Halbzeit (8): Jitex BK


Jitex’ Riesentalent, U19-Europameisterin Fridolina Rolfö

Ein neuer Trainer mit dem ehemaligen Nationalspieler Stefan Rehn, der insgesamt neun schwedische Meisterschaften als Spieler und Trainer (der Männer von Djurgården) gewinnen hat und Verstärkungen im Kader: in der Finnin Minna Meriluoto eine Klassetorhüterin und mit Katri Nokso-Koivisto (Wolfsburg) und Leena Puranen (Hammarby) zwei weitere finnische Nationalspielerinnen und vorne die talentierte Kanadierin Christina Julien. Jitex zeigte sich durch diese Verpflichtungen vor der Saison ambitioniert und wollte deutlich machen, dass man aufbricht in höhere Tabellenregionen, nachdem 2011 nur Platz 9 herausgesprungen war.

Ich sah die Mannschaft beim Auswärtsspiel bei Djurgården, das allerdings möglicherweise kein Maßstab ist. Das sah sicher und sehr solide aus, da kam ein Team, das schon sehr gut eingespielt war, das allerdings auch eine überragende Akteurin hatte: die inzwischen frischgebackene U19-Europameisterin Fridolina Rolfö. Sie ist das mit Abstand größte Talent des Clubs und man sollte viel tun, um sie behalten zu können. Die 18-Jährige war im offensiven Mittelfeld die spielbestimmende Kraft und man hat bei Jitex schmerzlich erfahren, wie es ohne Rolfö läuft: zuletzt vier Niederlagen in Folge und 1:8 Tore, zweimal verlor man gegen Aufsteiger Vittsjö.

Wie Lokalrivale Kopparberg/Göteborgs FC spielt man nun auf dem Valhalla IP mitten in Göteborg und nicht mehr im Stadtteil Mölndal, aus dem der ehemalige Rekordmeister eigentlich kommt. Genutzt hat das freilich nicht, da ist Jitex größtes Problem, das allerdings auch für Kopparberg geht: das Zuschauerinteresse am Frauenfußball in Göteborg ist sehr bescheiden, oftmals spielen die Damen von Jitex vor 200 und ein paar mehr Zuschauern. Und das in der Stadt, der der schwedische Fußballverband mit dem Stadion Nya Gamla Ullevi die Nationalarena für Frauenfußball stiftete – das war fast ironisch gemeint oder eben der Versuch, ein nicht vorhandenes Interesse zu wecken.

Göteborg hat in der Männerliga drei Erstligisten, von denen BK Häcken (3870) den schlechtesten und IFK Göteborg (11092) den besten Schnitt hat, weit von den 200 entfernt, die sich wohl zumeist aus Verwandten und Freunden der Spielerinnen zusammensetzen dürften.

Die Mannschaft hat Potential und es wird interessant sein, zu sehen, ob Jitex in der Rückrunde noch Punkte sammeln kann, die dazu reichen, mehr als “nur” den achten Platz in der Serie zu belegen. Und mit Fridolina Rolfö (welch Name) würde ich mich als Sportdirektor JETZT schon mal hinsetzen und über eine Vertragsverlängerung von wenigstens zwei Jahren reden.

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2 Gedanken zu “Halbzeit (8): Jitex BK

  1. Pingback: Christina Julien in Jena | Powerfrauen im Paradies

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