Werbung für Frauenfußball

Verteidigt. Wolfsburg gewinnt verdient gegen Tyresö (Foto: Marion Kehren)

Verteidigt. Wolfsburg gewinnt verdient gegen Tyresö (Foto: Marion Kehren)

Sieben Tore und eine dramatische Wende. Individuelle Kabinettstücke. Das Champions-League-Fnale zwischen dem VfL Wolfsburg und Tyresö FF gestern Abend war eine grandiose Werbung für den Fauenfußball.

Ein Spielbericht wäre überflüssig. Aber ein bisschen Analyse und Meinung.

Der VfL Wolfsburg ist die beste Vereinsmannschaft Europas. Vielleicht der Welt. Aber in den USA wird auch gut gespielt. Es war eine amerikanische Leistung, wie sie das gestern gedreht haben.

Marta ist für mich die beste Spielerin, die je gegen einen Ball getreten hat. Dabei bleibt es. Ihre beiden Tore zeigten deutlich ihr überragendes Können. Auch wenn es vielen in Deutschland nicht passt, ihre Klasse ist einzigartig. Vieles in ihrem Wesen auf dem Platz kommt von ihrer Kindheit in dem armen Städtchen Dois Riachos und ihr unbändiger Kampfwille aus der Zeit, wo sie sich behaupten musste, um zu überleben, um den Traum weiterzuleben.

Der Assist von Nadine Keßler zum Siegtreffer ist ein Fußballmoment, den ich nicht vergessen werde. Was für eine geniale, wunderbare Aktion!! Absolute Weltklasse!!! Dass Lena Goeßling trotz der Platzwunde in der ersten Halbzeit weitermachen würde, wenn es nur igendwie geht, war mir klar. Dass sie dann in der zweiten Halbzeit noch ein so grandioses Spiel machen würde, war keine Selbstverständlichkeit. Das alles spricht dafür, dass Deutschland eine ziemlich gute WM spielen kann, nächstes Jahr.

Und wieder ziehe ich den Hut vor Ralf Kellermann. Der Mann hat Wolfsburg seit 2008 geformt, natürlich profitiert er vom Willen des Vereins, besser und am besten zu werden und zu sein. Aber du musst so ein Kollektiv auch führen können. Und vor allem eine Taktik formulieren, und eine Halbzeitansprache halten.

Wolfsburg hat sich gewandelt. Vor einem Jahr zeigte man eine geschlossene, große kämpferische Leistung gegen Lyon. Zerstörte das Spiel der Französinnen, die rein spielerisch besser waren. Und gewann durch einen Handelfmeter, den man nicht geben musste.

Heuer hat Wolfsburg extrem nach vorne gespielt. Man hat neue Möglichkeiten und hart dafür gearbeitet. Ralf Kellermann sagte mir, dass er seine Spielerinnen im Training eher bremsen als motivieren muss. Damit sie nicht zu viel machen.

Stehtz immer hinter seinen Spielerinnen: Tony Gustavsson gestern Abend (Foto: Marion Kehren)

Stehtz immer hinter seinen Spielerinnen: Tony Gustavsson gestern Abend (Foto: Marion Kehren)

Immer ziehe ich meinen Hut für Tony Gustavsson. Ich bin ganz sicher, dass er schon bald mitteilen wird, dass er in die USA geht als Assistent von Jill Ellis.USSOCCEr wäre schön blöd, wenn es sich diesen Knöpfedrücker nicht besorgen würde. Den Menschenversteher und Motivator, der immer schmunzelt und lacht, wenn er mit dir redet. Die Spielerinnen verehren ihn. Christen Press schrieb in ihrem Blog, dass sie sich nach den ersten Wochen in Tyresö unsicher fühlte und nach einem Training in die Kabine ging, wo sie sonst noch außer der Reihe Schüsse aufs Tor übte. Sie sei sich unsicher gewesen, ob sie in diesem Starkollektiv die Anforderungen erfüllen würden könne. Als sie auf den Parkplatz kam, wartete da Tony auf sie. Sprach mit ihr, fragte ob es ihr gutgehe. Gab ihr einen Klaps auf den Oberarm und ging. Vor dem Spiel gegen Birmingham, inmitten all des Chaos des drohenden Konkurses ging es Christen wieder nicht gut und sie machte nicht die eigenen Schussübungen. Und ein Jahr nach der ersten Begegnung wartete Tony wieder auf dem Parkplatz. Aber dieses Mal, so erzählte sie, schaute er sie nur freundlich an, lächelte, nickte ihr zu und ging. Spätestens da weißt du, dass dein Trainer dich sieht und dass er für dich da ist, falls du ihn brauchst. Rückhalt. Das ist stark. Gustavsson hat sein Team stark eingestellt gestern.

Mit Christen Press hatte ich letzten Samstag darüber gesprochen, ob es nicht riskant sei, dass Tyresö die Liga so nebenbei laufen lässt, viel rotiert und hatte mit ihr auch über die Männer von Bayern München gesprochen und Pep Guardiolas gigantischen Fehler, dass er nach der Meisterschaft im März die Zügel schleifen ließ aus Überheblichkeit. Statt seine Mannschaft weiter zu pushen und ihnen zu sagen, wir wollen den absoluten Bundesligarekord ohne eine einzige Niederlage, verlor man in Augsburg und der Zug stotterte vor sich hin. Und holte sich eine Klatsche gegen Real Madrid, war chancenlos. Als es dann wieder statt 70 auf 120% hätte gehen müssen.

Die große Leere - hier bei Vero Boquete (Foto: Marion Kehren)

Die große Leere – hier bei Vero Boquete (Foto: Marion Kehren)

Das war auch Tyresös Problem. Neulengbach und Birmingham waren keine richtigen Gegner. Und in der ersten Halbzeit sah man auch wie der sichere Sieger aus. Als dann auf einmal die Wolfsburger Walze aus der Kabine kam, da konnte Tyresö keine Gegenwehr auf Augenhöhe abrufen, man war es einfach nicht gewöhnt auf einen jetzt so starken Gegner zu treffen. Marta versuchte es noch mal, sie muss das gespürt haben und wie ich das schon so oft von ihr gesehen habe, in entscheidenden Momenten, wenn die anderen alle durchhängen, da macht sie ein Traumtor und bringt ihr Team noch einmal in Führung. Als dann der unglückliche Ausgleich fiel, als Wolfsburg nicht Fairness zeigte und den Ball wieder zurückspielte nach einer Verletzungsunterbrechung für Meghan Klingenberg, da war klar, dass das 3:4 nur eine Frage der Zeit war.

Ich bin sicher, dass sich Wolfsburg jetzt auch den Meistertitel holen wird. Und Tyresö? Am Sonntag sollen alle Stars spielen gegen den FC Rosengård. So hieß es vor dem Finale. Ich bin ziemlich sicher, dass es das letzte Spiel sein wird. Vielleicht wird schon das Pokalspiel gegen Umeå nicht mehr durchgeführt. Aber das ist Spekulation. Dennoch, die Leere muss groß gewesen sein gestern.

Vielen Dank für die tollen Fotos an Marion Kehren, die natürlich alle Rechte an den Bildern hat.

 

 

Vor dem Finale 5: Christen Press

Entscheidet Christen Press das CL-Finale 2014?

Entscheidet Christen Press das CL-Finale 2014?

Ein Finale braucht Torschützen, am besten in der regulären Spielzeit oder Verlängerung, wenn am Ende nicht ein Elfmeterschießen einen eher glücklichen Sieger ermitteln soll.

Eine, die Tore schießen kann, die Torschützenkönigin der Damallsvenskan 2013 war und auch die Torjägerliste der Champions League 2013/14 mit bislang neun Treffern anführt, ist Tyresös 25-Jährige amerikanische Nationalspielerin Christen Press. Am vergangenen Samstag habe ich mich mit der Weltklassestürmerin getroffen, um ausführlich über ihre Zeit in Europa zu sprechen. Das kommt in einem zweiten Teil in der kommenden Woche. Am Anfang unseres Gesprächs drehte es sich natürlich um das heutige Finale.

Christen, in fünf Tagen ist das große Finale (wir sprachen also letzten SAMSTAG) und morgen geht es nach Lissabon. Schläfst du noch gut?

“Als ich jünger war, konnte ich schon einen Monat vor einem Spiel kaum noch schlafen. Weißt du, meine Mutter erzählt da eine Geschichte aus der Zeit, als ich etwa 10 war. Wir standen vor einem entscheidenden Spiel und ich schlief kaum noch. Kam nachts um zwei und fragte, ob wir denn nicht bald losfahren müssten zum Spiel. Um vier Uhr wieder, Nein, sagte Mom, wir haben noch Zeit, du kannst dich wieder hinlegen, Christen. Heute bin ich viel entspannter. Ich werde einfach genießen, die Stadt genießen und mich entspannen und an das Spiel denke ich wenn Training angesagt ist oder das Spiel.”

Während Tyresö es in den letzten Wochen fußballerisch etwas ruhiger angehen ließ mit viel Rotationund Spielerinnen ausruhen lassen, musste Wolfsburg voll ran in der Meisterschaft. Ist das für irgendeine Seite von Vor- oder Nachteil?

“Naja, erst mal denke ich, dass die Saison mit ihrem Verlauf die Teams aus Deutschland und Frankreich bevorzugt, weil wir in Schweden halt die Saison von April bis Oktober haben. Für Wolfsburg ist das eine harte Zeit, weil sie sich ja noch für die Champions League qualifizieren müssen und auf einen der ersten beiden Plätze kommen müssen oder aber uns schlagen. Für uns war es in der tat möglich, uns nur auf die Champions League zu konzentrieren.”

Man hat ja den Entscheidungen des Trainers Tony Gustavsson über wer in der Liga spielen durfte, aber auch eurem Spiel angemerkt, dass die Liga nicht so wichtig ist?

“Der Club ist in so einer Situation, dass die Ressourcen stark begrenzt sind und man hat alles auf die Champions League gesetzt und natürlich gibt es da ein hohes Risiko. Wir haben vielleicht 70% der Energie in die Ligaspiele investiert und nicht voll durchgespielt. Aber ich bin damit einverstanden, dass wir ein Risiko eingehen. Wir werden die Liga dieses Jahr nicht beenden [!] und wir mussten all unsere Energie auf etwas verwenden, dass wir abschließen können. Und es hat sich, wie zuletzt gegendie Birmingham Ladies gezeigt, dass es funktioniert, dass wir unser bestes Niveaui dennoch erreichen können, so wie Tony es will.”

Wenn man sich an das Spiel gegen Eskilstuna erinnert, ich schrieb an dm tag, dass tyresö die beste Ersatzbank der Welt hatte mit dir, Marta, Vero Boquete, Caroline Seger und Malin Diaz, Ohne euch war das ein ausgeglichenes Spiel, ihr lagt 0:1 hinten, dann kamen du und Seger rein, später Vero, aber ihr konntet an der Dramaturgie des Spiels nichts mehr drehen, die Rollen waren verteilt?

“Ja, das hast du gut analysiert. Es war etwas frustrierend. Man saß da auf der Bank und dachte, ah, wenn ich gleich reinkomme, dann muss ich einen Unterschied machen, ein Tor machen. Aber es gab nur einen kleinen, kurzen Effekt auf das Spiel, dann ging es wie vorher weiter und die schossen sogar das 2:0. Das war überraschend und negativ. Aber ein paar Tage danach haben wir auch das Halbfinale gegen Birmingham dann ganz souverän gespielt.”

In den schwedischen Medien ist Wolfsburg Favorit. Die Wolfsburgerinnen, mit denen ich sprach, sehen eher ein 50/50 Spiel heute Abend. Wie sieht das Christen Press?

“Wenn du dir die Mannschaften und deren Geschichte anguckst, dann ist Wolfsburg doch Favorit. Wenn du aber dann schaust, wer da im einzelnen auf dem, Platz stehen wird, dann ist es schwer, uns nicht als Favoriten zu sehen. Ich glaube, dass all die Perobleme, die wir mit unserem Club gehabt haben, dass uns das alles zu Außenseitern machen sollte. Als Außenseiter gehst du normal in ein Spiel und denkst, hier muss was Großes passieren, damit wir gewinnen, die anderen müssen schlecht spielen, wir brauchen ein Wunder. Das brauchen wir nicht. Wir wissen, dass wir gewinnen können, wenn wir unser bestes Spiel spielen. Ich sehe uns nicht als Außenseiter. SDie Umstände um das Spiel machen sie zum Favoriten, die haben in ihrer Organisation immerhin Stabilität und Beständigkeit, kümmern sich bereits um die nächste Saison – aber auf dem Spielfeld sind wir gleich stark.”

Dazu kommt dann noch der Trainerfuchs Tony Guistavsson, der aus der negativen Ausgangsbasis etwas Positives für das Mannschaftsgefühl ziehen wollte, was ihm gelang. Allenthalben hört man, dass die Mannschaft sich so nahe ist wie nie zuvor.

Und als ich Christen Press erzähle, wie ich mir vorstelle, dass Tony Gustavsson ihnen von diesem speziellen Abend des 22.05. in Lissabon erzählt hat, wie er sie damit motiviert, dass es das letzte Mal sein wid, da wird Christen Press’s Lächeln immer breiter und größer und ich ahne, dass ich den Nagel auf den Kopf getroffen habe.

“Weißt du,” sagt sie mir da, “ich kann mir ehrlich gesagt, sehr gut vorstellen, wie Tony in seinem Haus sitzt und diesen Abend für uns plant, bis ins kleinste Detail.”

Den großen zweiten Teil des Interviews mit Christen Press, was sie über ihre Zeit in Europa sagt und was sie von Schweden nicht so erwartet hätte und einiges mehr, in der nächsten Woche.

 

 

Vor dem Finale 3: Alex(andra) Popp

Schon eine Woche ist es her, dass ich mit Alexandra Popp telefoniert habe. Ein lebendiges Gespräch, das ich gerne mal fortsetzen würde.

Wir begannen beim Finale vor einem Jahr, das Wolfsburg bekanntlich mit 1:0 an der Stamford Bridge gegen den hohen Favoriten Olympique Lyon gewann.

Erinnern Sie sich noch gut an das Endspiel?

“Natürlich erinnere ich mich noch sehr gern an das Finale in London im letzten Jahr,” erzählt Alexandra.

“Das war ein echtes Highlight meiner bisherigen Karriere. Wir haben eine tolle Mannschaftsleistung gezeigt, im Stadion war eine fantastische Atmosphäre.

Allein mal im Stadion Stamford Bridge zu sein, ist ja schon ein Erlebnis, aber das wir dann da spielen durften, und die Aufmerksamkeit dem Frauenfußball gehörte, das war wirklich großartig.”

Ich war im Stadion und kann mich noch gut an die Überraschung vieler Journalistenkollegen erinnern, die sich wunderten, warum Sie auf einmal auf der linken Abwehrseite spielen. Dabei war das aus meiner Sicht einer der wichtigsten Schlüssel zum Sieg?
“Für mich war das ein kurioses Spiel, weil ich mit einem Bänderriss angetreten bin. Es war vorher fraglich, ob ich überhaupt spielen kann und dann sagte mir der Trainer, dass ich hinten in der Abwehr auf der linken Seite spielen sollte. Gegen Elodie Thomis, die normalerweise über diese Seite kommt.

Gegen die hatte ich schon mal im Halbfinale der Champions League gespielt, als ich noch bei FCR Duisburg war. Es war gut, dass ich ihr in den ersten Zweikämpfen gleich zeigen konnte, wer auf dem Platz an diesem Abend das Sagen hatte. Ich denke, dass ich die Aufgabe gut gelöst habe, auch wenn sie mir dann doch ein paar Mal entwischt ist, weil sie halt so schnell ist.”

Ich habe gelesen, dass der ehemalige tschechische Nationalspieler Pavel Nedved Ihr Vorbild ist. Der spielt ja nicht gerade dieselbe Position. Aber ist er es noch immer?
“Das ist richtig. Pavel Nedved war immer mein Vorbild und ist es auch geblieben. Er war ein überragender Mittelfeldspieler, der seine eigene Spielphilosophie hatte und seinen sehr eigenen Stil. Das hat mir als Jugendliche gefallen.”

Ich denke oft, wenn ich sehe, wie kompromisslos auch mit Gedanke an Ihr eigenes Wohlergehen Sie in bestimmte Situationen hereingehen können, tatsächlich mehr an die grosse Amerikanerin Abby Wambach.

“Das ist nicht das erste Mal, das man mir sagt, dass es Ähnlichkeiten mit Abby Wambachs Spielstil bei mir gibt. Sie ist eine der weltbesten Stürmerinnen, also habe ich nichts dagegen. Ich möchte aber auch eine Stürmerin nennen, von der ich sehr viel gelernt habe und das ist Inka Grings, die jetzt gerade ihre Karriere beendet hat.”

Was wissen Sie (eine Woche vor dem Finale) über den Gegner aus Tyresö?
“Tyresö habe ich noch nicht spielen sehen. Aber wenn man Spielernamen wie Marta, Caroline Seger und Vero Boquete hört, auch Christen Press, dann spricht das schon Bände und sagt, dass da sehr viel individuelle Klasse ist.”

Sie gelten als sehr heimatverbunden und haben lange einen Wechsel gescheut, sind dann nach Wolfsburg gegangen, wo es sehr gut läuft. Können Sie sich langfristig auch mal einen Wechsel ins Ausland vorstellen? Ich las davon, dass es mal ein Angebot aus Schweden gegeben haben soll im Jahr 2012.

“Ja, das ist richtig, das ich mal ein Angebot aus Schweden hatte. Einen Wechsel ins Ausland irgendwann in der Zukunft will ich nicht ausschließen, aber im Moment ist das überhaupt kein Thema für mich. Ich fühle mich hier sehr wohl und kann mit dem VfL Wolfsburg in eine der stärksten Ligen Europas spielen.”

 

 

 

Vor dem Finale 2: Lena Goeßling

Foto: Andreas Nilsson/bilderna.it / http://bilderna.it / CC-BY-SA-3.0 & GFDL

Foto: Andreas Nilsson/bilderna.it / http://bilderna.it / CC-BY-SA-3.0 & GFDL

Im zweiten Teil meiner Vorschau auf das Finale kommt Lena Goeßling zu Wort. Alle Interviews entstanden eigentlich für die schwedische Seite damfotboll.com, aber sie sind hoffentlich auch für deutsche Leser interessant.

Hier in Schweden sehen die meisten Medien den VfL Wolfsburg als Favoriten an. Akzeptieren Sie die Favoritenrolle?

„Wir haben letztes Jahr das Champions-League-Finale gewonnen, insofern kann ich verstehen, dass man sagt, wir sind Favoriten. Aber auf der anderen Seite hat Tyresö eine Mannschaft mit vielen Nationalspielerinnen und persönlich glaube ich, dass es keinen Favoriten gibt. Es wird ein ausgeglichenes Spiel.“

Tyresö steckt seit Wochen, wenn nicht Monaten, in sehr ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten, seht möglicherweise kurz vor dem Konkurs. Ist das etwas, dass man in irgendeiner Weise bedenkt?

“Über Tyresö FF weiß ich noch nicht sehr viel, die Spielernamen sind teilweise bekannt. Aber was Stärken und Schwächen angeht, werden wir sicher alles Notwendige nach unserem Spiel gegen Potsdam erfahren. Ich habe auch mit Anja Mittag über Tyresö gesprochen, die ja in Schweden spielt.“

So wie Nadine Keßler für das Kochen bekannt ist, so habe ich verschiedentlich Hinweise darauf erhalten, dass sich Lena Goeßling etwas mehr als andere für Fußbekleidungen interessieren soll. Darauf zielt dann auch meine vorletzte Frage an die Weltklassemittelfeldspielerin ab.

“Ja, das stimmt, ich habe viele Schuhe, aber es verschwinden auch immer wieder mal welche. Dreistellig ist meine Sammlung aber nicht.“

Und was vielleicht nicht alle wissen, die 28-Jährige engagiert sich für die Stiftung Deutsche Kindersuchthilfe.

Ich unterstütze die Stiftung Deutsche Kindersuchthilfe, weil ich auch in meinem Umfeld schon mit Sucht zu tun hatte. Die Kinder sind der Sucht ihrer Eltern fast immer schutzlos ausgeliefert. Die Stiftung schenkt diesen Kindern Hoffnung, das unterstütze ich gern,” sagt Lena Goeßling.

 

Vor dem Finale 1: Nadine Keßler

Nadine Keßler (Foto: Marion Kehren)

Nadine Keßler (Foto: Marion Kehren)

Drei Tage noch bis zum Abschluss der Champions League Saison 2013/14. Im Finale stehen der Vfl Wolfsburg als Titelverteidiger und der schwedische Vizemeister Tyresö FF.

Vor dem Spiel habe ich mich mit einigen der Akteure unterhalten und heute mache ich den Anfang mit Wolfsburgs Mannschaftskapitänin Nadine Keßler. Ihr kommt beim Finale sicher eine besonders wichtige Rolle zu, nicht zuletzt weil Tyresö im Mittelfeld erstklasig besetzt ist.
Gut eine Woche vor dem Endspiel habe ich Nadine Keßler einige Fragen stellen können.
Wie würden Sie sich als Spielerin selber beschreiben?
“Ich versuche sowohl bei meinem Verein als auch bei der Nationalmannschaft Verantwortung zu übernehmen und voranzugehen. Mein Anspruch ist es, mich stetig weiterzuentwickeln und somit auch meinen Teams damit zu helfen.
In meinem Verein ist meine Rolle als Kapitänin natürlich noch größer.”
Tyresö ist ein Breitensportverein mit der Frauenmannschaft als Aushängeschild. Der VfL Wolfsburg hat eine starke Männermannschaft, die in der Bundesliga den fünften Platz belegt hat und damit in der Europa-League spielen wird. Wieviel Nutzen haben Sie von der Organisation?
“Die Unterstützung durch unsere Profimannschaft ist enorm”, sagt Nadine Keßler. “Wir profitieren extrem von den Strukturen des VfL und sind auch sehr dankbar dafür. Wir sind ein Teil des Vereins. Diese Wertschätzung wird uns in sehr vielen Bereichen entgegengebracht. Wir besuchen regelmäßig die Spiele unserer Männer und haben auch alle eine Dauerkarte. Umgekehrt kommen auch öfter mal Profis oder Dieter Hecking und Klaus Allofs zu unseren Spielen. Das ist toll und eine große Ehre für uns.”
Gibt es eine/n Spieler/in, die Sie selber als Vorbild bezeichnen würden?
“Rein fußballerisch war es für mich immer Zidane. Seine außergewöhnlichen spielerischen Fähigkeit aber auch sein angenehm bescheidenes Auftreten finde ich klasse.”
Inzwischen sind Sie selber auch schon ein Vorbild für viele junge Mädchen und möglicherweise auch Jungs. Welche Eigenschaften muss ein Vorbild mitbringen?
“Emotionaltät, Teamfähigkeit, Ehrgeiz, soziale Kompetenz. Das versuche ich natürlich auch vorzuleben, um als Vorbild gerecht zu werden.”
Fußballspielerinnen auf Ihrem Niveau reisen naturgemäß sehr viel. Gibt es irgendeine Reise, an die Sie sich besonders gerne erinnern?
“Es gibt viele besondere Reisen. Dazu gehört natürlich die EM in Schweden aber auch zahlreich CL-Reisen. Speziell die zu den Finalspielen. Mit Potsdam in Getafe oder auch London mit dem VfL. Es liegt natürlich auch daran, dass man gewonnen hat. Aber diese Reisen bringen natürlich extreme Erfahrungswerte mit sich. Und auch einfach besondere Momente.”
Zum Schluss zwei mehr persönlich, alltägliche Fragen. Können Sie mir drei Titel verraten, die Sie im Moment öfters in den Kopfhörern laufen lassen?
Filous – able

Helene Fischer- Atemlos

Andreas bourani-auf uns

In einigen Interviews habe ich sowohl gelesen wie auch gehört, dass Sie ganz gerne für sich und andere kochen. Was kochen Sie denn derzeit, wenn Sie Besuch bekommen?
“Gerne unterschiedlich. Ich probiere gerne etwas aus und koche auch saisonal.
Im Moment würde ich einen Couscous-Auflauf mit Mango, Schafskäse, Avocado und Nüssen zubereiten.”
Zum Spiel gegen Tyresö kommen noch Gespräche mit Lena Goeßling, Alex Popp, Ralf Kellermann und Christen Press.

Jill Ellis macht das Rennen und Sommer in Schweden

Es wurde nicht Tony Gustavsson, sondern Jill Ellis. Aber noch bin ich nicht sicher, dass der Trainer von Tyresö FF nicht doch bald in einem Flugzeug über den Atlantik sitzen wird. Ellis hat noch keine Assistenten benannt und in London 2012 arbeiteten beide zusammen unter Pia Sundhage

Heute finden fünf Spiele in der Damallsvenskan statt und am Abend gibt es eine Zusammenfassung. In Stockholm wird nicht gespielt.

Aber dennoch gibt es viel zu tun für mich. Interviews wollen vertextet werden. Gestern hatte ich ein sehr langes Gespräch mit Tyresös amerikanischer Weltklassestürmerin Christen Press, in dem ich sie ihre etwas mehr als zwei Jahre in Europa zusammenfassen lassen wollte. Dabei verriet sie mir, und das schon mal hier vorab, dass der 22. Mai in Lissabon doch nicht das letzte Spiel für Tyresö FF für sie sein wird. Trainer Gustavsson sagte mir im Februar, dass es so aussehe, als ob Meghan Klingenberg, Whitney Engen und eben Press unmittelbar nach dem Finale nach Hause in die USA müssten.

Damit wäre die Mannschaft schon im Spiel gegen Meister Rosengård nächsten Sonntag deutlich dezimiert gewesen. Nun aber sagte Christen mir gestern, dass die Amerikanerinnen, aber auch Marta und Caroline Seger gegen Rosengård spielen würden. Vero Boquete geht es nach ihrer Oberschenkelverletzung übrigens wieder gut und sie wird spielen können, wie sie mir gestern Nachmittag bestätigte, als ich die Spielerinnen in der Stockholmer Innenstadt traf.

Es wird hier aber auch ausnahmsweise ein paar Stimmen direkt aus Deutschland geben vor dem Finale. Ich habe mich mit Alexandra Popp, Lena Goeßling, Ralf Kellermann und Nadine Keßler unterhalten, mündlich wie schriftich und diese Stimmen passen zu dem herannahenden Finale am nächsten Donnerstag.

Auch mit Dzsenifer Marozsan sprach ich vorvergangene Woche für einen Artikel für das amerikanische OurGameMagazine, in dem es um die Nummer 10 als Thema geht. Das alles kommt in der nächsten Woche auf die Leser hier zu.

 

Tyresö nach Lissabon

Großer Jubel nach Tyresös 2:0 gegen Birmingham

Großer Jubel nach Tyresös 2:0 gegen Birmingham

Tyresö FF steht erwartungsgemäß im Finale der Champions League. Am Sonntag besiegte das Team von Trainer Tony Gustavsson sicher mit 3:0.

Es war der erwartete Spielverlauf. Tyresö hatte vor etwas mehr als 2100 Zuschauern bei vorsommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein mehr vom Spiel und das über 90 Minuten.

Das Mittelfeld dominierte mit Marta, Vero Boquete, Caroline Seger und Malin Diaz. Vor allem die junge Diaz imponierte als gleichwertig neben den drei Weltklassespielerinnen und dürfte nach dem baldigen Abgang der Drei die wichtigste Mittelfeldspielerin sein, wenn man denn Anfang Juni den möglichen Konkurs noch einmal vermeiden kann.

Aber lassen wir die selbstverschuldeten finanziellen Nöte des Clubs erst einmal an die Seite rücken. Wir kommen darauf zurück.

Tyresö dominierte, machte das Spiel und Birmingham verteidigte sich so gut es ging. Und die Leidenschaft, mit der die Spielerinnen aus der zweitgrößten englischen Stadt kämpften, war beeindruckend. Martas Gegenspielerin war über weite Strecken die 24-Jährige Chelsea Weston und eigentlich hätte ein Duell der Beiden in der 28. Minute das Matchbild verändern müssen. Nachdem Marta und Weston nach einem Zweikampf zu Boden gingen, wollte die Engländerin aufstehen als Marta, noch liegend, nach der Gegnerin trat. Ein sonnenklarer Platzverweis, der möglicherweise Sand ins Getriebe gebracht hätte.

Aber seit Udo Lattek weiß man, dass Elfmeter oder rote Karten nur dann Realität werden, wenn der Schiedsrichter pfeift und das Machtinstrument der italienischen Unparteiischen blieb stumm.

Tyresö hätte das Spiel in der ersten Halbzeit entscheiden müssen, aber Birmingham drosch alles aus dem Strafraum und was die Abwehr nicht rausbrachte, das hielt die exzellente Torfrau Rebecca Spencer. 

Einmal traf Superstar Christen Press mit dem Kopf, aber das Tor wurde wegen Schubsens im Fünfmeterraum nicht gegeben, die Kommandobrücke in Tyresö hatte schon mal den Torknopf gedrückt und den eingespielten Tyresö-Song auf volle Lautstärke laufen lassen.

So ging es in die zweite Halbzeit und als dann ein unberechtigter Handelfmeter gegeben wurde, da rechnete man allenthalben mit dem Führungstor. Aber als ausgerechnet Marta sich den Ball zurecht legte, hatte ich negative Vibes. Wie oft schon hat die Brasilianerin wichtige Strafstöße versemmelt? Auch heute war es nicht anders, gut einen Meter über die Querlatte ballerte die 28-Jährige und spätestens jetzt hätte man nach der alten Fußballweisheit “Wer seine Chancen nicht nutzt….” argumentieren können.

Nichts da. Marta wurde noch wütender und legte einen Gang zu und das restliche Team besann sich auf die eindringlichen Reden seines Trainers. Gustavsson hatte in allen Besprechungen Geduld gefordert. Es kann lange dauern, aber wir werden Chancen bekommen und früher oder später eine rein machen.

Irgendwann musste bei Birmingham auch die Kraft nachlassen. Malin Diaz fand in der 62. Minute natürlich Christen Press, die den Ball mit fantastischer Annahme mitführte und Sekundenbruchteile später unhaltbar an der herauseilenden Spencer vorbeischob.

Das war eigentlich die Entscheidung. Denn niemand erwartete wohl ernsthaft einen Sturmlauf der großartig diszipliniert spielenden Engländerinnen. Birmingham hatte eine aktuelle Nationalspielerin (Karen Carney) in der Startformation, Tyresö begann das Spiel mit elf aktuellen Nationalspielerinnen aus sechs Ländern.

Christen Press wurde noch einmal von Malin Diaz bedient und es stand 2:0 und als man schon an das Endergebnis glaubte, da stand das Publikum noch einmal auf und feuerte seine Truppe an und Christen Press machte das, was sonst andere für sie tun, sie setzte sich auf der linken Seite durch und passte maßgerecht auf Marta, die das 3:0 Endergebnis feststellte.

 

Karen Carney im Gespräch vor dem Halbfinale

Karen_CarneyMorgen Nachmittag spielt Tyresö FF sein Halbfinale gegen die Birmingham City Ladies und wie immer bei Champions-League-Spielen bittet die UEFA darum, dass beide Teams zu Pressekonferenzen zur Verfügung stehen.

Tyresö machte das bereits am Vormittag und hielt auch ein öffentliches Training ab, Birmingham reiste erst um 11.00 Uhr mitteleuropäischer Ortszeit von London ab und kam demzufolge recht spät im Süden von Stockholm (Regierungsbezirk) an. Man entschied sich sogar, direkt zum Training zu fahren und erst später im Hotel einzuchecken.

Nach einem nicht unerwartet eher lockeren Training, bei dem sich einer der Assistentrainer bei einem Sprint zur Belustigung der Spielerinnen eine Oberschenkelzerrung zuzog, hatte ich dann Gelegenheit, mit der wohl namhaftesten Spielerin Birminghams, der 90fachen englischen Nationalspielerin Karen Carney zu sprechen.

Karen, das Hinspiel konnte ich leider nicht sehen. Kannst du das vielleicht kurz für mich aus deiner Sicht zusammenfassen?

“In der ersten Halbzeit war Tyresö besser als wir, aber ich finde, dass wir in der zweiten Hälfte besser waren. Dann war es ziemlich ausgeglichen und ich denke, dass das 0:0 ein gerechtes Ergebnis war. Die hatten vielleicht ein paar Chancen, die besser als unsere waren, aber insgesamt war es ausgeglichen und daher ging das Ergebnis in Ordnung.”

In der Champions League habt ihr bisher nur in einem Spiel [gegen Zorky beim 5:2] Gegentore bekommen. Das spricht für eine starke Abwehr, obwohl die noch alle jung sind dahinten?

“Ja, wir sind stolz auf unsere Abwehr. Hoffentlich gelingt es uns auch morgen Nachmittag zu Null zu spielen.”

Wie habt ihr euch auf den Kunstrasen hier vorbereitet? Zu Hause habt ihr Naturgras und Tyresö ist immer sehr bewusst, den Kunstrasen als Vorteil darzustellen.

“Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren. Wir alle wissen, dass wir viel besser spielen können als in der ersten Halbzeit vor einer Woche. Unabhängig davon, auf welchem Boden wir spielen, es geht hier um zwei Mannschaften, die aufeinander treffen und es geht um Herz und Leidenschaft. Wir können nicht den Bodenbelag als Entschuldigung für etwas anführen, hier geht es um Fußball.”

Irgendwelche speziellen Diskussion oder Gedanken darüber, wie ihr Weltstars wie Marta, Caroline Seger und Vero Boquete stoppen könnt?

“Nein, wir spielen unser Spiel. Natürlich haben die Trainer dann taktische und strategische Gedanken, aber es geht in erster Linie wirklich darum, dass wir unser Spiel spielen. Die haben ein paar sehr gute Spielerinnen, aber die haben wir auch. In Birminghams jetziger Lage können wir uns die Topnamen nicht leisten, aber wir arbeiten hart. Gleichzeitig zeigen wir dem Gegner auch den gebotenen Respekt. Aber auf dem Platz geht es nicht darum, welchen Namen du hast, da musst du immer wieder aufs Neue 90 Minuten lang eine gute Leistung bringen.”

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich eigentlich erwartet, heute hier die Arsenal Ladies zu treffen, aber ihr habt sie zweimal geschlagen.

“Wir haben von Anfang an geglaubt, dass wir Arsenal schlagen können und als es dann passierte, war es auch keine Überraschung für uns. Wir wussten, dass wir gewinnen und haben danach auch den Respekt bekommen, den wir uns verdient haben.”

Zuerst wollte sich Karen dann nicht fotografieren lassen, ok, sagte sie, wenn noch jemand drauf ist und da gerade der 29-Jährige Cheftrainer David Parker in der Nähe war (der Jüngste, der je in England die höchste Trainerlizenz erworben hat), kam es zum diesen Post einleitenden Bild. Morgen Abend mehr vom Tyresövallen.

Die UEFA muss agieren

Ich habe keines der drei gestrigen Viertelfinals in der Champions League gesehen. Normalerweise wäre ich am Tyresövallen gewesen und wäre dort Zeuge gewesen, wie das wirtschaftlich angeschlagene und vermutlich nur durch einen noch nicht näher definierten arikanischen Staat und seine Enwicklungshilfe für das arme Schweden zu rettende Tyresö FF den österreichischen Meister SV Neulengbach mit 8:1 düpierte, aber ich befand mich schon auf dem Weg nach Wien und weiter nach Bologna, wo ich dieses Post schreibe.

Auf Twitter konnte ich aber den Stand in den beiden Begegnungen verfolgen. Turbine Potsdam begann nämlich nur eine Viertelstunde später beim italienischen Vertreter ASD Torres und gewann mit 8:0 – auswärts!!

Dass sich der VfL Wolfsburg dann mit einem fast mageren 3:0 gegen den FC Barcelona begnügte, könnte schon fast so gedeutet werden, dass die Wolfsburgerinnen mit angezogener Handbremse spielten, um den europäischen Frauenfussball nicht vollends der Lächerlichkeit preiszugeben.

Bitte nicht falsch verstehen. Tyresö FF, Turbine Potsdam und der VfL Wolfsburg gehören zur europäischen Elite und sind in der Lage, brillanten Fussball zu spielen – aber, es darf doch nicht angehen, dass die europäische Breite im Spitzenfussball aus 5-6 Mannschaften besteht und der Rest lediglich Kanonenfutter ist. Wer sich die Tore anschaut, die Tyresö gestern gegen Neulengbach gemacht hat, fragt sich, ob Neulengbach in der Damallsvenskan bestehen könnte. So schlecht, langsam und steif agieren nicht einmal die Abstiegskandidaten in Schweden. Ähnliches dürfte für Deutschland und Frankreich gelten.

Es müssen dringend Änderungen her: Deutschland, Frankreich und Schweden sollten mindestens jeweils drei Plätze bekommen und die dahinter stehenden Ligen wie England, Russland, Italien, Norwegen jeweils zwei. Dann muss zur nächsten Saison ein Systen her, nachdem die Teams realistisch bis zum Viertelfinale gesetzt werden. Begegnungen wie Olympique Lyonnais – Turbine Potsdam und LdB FC Malmö – VfL Wolfsburg haben in einem Achtelfinale (noch) nichts zu suchen, wenn dann bestenfalls zweitklassige Teams wie Neulengbach und Torres in ein Viertelfinale durchrutschen, in dem sie nicht den winzigsten Hauch einer Chance haben.

Dass Tyresö gestern ein Fest feierte, hinterlässt jedoch einen sehr faden Nachgeschmack, das hat ein Geschmäckle, wie meine süddeutschen Freunde sagen würden.

Eine Mannschaft, die für eine Firma spielt, die derzeit Gehälter nur vom schwedischen Steuerzahler bekommt, die durch den Grössenwahn eines im Hintergrund verschwundenen Zampanos hochgerüstet wurde, obwohl keine wirtschaftliche Grundlage dafür gegeben war, darf nicht die Champions League gewinnen. Hans Löfgren hat das Wunder Tyresö gemacht und sich durch Gründung und Administration des Stockholm Business Networks bis heute eine (weitere) goldene Nase verdient. Das ist sein Verdienst. Aber er hat es zuletzt auch gemacht wider jedwede unternehmerische Vernunft und Verantwortung. Aus welchen Gründen auch immer hat das Finanzamt der Idee mit dem afrikanischen Staat, der Tyresö fördern wird, Glauben geschenkt. Hierzulande (in Schweden) glauben viele, dass nach dem Sieg in der Champions League am 22.05. in Lissabon Schluss ist. Auch hier sollte die UEFA darauf achten, dass solche Modelle nicht Schule machen und gar belohnt werden. Der schwedische Fussballverband hält sich wie erwartet raus und wartet ab,

Maulkorb in Tyresö

Angesichts der aktuellen Lage, in der sich Schwedens Champions-League-Hoffnung Tyresö FF befindet, hat man seinen Spielerinnen einen Maulkorb umgehangen. Seit gestern sind die Mobiltelefone der Spielerinnen überwiegend abgestellt, niemand ist auf Anfragen zu erreichen oder gibt Antwort.

Auf der heutigen Pressekonferenz am Tyresövallen verbat sich Pressesprecherin Carina Johansson sämtliche Fragen, die finanzielle Situation des Vereins betreffend. “Wir kommentieren keine Fragen zur wirtschaftlichen Situation des Vereins, sondern verweisen auf Äußerungen, die früher in dieser Woche getätigt wurden,” so Johansson zu den anwesenden Journalisten.

Trainer Tony Gustavsson und Abwehrspielerin Linda Sembrant waren da, die wirklich drängenden Fragen durften aber nicht gestellt werden. Klar, dass weder Gustavsson noch Sembrant eine wirtschaftliche Rolle im Verein haben und sich mit den ballspezifischen Dingen beschäftigen sollen, aber der Maulkorb und das Verschweigen des Themas zeigt, dass Tyresö zwar einen Weltklassekader hat, den es sich nicht leisten kann, in seiner Außendarstellung ist Tyresö aber noch nicht da oben angekommen, wo man hinzugehören glaubt.

Derzeit bezahlt der Steuerzahler die Gehälter der Mannschaft und des Trainerstabs. Durch ein nicht näher definiertes Entwicklungshilfeprojekt mit einem noch unbekannten afrikanischen Staat wird der Verein nach eigenen Angaben aber bald bis zu vier Millionen Kronen pro Jahr netto einnehmen.

Malmö noch nicht reif

Die beiden Spiele (1:2, 1:3) gegen den VfL Wolfsburg haben es gezeigt: LdB FC Malmö ist noch (lange) nicht reif, eine große Rolle in Europa zu spielen.

Sicher, im Hinspiel versemmelte man eifrig Chancen und auch am Mittwochabend hätte wieder einmal Manon Melis dem Spiel einen anderen Verlauf geben können. Aber seien wir dennoch ehrlich: Die kurze Phase Malmös in der zweiten Halbzeit kam wesentlich zu spät und über weite Strecken wirkten die Wolfsburgerinnen reifer und physisch stärker.

Wenn es um die “big points” geht, um die Spiele gegen die großen europäischen Teams wie Champions League Sieger Wolfsburg oder Olympique Lyonnais werden Fehler gnadenlos bestraft. Ein peinliches Geschenk wie Thora Helgadottirs katastrophaler Fehler beim 0:1, als der Ball über sie ins Tor sprang, und ein Topteam wie Wolfsburg nutzt das gnadenlos aus. Da gab es noch einen haarsträubenden Fehlpass von Kapitänin Malin Levenstad wenig später, der zu einem Schuss führte, den Helgadottir, dann wiederum in Normalform, mit einer Glanzparade zur Ecke klärte. Und nach 26 Minuten verhaute sich Amanda Ilestedt in der Innenverteidigung, es gab eine völlig unnötige Ecke und die führte zum 0:2. Das Spiel war nach zwei individuellen Fehlern gelaufen.

Eigene Chancen wurden nicht genutzt. Während Sara Björk Gunnarsdottir nicht nur wegen ihres Tores eine tolle zweite Halbzeit spielte, kamen die meisten Malmöerinnen nur dazu, einen Bruchteil ihres Potentials abzurufen. Elin Rubensson zeigte eine tolle Partie als Außenverteidigerin, sie war die beste Spielerin auf dem Platz. Ramona Bachmann und Anja Mittag waren bemüht, aber die starke Wolfsburger Defensive um Nilla Fischer (die wegen eines Migräneanfalls ausgewechselt werden musste) hatte beide überwiegend sicher im Griff.

Und dann gab es auf der Bank auch zu wenig Alternativen. Da kam die Kolumbianerin Yoreli Rincon zum Einsatz, die den Verein bald verlassen muss. Sie machte wohl ihr letztes Spiel. Wenn man also eine Spielerin bringt, die man nicht mehr haben will, dann muss auf der Bank auch für das nächste Jahr verstärkt werden. Anita Asante wird kommen und wird dem Team einen Schub geben. Aber sie allein macht noch keinen Sommer. Um mit Tyresö zu konkurrieren, dessen Truppe für 2014 noch ungewiss ist, da nicht bekannt ist, was aus den fünf Amerikanerinnen wird, reicht das. Das haben wir gesehen. Aber im europäischen Topgefüge scheint Malmö nach zwei empfindlichen Niederlagen innerhalb eines Jahres (0:5 und 0:3 gegen Lyon und eben nun 1:2 und 1:3 gegen Wolfsburg) noch in der guten zweiten Reihe zu stehen.

 

Therese Sjögran kritisiert Schiedsrichter

Einen Tag nach der mehr als fragwürdigen Schiedsrichterinnenentscheidung von Katalin Kulcsár aus Ungarn, Elfmeter für Wolfsburg gegen Malmö nach einem völlig normalen Zweikampf zu geben – ein Elfmeter der möglicherweise das Aus für Malmö bedeutet, kritisiert Malmös Mittelfeldspielerin Therese Sjögran in einem Interview mit der Zeitung Expressen: “Wenn weibliche Schiedsrichter in Europa nicht gut genug sind – weshalb müssen wir dann weibliche Schiedsrichter haben?”

Mit diesem Interview spricht Sjögran ein Tabuthema an. Denn viele Vertreter, die den Frauenfußball zu fördern glauben, sprechen sich grundsätzlich für weibliche Schiedsrichter aus, sehen das als einen Akt notwendiger Gleichberechtigung.

“Malin geht genau richtig in den Zweikampf hinein,” beschrieb Trainer Jonas Eidevall die gestrige Szene. “Aber anstatt belohnt zu werden, wird sie bestraft.”

“Champions League ist das größte, was du spielen kannst,” so Sjögran zu Expressen. “Und dann hast du da Schiedsrichterinnen, die einfach nicht das Niveau haben. Die besten Schiedsrichter sollen die besten Turniere pfeifen. Unabhängig vom Geschlecht.”

Und Mannschaftskameradin Manon Melis fügte hinzu: “Mir ist es scheißegal, ob eine Frau pfeift oder ein Mann. Das Wichtigste ist, dass es ein guter Schiedsrichter ist.”

Ich habe im Laufe der Jahre mit vielen Spielerinnen über diese Frage gesprochen und noch niemanden unter den Aktiven getroffen, der Sjögran oder Melis widersprechen würde. Im Gegenteil: Einige haben sich eher für männliche Schiedsrichter ausgesprochen.

Das ist aber leider in Funktionärskreisen alles andere als populär, ein Thema, das tunlichst nicht diskutiert wird. Dem Frauenfußball erweist man damit einen Bärendienst, wenn man nicht auf seine Spielerinnen hört.

 

Tyresö mit einem Bein weiter, Malmö mit einem Bein draußen

Im Grunde genommen war das nicht unerwartet. Tyresö gewann durch zwei Tore von, na wem schon, Christen Press mit 2:1 beim dänischen Tabellenführer Fortuna Hjørring und dürfte damit im Rückspiel alles für das Viertelfinale im März 2014 klar machen können.

Stimmen

Christen Press, die nun alle vier Tore in der Champions League geschossen hat, auf die Frage, wie sie das denn so mache: “Naja, es liegt natürlich daran, dass ich nun mal ganz vorne bin und die zentrale Spielerin bin. Meine Aufgabe ist, es die Angriffe abzuschließen. Heute haben wir etwas direkter gespielt, in der Vergangenheit etwas mehr aus Ballbesitz. Ich weiß nicht, ob es besser für das Team wäre, wenn auch jemand anders trifft. Es ist doch egal wer Tore schießt, wir haben eine Reihe gefährlicher Spielerinnen, die alle einen reinmachen können und unsere Gegner müssen sich Gedanken über einige Spielerinnen bei uns machen. Ich denke, das macht meine Arbeit einfacher und meine Tore helfen den anderen. Ich denke es war ein hartes Spiel heute, keine einfachen Bedingungen, aber wenn du in der Champions League bestehen willst, dann musst du dich daran gewöhnen, dass es auswärts schwierig ist. Je weiter wir kommen, desto wichtiger wird es werden, dass wir auswärts gewinnen. Heute haben wir das geschafft, weil wir uns an unseren Spielplan gehalten haben. Ich fand, das Spiel ähnelte dem im vorigen Jahr, das ich hier mit Göteborg gemacht habe. Wir hoffen, dass wir weit kommen, aber wir nehmen ein Spiel nach dem anderen und nach dem Spiel am Donnerstag haben wir eine lange Pause.”

Mit Christen Press habe ich vorgestern gesprochen, das Interview kommt morgen hier.

Tony Gustavsson: “Natürlich ist es gut, wenn man zur Halbzeit 2:1 führt und man dann ein Spiel zu Hause hat. Hier gab es einiges was nicht so gut war, auf dem Platz konnte man kaum spielen. In der ersten Halbzeit waren wir zu umständlich, die haben uns eine Viertelstunde lang ganz schön unter Druck gesetzt. Aber wir haben in der ersten Halbzeit nicht das getan, was wir tun wollten. Hjørring ist sehr gut zusammengewachsen, die kämpfen unglaublich gut zusammen. Aber auf dem Kunstrasen in Tyresö sollten wir mehr Kontrolle bekommen.”

Caroline Seger: “Natürlich hätte man gern zu Null gespielt, aber 2:1 ist ein gutes Ergebnis. Die erste Halbzeit war nicht so gut, wir haben umständlich gespielt, in der zweiten geändert und nehmen zwei Auswärtstore mit. Wir wussten, dass die Platzverhältnisse schlecht waren, aber das gilt für beide Teams. Hjørring war genauso, wie wir das gehört haben vorher, unser Trainer kann sehr gut analysieren und taktische Hinweise geben, der hat uns gut vorbereitet.”

Malmö versiebte viele Chancen und verlor am Ende gegen den hohen Favoriten VfL Wolfsburg erwartungsgemäßg mit 1:2. Man darf mit erhobenem Haupt nach Wolfsburg fahren, es gab keine bösen Klatsche wie gegen Lyon im Frühjahr, aber die europäische Spitze ist trotzdem noch ein Stückerl weit weg.

Manon Melis: Ich glaube, die Torchancen werden mich heute in den Schlaf verfolgen. Ich bin enttäuscht, dass ich meine Möglichkeiten nicht genutzt habe. Wir waren die bessere Mannschaft und wir brauchen keine Angst haben vor dem Rückspiel. Jonas wusste alles über Wolfsburg und wir wussten auch, wo wir sie angreifen konnten. Die sind alle sehr physisch, groß und stark, aber ich denke wir spielen den besseren Fußball. Die wissen jetzt, dass wir sehr schnell sind, aber wenn die eine Ecke haben und wir den Ball gewinnen, dann können sie nicht so schnell gegen unsere Schnelligkeit machen. Der Elfmeter war sehr komisch, denn ich dachte, dass die Wolfsburg-Spielerin auf Malin draufgelaufen ist. Es wird jetzt sehr schwer, aber wir glauben an uns selber und wenn wir ein frühes Tor machen können, weiß man nicht. Wir müssen positiv denken und dass am Mittwoch mitnehmen, dass wir wirklich heute die bessere Mannschaft waren.”

Nilla Fischer: “Ich denke, dass LdB heute sehr gut war und die hatten mehrere Chancen, da kann man nichts sagen. Wir hatten Probleme und können mit drei Punkten sehr zufrieden sein. Heute haben wir unsere Chancen genutzt, wir hatten nicht so viele. Aber im nächsten Spiel kann das anders sein. Der Elfmeter war billig, von da aus, wo ich stand. Wir müssen am Mittwoch unsere beste Leistung zeigen, aber natürlich haben wir mit einem Auswärtssieg und zwei Auswärtstoren eine gute Ausgangsposition.”

Alle Interviews hier wurden vom schwedischen Rundfunk geführt.

 

 

Showdown in Tyresö

sabrinaHeute Abend treffen mit Tyresö FF und Paris Saint-Germains zwei der besten zehn Teams Europas schon in der Runde der letzten 32 aufeinander.

Am Dienstag hielten beide Mannschaften Pressekonferenzen am Tyresövallen ab. Dabei verglich Tyresös Trainer Tony Gustavsson den Gegner etwas unpassend mit einem Drachen, der ein doppelt so hohes Budget hätte wie seine Truppe.

Als die Gäste dann wenig später in einem Mietwagen ankamen und leise ins Vereinshaus gingen und sich dann den Fragen der Presse stellten, erlebten wir einen sanften, leisen und sehr intelligenten, freundlichen Drachen.

Trainer Farid Benstiti gehört seit einigen Jahren zu den Trainern im Frauenfußball, die einen exzellenten Ruf genießen. Er baute über Jahre Olympique Lyon auf, das dann unter seinem Nachfolger Patrice Lair erst einmal lange unschlagbar war. Ging dann zu Rossiyanka, wo die großen Investitionen jedoch wieder abgesagt wurden und wurde dann von PSG:s Investor und Besitzer Nasser al Khelaifi zu PSG geholt. al Khelaifi will aus PSG im Männer- wie Frauenfußball eine Macht in Europa machen. Noch ist es aber nicht soweit, denn das wichtigste Spiel der Hauptstädterinnen gegen den großen Konkurrenten aus Lyon ging vorletzte Woche 0:2 verloren, schon eine Vorentscheidung um die Meisterschaft. Lotta Schelin und Lara Dickenmann schossen die Tore.

Nach der Pressekonferenz in Tyresö habe ich mich mit PSG:s Mannschaftskapitänin Sabrina Delannoy unterhalten.

Ist es morgen das erste Mal, dass du in Schweden spielst?

“Mit PSG ist es das erste Mal, ja, aber ich war ja schon mit der Nationalmannschaft im Sommer bei der EM. Wir sind schon gestern hier angekommen und das ist wirklich gut, denn wir konnten das Stadion besuchen und anschauen und haben Zeit uns vorzubereiten.”

Habt ihr viel Ausschnitte aus Spielen von Tyresö gesehen?

“Wir Spielerinnen haben noch gar nichts gesehen. Aber unser Leitungsstab hat sich einiges angesehen und ich bin sicher, dass wir heute Abend oder morgen früh die wichtigsten Ausschnitte sehen werden. Aber in erster Linie kommt es darauf an, dass wir unser Spiel spielen, das ist die beste Strategie.”

Auf welcher Position spielst du jetzt selber?

“Zu Anfang der Saison war ich in der Innenverteidigung. Aber zuletzt gegen Montpellier spielte ich rechte Außenverteidigerin. Ich habe auch schon im defensiven Mittelfeld gespielt. Ich spiele einfach da, wo Farid mich haben will. Ich will ja spielen und der Mannschaft helfen, zu gewinnen.”

Eure Defensive sieht sehr stark aus?

“Vielleicht haben wir ein paar der besten Abwehrspielerinnen Europas. Laura Georges und Annike Krahn. Die Defensive ist sehr wichtig für uns, wenn wir hinten gut stehen, kriegen wir auch die Chance, nach vorn Tore zu machen und zu gewinnen. Ein gutes Ergebnis morgen ist sehr wichtig für uns. Wir wissen, dass wenn wir ein Auswärtstor mache, das eine große Bedeutung für das Rückspiel in Paris haben wird.”

Wie viel Respekt habt ihr vor den Tyresö-Stars wie Marta, Vero Boquete oder Caroline Seger?

“Das sind großartige Spielerinnen. Wir wissen, was wir tun müssen, um Tore zu verhindern. Und nochmal: Wir müssen selber unser Spiel spielen und nicht so sehr auf die schauen. Ich will meinen Job in der Abwehr erledigen und konzentriere mih darauf. Dass Krahn und Georges auch hochkonzentriert dabei sind, weiß ich auch. Sie haben sehr viel Erfahrung.”

Nach der EM in Schweden habt ihr einen neuen Nationaltrainer bekommen, Philippe Bergeroo. Wie lässt sich das an mit ihm?

“Dazu wollen wir zur Zeit keine Fragen beantworten. Es ist ein neues Abenteuer. Und das ist gut, denn die EM ging für uns sehr schlecht aus. Gegen Dänemark hatten wir sehr viel Pech. Ich finde, wir waren die bessere Mannschaft und hatten viele Chancen, aber das Glück fehlte. Es war sehr schwer, dieses Turnier abzuhaken. Aber jetzt spielen wir die Quali für Kanada 2015. Mental müssen wir stärker werden, vor allem im Sturm. Das Talent und die Kapazität gibt es in Frankreich. Sowohl technisch wie physisch. Es muss einfach klicken. Nimm nur mal die Deutschen. Die glauben immer, dass sie die Besten sind. Und selbst, wenn sie mal nicht so gut spielen, dann glauben sie es trotzdem, schaffen es ins Finale und gewinnen.”