Im Gespräch: Annika Kukkonen


Annika Kukkonen

Anders als in Mitteleuropa schließt das Transferfenster in Schweden erst am 31.03. Wenige Tage vor Beginn der neuen Saison also. Wenige Tage vor Beginn der neuen Saison verkündete Djurgården den Wechsel der finnischen Nationalspielerin Annika Kukkonen, die in der Saison 2011 mit LdB FC Malmö schwedische Meisterin wurde. Annika wurde 1990 geboren und ist gerade 22 Jahre alt geworden. In der Nationalmannschaft, die vom Schweden Andrée Jeglertz betreut wird, hat sie seit einiger Zeit bereits einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld.

Mittlerweile stehen bereits 24 Länderspiele auf dem Konto Annika Kukkonens.

“Dein erstes Länderspiel hast du sogar gegen Deutschland gemacht,” beginne ich, als wir uns in einem Stockholmer Café nach einem Training treffen. “Erinnere mich bloss nicht daran,” lacht Annika. Seinerzeit durfte die damals 19-Jährige von Beginn an spielen, als Deutschland an der Algarve mit 7:0 gewann. Inka Grings erzielte drei Tore, Alexandra Popp traf zweimal. Die beiden übrigen Treffer schossen Nadine Kessler und Martina Müller.

Wie kam es, dass Annika so verhältnismäßig spät zu Djurgården wechselte?

“Nachdem Malmö Ramona Bachmann und Anja Mittag verpflichtet hatte, war mir klar, dass ich nicht viel Spielzeit bekommen würde. Ich habe viel nachgedacht und dann mit dem Verein geredet, ich hatte ja noch ein Jahr Vertrag in Malmö. Da ich mehr spielen wollte, hatte man Verständnis. Aber erst mal war es nicht so leicht, einen Verein zu finden. Schließlich wusste niemand, dass ich zu haben war. Ein Freund hat mir geholfen, es gab Angebote aus Dänemark, aber da ich mich in Schweden wohlfühle und es mit der Sprache auch ganz gut klappt, wollte ich nicht noch eine neue Sprache lernen. Am Ende wurde es Stockholm.”

Nach Malmö war Annika Kukkonen gekommen, weil der schwedische Meister ein sehr gutes Scouting betreibt und man auf eines der größten Talente im finnischen Fußball aufmerksam geworden war. Annika spielte bei HJK Helsinki, als sie einen Anruf von Malmös damaligem Coach Martin Sjögren erhielt, der eine Spielerin mit einem “echten” Linksfuß suchte.

Letztes Jahr Meister und jetzt bei einem Team, das viele vor der Saison als Zehnten tippen. Entspricht das deinen Erwartungen?

“Ich hab erst ein paar Trainingseinheiten absolviert und wie ich verstanden habe, fehlen auch einige wichtige Spielerinnen aufgrund von Verletzungen. Ich denke, dass wir ein gutes Team haben und noch einige überraschen werden,” sagte Annika mir zwei Tage vor dem Heimspiel gegen Jitex, das man dann mit 0:2 verlor.

Wir sprachen über die finnische Nationalmannschaft, ein Team, das eigentlich aus einem Stamm besteht, der in der Damallsvenskan wöchentlich spielt und doch stärker sein müsste. Oft kommt es einem so vor, als ob Finnland gegen die starken Teams keinhe Chance hat.

“Ich glaube, dass wir da auf einem guten Weg sind. Wir haben einen Trainer (Andrée Jeglertz), der das Team sehr gut an verschiedene Ausgangssituationen anpassen kann. Und inzwischen werden wir wirklich stärker. Als Beispiel möchte ich nur zwei Spiele beim Cyprus Cup nennen, wo wir gegen England schon 1:0 führten und dann zwei wirklich zweifelhafte Elfer gegen uns bekamen. Gegen Frankreich haben wir knapp mit 1:2 verloren und ich war selber überrascht, wie viele Chancen wir in diesem Spiel hatten.”

In der Qualifikation zur EM führt Finnland nach zwei Siegen gegen die Slowakei die Tabelle an, aber es stehen noch schwere Spiele gegen die Ukraine bevor. Nachdem sich Stürmerstar Linda Sällström einen Kreuzbandriss zugezogen hat, wird sie den Rest der Quali nicht spielen können. Wie soll das gehen?

“Wie gesagt, Andrée hat unser Team immer auf neue Situationen angepasst. Im Fall von Linda kann ich mir vorstellen, dass er Sanna Talonen aus Örebro spielen lassen wird.”

Deine eigenen Stärken und Schwächen?

“Ich bin ziemlich technisch und habe einen starken linken Fuß, wo ich noch lernen kann, ist vor allem im Kopfballspiel,” sagt Annika und lacht. Sie lacht überhaupt viel und gerne, die Finnin, die in der Schule Deutsch als erste Fremdsprache hatte. Das erfahre ich erst gegen Ende, wir sprechen Schwedisch und gleich zu Beginn sagte mir Annika, dass sie gar nicht gut Schwedisch könne, aber dann spricht sie doch fließend und sucht nur selten nach einem Wort. Als ich ihr sage, dass sie überhaupt keinen finnischen Akzent habe, freut sie sich diebisch darüber.

Für Djurgården kann Annika Kukkonen eine sehr wichtige Spielerin werden, besonders nach dem Weggang der Isländerin Dora Maria Larusdottir, die gen Brasilien zog. Dass man drei Spiele in Folge verlor und die Chancenausbeute gering war, bereitet Sorgen. Jessica Landströms Umzug wird herbeigesehnt, aber Frankfurt bleibt hart und pocht auf die Erfüllung des Vertrags. Gestern sorgte die eingewechselte Landström für die Entscheidung, als sie das 2:0 gegen Arsenal Ladies machte. Aber Annika Kukkonen braucht auch die Gesellschaft der Holländerin Renée Slegers. Die ist nach ihrem Kreuzbandriss im letzten Jahr wohl in ein paar Wochen wieder fit. Dann kann Djurgården schon ziemlich weit zurück liegen. Und Annika Kukkonen, die eine Goldmedaille aus Malmö hat, spielt dieses Jahr wohl im Abstiegskampf.

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