundhage in einer vom EM-Fernsehsender TV4 übertragenen Sendung ihren 23-köpfigen Kader für die EURO 2013 bekannt.

Zwei Überraschungen:

Die 36-Jährige Rekordnationalspielerin Therese Sjögran wurde nominiert, obwohl sie an keinem einzigen Lehrgang Sundhages teilgenommen hat und ihr letztes Länderspiel absolvierte Sjögran am 31.03.2012 in Malmö gegen Kanada. In der Damallsvenskan sitzt die Mittelfeldspielerin unter ihrem sechs Jahre jüngeren Trainer Jonas Eidevall auf der Bank und kam in den elf Spielen dieser Saison bislang auf 238 Minuten Spielzeit, einmal immerhin sogar 41 Minuten beim 2:2 in Piteå.

Wenn Hanna Folkesson und Johanna Almgren sich im Vorfeld der EM nicht verletzt hätten, wäre es wohl nicht zu dieser Nominierung gekommen, aber sie ist schon bemerkenswert. Noch zum Brasilien-Lehrgang hatte Sundhage die beiden Supertalente Lina Hurtig und Marija Banusic eingeladen, die zusammen zwei Jahre jünger sind als Sjögran.

Elin Rubensson, 20 Jahre alte Mittelfeldspielerin und Angreiferin vom selben Verein LdB FC Malmö, wurde von Sundhage zwar gegen die Schweiz im Oktober 2012 noch nominiert, dann aber ausgemustert. Zu Thomas Dennerbys Zeiten hatten noch alle, die etwas auf sich hielten die Nominierung Rubenssons gefordert. Zuletzt beim 2:2 Malmös gegen Tyresö kam die U19-Europameisterin in der zweiten Halbzeit ins Spiel und machte von Beginn an durch glänzende Aktionen auf sich aufmerksam.

Statt der Zukunft wurde die Vergangenheit gewählt, eine Nominierung der einen Monat jüngeren Victoria Sandell Svensson oder der fast zwei Jahre jüngeren Hanna Ljungberg wäre fast ebenso konsequent gewesen. Und warum nicht auch die ein halbes Jahr jüngere Hanna Marklund?

Es ging allerdings hier um den letzten Platz, sagte Sundhage, man habe sich erst am Tag vorher entschieden, dabei ist das nicht unbedingt glaubwürdig, da sich das Gerücht schon lange hartnäckig hielt und auch ehemalige Mitstreiterinnen und jetzt objektive (?) TV-Expertinnen wie Malin Swedberg und Frida Östberg die Nominierung erwarteten bzw. massiv forderten. Die Szene ist klein…

Pia Sundhages Begründung: “Therese hat massenhaft Erfahrung von großen Turnieren, das gab am Ende den Ausschlag. Sie ist die einzige Spielerin im Kader, die nicht viel in ihrem Verein gespielt hat, also so gesehen kann man das möglicherweeise als Risiko ansehen, weil wir nicht wissen, wie sie im Spiel aussieht. Ich erwarte von ihr, dass sie vom ersten Aufwärmen bis zum letzten alles gibt.” klingt nicht sehr überzeugend.

Überraschung zwei ist Jenny Hjohlman, die talentierte Stürmerin von Umeå IK mit Vergangenheit beim jetzigen Zweitligaschlusslicht Sundsvalls DFF. Die hat noch nie für Schweden gespielt und getreu dem Motto, wat jeht mich denn mein Jequatsche von jestern an (Altkanzler Adenauer) nimmt Pia Sundhage die 24-Jährige mit. Denn sie hatte erst vvor Wochenfrist gesagt, dass niemand, der noch nicht für Schweden gespielt hätte, mit zur EM komme. Aber Hjohlman kann ja Anfang Juni gegen England in Stenungssund bei der Generalprobe ein paar Minuten bekommen.

Der Kader:

Tor: Kristin Hammarström, Sofia Lundgren, Hedvig Lindahl

Abwehr: Jessica Samuelsson, Lina Nilsson, Stina Segerström, Nilla Fischer, Charlotte Rohlin, Sara Thunebro, Amanda Ilestedt

Mittelfeld: Caroline Seger, Lisa Dahlkvist, Antonia Göransson, Therese Sjögran, Elin Magnusson, Olivia Schough, Marie Hammarström, Emmelie Konradsson, Josefine Öqvist.

Angriff: Lotta Schelin, Kosovare Asllani, Sofia Jakobsson, Jenny Hjohlman