Schwedische Stimmen

Lotta Schelin macht das 1:0 für Schweden - ihr 73. Länderspieltor (Foto: Anders Henrikson)

Lotta Schelin macht das 1:0 für Schweden – ihr 73. Länderspieltor (Foto: Anders Henrikson)

Die Medienberichterstattung über das gestrige Spiel gegen Deutschland wird in Schweden überschattet vom unerwarteten Tod des ehemaligen Nationalspielers Klas Ingesson. Seine Krebserkrankung war seit Jahren bekannt, dass es aber aktuell so schlecht um ihn stand, wussten nur wenige aus dem Kreis der Familie und engsten Freunde. So widmet heute die Zeitung Aftonbladet dem Helden der WM 1994 eine 16-seitige Beilage. Und auch in der Pressekonferenz und den Gesprächen nach dem Spiel dominierte das Thema. Pia Sundhage, Lotta Schelin und Therese Sjögran, die für Schweden erschienen waren, wurden alle Ingesson befragt. Es sei für sie wie ein Schlag ins Gesicht gewesen, sagte Pia Sundhage, als die die Nachricht bekommen habe, da sie nicht gewusst habe, dass es Ingesson so schlecht gehe. Und Lotta Schelin sagte, dass sie natürlich als Kind die WM 1994 verfolgt habe und dass Klas Ingesson damals eines ihrer Idole gewesen sei.

“Ich könnte nicht stolzer sein,” sagte die 30-Jährige dann über ihr Führungstor. “Mir war aufgefallen, dass sie mehrfach zu Angerer zurückspielten und hatte das Gefühl, dass sie mich nicht richtig sah. Ich habe die Situation richtig gelesen und es geschafft, da zu sein,” sagte Schelin zu Aftonbladet.

Und weiter: “Es sind wechselhafte Gefühle. In dem Augenblick, in dem ich das Tor machte, fühlte sich das fantastisch an. Wir führten 1:0 gegen Deutschland und ich konnte den Rekord in einem Heimspiel machen. Aber ich verliere nicht gerne. In ein paar Tagen sehe ich das wahrscheinlich positiver.”

Pia Sundhage: “Ich war dabei als Abby Wambach ihr 100. Tor schoss, aber das hier war noch toller. Als Lotta das Tor machte, waren wir alle so gut drauf. Es fühlte sich so an, als ob wir das Spiel gewinnen würden. Aber wir taten es nicht. Zur WM muss es da eine Änderung geben, da werden wir Deutschland schlagen.”

“Wir haben wirklich gut gespielt,” so Sundhage auf der Homepage des schwedischen Fußballverbands. “Die Zuspiele waren streckenweise sehr gut, wir hatten ein aggressives Defensivspiel und als Lotta das 1-0 machte, schienen wir auf der Siegerstraße zu sein. Aber dann kommt eine schlechtere Periode und wir lassen zwei Tore zu.”

 

 

Deutschland gewinnt in Örebro

SWEGER16Dass Deutschland nicht zweimal hintereinander ein Spiel vergeigt und sichgegen Schweden in Örebro für die schwache Vorstellung am Samstag in Offenbach gegen Frankfurt revanchiert – damit haben wohl die meisten Fans und Beobachter in Deutschland gerechnet. Und es kam denn auch so, obwohl hinter die Vermutung in der 68. Spielminute ein dickes Fragezeichen gesetzt wurde, als ein Rückpass von Jennifer Cramer auf Nadine Angerer von der wieselflinken Lotta Schelin abgefangen wurde und die 30-Jährige Starstürmerin von Olympique Lyonnais ihr 73.. Länderspieltor erzielen konnte, mit dem sie sich an die Spitze der “ewigen” Torschützinnenliste im gelbblauen Dress setzen konnte.

Ein historischer Abend, fußballhistorisch für Schweden. Schelins 73. Länderspieltor war das eine große Gesprächsthema, Therese Sjögrans 200. Länderspiel das zweite. 100 erreichen immer mehr Spielerinnen, aber 200 wird wohl für lange Zeit eine Rekordmarke bleiben. Und mehr sollen es werden Dem schwedischen fernsehen sagte Sjögran nach dem Spiel, es könnten ca. 230 werden, das würde voraussetzen, dass die 37-Jährige nicht nur 2015 sondern auch 2016 weiterspielen wird und sich gegen mögliche jüngere Konkurrenz behauptet.

Schweden spielte sehr gut mit in der gesamten ersten Halbzeit, hatte phasenweise deutlich mehr Ballbesitz, aber die Deutschen fuhren die gefährlicheren Konter, kamen dem 1:0 am nächsten, als Jennifer Cramer aus 20 m abzog und ihr Schuss die Querlatte streifte.

Im Strafraum herrschte weitgehend Nilla Fischer und oft auch Linda Sembrant, die wieder viele Kopfballduelle gewann. Die stärkste Spielerin aber hatte Schweden auf der rechten Seite. Da ihre Dopplmannschaftskameradin Lina Nilsson sich im Training verletzte, durfte Elin Rubensson von Anfang an ran und zeigte über 90 Minuten eine ausgezeichnete Leistung und bewies wieder einmal, dass sie zju Recht zumindest meine erste Wahl sowohl beim FC Rosengård wie auch in der Natio wäre.

Im deutschen Mittelfeld überzeugten vor allem Dzsenifer Marozsan und Melanie Leupolz, heute auf der Rolle der Doppel-6. Silvia Neid sagte mir nach dem Spiel, dass sie mit beiden Spielerinnen sehr zufrieden gewesen sei. Abwehr und Mittelfeld hätten eine solide Grundordnung gezeigt, so Neid.

Ganz vorne hatten es Anja Mittag und Celia Sasic nicht leicht gegen die starken Sembrant und Fischer.

In der zweiten Hälfte wurde dann wie gewohnt in Freundschaftsspielen munter gewechselt. Und Pia Sundhage brachte ihre Lieblinge: Malin Diaz Pettersson, Olivia Schough und Emma Lundh. Und wo ist Fridolina Rolfö fragte niht nur ich mich. Der Shootingstar dieser Saison in der Damallsvenskan, der von Sundhage zuletzt nach dem 3:0 Sieg über den FC Liverpool, bei dem sie alle drei Tore schoss, als eine “Spielerin mit Qualitäten, die wir sonst nicht haben” gerühmt wurde, blieb auf der Bank sitzen, aber in der 86 Minute durfte sie dann doch ran.

Zu dem Zeitpunkt hatte Deutschland das Spiel gedreht. Dzsenifer Marozsan hatte einen Freistoß aus ca. 18 Metern direkt verwandelt und die ebenfalls (für Lira Alushi) eingewechselte Alex(andra) Popp schoss das Siegtor nach einem schnellen Angriff über rechts mit einem maßgenauen Pass von Luisa Wensing.

Leider fiel das gewünschte Interview mit Lira Alushi ins Wasser (es hat nicht geregnet), weil die fünf Spielerinnen von Paris SG (Alushi, Henning, Krahn, Seger und Asllani) mit einem,Prvatflugzeug ihres Vereins nach Spielende direkt nach Paris geflogen wurden. Und nochmal leider wusste das Pressetermin des Veranstalters das offenbar nicht.. Wir werden es wohl nachholen müssen.

Am Anfang gab es eine Schweigeminute für den heute Morgen verstorbenen ehemaligen Nationalspieler und Trainer Klas Ingesson, der nach mehreren Jahren Kampf gegen den Krebs verloren hatte Ingesson wurde nur 46 Jahre alt und gehörte der “goldenen” Generation an, die 1994 in den USA die Bronzemedaille bei der WM holte. Zwei weitere prominente Vertreter des Teams waren der Ex-Gladbacher Martin Dahlin und Mittelfeldas Thomas Brolin

Silvia Neid sagte zur Freude der einheimischen Journalisten, dass Schweden einer von insgesamt neun Favoriten auf den WM-Titel sei. Neun Favoriten hätte sie, so Neid, ohne die Mannschaften allerdings aufzuzählen. Kollegin Alva Nilsson fragte Neid, wie man denn die deutsche Mannschaft aus schwedischer Perspektive schlagen könnte und wo die Schwächen seien. Neid erwiderte, dass ihr da schon ein paar Dinge einfallen würden, dass sie aber um Verständnis bitte, wenn sie darüber nicht spreche.

Mehr schwedische Stimmen morgen im Verlaufe des Tages.

Schwedens Aufstellung

 

Wie gewohnt, gab Trainerin Pia Sundhage einen Abend vor dem Spiel gegen Deutschland in Örebro (sprich: ‘Örebruh’ und nicht ‘Örebrö’ wie Claudia Neumann am Samstag glaubte) ihre Mannschaftsaufstellung bekannt:

21 Carola Söberg – 23 Elin Rubensson, 5 Nilla Fischer, 3 Linda Sembrant, 2 Emma Berglund – 17 Caroline Seger – 9 Kosovare Asllani, 7 Lisa Dahlkvist, 15 Therese Sjögran– 10 Sofia Jakobsson, 8 Lotta Schelin.

Therese Sjögran wird somit ihr 200. Länderspiel machen und sagte vorab, dass dieses Jubiläum zu Hause gegen Deutschland absolvieren zu dürfen kaum noch zu toppen sei.

Gespannt darf man sein, ob Pia Sundhage über ihren Schatten springen kann und endlich einmal den jungen Nachwuchstalenten Fridolina Rolfö und Marija Banusic wenigstens eine Spielminute gönnt.

Bemerkenswert, dass acht (!) Spielerinnen der schwedischen Startformation ihr Geld im Ausland verdienen.

 

Nigerias neuer Star: Asisat Oshoala

Asisat Oshoala im U20-WM-Finale (Foto: Nora Kruse)

Asisat Oshoala im U20-WM-Finale (Foto: Nora Kruse)

In ihrer Heimat Nigeria wird sie bereits mit Perpetua Nkwocha verglichen, der 38-Jährigen legendären Mittelfeldspielerin, die schon seit Jahren beim schwedischen Zweitligisten Sunnanå SK spielt und vorher in der Damallvenskan war.

Vor zwei Wochen ist Asisat Oshoala zwanzig Jahre alt geworden und Clubs in Europa reißen sich um die athletische und technisch starke Afrikanerin. Sie schoss die U20-Auswahl ihres Landes ins WM-Finale gegen Deutschland vor einigen Wochen, in dem die Deutschen aufgrund ihrer besseren Organisation und auch mit einem ordentlichen Quentchen Glück mit 1:0 gewannen.

Mit dem Golden Boot für die beste Torschützin des Turniers und dem Preis für die beste Spielerin fuhr sie heim und gewann gestern mit der A-Nationalmannschaft Nigerias in Namibia auch die afrikanische Meisterschaft. Für Nigeria der siebte Triumpf im neunten Turnier. Asisat hatte am Donnerstag mit ihren beiden Treffern gegen Südafrika wieder einmal die Tür weit aufgestoßen und gestern schoss sie im Finale den zweiten Treffer, den ersten markierte die Torschützenkönigin der Afrika-Meisterschaft Desire Oparanozie. Der Preis der wertvollsten Spielerin aber ging an Asisat Oshoala.

Kurz nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der U20-WM in Kanada hatte ich Gelegenheit, mich mit Asisat zu unterhalten.

Wie würdest du die WM in Kanada für Nigeria und für dich persönlich zusammenfassen?

“Es war natürlich ein tolles Ergebnis für uns und auch für mich als Individuum war das eine erfolgreiche WM.”

Was bedeutet die Silbermedaille für den Frauenfußball in Nigeria?

“Das Finale dieses Turniers zu erreichen war eine große Sache für den nigerianischen Frauenfußball. Obwohl die nigerianischen Frauen auch früher schon nah an den Medaillen waren und die Silbermedaille für Nigeria keine neue Sache ist. Aber es dient doch als Beispiel für die Verbesserungen, die der Frauenfußball in unserer Nation erfahren hat. Denn die letzte Auflage der U20-Mannschaft aus Nigeria wurde Vierter.”

Wie gefiel dir Kanada als Gastgeber, möchtest du nächstes Jahr wiederkommen?

“Kanada ist wirklich schön und ich hatte gute Erlebnisse während meines Aufenthalts. Es ist ein sehr gut organisiertes Land und natürlich würde ich gerne nächstes Jahr wiederkommen.”

Bei allen Preisen, die du schon gewonnen hast, gibt es immer noch viele, die dich nicht kennen. Wie würdest du dich als Spielerin beschreiben?

“Vielen Dank, aber der ganze Ruhm gebührt genauso meinen Mannschaftskameradinnen, die mir doch erst ermöglichen, dass ich auf dem Platz eine gute Leistung zeigen kann. Als Spielerin glaube ich an Teamplay. Ich weiß, dass ich schnell bin, aber ich muss wohl noch an meinem Abschluss arbeiten.”

Wie sieht denn so ein normaler Tag in deinem Leben aus?

“Ich mag es, schon früh am Morgen zu trainieren. Mein Tag fängt meist so um sechs Uhr an, dann wache ich auf und spreche meine morgendlichen Gebete und eine halbe Stunde später geht’s dann zum Training. Ich habe das Gymnasium abgeschlossen und im Augenblick will ich mich ganz auf meine Karriere konzentrieren, ein bisschen Geld zu verdienen, das ich dann für die Universätausbildung brauchen werde. In meiner Freizeit höre ich gern Musik und schau mir Spielfilme oder Fußballspiele an.”

Wie oft habt ihr Lehrgänge mit der Nationalmannschaft?

“Wir treffen uns eigentlich nur vor Wettkämpfen oder Turnieren und das ist meist ziemlich kurz.”

Ich habe über dich gelesen, dass du dafür bekannt bist, im Prinzip immer gute Laune zu haben. Wie schaffst du das, so glücklich zu sein?

“Naja, es ist wohl die Art, wie ich das Leben sehe. Wenn du traurig bist, kann das meistens nur noch schlimmer werden und es wird nicht die Lösung sein, egal für welches Problem.”

Wie sehen deine Zukunftspläne aus, es müsste doch Interesse geben, dich in Europa zu verpflichten?

“Ich möchte gerne in eine der großen europäischen Ligen spielen, wer weiß, vielleicht Schweden, Frankreich oder Deutschland.”

Seitdem sich Asisat Oshoala nun auch Afrikameisterin nennen darf, dürfte das Interesse an ihr weiter gewachsen sein.

 

Die zehn Besten der Welt?

Die FIFA hat gestern die zehn Spielerinnen bekanntgegeben, aus deren Kreis im Januar 2015 die beste Spielerin der Welt des noch laufenden Jahres gekürt werden wird.

Nominiert sind: Aya Myama, Naomi Kawasumi, Abby Wambach, Louisa Necib, Nadine Angerer, Nadine Keßler, Lotta Schelin, Nilla Fischer, Marta und Vero Boquete.

Und wie immer bietet die Liste allerhand Gesprächsstoff. Denn warum Myama, Wambach, Angerer und Marta hier nominiert sind, erschließt sich mir als jemand, der den Frauenfußball doch regelmäßig verfolgt und begleitet, nur sehr schwer. Die Frage ist natürlich grundsätzlich, was man prämiert, wenn man nominiert.

Geht es um das erkennbare spielerische Vermögen, dann sind sicher alle Namen gerechtfertigt. Dann müsste aber auch (ich weiß, in Deutschland werden viele heftig den Kopf schütteln) Marta jedes Jahr den Pokal abholen, denn sie ist und bleibt die Spielerin mit dem größten Register. Aber darum kann es doch nicht gehen? Nadine Angerer ist neben der durch Skandale abseits des Fußballplatzes arg gebeutelten Hope Solo die beste Torhüterin der Welt, aber hat sie es dieses Jahr auch wiederholt gezeigt? Hat sie die Portland Thorns zum Titel in der NWSL geführt? Mitnichten.

Und auch Martas Jahr war leider wieder alles andere als glorreich. Mit Tyresö erreichte sie das Finale der Champions League, zeigte immer wieder ansatzweise durch Assists oder Tore, dass sie wirklich absolute Weltklasse sein kann, aber in FRosengård hat sie meiner Meinung nach nicht zurückgefunden zu ihrer Normalform. Natürlich legt man an sie besonders hohe Maßstäbe an . Rosengård hätte auch ohne Marta die Meisterschaft souverän gewonnen und auch ohne Marta die beiden Spiele gegen Ryazan in der Champions League gewonnen.

Und Abby Wambach hat nirgends überragt oder sonderlich von sich reden gemacht. Das Auffälligste war das interessante Interview, das sie in der vergangenen Woche im Fall Hope Solo gegeben hat.

Besonders aufgefallen in diesem Kalenderjahr ist mit Sicherheit Nadine Keßler, die ihren Verein zu zwei wichtigen Titeln führte, der Assist für Martina Müller im Finale der CL in Lissabon gegen Tyresö brachte das entscheidende Tor und darüber hinaus war es grandios gespielt. Von der nominierten Japanerin Kawasumi habe ich im Internet mehrere Glanzstücke für ihren Verein Seattle Reign in der amerikanischen Liga NWSL gesehen.

Aber wo, liebe FIFA, ist die Schottin Kim Little? Die mit Abstand überragende Spielerin der abgelaufenen NWSL-Saison ist nicht unter den besteh zehn. Das ist nicht nur skandalös, sondern geradezu lächerlich, wie inkompetent sich der Weltverband gibt. Aber hat der nicht auch die Männer-WM 2022 nach Qatar vergeben?

Wo ist Anja Mittag? Mit 21 Toren und 11 Assists in der schwedischen Liga und mit bislang acht Länderspieltoren aus zehn Einsätzen ist sie nahezu konkurrenzlos und klar die beste Spielerin der schwedischen Liga. Die in Malmö lebende Chemnitzerin zu übersehen, ist ein Fauxpas.

Und der afrikanische Kontinent ist wieder der vergessene Kontinent. Die 20-Jährige Nigerianerin Asisat Oshoala hat nicht nur ihr Team ins Finale der U20-WM in Kanada geschossen, Asisat hat auch Nigeria ins Finale der Afrikameisterschaft und damit auch zur WM geballert mit ihren beiden Toren im Halbfinale.

 

Hammarbys Kanalplan wird aufgerüstet

Megan Mischler (rechts), im Hintergrund die Hoztribüne am Kanalplan (Archivbild 2012)

Megan Mischler (rechts), im Hintergrund die Holztribüne am Kanalplan (Archivbild 2012)

Kanalplan heißt die Heimarena von Hammarby DFF, das nach drei Jahren Abstinenz 2015 nun wieder in Oberhaus des schwedischen Fußballs zurückkehren wird. Da, wo der traditionsreiche Club nach Meinung vieler seiner landesweiten Fans auch stetig hingehört.

Aber seit diesem Jahr gelten die sogenannten “arenakrav”, Mindestanforderungen an die Stadien, die sich die Liga selber 2011 gegeben hat und über die ffschweden schon Anfang 2012 berichtet hatte

Die meisten Spiegelstriche müsste man am Kanalplan mit einem dicken Minus markieren. Es gibt kein Dach über keiner Tribüne und die einzige Tribüne der Anlage besteht aus alten zusammengezimmerten Holzplanken. Auf der anderen Längsseite sind fünf oder sechs Stufen Stehplatzränge gebaut worden – vor ein paar Jahrzehnten. Die Spielerinnenkabinen lassen extrem zu wünschen übrig und auch das Flutlicht taugt nicht viel Immerhin hat man seit dem Sommer 2013 einen neuen Kunstrasenbelag.

Nun wird sich das wohl bald ändern. Denn die seit den Wahlen im September neuen Mehrheiten im Stockholmer Stadtrat haben zur großen Freude der Frauenfußballfans und des Vereins beschlossen, dass man in die der Stadt gehörenden Anlage des Aufsteigers rund 3,2 Millionen € investieren wird, um dort auch den würdigen Rahmen für Erstligafußball zu bieten.

Für die in der Nähe von der Mehrzweckhalle Ericsson Globe entstandene Tele 2 Arena, die letzten Sommer fertig wurde und die den Herren von Hammarby und Djurgården dient, hatten die konservativen Politiker der früheren Stadtregierung noch mehrere Hundert Millionen Schwedenkronen gepumpt, waren aber nicht bereit, den Frauenfußball auch nur annähernd zu fördern. Das wird nun anders. Und das ist mal eine sehr gute Nachricht aus Schweden.

 

And the nominees are… Die Nominierungen 2014

Am 10 November findet im Stockholmer Globen die alljährliche Fotbollsgalan statt, bei der Zlatan Ibrahimovic wohl seinen achten goldenen Ball bekommen wird, auch wenn daheim der nach Jahren in der Bundesliga zurückgekehrte Marcus Rosenberg wesentlichen Anteil am Meistertitel seines Malmö FF hat und den Verein dazu noch in die Champions League und den dort für die Männer hagelnden Geldregen gebracht hat.

Bei den Frauen gab es in der Vergangenheit mit Lotta Schelin eine Dauersiegerin, die immerhin vier Mal den diamantenen Ball in Empfang nahm, in diesem Jahr aber wohl qua Vereinserfolgen mit Nilla Fischer eine starke Konkurrentin haben dürfte.

Aber in diesen Kategorien gibt es keine Nominierungen. Dafür aber in einer Menge anderer. Hier sind die Nominierten.

Tor: Hilda Carlén (Piteå IF), Stephanie Labbé (KIF Örebro), Hedvig Lindahl (Kristianstads DFF)

Abwehr: Nilla Fischer (VfL Wolfsburg), Lina Nilsson (FC Rosengård), Linda Sembrant (Tyresö FF/Montpellier Herault SC)

Mittelfeld: Ramona Bachmann (FC Rosengård), Mariann Gajhede (Linköpings FC), Caroline Seger (Tyresö FF/Paris Saint-Germains)

Angriff: Manon Melis (Kopparberg/Göteborgs FC), Anja Mittag (FC Rosengård), Lotta Schelin (Olympique Lyonnais)
Newcomerin des Jahres: : Malin Diaz Pettersson (Tyresö FF/Eskilstuna United), Magdalena Ericsson (Linköpings FC), Fridolina Rolfö (Linköpings FC)
Wertvollste Spielerin derLiga: Ramona Bachmann, Hedvig Lindahl, Anja Mittag.
Trainer des Jahres: Viktor Eriksson (Eskilstuna United), Rickard Nilsson (KIF Örebro), Martin Sjögren (Linköpings FC)

Sanna Talonen schießt KIF Örebro in die UWCL 2015/16

Die Damallsvenskan 2014 ist zu Ende. Die letzte Entscheidung um Platz 2 war dann am Ende doch nicht so spannend, denn KIF Örebro ließ daheim gegen Eskilstuna United nichts anbrennen. Ein Eigentor von Louise Quinn und eine direkte Abnahme von Sanna Talonen sorgten dafür, dass der Verein, dessen Behrn Arena gut zwei Zugstunden von Stockholm entfernt ist, seinen größten Erfolg feierte: Vizemeister und Champions League 2015/16!

Eskilstuna hatte eine einzige Torchance kurz vor Schluss, konnte aber dem starken physischen Druck nicht standhalten, der Örebro von jeher auszeichnet. Trainer Rickard Olsson wurde vor laufenden Fernsehkameras von seinen Spielerinnen mit Wasser aus den Trinkflaschen übergossen, zum Alkohol in der Öffentlichkeit hat man ein anderes Verhältnis als in Deutschland. Olsson weiß noch nicht, ob er weitermacht, Verhandlungen stehen an.

Hätte KIF Örebro sein Heimspiel verloren, dann hätte Kopparberg/Göteborgs FC es geschafft. Die Göteborgerinnen taten das ihre und schlugen Vittsjö mit 3:1. Linköping drehte einen 0:1 Rückstand gegen Piteå noch in einen 3:1 Sieg und die Nachricht des Tages ist, dass die inzwischen 26-Jährige Finnin Linda Sällström in der 80. Minute das dritte Tor schoss.

Sällström macht bereits ihr drittes Comeback nach drei Kreuzbandrissen innerhalb von zwei Jahren.

Jitex spielte die schlechteste Saison aller Teams in der Geschichte der Damallsvenskan.Im zwanzigsten Spiel bezog man die zwanzigste Niederlage. 0:6 in Umeå, wobei die Finnin Emmi Alanen am Ende in nur dreizehn Minuten einen lupenreinen Hattrick machte.

Meister Rosengård begnügte sich am Ende mit einem 4:0 gegen AIK und damit ist die Saison für neun der elf Teams beendet. Rosengård und Linköping müssen in der Champions League noch ran und außerdem gibt es noch einige Länderspiele der A-Mannschaft sowie der Jugendauswahlen.

Am zehnten November findet in Stockholm die “Fotbollsgalan” statt, auf der dann Torhüterin, Abwehrspielerin, Mittelfeldspielerin, Stürmerin des Jahres ebenso ausgezeichnet werden wie die wichtigste Spielerin (MVP), die Torschützenkönigin Anja Mittag, Trainer der Saison sowie die Newcomerin des Jahres.

 

Emma geht und Elin darf nicht gehen

Elin Rubensson möchte den FC Rosengård verlassen, darf aber wohl nicht gehen

Elin Rubensson möchte den FC Rosengård verlassen, darf aber wohl nicht gehen

Heute finden die letzten vier Spiele der Saison 2014 in der Damallsvenskan statt.

Für KIF Örebro geht es darum, seinen zweiten Platz und die damit verbundene Qualifikation für die Champions-League-Saison 2015/16 zu verteidigen.

Aber die Silly Season hat schon begonnen.

Umeås Nationalverteidigerin Emma Berglund etwa hat verkündet, dass sie ihren Verein nach acht Jahren verlassen wird. Der Vertrag der 25-Jährigen läuft aus und sie hat sich entschlossen, woanders neu anzufangen. Angeblich sei noch keine Entscheidung gefallen, so Berglund, und es gäbe Angebote mehrerer Clubs, aber hartnäckige Gerüchte besagen, dass Berglund zum schwedischen Meister FC Rosengård wechseln wird.

Bei dem möchte gerne Elin Rubensson weg, denn die hochtalentierte 21-Jährige Stürmerin und Außenverteidigerin, die sogar wieder im Aufgebot Pia Sundhages für das Länderspiel gegen Deutschland steht, hat bei Rosengård keinen Stammplatz. Um aber bei der WM 2015 in Kanada dabei sein zu können, glaubt Rubensson, dass die Rolle als Edel-Joker nicht genügen wird. Sie möchte weg. Aber Rosengårds starker Mann Erling Nilsen bleibt hart und pocht auf die Erfüllung des Vertrages, der sich noch über die nächste Saison erstreckt. Schade, denn einer über viele Jahre so loyalen Spielerin wie Elin Rubensson sollte man keine Steine in den Weg legen, um sich weiter zu entwickeln. Bei Rosengård ist kein Platz für sie in der Startformation, da Trainer Marcus Tilly sich auf der rechten Abwehrseite für die (meiner Meinung nach mit geringerem Potential ausgestattete Lina Nilsson entschieden hat). So macht Rosengård einen FC Bayern, in dem es seiner Konkurrenz eine außergewöhnliche Spielerin vorenthält, nur um sie auf die Bank zu platzieren und von Fall zu Fall zu bringen.

Frauen- und Männerfußball kommen sich näher.

 

Schwedens Deutschlandaufgebot

Marija Banusic zum zweiten Mal hintereinander in Pia Sundhages Kader

Marija Banusic zum zweiten Mal hintereinander in Pia Sundhages Kader

Am Donnerstagabend erzielt Fridolina Rolfö vor den Augen von Nationaltrainerin Pia Sundhage alle drei Tore ihres Vereins Linköpings FC gegen den frischgebackenen englischen Meister Liverpool Ladies und schoss damit die Schwedinnen ins Achtelfinale der Champions League

Tags darauf verkündete Sundhage in Örebro ihren Kader für das Testspiel gegen Deutschland am 29.10. in derselben Stadt Wir wollen Pia mal glauben, dass sie Rolfö schon vor ihrem Hattrick auf dem Zettel der zu nomionierenden Spielerinnen hatte. Denn das berichtete sie der angereisten Presse am Freitag.

“Rolfö hat etwas, das wir in der Nationalmannschaft vermisst haben, sie ist groß, technisch und linksfüßig. Darüberhinaus hat sie einen guten Schuss. Abefr – ich bin sehr froh darüber, dass ich gesehen habe, dass sie drei verschiedene Tore gemacht hat,” so die Trainerin.

Man wird sehen, ob die Trainerin nun auch den Mut hat, die Spielerin am 29.10. einmal einzusetzen, oder ob sie nicht doch wieder in ihr bewährtes Muster verfällt, in dem es eigentlich keine nennenswerten Änderungen gibt.

Da die alte und neue Nummer 1 im Tor, Hedvig Lindahl, nach einer Knieoperation ausfällt, spricht alles für einen Einsatz der routinierten, für den norwegischen Verein Avaldsnes IL spielenden Carola Söberg. Neben ihr wurde Umeås Malin Reuterwall nominiert.

In der Abwehr nichts Neues, wiederum erhielt Örebros starke Innenverteidigerin Marina Pettersson Engström den Vorzug vor Linköpings Mannschaftskapitänin Charlotte Rohlin. Die Tage der bald 34-Jährigen Lotta Rohlin scheinen bei Pia Sundhage gezählt zu sein, obwohl sie mit der 35-Jährigen Sara Thunebro und der 37-Jährigen Therese Sjögran wie auch schon früher in den USA weiterhin gern auf erprobte Kräfte setzt. Zumindest im Fall Thunebro könnte man längst auf stärkere und jüngere Alternativen zurückgreifen.

Kristianstads Antonia Göransson ist aus dem Kader gestrichen wordn, womöglich wurde gerade sie durch Fridolina Rolfö ersetzt. Wieder dabei ist erfreulicherweise Megatalent Marija Banusic, ebenfalls aus Kristianstad. In Schweden fällt es den jeweiligen Mannschaftsführungen sehr schwer, Spielerinnen mit Migrationshintergrund in die Nationalmannschaft zu integrieren. Banusic gegenüber gab es schon letzten Sommer Gemurre der alten arrivierten “blonden” Schwedinnen. Sie passe mit ihrer Art nicht zur Truppe, war angelegentlich zu hören. Schön, dass Pia Sundhage versucht, Banusic nun im Kader zu halten.

Mit Emma Lundh vom Tabellenzehnten AIK und Olivia Schough vom russischen Erstligisten Rossiyanka sind abermals zwei Spielerinnen dabei, die von vielen Beobachtern nicht für nationalmannschaftstauglich angesehen werden. Emma Lundh hat keine überragende Saison gespielt, sie war anfangs verletzt und konnte bei AIK, einem Verein, der ohne den Konkurs Tyresös sicher abgestiegen wäre, auch nicht sonderlich glänzen. Aber ihre Spielintelligenz und außerordentliche Intutition war in diesem Jahr weitgehend unsichtbar. Dennoch hält Pia Sundhage ebenso an ihr fest wie an Olivia Schough, die sogar kurz vor der Startformation steht und in den Qualispielen sogar zweimal von Anfang an spielen durfte. Möglicherweise aber ist es tatsächlich so, dass es zu wenig Alternativen gibt. Bei mir wäre allerdings entweder Lundh oder Schough zugunsten der stärkeren Antonia Göransson gestrichen worden.

Zeitgleich zu Schweden- Deutschland am 29.10 um 18.00 Uhr spielt die schwedische U23 gegen Norwegen in Linköping. Zumindest Außenverteidigerin Magdalena Ericsson (Linköping) hätte ich gerne in der A-Auswahl gesehen.

Aufgebot für das Länderspiel gegen Deutschland am 29.10. in Örebro:

Tor: Malin Reuterwall (Umeå IK; 23 Jahre/ 0 Länderspiele / 0 Tore), Carola Söberg (Avaldsnes IL; 32/4/0)

Abwehr: Emma Berglund (Umeå IK; 25/27/0), Nilla Fischer (VfL Wolfsburg; 30/121/18), Lina Nilsson (FC Rosengård; 27/55/3), Marina Pettersson Engström (KIF Örebro; 27/3/0), Elin Rubensson (FC Rosengård; 21/11/0), Linda Sembrant (Montpellier Hérault SC; 27/48/3), Sara Thunebro (Eskilstuna United; 35/125/5)

Mittelfeld und Angriff: Kosovare Asllani (Paris Saint-Germains; 25/67/18), Marija Banusic (Kristianstads DFF; 19/0/0), Lisa Dahlkvist (Avaldsnes IL; 27/86/9), Malin Diaz Pettersson (Eskilstuna United; 20/6/0), Hanna Folkesson (Umeå IK; 26/16/0), Jenny Hjohlman (Umeå IK; 24/7/1), Sofia Jakobsson (Montpellier Hérault SC; 24/46/5), Emma Lundh (25/9/2), Fridolina Rolfö (Linköpings FC; 20/0/0), Lotta Schelin (Olympique Lyonnais; 30/142/72), Olivia Schough (FC Rossiyanka; 23/16/1), Caroline Seger (Paris Saint-Germains; 29/127/18), Therese Sjögran (FC Rosengård; 37/199/21)

 

 

Elitettan, letzter Spieltag

In einem in weiten Teilen recht herbstlich, grauen Schweden mit Tempreaturen um rund 10 Grad in der Hauptstadt, fand heute der letzte Spieltag der Elitettan statt.

Dabei konnte Tabellenführer Mallbacken seinen Vorsprung auf das ebenfalls aufsteigende Hammarby von zwei auf fünf Punkte ausbauen. Hammarby leistete sich eine 0:1 Niederlage bei Hovås Billdal während Mallbacken sein letztes Heimspiel mit 2:1 gegen Sirius gewann

Da auch die Absteiger in die unterschiedlichen dritten Ligen bereits feststanden, war die letzte Runde nur von statistischer Bedeutung. Der ehemalige Erstligist Umeå Södra FF tritt dabei ebenso den Weg in die Drittklassigkeit an wie auch das aus dem nordwestlihen Stockholm kommende IF Brommapojkarna und Halmia aus dem westschwedischen Halmstad. Umeå Södra fehlten als Drittletzten am Ende neun Punkte und 30 Tore, um mit den Stockholmer Teams Älta oder Bollstanäs, die oberhalb der gestrichelten Linie landeten, zu konkurrieren.

Da es mehrere dritte Ligen gibt, die regional eingeteilt sind, wurden die vier Aufsteiger unter den Seriensiegern ermittelt. Auch sie stehen fest.

Vier sind es übrigens,,weil Tyresö FF nicht in die zweite Liga absteigt, sondern eben noch tiefer im Seriensystem rutscht. Der diesjährige Champions-League-Finalist war Anfang Juni nicht mehr in der finanziellen Lage, den Spielbetrieb in der ersten Liga fortzusetzen, weil das völlig verantwortungslose finanzielle Gebaren einiger Personen dazu geführt hatte, dass die Spielerinnen keine Gehälter mehr bekommen konnten

Aufsteiger in die Elitettan sind Kungsbacka DFF, Östersunds DFF, IFK Kalmar und Lidköping. Lidköping profitierte dabei vom Ausschluss Tyresös, da es sein direktes Duell gegen Kungsbacka zwar 0:3 und 4:1 verlor, dabei aber immerhin ein Spiel gewann. Die beiden anderen Teams Örebro SK und Assi IF erreichten in ihren K.O.-Spielen nur ein Unentschieden bei einer Niederlage.

Hier ist die Abschlusstabelle der Elitettan 2014 (Quelle: Svensk fotboll):

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Linköping im Achtelfinale

FridolinaDer englische Meister Liverpool Ladies ist in der ersten Rundew der Champions League am letztjährigen Tabelendritten der Damallsvenskan gescheitert. Nach dem 1:2 in Liverpool gewann Linköpings FC deutlicher als erwartet mit 3:0. Alle Tore erzielte die 20-Jährige Fridolina Rolfö (Bild)

Liverpool hatte in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz, aber Fridolina Rolfö sorgte mit einem 25-Meterschuss in den Winkel für die Führung der Gastgeber. Trainer Martin Sjögren strahlte in der Mixed Zone und sagte, dass seine Mannschaft nach ein paar schwächeren Auftritten in der Liga nun das beste Spiel der Saison (zusammen mit dem Sieg bei Meister Rosengård) gezeigt hätte,

“Wir haben extrem viele Torchancen erarbeitet und hätten noch das vierte, fünfte oder sechste Tor machen können,” so Sjögren zu der Zeitung Östgöta Correspondenten

In Linköping ist man nun gespannt, ob sich Fridolina Rolfö durch ihre Klasseleistung möglicherweise in Pia Sundhages Kader für das Länderspiel gegen Deutschland gespielt bhat.

 

 

In letzter Minute

Ist das die Vorentscheidung um CL-Platz Nummer zwei in Schweden? Tatsächlich gestaltete sich das Auswärtsspiel von Kopparberg/Göteborgs FC als alles andere als leicht, aber nach zwei Treffern von Manon Melis sah es so aus, als ob man mit der 2:1 Führung nach Hause fahren könnte. Aber da war zunächst die aus den USA ausgeliehene Becky Edwards die in der 75. Minute den Ausgleich erzielte und damit wieder KIF Örebro auf den zweiten Platz brachte. Und als sei das alles nicht genug hämmerte Therese Björck, die Spielerin mit der Nummer 400 (!!; weil Kristianstad dieses Jahr 400 wurde…) den Ball in der 90. Minute (!) unter die Querlatte des Tores von Loes Geurts. Sieg für Kristianstad und vor dem letzten Spieltag wieder drei Punkte Vorsprung für Örebro.

Die beiden anderen Spiele verblassten daneben. Rosengård siegt weiter und ist in dieser Liga schon längst eine Klasse für sich. Schaulaufen über 20 Spieltage. 4:1 bei Vittsjö und damit weiterhin satte 12 Punkte Vorsprung. Kein Tor vion Anja Mittag dieses Mal, damit konnte Melis (s.o.) den Abstand etwas verkürzen, wird aber dennoch keine Chance mehr haben, die notwendigen acht Tore im letzten Spiel zu machen.

Und Piteå spielte ebenfalls in letzter Minute 1:1 im “Lokalderby” gegen das 200 km südlich gelegene Umeå. Beide Teams legen nächste Woche eine mehr oder minder verkorkste Saison zu den Akten.

Linköping aus dem Rennen

Nach dem 1:1 beim Tabellenzehnten AIK am Samstagnachmittag steht fest, dass Linköpings FC die Saison als Tabellenvierter beenden wird und damit 2015/16 nur dann an der Champions-League teilnehmen wird, wenn man die diesjährige Auflage des Turniers gewinnt.

Denn ebenfalls gestern siegte KIF Örebro knapp mit 2:1 beim Schlusslicht Jitex BK Mölndal. Nachdem der noch punktlose Absteiger sensationell in Führung gegangen war, sorgte die Tschechin Lucie Martinkova mit einem Doppelschlag Mitte der zweiten Halbzeit für die Wende.

Heute spielt Kopparberg/Göteborgs FC bei Kristianstads DFF und muss gewinnen, um Örebro auf Abstand zu halten.

Rosengård weiter, Linköping kann nachziehen

Rosengård hat mit seinem ungefährdeten 3:1 bei Ryazan bereits die Grundlage für den Einzug ins Achtelfinale der UEFA Women’s Champions League gelegt. Wohl kaum jemand setzt auch nur eine Krone darauf, dass  den Russinnen ein 3:0 in Schweden gelingen könnte.

Linköpings FC hat seinen Auftritt beim englischen Meister FC Liverpool zwar mit 1:2 verloren, aber da ist in der Linköping Arena am Donnerstag noch alles drin.

Wie lustig das Fussballerinnenleben ist, wenn man in Rosengård spielt, das zeigt Louv Brattgard in ihrer (?) Reportage über die Reise des alten und neuen schwedischen Meisters nach Moskau und weiter nah Rjazan. Wenn man die nicht enden wollenden Streiche summiert, die sich alle von der jungen Sarah Mellouk bis zur reifen Therese Sjögran untereinander spielen, liest, dann ahnt man, warum es so schwer ist, mit dem Sport aufzuhören. Weil danach nämlich das Erwachsensein lauert. So verstecken die Spielerinnen sich selber und stinkenden Fisch im Zimmer zweier junger Spielerinnen. Marta spricht von ihrem neuen Verein als vin einer Familie, da wird brasilainisch, niederländisch und Deutsch (Katrin Schmidt) gekocht.

Linköpings Trainer Martin Sjögren findet, dass die Ausgangskage nach dem 1:2 in Liverpool gut ist, vor allem dank des vorübergehenden Ausgleichstors von Kristine Minde.

“Die erste Halbzeit war ok und wir hatten mehrere Chancen, einen weiteren Treffer zu erzielen,” sagte die Norwegerin Minde nach dem Spiel. In der zweiten Halbzeit ging es ein bisschen hin und her, viele Unterbrechungen, eine komische Halbzeit. Ich bin schon jetzt heiss auf die Revanche und glaube, dass wir die schlagen werden. Wir haben iele positive Dinge gezeigt, an denen wir weiter arbeiten können,” so Kristine Minde yur Lokalzeitung Östgöta Correspondenten (‘Corren’) aus Linköping.

Bei den anderen Ergebnissen überrascht ein wenig, dass eine hochkarätige Truppe wie der 1.FFC Frankfurt nur ein 2:2 in Kasachstan erreicht, allerdings muss man hier bedenken, dass mit Sicherheit die Reise dorthin sehr strapaziös war. Apoolon Limasssols 1:0 über Dänemarks Bröndby ist nur ein weiterer Fingerzeig dafür, dass es um den dänischen Frauenfussball derzeit nicht gut bestellt ist.

Der 2:0 Sieg der Polinnen aus Konin gegen Glasgow City ist nicht unerwartet, zumal die Polinnen bereits in ihrer Qualifikationsgruppe “Kleinholz” aus dem finnischen Meister Åland United gemacht hatten.

Ansonsen keine Überraschungen, auch nicht die deutliche Niederlage der Isländerinnen Stjärnan gegen Zvezda (2:5). Ich freue mich schon auf die Rückspiele.